
Jahresfeste anders feiern. Kreativ mit Elementarwesen 4
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Unten finden sich Berichte der Veranstaltungen der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. ab Februar 2013 einschließlich Auszügen aus den damaligen Materialien, mit denen in der Werbung auf sie aufmerksam gemacht wurde („Informationen“)..
Es ist jeweils vermerkt, bei wem die Rechte an den Aufnahmen liegen, für die Berichte liegen sie, soweit nicht anders vermerkt, bei Björn Steiert .
Für etwaige angeführte Links gilt die übliche, vorsorgliche Distanzierung zu Beginn der Rubrik „Externe Links“ auf dieser Homepage.
Plakate zu aktuellen Veranstaltungen finden sich unter „Aktuelle Termine“. Deren Weiterverbreitung und Aushang sind ausdrücklich erwünscht.
Fortlaufende Informationen sind über die Emailadresse kulturwerkstatt @ gmx.de anforderbar.
Für noch ältere Veranstaltungsberichte siehe:
2024
(hier noch nicht zu lesende Berichte zu aktuelleren Veranstaltungen werden ggf. zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht)
Samstag, 16. November 2024, 19:00 Uhr
Ein Abend mit Jostein Saether zu spirituellen Fragen
(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
— Informationen —
Samstag, 12. Oktober 2024, 19:30 Uhr
„Ätherik – eine neue Form mit der Eurythmie wahrzunehmen und zu gestalten“
Referierende: Tanja Baumgartner und Eckart Grundmann

(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
In allen traditionellen Kulturen, hieß es zu Beginn der Veranstaltung, kennt man eine Art Lebensenergie, die man etwa als Qi (China), Ki (Japan) oder Prana (Indien) bezeichnet. Im Sinne eines neuen Zugangs sprach auch Rudolf Steiner davon. Er bezeichnete sie in der von ihm konzipierten spirituellen Wissenschaft, der Anthroposophie, als Ätherkräfte oder Bildekräfte, behandelte sie aber nicht unter dem Aspekt der Polarität (wie etwa in der Perspektive von Yin und Yang), sondern unterschied vier Ätherarten wie auch besondere, sich über den Äther mitteilende Qualitäten, die sich auch in den Lauten unserer Sprache ausdrücken. Diese Erkenntnisse fanden künstlerisch ihre Anwendung in der Bewegungskunst der von ihm entwickelten Eurythmie, medizinisch in der Heileurythmie. Ihre spezielle Art, die eurythmische Methode anzuwenden, um über die gestaltenden Lebenskräfte auf Pflanze, Tier und Mensch positiv einzuwirken, bezeichneten die in der Kulturwerkstatt hierzu Referierenden als „Ätherik“. Tanja Baumgartner und Eckart Grundmann vom Arte Nova Institut in Bartenheim (Elsass) stellten abwechselnd unterschiedliche Aspekte und Projekte ihrer Forschungen hierzu vor.
Baumgartner, gelernte Eurythmistin, begriff die Laute der Sprache, die in der Eurythmie durch den menschlichen Körper ausgedrückt werden, zugleich als „Wahrnehmungsorgane“. In diesem Sinne sprach sie etwa von der „B-Brille“, die es ihr erlaube bestimmte Phänomene zu erkennen beziehungsweise zu erfühlen. Und gerade mit diesem Laut, dem eine verdichtende Qualität zukomme, hatte sie – zusammen mit dem sich ganz anders ausnehmenden L-Laut – an unterschiedlichen Pflanzen eine Vielzahl an Experimenten durchgeführt, die klar darauf hindeuten, dass über die Ebene der Lebenskräfte Effekte auf den jeweiligen Organismus ausgeübt werden können.
Im Zusammenarbeit mit dem HISCIA-Institut hatte sie etwa zunächst vor insgesamt 100 000 Kressesamen für eine bestimmte zeitliche Dauer unter identischen Bedingungen jeweils eine der beiden Lautbewegungen ausgeführt. Fotos dokumentieren, welche signifikanten Unterschiede in Form und Farbe hierbei erzielt wurden. 2007 folgte ein ähnliches Experiment an zwölf Byrophyllen, die ein Jahr jede Woche zehn Minuten lang behandelt wurden. Zunächst zeigte sich keine Reaktion, was Baumgartner später mit dem phlegmatischen Grundcharakter dieser Pflanzen in Verbindung brachte. Nach einer Pause von einem Jahr reagierten die Pflanzen jedoch plötzlich und zeigten wiederum deutliche Unterschiede. Nicht im Sinne eines wissenschaftlichen Experiments, aber als persönliche Erfahrung schilderte sie auch, wie sie heilend auf eine schon zu 2/3 abgestorbenen Esche auf ihrem Grundstück einwirken konnte.
Es folgten, wie Agraringenieur Eckart Grundmann darstellte, Versuche an Apfelbäumen beziehungsweise unterschiedlichen Apfelsorten. Zu Beginn wurde jeder Baum von der Blüte bis zum Apfel 7 Mal je 5 bis 10 Minuten behandelt. Die ausgeführten Gesten wirkten auf differenzierte Weise, wobei tatsächlich hochsignifikant auffällige und auch messbare beziehungsweise wahrnehmbare Veränderungen im Hinblick auf Frische, Süßigkeit und Festigkeit erzielt wurden. Die Nachweise wurden unter anderem durch ein Geschmackslabor in Holland erbracht, dessen Dienstleistungen üblicherweise vornehmlich von Unternehmen in Anspruch genommen werden, die gerade nicht hoffen, Unterschiede zu ermitteln, sondern eine möglichste hohe Entsprechung im Sinne identische Eigenschaften ihrer Produkte. Auch gab es Hinweise darauf, dass bestimmte Gesten nicht nur steigernd wirken können im Hinblick auf die Süßigkeit, sondern ausgleichend, je nach Grundcharakter der Sorte. Es sei ihnen im Übrigen aufgefallen, dass auf einem jahrtausendealten, antiken Relief aus Nimrud (Pergamom Musem Berlin) ein Mann zu sehen sei, der in einer eurythmisch deutbaren Geste vor einem Baum stehe. Möglicherweise hatte man demnach schon damals versucht, durch Bewegungen das Wachstum beziehungsweise die Eigenschaften von Gewächsen und deren Früchte zu verbessern.
2017 versuchte man größere Flächen anzugehen, indem man zunächst Wasser als Informationsträger eurythmisch behandelte und dieses dann von der Blüte bis zur Ernte in einer gewissen Häufigkeit auf die Bäume spritzte, nun bei den Sorten Pilot und Spartan. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sie ortsunabhängig angewendet werden kann. Die Ergebnisse wurden im CSO-Labor untersucht, und wiederum erbrachte die angewandte Methode (FAS = Fluoreszenz-Anregungs-Spektrokospie), dass die behandelten Früchte sich in der Rückstrahlung (Lichtprotonenabgabe) als stärker erwiesen.
Auch Patrick Schmidt, Pflanzenzüchter und Hofsortenentwickler auf dem biologisch-dynamischen Hof Haus Bollheim, trat an Baumgartner heran, um herauszufinden, ob man auch das Getreidewachstum durch Eurythmie positiv beeinflussen könne. In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft bezieht man auch die Planeten- und Sternenkonstellationen ein, die sich natürlich nicht willkürlich verändern lassen. Insofern war der Ansatz zunächst, diese durch die Eurythmie zu substituieren. Als weiterführend erwies sich schlussendlich jedoch die sogenannte, von Rudolf Steiner angegebene Evolutionsreihe der Laute B-M-D-N-R-L-G-CH-F-S-H-T, die sich in ihren Qualitäten auch im Weg vom Samenkorn zur ausgewachsenen Pflanze wiederspiegle und manche Einseitigkeiten oder Mängel ausgleichen könne. Eine Randbemerkung war, dass man heute die Weizengarben leider nicht mehr noch eine Weile auf den Feldern, gleichsam in ihrem „Licht-Wärme-Raum“ stehen lasse.
Zuletzt ging es um die Erfahrungen, die Baumgartner mit der von ihr entwickelten Eurythmiemassage an Tieren gemacht hatte. Auf diese Weise hatte sie einer Kuh des Hofes Klostersee helfen können, die ihr Kälbchen nicht an sich heranließ, so dass es keine Milch trinken könnte. Sie erspürte eine Blockade, die sie mit den passenden Bewegungen auflösen konnte, so dass die Kuh auch wieder Berührungen an zuvor empfindlichen Stellen zuließ.
Die Eurythmiemassage fasste sie generell als Erweiterung der traditionellen eurythmischen Heilmethoden auf. Die Menschen seien heute konstitutionell anders als zu Steiners Zeit. Gewiss könne man seine individuellen Anregungen in der Behandlung aufgreifen, aber nicht allein kopieren. Auch neigten viele Menschen heute eher zur Passivität, die Eurythmie bereits aktiv zu ergreifen, sei ihnen anfangs beschwerlich. Da könne die Eurythmiemassage ebenfalls hilfreich sein, und überdies sei diese auch an sich selbst anwendbar. Jeder könne diese erlernen, ohne dass dies ein langes Studium voraussetze.
Über die angesprochenen und weiteren Experimente des Arte Nova Instituts informieren auch detailliert kleinere Broschüren, etwa der Tagungsband vom Tag der Begegnung 2017 (ArteNova Schriftenreihe – Band 2: „Die Kraft der Eurythmie sichtbar machen“, in Zusammenarbeit mit dem Eurythmie Verband Schweiz). In diesen wird dargestellt, wie sich Wirkungen auf Farben, Formen und Substanzen messbar und signifikant nachweisen lassen. Es tut sich hier ein weites – und in der Praxis, etwa beim Backen von Brot – auch schon erprobtes Anwendungsgebiet auf. Die Evolutionsreihe, von der überliefert ist, dass Rudolf Steiner gegenüber Tatjana Kisseleff sagte, würde man an diesen zwölf Lauten richtig eurythmisch arbeiten, bräuchte er keine Vorträge mehr zu halten, ist dabei ein Verständnisschlüssel für viele Phänomene. Man kann, alles in allem, von einer echten Pionierleistung Baumgartners und ihrer Initiative sprechen
— Informationen —
Am Samstag, den 12. Oktober 2024, 19:30 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) ein Vortrag statt über das Thema „Ätherik – eine neue Form, mit der Eurythmie wahrzunehmen und zu gestalten“. In diesem Vortrag wird von Tanja Baumgartner (Eurythmistin/Autorin) und Eckart Grundmann (Agrar-Ingenieur) aus Basel die Arbeit der letzten 10 Jahre am Institut ArteNova in einem Überblick dargestellt. Seit dem Jahr 2000 wird daran gearbeitet, wie man durch eurythmische Lautkräfte deren ätherische Wirksamkeit an Substanzen, Pflanzen und Tieren sichtbar machen kann. Für den Vortrag wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben. Veranstalter ist die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.
Die Frage, wie wir durch die Eurythmie mit den Lebenskräften in eine konkrete Wahrnehmung und Anwendung kommen können, ist eine tägliche Herausforderung.
Die Morphologie von Pflanzen und Qualitäten wie z.B. die Geschmacksbildung von Gemüse und Obst können durch Eurythmie verändert werden. So entwickelt sich eine neue Technik – welche die Referierenden Ätherik nennen – im Umgang mit der Natur, eine verantwortungsvolle Handhabung der Lebenskräfte. Dazu werden Beispiele aus verschiedenen Forschungsprojekten sowie Resultate aus der Behandlung von Wasser gezeigt.
Als weitere Möglichkeit der Behandlung am Menschen wird die neu entwickelte therapeutische Methode der Eurythmie Massage vorgestellt.
Baumgartner ist Autorin der Bücher
„Verwandlungskräfte der Eurythmie: Die Evolutionsreihe im Alltag“
„Eurythmie-Massage: Heilende Lautbewegungen“
„Bewege dich gesund!: Lebenskräfte entdecken – Lebensenergie wecken. 3×7 Übungen für den Alltag“
>> Infos: https://institut-artenova.ch
https://unternehmen-eurythmie.ch
Samstag, 28. September 2024, 19:30 Uhr:
„Jenseitskontakte interaktiv. „
Ein medialer Abend mit Andreas Meile



(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
Am 28. September sprach der aus der Schweizer Kinodokumentation bekannte Gründer des PSI-Zentrum Seelands (Nidau), Andreas Meile, in der Kulturwerkstatt über das Thema „Jenseitskontakte interaktiv“. Es war zugleich ein medialer Abend zu Demonstrationszwecken, wie ihn der Vorstand des Vereins ähnlich bereits am 30. April im Nachbarort Basel auf Schweizer Seite miterlebt hatte. Damals war auch Bestsellerautor und Informatikprofessor Oliver S. Lazar beteiligt gewesen, um theoretisch in das Thema einzuführen. Lazar, als Initiator maßgeblich an der EREAMS-Studie zur Erforschung der Stichhaltigkeit medialer Jenseitskontakte beteiligt, hatte (zusammen mit der ebenfalls beteiligten Bettina Suvi Rohde) auch schon als Referent einer sehr erfolgreichen Onlineveranstaltung des Kulturwerkstatt-Vereins fungiert.
Nun sprach Meile allein auf seine bodenständige und humorvolle, zugleich verantwortungsbewusste Art, indem er zunächst einen heiter-nachdenklichen Text des katholischen Priesters Henri J.M- Nouwen vorstellte, in dem zwei ungeborene Zwillinge sich im Mutterleib darüber unterhalten, ob es wohl ein Leben nach der Geburt gebe. Er betonte, dass er kein Therapeut sei. Dafür seien mediale Sitzungen auch nicht bestimmt, und im Hinblick auf einen gesunden Trauerprozess warte er nach einem Todesfall in der Regel eine mehrmonatige Zeit ab, ehe man bei ihm einen Termin buchen könne.
Unter einem Medium könne man vieles verstehen. Er machte denn auch auf drei Konzepte der medialen Arbeit aufmerksam. So könne man Trancemedien, mentalen Mediumismus und mediale Lebensberatung unterscheiden. Meile selbst arbeitet, indem er Jenseitskontakte herstellt, sehr bewusst. Er möchte vorher von seinen Klienten auch nichts wissen, um nicht in irgendeiner Weise beeinflusst zu werden, zumal er nicht steuern könne, wer denn aus der jenseitigen Welt sich mitteilen möchte. In diesem Sinne versteht er seine Arbeit eben keineswegs als „Beschwörung“ (ein auf einem Missverständnis basierender Vorwurf, der manchmal von religiöser Seite erfolgt), vielmehr ist es eine Möglichkeit, welche die Verstorbenen frei aufgreifen können. So dürfen seine Aussagen, ohne Vorkenntnisse, auch einen beweiskräftigeren Charakter für seine Kunden haben.
Bei seiner Arbeit geht er durchaus von seinem Tagesbewusstsein aus. Dabei nutzen die Verstorbenen seine physischen Sinne, um ihm über diese Eindrücke zu vermitteln (Sehsinn, Hörsinn, Geruchssinn, Tastsinn), aber auch gedankliche Botschaften. Dies, so Meile, sei bis zu einem gewissen Grad immer auch ein Vorgang des Übersetzens und Interpretierens. Er könne keinen Verstorbenen „zurückbringen“, aber, sich so gut es gehe, bemühen, dasjenige, was dieser vermitteln wolle, auszudrücken. Dabei habe er auch ein „Team“ von Helfern in der geistigen Welt. Die Verstorbenen zeigten sich dabei so, dass man sie identifizieren beziehungsweise wiedererkennen könne.
Er verfolge nicht den Weg der Verstorbenen durch geistige Welten und könne diese mit seiner irdischen Sprache auch nicht zutreffend beschreiben, schränkte er auf Fragen weiter ein, sein Ansatz sei eben der oben beschriebene ganz konkrete Jenseitskontakt, bei dem er einen Austausch zwischen Lebenden und Verstorbenen ermögliche. Er selbst sei einem Verstorbenen erstmals bewusst und unerwartet begegnet, als sein Großvater aufgebahrt lag. Er habe damals die merkwürdige Situation erlebt, dass er gleichzeitig sah, wie dieser ihm lächelnd zuwinkte und durch die Wand verschwand. Doch als junger Mensch habe er dann in Zeiten der Pubertät und Ausbildung sich nicht mit diesen Dingen befasst. Auch als er später in der Notfallpsychologie arbeitete, habe er dies stets von seinen dann immer weiter ausgebauten medialen Tätigkeiten zu trennen gewusst.
Die Anwesenden im Publikum, mit denen er individuell näher ins Gespräch kam, erlebten, dass seine auf diese Weise gewonnenen Aussagen zum allergrößten Teil zutreffend und dabei sehr konkret waren, nur manchmal musste er – im Versuch des „Übersetzens“ – neu ansetzen, um die übermittelten Informationen korrekt einordnen zu können. Da es sich hierbei um etwas Intimes handelt, kann hier, zugleich dem Datenschutz gerecht werdend, nur in allgemeiner Form gesagt werden, dass sich in mehren Fällen der verstorbene Mann und Partner meldete, einmal auch die Großmutter. Neben sehr detaillierten Aussagen, die teils auch die gegenwärtige Situation und Planung von Zukunftsschritte betrafen, wie sie von den Verstorbenen durchaus mit erlebt werden, ging es immer wieder auch um allgemeine Mitteilungen. Es möge sonderbar erscheinen, aber es sei tatsächlich so, dass es den Verstorbenen oft vordringlich wichtig sei, mitzuteilen, dass es ihnen gut gehe.
Natürlich höre er oft den Einwand von Menschen, die sagten, sie glauben nur das, was sie sehen. Doch um zu demonstrieren, wie unser Gehirn konditioniert sei und Wahrnehmungen filtere beziehungsweise deute, zeigte er, dass ein von den Anwesenden in einem Muster als hell identifiziertes Feld tatsächlich dunkel war. Unser Gehirn, so hatte Meile auch im Vorgespräch erwähnt, selektiere unsere Wahrnehmungen und Erinnerungen, doch es sei alles da, auch wenn es als Instrument vielleicht infolge von Unfall oder Demenz einmal nicht mehr funktioniere. Nach dem Tod finde man all diese Erfahrungen wieder.
Sehr humorvoll trug Meile auch die Schilderung einer Sitzung mit einem Klienten vor, der als Bauer arbeitete: Viele Mitglieder seiner Familie hatten sich bereits gemeldet, was diesen indes nicht sonderbar berührte. Erst als sich – zu Meiles eigenem Erstaunen – auch seine verstorbene Lieblingskuh zeigte, deren damalige Lebensumstände er genau beschreiben konnte – kamen seinem Kunden die Tränen. Tiere, so Meile, erscheinen nur sehr selten, doch es komme durchaus vor.
Ernster war sein Bericht von einer Sitzung mit einem Mann, dessen Frau verstorben war und der ihm nicht glaubte, dass sie ihm Mitteilungen machte, obwohl alles, was Meile sagte im Detail zutraf. Hier war es die vorgefasste Erwartungshaltung gewesen, welche die Akzeptanz verhinderte, denn offenbar hatten die Partner eine Art Codewort ausgemacht, dass man sich dann von „drüben“ mitteilen wollte. Allerdings, so mag man weiterdenken, könnte es auch einen Sinn gehabt haben, dass gerade dieses Codewort in seinem Fall nicht fiel, da möglicherweise die Voraussetzungen für eine extreme emotionale Überreaktion gegeben gewesen wären.
In der Regel würde zu einer Sitzung immer jemand aus dem Jenseits kommen, meinte Meile, wenn – in ganz seltenen Fällen – nicht, sei er womöglich nicht das richtige Medium, oder es sei ratsamer, an eine psychologische Therapie zu denken.
Es wurde deutlich, dass Meile in vielfache Richtungen offen und interessiert an einem Dialog ist. So berichtete er auch von seinem Kontakt zu Professor Dr. Enno Edzard Popkes, einem Wissenschaftler von der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der über die Liebe Gottes im Corpus Johanneum promovierte und – nach seiner Habilitation – als Forschungsprojekt die Kommentierung des apokryphen Thomasevangelium verfolgt. Meile selbst spricht nicht die Sprache der Theologie und hält sich auch mit religiösen Deutungen zurück, zumal er es so sieht, dass die Kirchen heute oft nicht mehr spirituell sind, obwohl sie es selbst glauben. Allerdings, Erinnerungsrituale, wie etwa auch das Anzünden einer Kerze in einer Kirche, würden die Verstorbenen sehr schätzen. Jedoch, so wurde ebenfalls klar, ist das Jenseits einedurchaus auch heiterer, dem Lachen nicht ferner Bereich, vor dem man gewiss keine Angst haben muss.
Meile bot den Anwesenden „en passant“ auch einen Einblick in die Geschichte des Mediumismus, der durch die Fox-Schwestern, Maggie und Kate Fox, weltweit Beachtung fand. Sie gelten als Begründerinnen des modernen Spiritismus, da sie – damals 14 und 11 Jahre alt – ab dem 31. März 1848 angeblich mit Geistern Verstorbener über Klopfgeräusche kommunizierten, auch im Beisein ihrer älteren Schwester Leah. Maggie gestand zwar 1888, dass man einen Trick angewandt habe (knackende Zehengelenke), dies aber später widerrufen.
Mag auch womöglich ein Betrug am Beginn der Geschichte der Medialität gestanden haben, so hat diese sich doch bis zu seriösen Ausbildungsformen weiterentwickelt und erstaunliche Phänomene hervorgebracht. Meile erwähnte als bekannte Namen unter anderem Leonora Piper (1857–1950) Eileen Garrett (1892–1970) und Estelle Roberts, die ebenfalls im 20. Jahrhundert wirkte, beherrschte in Trance viele Sprachen perfekt, die sie im Wachbewusstsein gar nicht konnte. So waren ihr die entsprechenden Fähigkeiten auch nicht erinnerlich. Das plötzliche Sprechen fremder Sprachen komme durchaus häufiger vor. Eine weitere Fähigkeit, wie sie nur in Trance aufgetreten war und dokumentiert wurde, war etwa auch das Spielen eines Klaviers.
Meile erzählte auch von seiner spirituellen Lehrerin Maja Storm (1924–2016), die ihn – schon damals eine große beziehungsweise „breite“ Person – immer noch als „Kindchen“ angesprochen und zu seiner Tätigkeit als Medium sinngemäß gesagt habe: „Kindchen, du musst – und wenn du’s nicht tust, liebt Gott dich trotzdem!“
Meile betonte, dass die Fälle von Medialität auch in Vor-Youtube-Zeiten schon sehr gut dokumentiert worden seien. Darunter auch solche physikalischer Medialität, bei welcher es zur Materialisierung von Gegenständen komme oder zu anderen Phänomen, wie etwa, dass ein Instrument wie eine Trompete, sich plötzlich wie von selbst durch die Luft bewege, worauf die Stimme etwa des verstorbenen Vaters aus dieser ertöne. Dieses Beispiel hatte Meile im Vortrag selbst erwähnt, um dazu überzuleiten, dass der Vater eines Anwesenden hier sei. (Diese Aktivitäten sind heute eher rar. Ein gegenwärtiges Beispiel wäre der Felix-Zirkel um Kai Mügge, der auch in Basel aktiv ist.)
Im Anschluss an die Veranstaltung schrieb Meile am 1. Oktober auf seiner Facebook-Seite: „Herzlichen Dank an die Kulturwerkstatt in Lörrach für die Organisation dieses tollen medialen Abends. Tolles Publikum, tolle Atmosphäre, und ich freue mich auf das nächste Event bei euch.“
— Informationen —
Lörrach. Am Samstag, den 28. September 2024, 19:30 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4, 79539 Lörrach, ein medialer Abend mit dem renommierten Schweizer Medium Andreas Meile statt. Veranstalter ist die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Unter den Begriffen „Medium“ und „medial“ mag man Unterschiedliches verstehen – hier stehen sie für einen bewussten Kontakt mit der geistigen Welt. Für eine erfolgreiche Kommunikation mit dieser im Rahmen eines medialen Abends sind drei Bedingungen notwendig: (1) ein Kontakt aus dem sogenannten „Jenseits“, der sich mitteilen möchte, (2) ein Medium, das die verstorbene Person wahrnimmt, und (3) ein Empfänger, der Kontakt zu der jenseitigen Person aufnehmen kann.
Es wird oft als einmaliges Erlebnis beschrieben, live und direkt dabei zu sein und zu spüren, wie es sich anfühlt, möglicherweise vom Jenseits angesprochen zu werden. Solche Momente berühren immer wieder aufs Neue. Wie viele Anwesende im Publikum eine Botschaft erhalten, ist unterschiedlich. Wenn es jedoch geschieht, wird es vom Referenten stets auf eine respektvolle und persönliche Art vermittelt.
Im ersten Teil des Abends wird Andreas Meile einen kurzen Vortrag zum Thema Medialität und seinen persönlichen Weg halten. Im zweiten Teil folgen dann die Live-Botschaften.
Andreas Meile ist Sozialpädagoge, SVNH geprüft und zertifiziert in Notfallpsychologie sowie systemischer Familientherapie. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet er als Medium im Berner Seeland. Das Zusammenspiel seines psychologischen Hintergrundes und seiner medialen Arbeit wird im Psi Zentrum Seeland spür- und erlebbar.
Humorvoll, schnörkellos und respektvoll übermittelt Andreas Meile durch seine „Berner Art“ überprüfbare Hinweise aus dem Jenseits und gibt verstorbenen Menschen für einen Moment wieder eine Stimme.
Er steht regelmäßig in der Öffentlichkeit und ist ein gern gesehener Gastreferent mit einer klaren Botschaft: „Ja, es gibt auch seriöse mediale Arbeit.“ Seine Expertise wurde 2012 im Kino-Dokumentarfilm „Fenster zum Jenseits“ sowie im Schweizer Fernsehen und auf YouTube dokumentiert. 2020 trat er im Dokumentarfilm „Zwischenwelten“ als Fachexperte des Schweizerischen Verbandes für Natürliches Heilen (SVNH) auf. Der Austausch mit verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen in der Schweiz, Deutschland und Österreich rundet sein Portfolio ab. Infos: https://www.psiseeland.ch/
Freitag, 17. Mai 2024, 20:00 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag:
„‚Pfingsten, das liebliche Fest …‘ – der soziale Aspekt“
Referent: Marcus Schneider

(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
Marcus Schneider war schon wiederholt als Referent im Programm der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. zu Gast gewesen. Vorstand Björn Steiert erwähnte in seiner Begrüßung, dass die neuerliche Veranstaltung im Vorfeld zu Fragen beziehungsweise Äußerungen geführt habe, die den ihn trefflich charakterisierten. „Wie haben Sie es denn geschafft, DEN als Referenten zu gewinnen?“, habe etwa eine regelmäßige Besucherin der Vorträge wissen wollen. „Marcus Schneider kann aus dem Stehgreif über jedes x-beliebige Thema referieren“, habe ein anderer Kommentar gelautet. Dies zeige, dass Schneider in der Tat ein vielbeschäftigter und gefragter Mann sei. Und aus eigener Erfahrung könne er auch dessen angesprochene thematische Vielfalt bestätigen, habe er doch zusammen mit seinem Vater über zwei Jahre hinweg einen von ihm gehaltenen Kurs besucht. Die unterschiedlichsten Gebiete seien da in großer Breite und Tiefe behandelt worden.
Marcus Schneider bedankte sich herzlich für den „vorgezogenen Nachruf“. Frisch aus Irland zurückgekehrt und schon um 4 Uhr aufgestanden, war dem Referenten, der unlängst seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte, doch keine Müdigkeit anzumerken. Er sprach vor einem weiten Bildungshintergrund über die Bedeutung des bevorstehenden Pfingstfestes in einer Art und Weise, die ermöglichen sollte, einen individuellen Zugang hierzu zu finden, auch unabhängig von konfessionellen Zusammenhängen.
Er bezog sich zunächst auf die Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 2, in der Petrus zu den nach Christi Himmelfahrt gleichsam wie alleingelassenen Jüngern sprach und ihre Erlebnisse mit dem Messias in einen großen, heilsgeschichtlichen Kontext der Vergangenheit (Prophet Joel, König David) und Zukunft setzte. Nun erst, so Schneider, war der Augenblick gekommen, alle einzelnen Ereignisse und Erlebnisse in ihrem sinnvollen Zusammenhang zu begreifen, und zwar durch eine neue Art des Verstehens, die nicht einfach „rational“ genannt werden könne, sondern als ein pneumatisch-intuitives begriffen werden müsse. Manches sei so neu- und andersartig gewesen, dass man es auch gar nicht mit anderen Erlebnissen habe vergleichen können. „Christus ist nicht einfach wieder ins Leben zurückgekehrt – denn dann wäre es ja gerade so weitergegangen, mit dem gewöhnlichen, irgendwann zu erwartenden Tod. Die Auferstehung meint eine ganz neue Qualität“, erklärte Schneider. Dies verstanden die Jünger nun, indem, wie es in der Bibel heiße, der Heilige Geist über sie gekommen sei und sie so – jeden als Individuum – auf tiefere respektive höhere Weise in der Gemeinschaft neu vereint habe. Spreche man von Pfingsten, habe man es also mit einer „Wirkung von oben“ zu tun, die sich in jedem auf unterschiedliche Weise manifestieren, aber dabei doch einen gemeinsamen Geist herstellen könne. Dem vorausgegangen sei die Ernennung von Matthias als Nachfolger des durch Suizid aus schlechtem Gewissen gestorbenen Jünger Judas, was ebenfalls den integrativen Aspekt von Pfingsten unterstreiche: Die Vollzähligkeit der Apostel mit der bedeutungsvollen Zwölfzahl war damit wiederhergestellt worden.
Schneider sprach im Anschluss nun nicht detailliert über die einzelnen Folgen des Pfingstereignisses für die Jünger, sondern zeigte anhand von Erfahrungen großer Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts beziehungsweise anhand von deren Werken auf, was „Pfingsten“ in diesem Sinne für die eigene Biographie und das Soziale bedeuten könne.
Er sprach vom Komponisten Richard Wagner, der „nicht gerade übermäßig katholisch“, sondern von seiner Gesinnung her eher ein Sozialrevolutionär gewesen sei, und der in Dresden gleichwohl ein geistliches Chorwerk geschrieben habe, das sich auf die von Lukas geschilderte Szene beziehe – nämlich „Das Liebesmahl der Apostel“, bei dessen erfolgreicher Aufführung die Chöre auf verschiedene Emporen der Kuppel versetzt und teilweise auch unsichtbar gewesen seien – was Wagner später auch für die Inszenierung des „Parsifal“ aufgegriffen habe. Auch bei Wagner sei zu einem bestimmten Zeitpunkt ein intuitives, tieferes Verstehen der Zusammenhänge der alten Mythen- und Sagenmotive entstanden, aus dem heraus er dann geschaffen habe.
Der Komponist Anton Bruckner wiederum sei durchaus sehr katholisch gewesen. Dies habe sich etwa dadurch ausgedrückt, dass er mitten in einem Vortrag den Rosenkranz beten konnte, wenn er eine Kirchenglocke läuten hörte, ehe er wieder ohne weitere Kommentare seine Darlegungen fortsetzte, wie es etwa Rudolf Steiner miterlebt habe. Anfänglich noch durch seinen Lehrerberuf belastet, sei Bruckner in eine Nervenkrise geraten, die sich auch in seiner Neigung, alles zu zählen ausgedrückt habe. (So habe er von Wagner einmal brieflich um Auskunft darüber gebeten, ob sich am Ort ihres Zusammentreffens nun sieben oder acht Türme befunden hätten.) Erst nach dem Erlebnis einer „Heilung von oben“, sei er imstande gewesen, seine großen Sinfonien zu schreiben, die allesamt erst nach seinem 40. Lebensjahr entstanden. Auch dies könne man als eine „Pfingstwirkung“ begreifen.
Schließlich sprach Schneider über jenen Text Goethes, dem sein Vortragstitel entnommen war und den man in diesem Zusammenhang, wie er bemerkte, nicht unbedingt erwartet hätte: „Reineke Fuchs“, ein Tierepos in Versen, das auffälligerweise mit den Worten „Pfingsten, das liebliche Fest“ sowie einer Naturbeschreibung beginne und mit „Amen“ ende. Es werde zu oberflächlich gedeutet, wenn man es, wie bei so vielen Texten, etwa nur auf das damalige zeitgenössische Großereignis, die französische Revolution, beziehe. In Goethes Epos gehe es, abstrakt gesprochen, um die (Re-)Integration eines schuldig gewordenen Individuums, wenn auch auf fragwürdige Weise, was letztlich die Frage nach dem Gewissen und dem sozialen Aspekt herausfordere.
Zuletzt fasste Schneider seine Ausführung nach dem Schema eines „Pentagramms“ (Fünfsterns) zusammen, das den Anwesenden ermöglichen sollte, die unterschiedlichen angesprochenen Punkte auch im thematischen Kontext zu sehen. An die Spitze des Fünfsterns könne man gleichsam die Notwendigkeit der Herstellung eines „Innenraumes“ setzen, in dem man in gesammelter Ruhe sowie in Demut und Ehrfrucht etwas Neues empfangen könne. Der ersten Fuß des Pentagramms markierte in dieser Veranschaulichung das pneumatische, das heißt intuitive Verstehen eines Zusammenhanges. Schneider brachte dies mit dem im biblischen Bericht erwähnten, zugleich reinigenden „Brausen“ des Windes in Verbindung: Man wird von einer neuen Erkenntnis erfüllt, die in einem aufgeht, so dass man mit dieser gleichsam „Eins“ wird. Ein weiterer Aspekt, repräsentiert durch den zweiten Fuß, sei der Moment, in dem ein jeder mit einer individuellen Flammenzunge begabt werde, wobei diese warme Lichtglut zugleich in Form einer Liebesqualität alle Einzelnen in einer großen Gemeinschaft vereine. Man spreche heute zwar schon davon, dass der Mensch der Zukunft kein Individuum sei, sondern sich als „Dividuum“ begreifen werde – was sich als vermeintliche „Erlösung“ jedoch direkt gegen diese Art des Pfingsterlebnis richte, in man sich gerade als Einzelner erlebt, der in einen größeren Zusammenhang eingebettet ist. Die erste Armspitze des Fünfecks stehe nun dafür, dass jeder auf seine eigene Weise spreche und doch (gleichsam auf einer tieferen Ebene) von jedem in seiner eigenen Sprache verstanden wird. Auch hier biete das moderne Leben wiederum ein Gegenbild, in dem Einem allerlei mehr oder weniger subtile „Sprechreglementierungen“ auferlegt würden dahingehend, was man sagen dürfe und wie man es auszudrücken habe. Das fünfte nun, was sich mit dem Pfingstfest verbinden lasse, somit die zweite Armspitze des Fünfecks, könne in einem Vortrag nicht gut ausgedrückt werden, denn dies sei ein Erlebnis oder eine Erkenntnis, wozu ein jeder selber finden müsse, so Schneider, der es damit den Anwesenden überließ.
Auch der enthusiasmierende Aspekt des Pfingstfestes klang an – wie auch das im Text selbst widerlegte Gerücht, die Jünger hätten womöglich zu viel getrunken.
Der Referent wurde mit einem lang anhaltenden Applaus und anerkennenden Worten seitens der Anwesenden bedacht („Es war ein Genuss!“, „Ich war danach richtig von Begeisterung erfüllt“). Diese hatte im Anschluss auch noch Gelegenheit, persönlich mit ihm ins Gespräch zu kommen.
— Informationen —
Marcus Schneider referiert am Freitag, den 17. Mai 2024, 20 Uhr, in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) über das Thema „‚Pfingsten, das liebliche Fest …‘ – der soziale Aspekt“. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben. Der Referent war schon wiederholt in der Kulturwerkstatt zu Gast.
Pfingsten, das große christliche Fest im Mai oder Juni, ist heute immer weniger Menschen bekannt. Vielleicht hängt dies damit zusammen, dass es ein auf die Zukunft hinweisendes Fest ist. dessen Bedeutung erst noch zu erkennen ist?
Die Bibel und die Überlieferung beschreiben Ur-Pfingsten als Ausgießung des sogenannten „Heiligen Geistes“ über die Jünger Christi. Möglich, dass sie sich nach dessen Himmelfahrt allein gelassen oder orientierungslos fühlten – Pfingsten jedoch brachte eine alle einende Begeisterung mit sich, die ihre Strahlkraft durch die Jahrhunderte und die Jahrtausende entfaltete und entfaltet. Was aber ist unter dem Geheimnis des – heute ebenfalls immer weniger (oder noch kaum?) verstandenen – Heiligen Geistes zu verstehen? Und inwieweit kann das Gemeinschaftserlebnis der Jünger auch für uns etwas Zukunftsweisendes darstellen, gleichsam wie ein Vorbild?
Diesen Fragen geht der Vortrag nach, der – unabhängig von konfessionellen Bezügen – ein tieferes Verständnis des „lieblichen Festes“ vermitteln will.
Marcus Schneider, (1954) in Basel, Studium phil. und Pianist. 18 Jahre Klassen-lehrer an der Rudolf-Steiner-Schule Basel. Rege Kurs- und Reisetätigkeit im In- und Ausland zu Musik, Pädagogik, Lebensfragen. Langjähriger Co-Leiter und Dozent der AfaP (Akademie für anthroposophische Pädagogik). Vorsitzender des Paracelsus-Zweiges in Basel. Autor von „Rätsel und Werk Giuseppe Verdis“, Vortragspublikationen, Paulus, Mondknoten u.a.
Samstag, 16. März 2024, 19:30 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag:
„Der Mensch zwischen göttlich-geistigen ‚Supermächten'“
Referent: Oliver Serge Stuber

(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
Oliver Serge Stuber sprach auf Einladung des gemeinnützigen Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema „Der Mensch zwischen göttlich-geistigen ‚Supermächten'“. Zu Beginn lud er die Anwesenden dazu ein, sich auf ein kleines Ritual einzulassen, das von seiner Tätigkeit als Aura-Soma-Berater inspiriert war und dazu dienen sollte, eine gemeinschaftliche Harmonie zu erzeugen – es war jedoch ganz freigestellt, dabei mitzumachen oder nicht. Im Anschuss stellte er sich und seine weiteren Arbeitsgebiete vor, darunter die Heileurythmie und das Familienstellen. Neben seiner Mitarbeit in der spirituell orientierten Sphinx-Buchhandlung in Basel wirkte und wirkt er in vielfacher Weise auf dem Gebiet der Lebensberatung
Sein Vortrag ging von der Grunderkenntnis aus, dass die geistige Welt sehr vielgestaltig ist: Man spricht häufig etwa von Gott und dem Schutzengel, aber eine differenzierte, auf Erfahrung gegründete Betrachtung zeigt, dass es darüber hinaus sehr viele unterschiedliche Wesenheiten gibt, die auf den Menschen einwirken – und zwischen diesen müsse er seinen individuellen, gleichsam „ausbalancierten“ Weg finden, wenn er nicht zu einseitig werden beziehungsweise nicht zu dieser oder jener Handlung gegen seinen Willen verführt werden wolle. Die zwei Kategorien von Wesen, die Stuber für seine Darstellungen herausgriff, seien in diesem Sinne nicht per se als „böse“ aufzufassen, könnten aber auf den Menschen so wirken, dass dies letztlich im Bösen münde. Wichtig sei immer, dass der Mensch sich aus seiner Mitte, aus seinem Ich heraus, entscheide, inwieweit er einem bestimmten Einfluss folge und sich diesen gegebenenfalls auch zunutze mache und inwieweit er diesem widerstehen und sich davon abgrenzen wolle. Aus dieser stets zu behauptenden Freiheit heraus könne der Mensch handeln, ohne den besagten Einseitigkeiten zu verfallen.
Im gewöhnlichen Leben sei es oft so, dass man in der Dualität lebe – man stehe zwischen Licht und Schatten, Gut und Böse, Richtig oder Falsch, Innen und Außen … aber man übersehe dabei eben jenes dritte, verbindende und autonom entscheidende Element der Mitte. Und aus dieser Perspektive könne man nicht immer in einem absoluten Sinne von „gut“ oder „böse“ sprechen, es komme vielmehr auf die individuelle Situation und Absicht an. Was für den einen richtig sei, müsse es nicht für den anderen sein. „Meine Erkenntnis ist nicht deine Erkenntnis – aber es ist eine Erkenntnis“, formulierte Stube diese Sichtweise.
Wie dies gemeint war, verdeutlichte Stuber, indem er die beiden Wesenskategorien ausführlicher mit praktischen Beispielen beschrieb. Die eine Kategorie – man könne sie die luziferischen Wesenheiten nennen – habe die Tendenz, den Menschen ins Illusionäre, Weltabgewandte zu führen. Dies könne freilich auch positive Auswirkungen haben, denn in der Kunst sei dieses Element im Sinne des Träumens und der Fantasie immer gegeben. Jedoch könne es auch zur Folge haben, dass der Mensch seine Aufgaben auf Erden nicht richtig ergreife. Die Qualität dieser Wesenheiten charakterisierte Stuber als „warm“, auch im Sinne des Enthusiasmus. Wirkten sie eher auflösend, so könne man die zweite Kategorie als Verfestigung und Verdichtung bringend beschreiben und mit Kälte assoziieren. Er bezeichnete sie als ahrimanisch. Ihr Wirken könne man überall da beobachten, wo der Mensch sich verstärkt dem Materiellen zuwende, etwa auch in der heutigen Technologie, die gewiss auch ihre positiven Aspekte habe. Jedoch liege wiederum eine die Komplexität des Daseins negierende Einseitigkeit darin, wenn man aufgrund dieser Einflüsse dem Materialismus verfalle: Der Mensch droht so zum alles Geistige verneinenden Zyniker zu werden.
In der Welt- beziehungsweise Menschheitsentwicklung seien diese Wesen zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgeblieben, was bedeute, dass sie die normale Entwicklung nicht mehr mitgemacht hätten. Bei Ahriman beziehungsweise den ahrimanischen Wesenheiten sei dies zu einem früheren Zeitpunkt der Fall gewesen als bei Luzifer beziehungsweise den luziferischen Wesenheiten. Der Einfluss der letzteren zeige sich maßgeblich in der in der Bibel in bildhafter Form überlieferten Paradiesesgeschichte. Luzifer sei da in Gestalt der Schlange tatsächlich der „Lichtbringer“ gewesen, wie es der Bedeutung seines Namens entspreche, indem er den Menschen Erkenntnis und eine neue Art von Selbstbewusstsein gebracht habe, jedoch sei dies verfrüht geschehen und in einer für den Menschen durchaus problematischen Weise.
Goethe habe beide Wesenheiten beziehungsweise deren Tendenzen gleichsam gemischt in der Gestalt des Mephistopheles dargestellt, der im „Faust“ von sich sagt: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Und so müsse man auch diese Wesen in ihrer Funktion in der Welt begreifen. Wirklich „böse“ sei ihr Einfluss immer nur dort, wo sie zusammen wirkten. Aufgabe des Menschen wiederum sei es auch, diese letztlich aus ihren Einseitigkeiten zu „erlösen“.
Stuber verwies im Hinblick auf den Hintergrund dieser Wesenheiten auch auf Zitate Rudolf Steiners, der sie sehr detailliert beschrieben habe.
Gegen Ende seines Vortrags kam Stuber noch auf ein sehr persönliches Erlebnis zu sprechen, das eine Situation verdeutlichte, in der eine Entscheidung ganz und gar aus dem eigenen Ich heraus getroffen wurde. Es war in der frühen Zeit der Corona-Pandemie gewesen, als er so ernst erkrankte, dass er im künstlichen Koma beatmet werden musste. Da, so Stuber, habe er das innere Erlebnis gehabt, an eine Grenze gelangt zu sein, jenseits derer ihn viele nicht individuell erkennbare Wesen erwarteten. Er wurde gefragt: „Willst du zu uns oder willst du zurück?“ Ein „zu uns“ hätte bedeutet zu sterben. Doch Stuber habe sich ganz frei gefühlt und unbeeinflusst von alltäglichen Überlegungen. Und letztlich habe er sich in einem Zustand großer Gelassenheit auf die wiederholte Frage dazu entschieden, ins Leben zurückzukehren – eben eine ganz aus sich selbst getroffene Entscheidung, denn beide Alternativen, so seine Empfindung, wären gleichermaßen in Ordnung gewesen. Eben diese Grenzerfahrung stellte er später auf einem Bild mit vorherrschenden Blau- und Gelbtönen dar, das auch auf den Veranstaltungsflyern gedruckt wurde. Er sprach in diesem Zusammenhang davon, wie wichtig es sei, „Gelassenheit zuzulassen“. Er selbst habe sich, wie er halb im Scherz vermerkte, vorgenommen, ein „Weltmeister der Gelassenheit“ zu werden, doch sei Gelassenheit keineswegs gleichbedeutend mit Gleichgültigkeit.
Einen weiteren, für seine Ärzte erstaunlichen Moment seiner Krankengeschichte schilderte er den Anwesenden ebenfalls: Im Koma habe er mitgehört, wie sich die Mediziner über ihn unterhielten, was ihn gestört hätte, denn eigentlich hätten sie ja mit ihm, nicht über ihn reden sollen, da es doch schließlich um ihn ging. So habe er angewandt, was er in vielen Jahren gelernt habe, und sich ganz darauf konzentriert, seine Energien in einen Arm beziehungsweise dessen Hand zu lenken. Mit dieser habe er schließlich den Sprecher an dessen Arm berührt, worüber dieser, wie er ihm im Nachhinein sagte, sehr erschrocken gewesen sei, denn eigentlich sei so etwas nicht möglich.
Im Gästebuch der Kulturwerkstatt sprach Stuber in seinem Eintrag von einem „sehr bereichernden Abend für mich“. Auf seiner Facebook-Seite berichtete er ebenfalls von einem „sehr schönen und guten Abend“ und wies darauf hin, dass dort wahrscheinlich weitere Vorträge gewünscht sein und folgen werden. In der Tat entsprach dies den von Teilnehmer- und Veranstalterseite geäußerten Wünschen, denn Stuber habe sehr anschaulich und gut nachvollziehbar gesprochen.
— Informationen —
Am Samstag, den 16. März 2024, 19:30 Uhr, spricht Oliver Serge Stuber in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) über das Thema „Der Mensch zwischen göttlich-geistigen ‚Supermächten'“. Für diesen Vortrag im Veranstaltungsprogramm des gemeinnützigen Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Kann man die Wirkung sogenannter göttlich-geistiger Wesen in uns und um uns herum erkennen? Es gibt Hinweise, darauf, dass dies bereits möglich ist, wenn man Welt und Mensch nur aufmerksam genug betrachtet. Und es gibt manche, die von noch tieferen Erfahrungen und Erkenntnissen auf diesem Gebiet erzählen.
Dabei wird zweierlei deutlich: Zum einen, dass man diese Wesen nicht immer nur in die Kategorien „gut“ und „böse“ einordnen kann, zum anderen, dass man als Mensch seinen eigenen Weg finden muss, ohne von diesen abhängig zu werden. Manche von ihnen mögen uns in vielerlei Hinsicht nützlich oder sogar hilfreich sein – und doch wäre es einseitig, würden wir nur ihnen folgen. Der Vortrag will aufgrund eigener Wahrnehmungen und Erfahrungen vermitteln, wie wir diesen Weg gehen können.
Oliver Serge Stuber, geboren 1968 in der Schweiz, stellt sich auf seinen Internetseiten als hellsichtiger, medialer, spiritueller Berater und Lehrer aus Basel vor. Er studierte zunächst Eurythmie, Heileurythmie, Anthroposophie und Pädagogik, unterrichtete an Schulen und bildete sich dann noch weiter in Aura Soma, Reiki und systemischem Familienstellen aus, was er alles auch in eigener Praxis anbot. Er war ebenfalls als Lebensberater im TV tätig. Zurzeit arbeitet er in der esoterisch/spirituellen Buchhandlung Sphinx in Basel (Andreasplatz 12) und bietet seine Fähigkeiten und Kenntnisse in Kursen und Vorträgen an. Zuletzt wirkte er auch an einem Konzert des Duos Hirundo Maris mit Rezitation des Traumlieds des Olaf Åsteson mit.
>> Infos unter: www.oliverstuber.com <<
„Ich war als Kind schon sehr hellfühlend. Spürte, sah und fühlte viele Dinge im Voraus. Ich konnte die Aurafarben sehen und mit Elementarwesen und Devas kommunizieren. Die Welt der Elfen, Zwerge, Elementarwesen und auch Engel war für mich immer schon eine Realität und daher sehr wichtig. Durch verschiedene wichtige Ereignisse und Einschnitte in meinem Leben verband ich diese Hellfühligkeit mit verschiedenen Künsten, Therapien und Weisheitssystemen, wofür ich zahlreiche Aus- und Weiterbildungen gemacht habe und damit auch als Therapeut und Lehrer gearbeitet hatte.“
2023
Mitgliederversammlung, 27. November 2023, 20:00 Uhr
Bericht folgt
Samstag, 25. November 2023, 20:00 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag:
„König Ludwig II. starb anders. Ein Sammler sammelt Beweise“
Referent: Sepp Schleicher


(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
Ludwig II. – weder Mörder noch Selbstmörder!
Vortrag über den Erbauer Neuschwansteins. Neu aufgefundene Dokumente und Aussagen
Sepp Schleicher referierte in der Kulturwerkstatt über Ludwig II, König von Bayern (1845 – 1886). Es dürfte wohl kaum jemanden geben, der privat so viele Dokumente und Gegenstände gesammelt hat, die mit dem Erbauer des weltbekannten Schlosses Neuschwanstein – heute ein Touristenmagnet allerersten Ranges – stehen. Aus diesem Grund ist Schleicher seit einigen Jahren auch als Referent im Kreis der Freunde Königs Ludwigs II. unter Experten und Interessierten sehr geschätzt. Einen Teil seiner Objekte hat er bereits im virtuellen „Ludwigseum“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er plant, diese Initiative weiter auszubauen, wenn möglich durchaus auch in Verbindung mit realen Ausstellungen.
Der aus Bayern mit seiner Frau angereiste Referent, der im dezenten Trachtenstil auftrat, verfügt durch seine vielfältigen Tätigkeiten und Initiativen – etwa als Sozialpädagoge, Gestalttherapeut und Heilpraktiker – über einen breiten menschlichen Erfahrungshintergrund. Dies spiegelte sich auch in seiner einfühlsamen Charakterisierung des Königs und der Menschen in seinem Umfeld wieder. So arbeitete Schleicher unter anderem auf einer Sterbestation und im Strafvollzug mit Jugendlichen. Als Gemeinschaftsgründer wurde er mit dem Samainhof hervor, auf dem auch Pferde in die Therapie mit einbezogen werden.
Der Grundton seines von der gemeinnützigen Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. organisierten Vortrags lag im Bemühen um Sachlichkeit wie auch Gerechtigkeit, die er Ludwig widerfahren wissen wollte. In den einleitenden Worten des Veranstalters, der auf Aussagen des Königs zum Weihnachtsfest aufmerksam machte, wurde dieser als Persönlichkeit charakterisiert, die sich darum mühte, für die Verbreitung des „Lichts Christi“ unter den Menschen zu wirken. Auch durch sein Vorbild, im Kampf um Reinheit, habe er zu deren Läuterung beitragen wollen. Nicht nur durch seine Bauten, vor allem durch das Beispiel seines Leben habe er uns in diesem Sinne etwas hinterlassen.
In den Ausführungen des Referenten wurde deutlich, wie Ludwig II. in manchem an das Wertvolle der Tradition und Überlieferung anknüpfte, aber zugleich in ungewöhnlicher Weise „modern“, als unabhängiges Individuum, agierte. Quasi wider alle Konventionen – soweit möglich. Ein Förderer der Künste, ein Bewahrer der Natur, doch zugleich offen für alle neuen Entwicklungen, etwa auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik – das war Ludwig II. Als solcher wurde er geliebt und dankbar verehrt, etwa von der Hofschauspielerin Hermine Bland, aus deren schriftlichen Äußerungen in einem Brief aus dem Jahr 1885 Schleicher zitierte. Aber auch für die „einfachen Leute“ hatte er ein Herz, hatte der sogenannte „Märchenkönig“ doch dafür gesorgt, die Arbeiter an seinen Schlössern solide abzusichern und bei Bedarf medizinisch ausgezeichnet zu versorgen.
Lange Zeit wurde ihm das Stigma des Wahnsinns zugeschrieben – denn diese Diagnose hatte einst der Psychiater Bernhard von Gudden unter selektiver Auswahl der herangezogenen Quellen gestellt, ohne den König je persönlich untersucht zu haben. Nicht nur Ludwigs Leibarzt Max Schleiß von Löwenfeld hatte dem vehement widersprochen. Durch Ludwigs Ausschaltung konnte schließlich Prinzregent Luitpold an die Macht kommen. Der König aber wurde gegen seinen Willen nach Schloss Berg am Starnberger See gebracht, wo er am folgenden Tag unter mysteriösen Umständen starb – ebenso wie von Gudden. Inzwischen tauchen immer mehr Quellen auf, die die damals offiziell verbreitete Version, der König habe sich im See umbringen wollen und dabei von Gudden mit in den Tod gerissen, widerlegen. Er sei – als ausgezeichneter Schwimmer – keineswegs im knietiefen Wasser ertrunken.
Schleicher lenkte die Aufmerksamkeit auf einen bemerkenswerten Fund von Siegfried Wichmann, als Professor ein Experte unter anderem für den Maler Hermann Kaulbach. Wichmann war ein „Tryptichon“ Kaulbachs untergekommen, auf dem neben Ludwigs Leibarzt auch dessen Freund und Stallmeister Rainer Hornig und der König selbst zu sehen sind – die Art der Darstellung lässt deutlich auf einen Tod Ludwigs II. durch eine Verletzung (etwa eine Schusswunde) schließen. Kaulbach, so ließe sich auch durch andere Aussagen von Augenzeugen bestätigen, habe im Beisein von den Genannten und zwei weiteren honorigen Männern (Ewald Hornig und Graf Karl Borromäus von Rambaldi) den regnerisch-kalten Todestags Ludwig II. im Boot auf dem See verbracht, vermutlich in der Absicht, ihm bei dessen Flucht zu helfen. Als sie jedoch Schüsse gehört hätten, seien sie sofort an Land gerudert und hätten den nurmehr tot aufgefunden König in eine Bootshütte gebracht – diese wurde nachweislich am folgenden Tag abgerissen.
Den Tod durch eine Schusswaffe fand Schleicher bestätigt durch den Journalisten Volker Stutzer. Stutzer – einst in engem persönlichen Kontakt mit den Nachkommen von Guddens stehend – habe von dessen Enkel auf dem Sterbebett dieses dunkle Familiengeheimnis anvertraut bekommen. Sowohl zum inzwischen verstorbenen Wichmann als auch zum noch lebenden Stutzer kam Schleicher persönlich in Kontakt. Durch glückliche Umstände hatte er aus Wichmanns Nachlass schließlich auch das bislang unbekannte Geschenkbuch des Königs an seinen Leibarzt retten können, in dem sich erst kürzlich veröffentlichte Aufzeichnungen finden. Darin formuliert der Mediziner ganz eindeutig: „König Ludwig II. weder Mörder noch Selbstmörder.“ In einem Geheimfach des Geschenkbuches fand Schleicher zudem eine Andeutung des Arztes, weshalb er sich (nicht mehr) öffentlich äußern konnte, nachdem er zuvor – was bislang noch in Zweifel gezogen wurde – mutig seinen Einspruch gegen von Guddens Diagnose an mehrere Zeitungen telegraphiert hatte. Ebenso entdeckte der Referent einen Briefentwurf an Bismarck , in dem Max Schleiß von Löwenfeld am Todestag des Königs Entsprechendes formulierte wie in der Mitteilung an an die Presse.
Schleicher zeigte auf, dass Ludwig II. – wiederum auch aus Sicht des Leibarztes – vielfach von Menschen betrogen und hintergangen wurde. Nicht zuletzt von seiner Verlobten Sophie, wie sich heute nachweisen lässt und wie er gewusst haben muss. Dennoch zeigte Ludwig II. sich in solchen Fällen stets ritterlich und neigte eher dazu, die Vorwürfe der Öffentlichkeit auf sich zu lenken. Auch dürfe man nicht von Paranoia sprechen, wenn man berücksichtige, dass er tatsächlich um sein Leben fürchten musste; seine Cousine Sissi wurde bezeichnenderweise Opfer eines Attentats. Und das ihm als Menschenscheue ausgelegte Verhalten sei oft aus banalen Umständen begründet gewesen, etwa dem schlechten Zustand seiner Zähne, der ihn eher Distanz einnehmen ließ. Dagegen hielt er Kinderfreundschaften lebenslang aufrecht und konnte sich auch durchaus gesellig zeigen. Seine Gegner freilich hätten ihm manche Gerüchte angehängt.
Die Anwesenden hatten auch die Möglichkeit, persönliche Gegenstände Königs Ludwigs II., die Schleicher mitgebracht hatte, mit eigenen Augen zu sehen, und zeigten sich beeindruckt von deren Schönheit. Der Sammler schilderte an einem eindrücklichen Beispiel, wie er beim Aufspüren dieser Gegenstände oft das Gefühl habe, regelrecht geführt zu werden. So sei er etwa eines Morgens aufgewacht und habe den Impuls verspürt, in ein bestimmtes Onlineauktionsportal einen Blick zu werfen, was er sonst nie tue. So habe er einen besonders wichtiges, just dort inseriertes Objekt erwerben können. Nähere Informationen zu seinen Exponaten finden sich auf der Seite https://sepp-schleicher.de/ Im neuen Jahr möchte der Referent in einem weiteren Vortrag auch die Spiritualität und Lebensphilosophie des Königs den interessierten Menschen näherbringen. Diese speisten sich unter anderem aus den Gralsmythen und der Gestalt des Erzengels Michael. Für die Zukunft insistiert Schleicher darauf, dass man den Versuch unternehmen müsse, entweder durch eine Öffnung oder Durchleuchtung des Sarkophags des Königs vielleicht weitere Aufschlüsse über dessen wahre Todesursache zu erhalten und sich nicht von falsch verstandener oder vorgeschobener Pietät zurückhalten lasse. Er hofft in dieser Hinsicht auf Ludwigs Verwandten, den gegenwärtigen Ludwig Prinz von Bayern und Ururenkel des letzten bayerischen Königs. Von diesem unter anderem als Entwicklungshelfer in Afrika tätigen Mann habe er einen durchaus positiven Eindruck – vielleicht könne man entsprechende Schritte von ihm erwarten.
— Informationen —
König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) gilt als außerordentliche Persönlichkeit. Als friedliebender, am Wohl des Volkes orientiert handelnder Herr-scher, der die Natur achtete und für den Fortschritt offen war, verdanken wir ihm vieles: durch seine Förderung konnte der Musiker Richard Wagner einige seiner bedeutendsten Werke schreiben, und als Schöpfer beeindruckender Bauten wie Schloss Linderhof, Herrenchiemsee und – am berühmtesten von allen – Neuschwanstein, ist Ludwig II. weltweit bekannt. Insbesondere letzteres zieht Millionen Menschen aus aller Welt an … Heute ist man allgemein von der fragwürdigen Diagnose, die zu seiner Absetzung und dem nachhallenden Prädikat „verrückt“ führte, abgerückt und erkennt ihn vielmehr als pflichtbewusst und vernünftig handelnden Herrscher, der zumal von der Bevölkerung hochgeschätzt wurde. Ebenso sind gerade auch in der letzten Zeit immer mehr Fakten bekannt geworden, die die offizielle Version seines Todes (Selbstmord im Starnberger See) sowie des Psychiater Dr. Gudden, erschüttern. Sepp Schleicher, einer der gefragtesten Ludwig Experten, stellt diese vor. Ein zweiter Vortrag wird 2024 die Spiritualität des Königs beleuchten, die in Verbindung zu sehen ist mit dem Gralsmythos und der Bedeutung des Erzengels Michael.
Sepp Schleicher: Sozialpädagoge und Gestalttherapeut. Ausbildung in NLP und Hypnotherapie. Arbeit unter anderem auf einer Sterbestation und im Strafvollzug mit Jugendlichen. Lebt seit 1980 auf dem Rossberghof (eigene Praxis). 1995 Gründung der SAMAIN- Arbeitsgemeinschaft, um die Arbeit mit den Pferden in Verbindung mit Systemischer Familientherapie, Gestalttherapie und Hypnose weiterzuentwickeln. 2002 entstand ein therapeutisches Zentrum, wo Menschen und Tiere miteinander leben, arbeiten und wachsen – der Samainhof.
Als Experte für Ludwig II. – ebenfalls ein großer Pferdefreund – hat er über Jahrzehnte hinweg unzählige Gegenstände und Dokumente gesammelt, die vom König stammen oder zu diesem in Beziehung stehen. Er ist geschätzter Referent bei Veranstaltungen der „Freunde Ludwig II.“ Aktuelles Projekt: das Ludwigseum, ein virtuelles Museum mit Schleichers Sammlerstücken zu Ludwig II. (Spenden willkommen) >> Infos: sepp-schleicher.de <<

Sonntag, 22. Oktober 2023, 19:00 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag:
„Bach-Blüten als Anregung zur Selbstheilung. Entdeckung, Herstellung, Anwendung.“
Referentin: Brigitte Böhni

(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
„Ein Herzensthema“ seien die Bach-Blüten für sie, erklärte die Referentin Brigitte Böhni, die im Veranstaltungsraum viele selbst aufgenommenen Fotos platziert hatte. So konnten die von ihr vorgestellten Blüten nicht nur über das Wort greifbarer werden, sondern auch visuell auf das Publikum wirken. Böhni ist Schülerin von Mechthild Scheffer, die die Bach-Blüten im mitteleuropäischen Raum über Jahrzehnte hinweg sehr bekannt gemacht und dafür 2023 den Kulturwerkstatt-Preis erhalten hatte. Sie vertritt einen vornehmlich intuitiven Umgang mit den Bach-Blütenessenzen, wobei sie sich als Beraterin auch sehr zurücknimmt, um ihre Klientinnen und Klienten nicht zu beeinflussen – denn es gehöre gerade zum Konzept dieser Therapieform, dass man selbst erkenne, was das Passende für einen sei, und hierbei könne man unterstützend tätig sein.
Die Denkweise des relativ jung verstorbenen Dr. Edward Bachs (1886-1936) zeigte sich Böhni folgend als weitaus tiefer, als man gemeinhin annehmen mag, wenn man die von ihm „entdeckten“ Blüten nur als schnelles Hilfsmittel gegen nervöse Zustände auffasst. Laut Bach hat jeder Mensch nämlich einen sich in seinen Talenten wiederspiegelnden idealen Lebensplan, der seinem eigentlichen Wesen entspricht. Kommt er von diesem ab, gerät er in eine zunächst seelische Disharmonie, die sich später auch körperlich auswirken kann. Er vermag dann seine ihn führende, innere Stimme nicht mehr richtig zu vernehmen. Die nach ihm benannten Blüten, die Bach an reinen, auf seinen Wanderungen ausgemachten Plätzen in der Natur fand, bezeichnete er als „Frohnaturen der Pflanzenwelt“. Er erspürte sie in ihrem Charakter intuitiv – was sich in der Praxis als zutreffend erwies. Sie sollen denen, die sie einnehmen, individuell passende Impulse geben, die jeweiligen Fehlentwicklungen zu korrigieren. Dabei, so erläuterte Böhni, sei es auch förderlich, wenn man sich mit den jeweiligen geistigen Prinzipien, die in den Blüten zum Ausdruck kommen, aktiv auseinandersetze. Dies sei ihrem Empfinden nach besser möglich, wenn man sich mit einer konkreten Einzelblüte befasse, und weniger, wenn man diese als Mischungen zu sich nehme.
Bach selbst hatte zu dieser Form der Therapie gefunden, nachdem er sich zunächst als mit der Homöopathie arbeitender Arzt und Entwickler bestimmter Darm-Nosoden einen Namen gemacht hatte, wobei er jedoch, stets auf der Suche nach neuen Erkenntnissen, nicht stehenblieb. In den Bach-Blüten sah er ein Mittel, in positiver Weise auf den Menschen einzuwirken, ohne sich dabei ihm „primitiv“ beziehungsweise „brutal“ anmutender Hilfsmittel wie Injektionen zu bedienen. Sein Lebenslauf wurde im Vortrag ebenso greifbar wie sein Charakter und sein Wunsch, den Menschen auf eine einfache Weise zu helfen – er hatte laut Böhni für seine Bach-Blüten grundsätzlich keine Bezahlung angenommen, ja sich schon als junger Mann das Geld für sein Medizinstudium selbst verdient, indem er in der Eisengießerei seiner Eltern arbeitete. Persönlichkeiten, die ihm bei seinem Wirken unterstützend zur Seite gestanden waren, wie seine erste Biografin Nora Weeks, wurden von der Referentin ebenfalls gewürdigt.
Böhni stellte den Anwesend übergreifend die Bach-Blüten dar, wie sie sich gemäß Bachs System auf die sieben „typischen“ Gruppen von Menschen darstellen. Es handelt sich insgesamt um 38 Blüten, die er in die zunächst gefundenen „zwölf Heiler“ und „sieben Helfer“ unterteilte, denen sich später noch vierzehn weitere Blüten und zuletzt – als „Krönung“ – die fünf abschießenden hinzugesellten. Zuerst hatte Bach „Mimulus“ , die Gelbe Gauklerblume, entdeckt, deren Potenzial sich hervorragend für Menschen eignet, die an konkreten Ängsten leiten. „Wild Rose“, als Vermittelrin von Lebensfreude, stellte Böhni exemplarisch ausführlicher vor. Unter den Blüten finden sich außerdem auch solche, die von Bäumen stammen, sowie – als Sonderfall – „Rock Water“. All den genannten Ausgangssmaterialien sei zueigen, dass sie prinzipiell ungiftig seien.
Bei der Herstellung kommen alle Elemente in irgendeiner Form zum Einsatz. Verwendet werden die Sonnenmethode, bei der die Blüten, dem Licht ausgesetzt, zuunterst in reines Quellwasser gelegt werden, sowie die Kochmethode. Böhni bevorzugt es, die Essenzen selbst herzustellen, und gab als Empfehlung, beim Kauf genau darauf zu achten, dass es sich um originale Bachblüten beziehungsweise nach der den Originalmethoden hergestellte Tropfen handle, denn viel Fragwürdiges finde sich auch auf dem Markt. Diese Mittel enthalten auch zu 27 % Alkohol.
Immer wieder brachte die Referentin während ihres Vortrags ihre Verbundenheit mit der Kultur der Kelten zum Ausdruck, worin sie eine Parallele zu Bach erkannte, die sich auch in dessen Beziehung zum keltisch geprägten Wales ausdrückt. Die Liebe zur beziehungsweise das Verwobensein mit der Natur war kennzeichnend für die Lebenshaltung dieses antiken Volkes. Auch in ihren Buchempfehlungen nahm Böhni darauf Bezug, verwies aber ebenso auf manche moderneren Form des kreativen Umgangs mit den Bach-Blüten, etwa die Bachblüten-Tänze von Anastasia Geng. In den Wortmeldungen aus dem Publikum kam wiederholt zur Sprache, wie erfolgreich man selbst Bachblüten eingesetzt habe, auch bei Tieren.
Böhni betreibt zusammen mit ihrem Mann den Birkenhof am Belchen, der auch Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Neben Bachblütenberatungen werden unter anderem auch Lama-, Kräuter- und Schneeschuhwanderungen angeboten. Infos: gaestehaus-birkenhof.de
— Informationen —
Dr. Edward Bach, ein englischer Arzt, verstand alle Krankheiten als Ausdruck von seelischem Ungleichgewicht. Auf seinem Weg von der Schulmedizin über die Homöopathie zog er sich am Ende seines Lebens aufs Land zurück. Dort entdeckte er auf langen Spaziergängen durch die unberührte Natur zwischen 1930 und 1936 insgesamt 38 Pflanzen- und Baumblüten und deren Wirkung auf den Menschen beziehungsweise auf dessen Seele. Die einfache Gewinnung und die Wirkprinzipien der Blütenessenzen überzeugen erfahrungsgemäß bis heute. Sie regen, wie er herausfand, die Selbstheilungskräfte an.
Das Thema Bachblüten wurde in der Kulturwerkstatt im Kontext der Alternativen Medizin bereits aufgegriffen und steht mit diesem Vortrag nun erstmal im Zentrum einer Veranstaltung. Brigitte Böhni berichtet darin über die Lebensgeschichte von Dr. Edward Bach, die Entdeckung, Herstellung und Anwendung der Bach-Blüten.
Brigitte Böhni, dipl. Physiotherapeutin, hat auf ihrem eigenen Berufsweg von der klassischen
Physiotherapie zu vielen alternativen Heilmethoden die Bach-Blüten kennen und schätzen
gelernt. Sie ist Bach-Blüten-Therapeutin mit Zertifikat von Mechthild Scheffer, die die Bach-Blütentherapie insbesondere im mitteleuropäischen Raum bekannt machte und 2023 für Ihr
Wirken den Kulturwerkstatt-Preis erhielt. In zahlreichen individuellen Beratungen und auf
Spaziergängen zu den Blüten in der Natur haben diese Böhni ihre Kraft gezeigt: Die BachBlüten, so hat sie erfahren, ermöglichen einen leichten Zugang zu unseren Selbstheilungskräften und geben uns die Chance, selber Verantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen.
Mit ihrem Mann Robert betreibt die Rerefentin das Gästehaus Birkenhof am Belchen im Kleinen Wiesental, in dessen Umgebung einige Bachblüten wachsen.
>> Infos unter: https://gaestehaus-birkenhof.de <<
Sonntag, 15. Oktober 2023, 19:00 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag:
„Das Geheimnis der Megalithbauten. Steinkreise, Dolmen, Menhire und ihre Kraft“
Referent: Guntram Stoehr


(Copyright by Björn Steiert)
— Bericht —
Auf Einladung der gemeinnützigen Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. sprach Autor Guntram Stoehr in Lörrach über das Thema „Das Geheimnis der Megalithen“, über das er im Nymphenburger-Verlag ein identisch betiteltes, reich bebildertes Buch vorgelegt hat. Stoehr hatte über 15 Jahre hinweg in vielen Ländern Orte besucht, an denen er der Bedeutung und Wirkung eben jener Megalithen nachgegangen war. Das Wort „Megalith“ hat seinen Ursprung im Altgriechischen und bedeutet „großer Stein“, wobei man hier ergänzen muss, dass es sich um bewusste, von Menschen vorgenommene Steinsetzungen handelt. Die Berühmteste dürfte wohl Stonehenge sein.
Diese entstanden hauptsächlich in der neolithischen Zeit zwischen 4500 vor Christus vobis in die späte Bronzezeit um 800 vor Christus hinein, aber die Eingrenzung sei schwierig, denn es habe auch frühere Vorläufer und, je nach Sichtweise, „Nachzügler“ bis in die Wikingerzeit hinein gegeben.
Stoehr hat bei seinen Forschungen festgestellt, dass das Rätsel dieser Steine oder komplexeren Steinsetzungen im Grunde nur mit der Geomantie gelöst werden könne, das heißt, mit dem Wissen über die Qualitäten einer Landschaft und wie diese wahrgenommen werden können. Nicht in der Berechnung astronomischer Ereignisse für das Wetter lag Stoehrs Ansicht nach der Zweck dieser Anlagen, auch wenn man oft entsprechende Bezüge wie zum Beispiel zum Aufgangsort der Sonne zur Sommersonnwende finden könne. Doch dies sei eben nicht immer der Fall. Diese Punkte hätte man ohnehin auch mithilfe markanter landschaftlicher Merkmale erinnern können, und durch Wetterbeobachtung hätte man für die Landwirtschaft wesentliche Entwicklung ebenfalls bestimmen können. Vielmehr sei es so, dass man die jeweiligen Hinterlassenschaften der Megalithkultur individuell im Gesamtzusammenhang der Landschaft zu deuten habe. So liege etwa in vielen Fällen eine Hinweisfunktion auf besondere Kraftorte in der Landschaft vor. Gemeinhin gebe man die Stärke eines Kraftorts heute in der sogenannten Bovis-Einheit an, die jedoch nur eine Aussage über die Intensität, nicht etwa die Qualität darstelle, die man auch berücksichtigen müsse. Vergleichbar den Meridianen des menschlichen Körpers, die man in der Akupunktur als Energiebahnen verstehe, kenne man in der Geomantie die Leylinien, auf denen sich die Energieströme in der Landschaft bewegten – ein Wissen, was bei den Megalithsetzungen offenbar auch eine Rolle gespielt habe. Noch in nachchristlicher Zeit habe man etwa Kirchen oft auf alten Kraftorten errichtet, um sich deren Ausstrahlung zunutze zu machen.
Eine wichtige Unterscheidung, die Stoehr durchführte, war die zwischen „früher“ und „später Zeit“. Im Übergang von der Nomaden- zur Ackerbaukultur hätten die Megalithanlagen zunächst hauptsächlich die Funktion gehabt, die positiven Kräfte in der Landschaft zu sammeln und auszustrahlen, was durchaus auch von entsprechenden, die Qualität eines Ortes zusätzlich verstärkende Rituale begleitet gewesen sein mag. In einem Gefühl der Verbundenheit mit der Natur, so Stoehrs Interpretation, hätten etwa die einzelnen Menhire die Erde repräsentiert, die das für das Leben so wichtige Sonnenlicht aufnehme. Komplexe Kreisanlagen wiederum hätten die Sonne selbst oder den Mond symbolisiert, deren Energien somit gleichsam auf die Erde eingeladen wurden, was man auch anhand mancher später entstandenen hügelartigen Anlagen feststellen könne, in deren Inneres das Licht der Sonne zu besonderen Zeiten im Jahr auf bestimme Punkte falle. Sogenannten Schälchensteine hätten entsprechend dazu gedient, das Wasser als das Element des Lebens aufzunehmen. Zusammenfassend könne man also sagen: In früher Zeit repräsentierten die Steine und Steinanlagen die Erde und dienten dazu, die für das Leben bedeutsamen Kräfte einzufangen und zu potenzieren beziehungsweise zu bündeln (wie in einem Chakra).
Später, als die Zeiten kriegerischer wurden und das Besitz- und Eigentumsdenken der Menschen ausgeprägter wurde, ebenso wie ihre tendenzielle Entwicklung zur sich behauptenden Individualität, hätten sich die Zwecke der Anlagen teils gewandelt. So wären sie etwa teilweise „umgewidmet“ und zur Bestattung bedeutender Führerpersönlichkeiten genutzt worden. Man habe sich auf diese Weise wohl eine Verbindung mit den Kräften der Ahnen erhofft, und es sei Stoehrs Eindrücken nach auch weniger das Einheitsbewusstsein mit der Natur vorherrschend gewesen, sondern eher das Prinzip des „do ut des“, bei dem man etwas gibt (ein Oper) in der Hoffnung, etwas dafür zu erhalten. Bei der Wahl für neue Anlagen habe man nun nicht mehr nur Orte mit aufbauendenden Energien gewählt, sondern oft auch Erdstrahlungsplätze, an denen man sich nicht zu lange aufhalten solle, da dies ermüdend wirke. Möglicherweise sei dies auch ein Zeichen dafür, dass altes Wissen verloren gegangen sei.
Stoehr unterschied im Fortgang seines Vortrags nun die Gruppe der Menhire, die er in 14 Typen, aufteilte, von der Kategorie der Steinreihen wie etwa den „Langbetten“ (9 Typen), der Steinkreise (18 Typen) und der Dolmen (21 Typen). Er verdeutlichte diese durch selbst vor Ort gemachte Aufnahmen, etwa aus Irland, Portugal und der Bretagne, die er auch mit interessanten und humoristischen Anekdoten verband. So erzählte er etwa, wie er nach der Meditation aus einem Dolmen heraustretend eine Gruppe von Menschen überrascht habe, auf die er wie ein Geist gewirkt haben müsse, oder wie er nicht ganz ungefährliche Begegnungen mit wilden Hunden und bestimmte innere Erlebnisse in Zusammenhang mit der vergangenen Nutzung gewisser Orte hatte. Interessant war die Überlegung, dass Steinkreise ihren Ursprung auch in Holz- oder Baumkreisen haben könnten, wie etwa Funde in Ostdeutschland nahelegten. Wenn man so wolle, könne man als spätere Ausläufer der Megalithkultur auch die eingangs erwähnten Grabanlagen der Wikinger nehmen, die Schiffen gleichen, bei denen ein einzelner großer Stein den Bestattungsort markierte. So gesehen könne man sogar unsere Praxis der Grabsteine noch in Verbindung mit diesem Denken sehen.
„Was können uns die Megalithsteine – neben dem historischen Interesse – heute bedeuten“ stand als Frage am Ende. Stoehrs Auffassung nach, vermögen sie uns zu helfen, uns mit unseren Wurzeln zu verbinden und unsere Einstellung zur Erde zu überdenken, um wieder die Einheit von Mensch und Natur erleben. Zudem könnten sie uns nach wie vor beziehungsweise auf neue Art Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung vermitteln – gerade heute, wo es darum gehe, das Licht gleichsam in eigene Innere einzulassen.
Auf Fragen aus dem Publikum eingehend, meinte Stoehr, dass ein etwaiger Polsprung wohl nichts an der Lage und Wirkweise der Kraftorte ändern würde. Allgemein sei es heute nach wie vor schwierig, Akzeptanz für die Erkenntnisse der Geomantie, etwa bei Behörden, zu finden, selbst wenn diese nachweislich dazu beitragen könnten, etwa die Gefährlichkeit berüchtigter „Unfallstellen“ zu mildern. Zu groß sei noch die Angst, sich lächerlich zu machen. Leider berücksichtige man bei Neubauten heute oft ebenfalls nicht das Wissen der Geomantie oder des Vastu beziehungsweise des aus diesem laut Stoehr abgeleiteten Feng Shui. Aber die Kraftlinien- und Orte würden sich dann entsprechend verlagern, wenn die ungeschickt platzierten, modernen Bauwerke Blockaden erzeugten.
Die Anwesenden konnten schlussendlich aus dem Vortrag die Anregung gewinnen, die von Stoehr vorgestellten oder ähnliche Orte selbst zu erkunden, um sie auch mit ihrer eigenen Wahrnehmung zu ergründen. In einem für die Zukunft geplanten Vortrag, wird Stoehr sich dem Thema „Kraftort Quelle“ zuwenden, zu dem ebenfalls ein Buch von ihm erscheinen wird. Darin, so kündigt er an, seinen neue, sehr erstaunliche Erkenntnisse, gewonnen durch Fotografie der Wasserkristalle, enthalten.
— Informationen —
Europa gibt es Jahrtausende alte Megalithen. Stonehenge ist wohl das bekannteste Zeugnis dieser geheimnisvollen Baukultur. Obwohl die Stätten bereits seit Jahrhunderten erforscht werden, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden, wofür sie einst gebaut wurden. Warum nahmen Menschen vor vielen Jahrtausenden so große Anstrengungen auf sich und transportierten tonnenschwere Steine mühsam zu einem bestimmten Ort? Besonders die Bauwerke der frühen Megalithkultur stehen häufig an bedeutenden Kraftorten der Landschaft. Das Wissen über Kraftorte und Geomantie ist ein entscheidender Faktor, um Sinn und Zweck der Bauwerke zu entschlüsseln.
Guntram Stoehr, Dipl.-Ing. Architekt, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Nach mehrjähriger Architektentätigkeit in der Schweiz arbeitet er heute als Freier Architekt in Freiburg i. Br. In seinen Projekten verbindet er moderne Architektur mit Baubiologie, Geomantie sowie dem traditionellen Bauwissen des indischen Vastu. Er hält Vorträge und Seminare, leitet geomantische Reisen und bietet eine Ausbildung in Geomantie und Vastu an. Er ist zudem als Autor tätig. „Das Geheimnis der Megalithen“ (2023) ist seine jüngste Publikation, Stoehr war schon wiederholt als Referent in der Kulturwerkstatt zu Gast, unter anderem zum Thema Bäume und die Bedeutung von deren Wuchsformen.
>> Infos unter: www.architektur-geomantie.com <<


Samstag, 10 Juni 2023, 19:30 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag
„Resonanz und Steinheilkunde“
Referentin: Theresia Gyolcs (CH)

— Bericht —
Theresia Gyolcs, Initiatorin von Stonebright Design&Management, referierte in der Lörracher Kulturwerkstatt über das Thema „Resonanz und Steinheilkunde“. Sie stellte den Anwesenden zunächst dar, wie sie selbst zur Beschäftigung hiermit gekommen war: Gyolcs hatte sich im Rahmen einer dreijährige Ausbildung in der traditionellen Heilkunde und Steinheilkunde ein ganzheitliches Wissen über dieses Gebiet aneignen können und dabei unter anderem auch bei Michael Gienger gelernt, dem Autor von Standardwerken wie „Die Heilsteine Hausapotheke“ oder „Steinheilkunde“. Ihre Abschlussarbeit hatte sie ebenfalls den „Kristallen“ gewidmet. Bekannt wurde Gyolcs auch als Entwicklerin der sogenannten „Zündmassage“.
„Edelsteine“, so betonte sie zu Beginn ihres Vortrags, „sind Schwingungsheilmittel“. Dabei stellte sie den Anwesenden zunächst verschiedene Aspekte dar, unter denen man sie betrachten beziehungsweise unter die man sie einordnen könne. In Betracht kämen da etwa deren stoffliche Beschaffenheit, ihre Entstehung und ihr (geologischer) Ursprung, ihre Struktur, ihre Wirkung durch Farbe und manches mehr. Sie stellte dabei auch Beziehungen zum Ordnungssystem des (indianischen) Medizinrads her. Mit einer Teilnehmerin, die sich freiwillig dazu bereiterklärte, demonstrierte Gyolcs in diesem Zusammenhang, wie man bei der Ermittlung der für die jeweiligen Person relevanten Edelsteine vorgehen und wie man diese dann deuten könne.
Insbesondere war es der Referentin ein Anliegen, dem Publikum die besonderen Charaktere einzelner, besonders wichtiger Heilsteine und deren praxisbezogene Aspekte nahezubringen, was sie dann, basierend auf Erfahrungswissen, etwa mit bestimmten Körperregionen verband oder auch mit Ratschlägen, in welchem Umfeld oder auf welche Weise man diese einsetzen könne (zum Beispiel im Büro, bei der Chakra-Arbeit oder für Pflanzen). Sie hatte als Anschauungsmaterial viele Edelsteine mitgebracht und konnte durch das Bildmaterial ihrer Präsentation weitere Eindrücke vermitteln. Die medizinischen Hinweise sollten hierbei keineswegs den Besuch des Arztes oder entsprechend verordnete Therapien ersetzen, konnten jedoch als unterstützende und prophylaktische Maßnahmen verstanden werden.
Um einige Bespiele zu nennen: Basalt vermittle Lebensmut und Wärme, der Magnesit Gelassenheit, der Serpentin bewirke Schutz – auch für das Haus (wie der Sodalith) – und Frieden, könne bei Wadenkrämpfen und Bauchschmerzen eingesetzt werden und diene (wie der Bernstein) der Zeckenabwehr. Schutz und Geborgenheit erlange man ebenfalls durch den Achat, der Dolomit wiederum verhelfe zur Selbstverwirklichung und inneren Zufriedenheit. Allgemein zur Harmonisierung könne man den Amethyst einsetzen, den Aventurinquarz bei Arterienverkalkung und Herzbeschwerden. Aquamarin sei bei Asthmaanfällen und Allergien ein Mittel erster Wahl. Der Bergkristall erhöhe die Energie der Umgebung, der Granat stehe für Kraft, Lust, Freude und den Blutkreislauf, den Kunzit könne man bei Zahnschmerzen ausprobieren. Der Obsidian biete Schutz vor (geistigen) Angriffen und werde in der Meditation auch als Spiegel eingesetzt (in den man allerdings nur zu diesen Anlässen hineinschauen solle …). Ebenfalls Schutz würden der Turmalin und Schörl gewähren – heute auch eingesetzt, um die Wirkung von Strahlen auf den Menschen für den Organismus erträglicher zu machen …
Manche der dargestellten Bezüge lagen gleichsam auf der Hand (Hämatit – Eisemangel) oder Mondstein („Frauenstein“, Schwangerschaft), andere sind nicht auf vergleichsweise äußerliche Weise erschließbar. Es wurde deutlich, dass viele Themen oft durch mehrere Steine repräsentiert sind, so dass es auf die Nuancen beziehungsweise den individuellen Bezug ankommt. Auch die Kombination von passenden Steinen erweist sich häufig als sinnvoll.
Im Weiteren sprach sie von Möglichkeiten der Reinigung (Waschen mit kaltem Wasser), dem Aussetzen bei Mondlicht (= bei Vollmond, circa zwei Tage vorher hinlegen) oder dem Aufladen in der Sonne. Neben dem Tragen und Auflegen setze man Edelsteine auch in der Massage oder Meditation ein, etwa in Verbindung mit Klangschalen, oder nutze sie zur Zubereitung eines Edelsteinwassers, wobei man für die jeweilige Mischung meist drei bis vier Steine einsetze. Ihr selbst sei bei der Wahl der von ihr angebotenen Produkte der „Fair-Trade-Aspekt“ ganz besonders wichtig, um zu wissen, woher die jeweiligen Steine kommen, und sprach in diesem Zusammenhang von dem schwarzen Opal, einem seltenen Edelstein der den Lebenswillen fördert, und von dem sie, wie zu manch anderen Steinen, auch eine persönliche Anekdote beisteuerte.
Alles in allem war es ein kurzweiliger, praxisbezogener Vortrag, der ermutigte, ganz einfach selbst, gleichsam spielerisch-intuitiv, Erfahrungen mit den Edelsteinen und ihren Einsatzmöglichkeiten zu sammeln.
— Informationen —
Der Vortrag bietet samt Anschauungsmaterial eine kurze Einführung in die Geomantie und „Stein-Taschenapotheke“. Auf Heilsteine zur Raumaufstellung und Harmonierung soll ebenfalls eingegangen werden. Die Referentin sagt: „Steine wirken! Warum und wie? Genau dass möchte ich mit Ihnen erörtern. Steine schwingen, wir entscheiden, ob- und wie wir darauf eingehen. Es gibt Steine, an denen wir gesunden oder auch lernen können. So werden diese entsprechend ‚Heilsteine‘ oder ‚Lernsteine‘ genannt. Somit ist die Resonanz wie auch die energetische (Aus)Strahlung einer der wichtigsten Faktoren. Sie können uns natürlich einfach auch nur wegen ihrer Schönheit bezaubern. Und: Wenn wir einen Edelstein eher nicht so schön, oder angenehm finden – ja, dann könnte es ein ‚Lernstein‘ sein.“ Lassen wir uns inspirieren und in die Resonanz der Steine gehen und schauen, was wir in die Welt – ins Leben mitnehmen dürfen.
Theresia Gyolcs begann vor über 30 Jahren ihre erste Ausbildung in der psychologischen Methode der Transaktionsanalyse (TA) in Basel. Danach folgten weitere im In- und Ausland. Hierzu zählen:
NLP / Chinesische Heilkunde (CM) / Massageausbildungen / Maya-Massagen und Coaching / Wege der Frau, / Astro-Psychologie / Sensitive-Mediale Beratung (Sensitive Healing) / Quantenphysik (Heilung) / Traditionelle und analytische Stein-/Heilkunde / Ganzheitliche psychologische Heilpraktikerin
Aufgrund der „beeindruckenden Heilerfolge durch die zusätzliche Anwendung der Steine“ entschloss sich die Referentin, die traditionelle Heil- und Steinheilkunde in 3-jähriger Ausbildung ganzheitlich zu erlernen. Ihre Abschlussarbeit widmete sie den „Kristallen“. Außerdem entwickelte sie die sogenannte „Zündmassage“, die durch das zuständige Institut geprüft und ausgezeichnet wurde. Sie bezeichnet es als Glück, mit dem Institut von Michael Gienger (Autor des Standardwerkes „Steinheilkunde sowie Mitbegründer des Forschungsprojekts Steinheilkunde e.V. Stuttgart) zusammengearbeitet zu haben. Weitere Abschlüsse und Tätigkeiten hat sie in den Bereichen Medizin, Handel-/Dienstleistungs- sowie Personalbranche und Gesundheitsmanagement erworben bzw. ausgeübt. (genauere Infos siehe Homepage)
Frau Gyolcs war Initiantin, Mitgründerin und ehemaliges Vorstandsmitglied des Steinheilkunde Vereins CH, Mitglied in FTMG FairTrade Mineral and Gems und seit 2019 Vorstandsmitglied bzw. 2. Vorsitzende. Außerdem ist sie Mitglied im Female Business Club. Gerne bietet sie Unterstützung auf dem eigenen Weg an.
Infos, u.a. zu Kursen, Massagen, Edelsteinshop in Mumpf/CH,: https://www.stonebright.ch

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Samstag, 22. April 2023, 19:00 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag mit praktischen Übungen:
„Eurythmie als heilende Bewegung … in ihrer wirksamen, gesundenden und lebendigen Kraft“
Referentin: Michaela Trefzer

— Bericht —
Die Lörracher Heileurythmistin Michaela Trefzer hielt auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreilaendereck e.V. einen Vortrag über das Thema „Eurythmie als heilende Bewegung … in ihrer wirksamen, gesundenden und lebendigen Kraft“.
Allgemein leben wir in einer Zeit, in der Menschen sich zu wenig bewegen oder – am Computer oder bei der Smartphonnutzung – einseitige Bewegungen ausüben. Sport ist dabei eine Möglichkeit des Ausgleichs, jedoch berücksichtigt dieser weniger das in der Bewegung stattfindende Zusammenwirken von Körper und Seele. Inzwischen sind einige aus Asien stammende Therapieansätze populär, die insbesondere der Aktivierung und Handhabung der Lebensenergie dienen, wie etwa Yoga oder Qi Gong. Die unweit von Lörrach – in Dornach – ab 1912 maßgeblich von Rudolf Steiner entwickelte Eurythmie verfolgt einen besonderen Weg, indem sie den Körper zum Ausdruck der Qualitäten macht, die sich auch in den Lauten der menschlichen Sprache manifestieren und – so zeigt auch die Erfahrung – heilsam wirken können. In dieser spezifischen Intention ist – die auch an Waldorfschulen unterrichtete – Eurythmie nicht nur mit sprachlichen und musikalischen Prinzipien verwandte Kunst (und als „wahre Kunst“ per se heilsam). Sie eröffnet als „Heileurythmie“ zudem viele therapeutische Möglichkeiten.
In der Kulturwerkstatt hat die den schönen Künsten zuzurechnende Eurythmie – ein aus dem Altgriechischen stammendes Wort, das so viel wie „gute(r), wahre(r) Rhythmus/Bewegung“ bedeutet – schon seit langem ihren Platz. Sie kann dort unter Anleitung von Karin Suyter wöchentlich praktiziert werden. Im Programm des Kulturwerkstatt-Vereins selbst haben dieses Thema bereits Referierende wie Herbert Vetter, Gudrun Genkinger (inzwischen beide verstorben) und Andrea Fitzlaff aus ihrer je eigenen Perspektive dargestellt und vorgeführt. Mit dem Vortrag von Trefzer stand nun erstmals die Heileurythmie als solche im Mittelpunkt, wie sie von Rudolf Steiner 2021 in acht Vorträgen beschrieben wurde. „Sie erfasst den menschlichen Organismus in seiner Ganzheit von Körper, Seele und Geist, aus der anthroposophischen erweiterten Medizin heraus“, erklärte Trefzer, „Bewegungen wirken bis in die Funktionen einzelner Organsysteme heilend wie ein Medikament auf Deformationen und Funktionsschwächen. Seit über 100 Jahren finden erfolgreiche Behandlungen bei akuten, chronischen und degenerativen Erkrankungen statt, es gibt zahlreiche Studien und Dokumentationen in den Fachbereichen, Augen, Zahn und Kinderheilkunde.“
Trefzer – Enkelin der bekannten „Gründerzeit“-Anthroposophin Elisabeth Klein – besitzt einen Master in Eurythmie und praktiziert Heileurythmie seit 1988. Sie hatte sich zu diesem Beruf entschlossen, da sie selbst eine äußerst positive Erfahrung mit dieser Therapieform gemacht hatte: Ein zuvor langwieriges Hautproblem an den Händen verschwand dank dieser innerhalb kürzester Zeit. Trefzer ist Mitglied im Berufsverband Heieurythmie Deutschland und Schweiz und fungiert als Dozentin bei nationalen und internationalen Ärztekongressen. Über 30 Jahre lang war sie als Kursleiterin am Haus am Stalten tätig, dessen Chefarzt, Dr. med. Christian Büttner, im Jahr 2018 ebenfalls schon als Referent in der Kulturwerkstatt sprach. Seit über 25 Jahren ist Trefzer ist eigener Praxis tätig und besitzt Zusatzqualifikationen in der Augen- und Zahn-Heileurythmie.
Zunächst stand die Frage im Raum, wie wir das Sprechen lernen. Trefzer verwies darauf, dass das Kind dies in Ausführung rhythmisch wiederholter Bewegungen erübe – Gestik an sich begleitet den Sprachvorgang. In Vokalen und Konsonanten, beziehungsweise Selbst- und Mitlauten, kommen gemäß Steiners Erkenntnis unterschiedliche Qualitäten zum Ausdruck: Vokale drücken innere Vorgänge aus (wie etwa das O das Staunen), Konsonanten äußere Vorgänge (wie etwa ein Wwww… für das Wehen des Windes)
Charakteristisch für die Heileurythmie, so Trefzer, sei, dass jede Bewegung ebenfalls wiederholend ausgeführt werde, je nach Bedarf beruhigend, anregend, stärkend, regulierend auf die Vorgänge im menschlichen Organismus. Behandelbar sind Stoffwechsel-Störungen – worunter interessanterweise zum Beispiel auch der Heuschnupfen fällt –, rhythmische Störungen (wie etwa Herzkrankheiten) und psychisch-depressive Störungen, wie sie mit Leber, Niere und Lunge zusammenhängen. Man könne Heileurythmie in Einzel- oder Gruppentherapie in unterschiedlichen Positionen ausüben (gehend, sitzend, liegend). Eine individuelle Behandlung dauere circa 30 Minuten und umfasse 15 Termine, bei chronischen Beschwerden würden diese über einen längeren Zeitraum fortgeführt. In Härtefällen könne der Patient, falls er nicht selbst dazu in der Lage sei, die Bewegung zumindest seelisch mitverfolgen, wie die Referentin an einem eindrücklichen Beispiel beschrieb. Ein solcher habe ihr nämlich einmal im Anschluss zum Ausdruck gebracht, wie schön sie sich an jenem Tag bewegt hätten. Gut behandelbar seien diverse Krankheiten, darunter Nervenerkrankungen, Tumorerkrankungen, Asthma. Veränderungen würden sich meist nach zwei bis vier Wochen bemerkbar machen. Auch im Sinne der vorbeugenden Salutogenese (Gesunderhaltung) sei die Heileurythmie empfehlenswert, bis ins hohe Alter. Man lerne dabei, sich selbst besser wahrzunehmen.
Trefzer führte viele Beispiele aus ihrer langjährigen Berufserfahrung an, in denen sie Patientinnen und Patienten, oft auch Kindern, die etwa an ADHS oder Bettnässen litten, helfen konnte. Bei einem ihrer Spezialgebiete, der Augen-Heileurythmie, die sie selbst zum Thema ihrer Masterarbeit machte und die für Interessierte näher in einem Buch von Daniela Armstrong beschrieben wird, arbeitet sie auch mit der lokalen Augenärztin, Dr. Erika Hammer zusammen. Sie beschrieb, wie sie über die Lautübungen LMD sogar vermeintlich irreversible Folgen des Glaukoms erfolgreich behandeln konnte und dokumentierte dies anschaulich durch Gesichtsfeldmessungen. Fotos belegten ebenfalls gute Wirkungen bei Vorbiss und Tiefbiss. Zudem führte sie viele Beispiele der Wirkung einzelner Laute an, so des M zur Durchwärmung, Beruhigung und Harmonisierung (etwa bei Rheuma, Bluthochdruck, Schlafen, Asthma, Angst).
Ein wesentlicher Teil der Veranstaltung war die praktische Erprobung beziehungsweise Erfahrung von Wirkungen bestimmter Übungen der Heileurythmie, die mit Kupferstäben ausgeführt wurden, da dieses Material sich besonders dazu eignet. Handelslübliche Stangen von 80 cm Länge, 12mm Durchmesser ließen sich gut verwenden, sie müssten auch nicht zwingend aus Kupfer bestehen.
Die Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war insgesamt sehr positiv.
Die Referentin bietet Kurse im Bereich der Heileurythmie, etwa zur Allergieprävention und Rückenschule, sowie individuelle Behandlungen auch vor Ort und in Ausnahmefällen online an. Einige Kassen, wie die Securvita BKK, können auch die Behandlungskosten übernehmen. Informationen und Kontaktdaten finden sich unter: https://www.heileurythmie-trefzer.de/
Dass der Impuls zur Eurythmie auch in der Region sehr „lebendig“ ist, zeigt sich unter anderem an den regelmäßigen Aufführungen im Lörracher Burghof (siehe https://www.eurythmie-loerrach.de/wer-wir-sind) und Neugründungen wie der Rudolf Steiner Eurythmieschule im Freiburger Raum https://www.rudolfsteinereurythmieschule.de/ Der Erforschung der nachweislichen Auswirkungen von eurythmischen Bewegungen auf das Wachstum von Pflanzen widmen sich Tanja Baumgartner beziehungsweise das Unternehmen Eurythmie in Basel https://unternehmen-eurythmie.ch, worüber bereits verschiedentlich publiziert wurde.
Am 18.11.23, 15 Uh, hält Trefzer zum selben Thema einen Vortrag im Rahmen des Veranstaltungsprogramms des Biochemischen Vereins Dreiländereck im Rathaussaal Kleinkems.
— Informationen —
Am Samstag, den 22. April 2023, findet um 19 Uhr im Programm der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. ein Präsenz-Vortrag von Michaela Trefzer statt. Das Thema ist „Eurythmie als heilende Bewegung… in ihrer wirksamen, gesundenden und lebendigen Kraft“. Veranstaltungsort ist die Kulturwerkstatt, Riesstraße 4, 79539 Lörrach. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Die von Rudolf Steiner begründete Heileurythmie ist in ihrer Behandlungsmethode der anthroposophisch erweiterten Medizin zuzurechnen und erfasst, wie die Referentin in ihrem Vortrag erläutern wird, den Menschen in seiner Ganzheit von Körper, Seele und Geist. Auf ihrer Homepage erklärt sie:
„Mit den heileurythmischen Bewegungen, die der Patient in einer bestimmten Form und Qualität auf den ganzen Menschen umsetzt, greift sie tief bis in die Funktionen einzelner Organe ein und wirkt damit heilend wie ein Medikament.
Seit über 90 Jahren bewährt sich diese Bewegungstherapie erfolgreich sowohl bei akuten, chronischen und degenerativen Erkrankungen als auch zur Prophylaxe und Nachsorge.
Die Heileurythmie wird in zunehmendem Maße in den verschieden Fachbereichen (Augen-, Zahn-, Kinderheilkunde etc.) angewandt, weiter erforscht und wissenschaftlich dokumentiert.“
Der Vortrag macht sie auch durch praktische Übungen erfahrbar.
Michaela Trefzer ist Heileurythmistin (M.A.: Eurythmietherapie) mit Zusatzqualifikationen in Augen- und Zahnheileurythmie sowie Mitglied im Berufsverband Heileurythmie e.V. (Deutschland + Schweiz, AnthroMed®). Sie wirkt als Dozentin in der Heileurythmie Ausbildung, bei nationalen und internationalen Ärztekongressen und ist Kursleiterin in heilpädagogischen Einrichtungen, Reha-Kliniken und freien Kursen. Seit 1998 ist die Referentin in freier Praxis in Lörrach tätig, mit langjähriger Erfahrung bei Augenerkrankungen, Allergien, Asthma, Psychosomatik, rheumatischen Erkrankungen, Nervenerkrankungen, Schlaganfällen sowie kindlichen Entwicklungsstörungen (Sprache, Motorik, ADHS).
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Samstag, 28. Januar 2023, 19:00 Uhr, ONLINE-Vortrag:„‘Alternative Medizin‘ beginnt [nicht], wo die Schulmedizin Grenzen hat“
Referentin: Dr. Nicola Hanefeld
Dieser Vortrag wurde bereits 2022 in Präsenz in der Kulturwerkstatt gehalten und sehr gut aufgenommen. Um weiteren Interessierten die Möglichkeit der Teilnahme zu bieten, fand er auch in virtueller Form statt. Informationen/Bericht siehe 22.10.2022.
2022
Samstag, 10.12.2022, 20:00 Uhr, ONLINE-Vortrag:
„Jahresfeste anders feiern. Kreativ mit Elementarwesen“
Referentin: Christine Beusch
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
Die Autorin Christine Beusch, die in diesen Tagen ihr zweites Buch zum Thema „Elementarwesen“ veröffentlicht hatte („Jahresfeste anders feiern – kreativ mit Elementarwesen“) sprach auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. zum ersten Mal hierüber im Format einer Onlinelesung mit Raum für Gespräche. Unter Elementarwesen lassen sich, vereinfacht gesagt, für die gewöhnlichen Sinne unsichtbare Wesen verstehen, die bestimmte Aufgaben in unserer Umwelt wahrnehmen. Im klassischen Sinne werden diese den vier Elementen – Feuer, Erde, Wasser, Luft – zugeordnet.
Beusch las einige Passagen zum Einstieg vor, in denen sie darauf hinwies, wie wichtig es sei, sich zu öffnen für die Dimension des Erlebens dieser Wesen, und ließ Assoziationen an Naturerlebnisse, wie sie jeder kennt, anklingen. Das Wahrnehmen der unterschiedlichen Stimmungen im Jahreslauf, wie auch der Qualitäten bestimmter Orte könne in diesem Sinne ein Einstiegstor sein. Im Weiteren wurde auch klar, dass es aber nicht nur Elementarwesen in der Natur gebe, sondern auch solche, die durch kulturelle Prozesse geschaffen würden, wie auch sehr spezielle, wie etwa das menschliche Körperelementarwesen oder die Organwesen. Wiederum sei oft, wenn man von einem Baumgeist spreche, das diesen bewohnende Elemenarwesen und nicht der Baum selbst gemeint. Manche Phänomene würden vielleicht etwas seltsam anmuten, aber tatsächlich könne es vorkommen, dass sich Elementarwesen mit bestimmten, ihnen angebotenen Formen verbinden (etwa in Gestalt bestimmter Figuren) oder auch mit diesen durch den Menschen verbunden würden. So hätten sie dann dort gleichsam ihren „Bewusstseinsanker“.
Nun seien die Elementarwesen aber auch weiter in Entwicklung begriffen, man könne inzwischen in gewissem Sinne von einer bestimmten Gruppe von Elementarwesen sprechen, die in besonderer Beziehung zu Christus (beziehungsweise zur „Maria-Sophia“) stünden. Und grundsätzlich müsse man sagen, dass in der Elementarwelt ein Interesse an der (erneuten) Gemeinschaft mit den Menschen bestünde, trotzdem sich manche vielleicht zurückgezogen hätten, indem man ihnen die ihnen eigentlich angestammten Räume nahm – worüber auch andere Autoren, wie etwa der von Beusch geschätzte Kulturwerkstatt-Preisträger Marko Pogačnik, berichten.
Passend zum Weihnachtsfest schilderte Beusch auch die Wahrnehmung einer Baumsylphe, die in einer zum Weihnachtsbaum bestimmten Tanne „erstrahlte“.
Im Gespräch wurde deutlich, dass Beusch eben nicht nur auf Überliefertes zu den Elementarwesen zurückgriff, sondern auf ihrem eigenen Erleben und ihren eigenen Wahrnehmungen aufbaute, gerade auch deshalb, weil sie nicht alle Fragen unmittelbar beantworten konnte. Ob etwa die Elementarwesen auch ihrerseits Feste feierten, die dem Menschen unbekannt sind, vermochte sie nicht zu sagen, da sie bislang ihren Fokus noch nicht darauf gerichtet habe, dem nachzuforschen. Von Teilnehmerseite wurde erwähnt, dass es die anwesenden Elementarwesen der Technik freudig erregt hätte, dass auch sie angesprochen worden seien – denn oft vergesse man ihrer oder würdige sie nicht. Andere brachten eigene Erlebnisse ein, wie etwa Begegnungen mit einem bestimmten Baumgeist und Ähnliches.
Die Referentin/Autorin: Christine Beusch, geboren 1962 in Brüssel, kam 1981 nach Deutschland. 1982 Ausbildung zur Heilerzieherin. 2005 Ausbildung in Klangschalenmassage. Während rund 30 Jahren (1986 bis 2015) Hausverantwortliche in einer sozialtherapeutischen, anthroposophischen Einrichtung. Von 2016 bis 2020 Arbeit in einem Wal[1]dorfkindergarten. Fortbildung im Bereich energetisches Heilen für Landschaft und Mensch. Seit 2015 selbstständig therapeutisch und als Seminarleiterin tätig. Christine Beusch ist verheiratet und hat drei Söhne.
Informationen:
Viele Menschen betrachten Elementarwesen als Geschöpfe der Phantasie – im Märchen kennt man sie etwa in bildhafter Gestalt als Zwerge, Wassergeister und Elfen. In alten Zeiten hat man jedoch an sie geglaubt und sie in ihrem Wirken im Jahreslauf (Saat, Ernte usw.) wahrgenommen und einbezogen – was sich in einigen Gegenden bis heute im Brauchtum erhalten hat. Inzwischen treten auch wieder immer mehr Menschen auf, die von Erlebnissen mit diesen Wesen berichten. Christine Beusch ist eine von diesen. Sie hatte im Jahr 2010 im Futurum-Verlag das Buch „Uns gibt es wirklich. Leben mit Elementarwesen“ veröffentlicht. Voraussichtlich Ende November 2022 erscheint ihr neues Buch „Jahresfeste anders feiern. Kreativ mit Elementarwesen“, das viele Anregungen enthält. Gerade auch zur Weihnachtszeit scheint es besonders interessant, sich hiervon zu einer neuen, beidseits bereichernden Form der Gemeinschaft mit diesen Geschöpfen inspirieren zu lassen. In der Veranstaltung werden einige Auszüge des Buches vorgestellt und durch Weiteres ergänzt. Im Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kann das Thema weiter vertieft werden.
Samstag 26.11.2021, 14:30 Uhr: Bericht zur Generalversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. (Lörrach),
Ort: Die Versammlung fand angesichts der Corona-Situation satzungsgemäß (vgl. §12 (3)) in virtueller Form statt, ergänzt durch die Möglichkeit der schriftlichen Stimmabgabe im Vorfeld.
Zu Beginn wurde festgestellt, dass die Versammlung satzungsgemäß einberufen wurde und ebenso, dass sie beschlussfähig ist (die Satzung enthält hierzu keine einschränkenden Bestimmungen). Die verlesenen Tagesordnungspunkte/Gegenstände der Beschlussfassung gemäß Einladungsschreiben lauteten:
Die genauen Fragestellungen fanden sich vollständig im Einladungsschreiben abgedruckt.
Darüberhinaus wurden keine Anträge eingereicht.
Dr. Björn Steiert gab als Versammlungsleiter zur Einführung einen Überblick über die zurückliegenden Veranstaltungen des Jahres 2022. (= Tagesordnungspunkt 1)
Demnach hat die Möglichkeit der Onlinevorträge es mit sich gebracht, dass der Verein sehr renommierte bzw. erfolgreiche Referierende in das Programm einbezogen und eine größere Reichweite erschlossen werden konnte. Die Veranstaltung mit dem Bestsellerautor Prof. Oliver S. Lazar („Jenseits von Materie“) und Bettina Suvi Rode hat beispielsweise mit rund 300 Personen einen Teilnehmerrekord beschert. Dieses Publikum hätte im Raum vor Ort gar nicht untergebracht werden können. Mit dem Referenten Maksim Manuylow, einen Fachmann für „Magie“, gab es erstmals einen Vortrag mit direkter Übersetzung im Programm, und ebenfalls eine Premiere stellte das Interview-Format mit dem Regisseur, Schauspieler und Musiker Thomas und seiner Frau Julia Domenica Busse dar. Auch kleinere Veranstaltungen, wie mit dem sehr erfolgreichen Autor und Schamanismuskenner Dr. Thomas Höffgen, stellten qualitativ eine wesentliche Bereicherung dar. Die Vergabe des Kulturwerkstatt-Preises an Anna-Lisa Giehl und Emil Stejnar fand erfreuliche Resonanz [Nachtrag: auch erwähnt in der Zeitschrift „Gnostika“, 68]. Zuletzt hat der Verein sich im Oktober auch wieder an eine „Präsenzveranstaltung“ gewagt und man hofft, in diesem Sinne – Kombination von Online- und (schwerpunktmäßig) Präsenzveranstaltungen – fortfahren zu können, soweit es die Coronareglements erlauben.
Durch die aktualisierte Vereinssatzung sind ebenfalls größere Handlungsspielräume bei der Durchführung von virtuellen Versammlungen möglich, und auf der Internetseite des Vereins wurde die Möglichkeit der Onlinespende eingerichtet, abgewickelt über einen Partner der GLS-Bank.
Das nächste „Großprojekt“, abseits der Veranstaltungen, ist eine völlige Neugestaltung und Modernisierung der Vereins-Homepage, nachdem man schon seit einiger Zeit auch über das neue, im Briefkopf zu sehende Logo verfügt. Insofern gilt: Die Perspektiven sind sehr gut.
Aber es gilt ebenso: Sämtliche Rahmenbedingungen werden teils erhebliche schwieriger, was insbesondere die finanziellen Aspekte angesichts steigender Kosten betrifft. Hinzu kommt ein Problem, das sich gegenwärtig allen Vereinen stellt – nämlich sinkende Mitgliederzahlen –, was sich gerade bei kleinen Vereinen noch gravierender auswirkt. Für alle Formen der Mitgliederwerbung und Aufmerksammachung Interessierter ist man deshalb dankbar.
Der Vorstand ist davon überzeugt, dass es gerade in unserer gegenwärtigen Zeit wichtig ist – und zunehmend immer wichtiger sein wird – „Inseln“ wie die Kulturwerkstatt zu schaffen und zu behaupten. Orte – real und virtuell –, die man als kulturelle Freiräume und Freiräume für Spirituelles verstehen kann. Und in diesem Sinne will man sich weiter engagieren.
Zu den Punkten/Abtimmungen der Tagesordnung (genaue Formulierung der Fragen siehe Anlage >> Stimmzettel) haben sich folgende Abstimmungsresultate ergeben (schriftlich im Vorfeld abgegebene und während der Versammlung abgegebene Stimmen zusammengefasst):
Die Kassenprüfung (siehe gesonderte Dokumentation) ergab eine einwandfreie Kassenführung. Beantragt wurde die Entlastung des Vorstands. Dieser wurde ohne Gegenstimme entlastet, wobei die Vorstandsmitglieder selbst sich enthielten.
Zur Wahl standen:
– Björn Steiert als Kultur-Vorstand
– Claus Steiert als Rechts-Vorstand
– Björn Schwander als Wirtschafts-Vorstand
Ergebnis: Jedes Vorstandsmitglied wurde einstimmig im Amt bestätigt.
Gefragt war, ob die aktuelle minimale Mitgliedsbeitragshöhe (5 Euro pro Person) beibehalten werden soll.
Ergebnis: Die Frage wurde einstimmig bejaht.
[zu diesem Punkt siehe gesonderte Berichtserstatuung]
Beim anschließenden Gespräch zu diversen Themen wurde auch auf Björn Schwanders Anregung eingegangen, verstärkt in sozialen Medien in regionalen Gruppen zu werben (z.B. Facebook). Der Verein hat zudem seit kurzem auch einen Instagram-Account.
Samstag, 22. Oktober 2022, 19:00 Uhr, PRÄSENZ-Vortrag:
„‘Alternative Medizin‘ beginnt [nicht], wo die Schulmedizin Grenzen hat“
Referentin: Dr. Nicola Hanefeld
Bericht:
Dr. Nicola Hanefeld sprach in der Lörracher Kulturwerkstatt über „Alternative Medizin“, wobei sie gleich deutlich machte, dass sie die komplementären Ansätze eben nicht als „Alternative“, sondern als (wechselseitige) Ergänzung zu Schulmedizin sieht. Ihr Ideal ist insofern eine integrative Medizin, wie es etwa auch formuliert wurde von Prof. Gustav Dobos als Direktor vom Zentrum für Naturheilkunde und Integrative Medizin an der Uniklinik Duisberg-Essen (https://kem-med.com).
Zunächst ging sie auf die Bachblütentherapie ein, entwickelt von Dr. Edward Bach (1886-1936), zu der sie auch ein autobiografisches Buch („One Person’s Journey“) verfasste. Hierzu zeigte sie ein Foto von sich selbst mit eingegipstem linkem Unterarm, das aus einer Zeit stammte, in der ihr die Bachblüten, genauer gesagt die sogenannten Notfallropfen sehr hilfreich waren (neben dem „obligatorischen“ Paracetamol). Bach, ein dazumal renommierter Mediziner, erkannte, dass dieselben Symptome bei unterschiedlichen Personen durchaus durch unterschiedliche Disharmonien oder Unausgeglichenheiten hervorgerufen werden können, so dass man im Grunde in der Behandlung jeden Menschen als Individuum begreifen müsse. Es sei, so Hanefeld, in der Bachblütentherapie immer die Persönlichkeit und Stimmung des Patienten zu berücksichtigen.
Hierbei gerät auch das Gebiet der Psychoneuroimmunologie ins Blickfeld – ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt. Es geht letztlich um einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Seele und Geist berücksichtigt, und darauf aufbaut, dass in der Harmonisierung der Persönlichkeit ein wesentlicher Schlüssel zur Gesundheit liegt und somit präventive Maßnahmen ergriffen können, um überhaupt nicht krank zu werden oder Krankheiten besser zu bewältigen. Nicht allein die Behandlung der Symptome ist das Ziel, sondern der Ursachen. Die Bewusstheit des Menschen ist dafür ein entscheidender Faktor. In diesem Sinne zitierte sie Edward Bullmore (12. September 2022, „The Guardian“), der forderte, die Trennung zwischen körperliche Beschwerden (Schulmedizin) und und Psychotherapie aufzugeben. Auch bei der Behandlung von Long Covid, das auf mindestens zehn Prozent der Covid-Infektionen folge, so dass inzwischen weltweit rund 65 Millionen Menschen an den Corona-Spätfolgen leiden („Microbiology“, 13.01.2023) sei dies angezeigt. Allerdings: Die alternativmedizinische Herangehensweise erfordert oft einen höheren Zeitaufwand, um sich, auch in Gesprächen, auf den jeweiligen Menschen einzulassen und auch dessen Lebensumstände (einschließlich Ernährungsgewohnheiten) zu betrachten und einzubeziehen. Dies erweise sich gerade bei chronischen Erkrankungen oft als segensreich, und der Patient könne ein besseres Selbstmanagement, zum Beispiel in Stresssituationen lernen und werde so weniger anfällig. Sie zitierte einen Beitrag der „Süddeutschen Zeitung“ vom 17. August 2020, in dem es hieß, es sei „[…] auch der Zeitfaktor nicht unwichtig – wie viele Minuten oder Stunden benötigt ein vertrauensvolles Gespräch? Wie viel Zeit haben wir? Dabei sind uns Medizinern die Hände gebunden und oft ist nur ein zweites Gespräch eine Ausweichmöglichkeit.“ (https://www.sueddeutsche.de/kolumne/medizin-schlechtekommunikation-als-behandlungsfehler-1.5001868) Umgekehrt sei dort, wo man handeln müsse, etwa bei chirurgischen Eingriffen, oft die Schulmedizin gefragt und könne Hilfe leisten.
Bei allem Nutzen, den Hanefeld in der Verbindung zwischen Schulmedizin und komplementären Ansätzen erkannt, wies sie auch auf leider zu konstatierende, einseitige Tendenzen hin, so etwa in der in bestimmten Bundesländern besonders deutlichen übermäßigen Rückgriffs auf den Kaiserschnitt als Geburtsmethode. So kamen im Jahr 2017 in Sachsen-Anhalt nur 24 % der Kinder auf diese Weise zur Welt, im Saarland jedoch 37,2 %. Dies konnte als Beispiel dafür verstanden werden, wie eine an sich in vielen Fällen angebrachte Methode leider häufig auch in solchen Fällen angewendet wird, wo es medizinisch eigentlich gar nicht sinnvoll erscheint. Umgekehrt machte sie aber auch klar, dass sie sich bei ernsten Erkrankungen nicht allein für komplementäre Ansätze das Wort ergreife, wie es andere täten. Sie sprach hier auch das Beispiel einer Freundin an, die sich in Folge ihrer Krebserkrankung zunächst nur auf letztere verlassen wollte und schließlich starb: Karoline Erdmann, Autorin des Buches „Ich tanze mit der Angst – ich tanze mit der Freude.“
Generell aber sei es ihrer Beobachtung nach so, dass allgemein eine zunehmende Offenheit unter praktizierenden Ärzten für Alternativmedizin bestehe, wozu sie auch ein Zitat seitens der Envivas Krankenkasse (www.envivas.de) anführte: „Fakt ist: Viele Methoden der Alternativmedizin zeigen erstaunliche Effekte und werden auch von Schulmedizinern und Krankenversicherungen anerkannt.“ Es gebe auch Krankenkasse, wie die Securvita, die für solche Behandlungen (Akupunktur, Homöopathie, Anthroposophische Therapien, Osteopathie, Chiropraktik, Naturheilverfahren, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)) zahlen. Hingegen werden auf der anderen Seite diese Methoden – etwa die Homoöpathie – oft unwillkürlich und immer häufiger in despektierlicher Weise mit Esosterik in Verbindung gebracht. Hanefeld illustierte dies mit dem Hinweis auf eine Pressemeldung, die auf Hollywoodstar Gwyneth Paltrow als Anhängerin der Komplementärmedizin Bezug nahm.
Ein weiterer Schwerpunkt in Hanefelds Arbeit ist die Alexander Technik, die sich mit der Bewusstwerdung und Veränderung körperlicher Fehlhaltungen auseinandersetzt – Fehlhaltungen, wie man sie sich über lange Zeit unbemerkt angewöhnt hat. Zur Illustration verwendete Hanefeld wiederum eigenes Bildmaterial, in dem sie ein Jugendfoto von sich zeigte und im Vergeich dazu eine spätere Aufnahme, auf der sie als ein Mensch erscheint, der ausgeglichen und offen in sich selbst ruht.
Im anschließenden Gespräch wie auch im Anschluss an den einige Monate später erfolgten Online-Vortrag zum selben Thema wurden noch diverse weitere Aspekte angesprochen: Etwa dass Bachblüten auch bei Kindern wirkten und sogar bei Menschen, die nicht daran glaubten. Hanefeld selbst betonte, dass sie eine Zeit in der sie ihre Familiengeschichte aufarbeitete und dabei Schlimmes aus der Zeit des Nationalsozialismus erfuhre, ohne die Bachblüten nicht überstanden hätte. Sie betonte allerdings, dass sie nicht im medizinischen Sinne Diagnosen stelle und Mittel verschreibe – sie sei keine Heilpraktikerin oder Ärztin – sondern berate (= Registrated Practicioner der Bachfoundation) und als vom Bach-Institut anerkannte Expertin Interessierte auf diesem Gebiet ausbilde. Sie verwies auf die Schriften, die man auf dessen Homepage lesen könne. Eine andere Teilnehmerin warnte noch vor allzu einfachen, „modernen“ Methoden, sich die Bachblüten nutzbar machen zu wollen, etwa durch bereits fertig zusammengestellte Mischungen zu bestimmten Themen wie „Stress“ – denn die Gründe, weshalb ein Mensch Stress habe, könnten sehr verschieden sein. Für unterschiedliche Personen seien eben durchaus nicht immer dieselben Mittel geeignet, bei der Zusammenstellung der Mischung komme es auf die individuelle Disposition an.
Informationen:
Interaktiver Vortrag über die oft ideologisch aufgeladene Konfrontation von Anhängerinnen und Anhängern der „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“; ein Plädoyer für eine komplementäre Haltung.
Die Referentin hat über 30 Jahre Berufserfahrung als Alexander-Technik Coach und ein Vierteljahrhundert Erfahrung als anerkannte Bach-Blüten-Beraterin und Trainerin.
Sie blickt zurück auf ein reiches Berufsleben, fasst ihr Verständnis der Grenzen der zwei Ansätze zusammen und plädiert für mehr Kooperation zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Ansätze wie Osteopathie, Akupunktur und Homöopathie kommen auch zur Sprache.
Dr. Nicola Hanefeld, geb. 1958 in London, wohnt seit 1981 in Freiburg. Promotionsarbeit in Health Studies, Alexander Coach und Bach Foundation Registered Practitioner and Trainer. Mutter und Großmutter.
Ihr Buch „One Person’s Journey. Short stories with Dr Bach’s flower remedies“ (2016) ist im Kindle-Format bei Amazon erhältlich.
Infos: www.bachblueten-freiburg.de
Montag, 20.05.2022, 20:00 Uhr, ONLINE-Gespräch:
„Bruno Gröning. Aufruf zum wahren Christentum. Gespräch mit Thomas Busse und Julia Domenica Busse über die gleichnamige, neue Dokumentation und frühere Filmprojekte“
Julia Domenica Busse und Thomas Busse
Copryright by Björn Steiert
Bericht:
In einer mehrstündigen Veranstaltung tauschte sich Kulturwerkstatt-Vorstand Björn Steiert mit dem Regisseur Thomas Busse und dessen Frau, der Schauspielerin Julia Domenica. Es ging um das filmische Schaffen Busses im Gesamten und um das aktuell vorgestellte, von beiden realisierte Filmprojekt “Bruno Gröning – Aufruf zum wahren Christentum” im Besonderen.
Busse ist als Künstler und Kulturschaffender für seine Vielseitigkeit bekannt – unter anderem auch als Maler, Schauspieler, Autor und Musiker. Er hatte vor diesem Hintergrund bereits den Kulturwerkstatt-Preis 2019 erhalten, und zwar für die Verwirklichung spiritueller Impulse in Kunst und Kultur. Der zweite Preisträger war damals der Waldmensch Féro, der sich für den Erhalt der Wildnis in den Dolomiten einsetzt. Der Veranstalter erinnerte auch daran, dass Busse im April 2008 bereits persönlich in der Kulturwerkstatt zu Gast gewesen war, und zwar mit einem Konzert, das er mit der Musikerin Omnitah dort gegeben hatte. Seine jetzige Frau hatte er bei den Castings zu seinem Film “Lisa und der Maler” kennengelernt, in dem sie die Hauptrolle spielte. Sie ist ebenfalls auf vielfältige Weise künstlerisch tätig.
Das Gespräch bewegte sich weitgehend chronologisch entlang von Busses Filmprojekten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten bereits im Vorfeld Fragen eingebracht und konnten weitere stellen. Dabei wurde vor auch deutlich, dass für Busse ein großes Leitmotiv die Authentizität ist so hatte er, um sich selbst treu zu bleiben, auch einmal das Rollenangebot für eine RTL-Serie abgelehnt. Ihn und seine Frau zeichnet auch ein großer persönlicher, materieller wie zeitlicher Einsatz bei ihren Independentfilmprojekten aus, der sich sowohl auf eigene praktische Tätigkeiten, wie etwa beim Colourgrading, oder auch auf das Sammeln von Spenden erstreckt. Wichtig aber ist es ihnen, in ihren Filmen auch Dimensionen aufzuzeigen, die in der heutigen Medienwelt oft zu kurz kommen: Schönheit, Menschlichkeit, Spiritualität. Als eigene eindrucksvolle Filmerlebnisse nannte Busse unter anderem Verfilmungen über das Leben von Menschen wie Gandhi. Unter Coronabedingungen gingen seine Frau und er auch dazu über, Filme im Streaming anzubieten, jedoch bleibt das Gemeinschaftserlebnis im Kino ein wichtiger Aspekt.
Der erste Film, über den gesprochen wurde, war der 1993 vorgestellte und 2015 – HD-abgetastet und Farb-optimiert – neu herausgekommene “Wunderapostel”, basierend auf einem auch das Graosmotiv aufgreifenden Roman Hans Sterneders. Busse spielt in der Ende des 19. Jahrhunderts, im deutschsprachigen Rau angesiedelten Handlung die christusähnliche, geheimnisvoll bleibende Hauptfigur. Auch Gedanken des von Zetitgenossen als “Heiler” bezeichneten Bruno Grönings klingen in dessen Aussagen an. Gefragt ob er sich vorstellen könne, auch eine konträre, sozusagen diabloische Figur zu spielen, verwies er auf das Projekt “Am Abgrund und darüber hinaus”, einem dokumentarischen Fernsehfilm von Thomas Eich aus dem Jahr 1997, in dem er einen Dealer verkörperte. Wichtig sei, dass ein Schauspieler die jeweilige Rolle verkörpere und sich danach ausrichte. Er vermittelt dies selbst in seinen Kursen für angehende Mimen.
Im Anschluss wurde eingehend über den dreiteiligen Dokumentarfilm “Das Phänomen Bruno Gröning” aus dem Jahr 2003 gesprochen. Dieser widmete sich dem Wirken des im Titel Genannten, der insbesondere seit dem Frühajhr 1949 von sich reden machte, als unzählige Kranke sich ins westfälische Herford begaben, da sie sich von Gröning, der im Traberhof in Rosendorf weilte, Heilung erhofften. Dieser allerdings verwies stets darauf, dass nicht er, sondern letztlich Gott die Heilung bewirke. Er gab dazu gewissermaßen nur einen Anstoß – ihm ging es dazu, sie zur “Umkehr” zu bewegen, dass hieß sich vom Schlechten und Bösen abzuwenden. So waren täglich rund 30000 Menschen anwesend und die Presse berichtete von spektukulären Erfolgen – allerdings auch zunehmender Kritik und Erschwernissen, die es Gröning immer schwerer machten, sein Werk fortzusetzen, worunter er sehr litt. Busse war es im Rahmen seiner neunjährigen Arbeit an dem Projekt wichtig gewesen, möglichst viele Originalstimmen von schlussendlich über 50 Zeitzeugen einzubeziehen, so dass deren Schilderungen einen authentischen Eindruck von Gröning vermitteln konnten – von dessen Lauterkeit, Bescheidenheit und ehrlichem Bemühen. Spielfilmszenen mit rund 2000 Statisten veranschaulichen das Geschehen. Nicht um Hagiographie oder Personenkult war es Busse in seinem ausschließlich durch Spenden und unentgeltliche Mitarbeit der Beteiligten realisierte in diesem Projekt zu tun gewesen, sondern um einen wahren Eindruck zu vermitteln, der dem “Phänomen Gröning” gerecht wurde. So beteligt er sich auch nicht an kursierendenSpekulationen um Gröning etwa im Hinblick auf dessen Reinkarnationen. Als Ankedote streute Julia Domenica Busse ein, wie sie zunächst – rein von Eindrücken von Fotos in Busses Haus ausgehend – geglaubt habe, es habe sich bei Gröning um Busses Vater gehandelt – die optische Ähnlichkeit sei doch recht groß. Eine grundsätzlich neue Perspektive habe sich für ihn durch die Arbeit am Film für ihn nicht ergeben, jedoch sei seine ohnehin schon vorhandene Wertschätzung immer tiefer geworden und gewachsen. Leider, so Busse, habe der Bruno Gröning Freundeskreis erwirkt, dass alle direkten Bezüge des für Gröning so wesentlichen, ja entscheidenden Gestalt Jesu Christi, entfernt wurden, um auch Angehörigen anderer Religionen den Zugang zu erleichtern. Dies habe er jedoch immer als falsch und unauthentisch empfunden, was ihn später dazu geführt habe, einen weiteren Film umzusetzen, der sich speziell diesem Thema widme. Allerdings verstehe er sich und den von ihm initiierten “Informationskreis: Leben und Lehre Bruno Grönings e.V.” nicht als Konkurrenz zum Freundeskreis. Im Gegenteil: Es gebe heute unterschiedliche Gruppen, die sich mit Bruno Gröning Lehre auseinandersetzten und sich auch begegneten und kooperierten, was nur zu begrüßen sei.
Als eher zufällig entstandenes Projekt mit Schauspielschülerinnen und Schauspielschülern stellte sich der Stummfilm, “Quelle der ewigen Jugend” von 2007 dar. In diesem suchen drei Paare nach der besagten Quelle. Der von Busse gespielte Besitzer und die Besitzerin des Schlosses, in dem sie weilen, weisen sie aber darauf hin, dass Unvorbereitete aus der Quelle nicht trinken dürfen. Denn wer dies nicht reinen Herzens tut, wird daran verderben und sterben. Als sie doch mit Gewalt dazu gezwungen werden, ihre Gäste zur Quelle zu führen, finden diese tatsächlih den Tod. Im Gespräch wurde auf einige praktische Aspekte der Umsetzung als Stummfilm eingegangen – etwa, dass man so die deutliche Dialektfärbung der Beteiligten umging, wobei man bei dem in den Szenen Gesprochenen durchaus den Bezug zu Handlung aufrecht erhalte habe. Ob die Schlossbesitzer selbst auch aus der Quelle getrunken haben, bleibt im Film dunkel. Vermutlich, so Busse, sind sie eher nur Hüter derselben. Der Film klingt mit Zitaten aus, die sich auch mit der Frage des Todes und der Vergänglichkeit auseinandersetzen. Dass man aus spiritueller Perspektive keine Angst vor dem Tod haben müsse, wurde in den persönlichen Antworten der Interviewten deutlich.
Im Jahr 2018 setzten Busse und seine (zukünftige) Frau schließlich den Kinofilm “Lisa und der Maler” um, der in Lörrach im Folgejahr auch im Union-Kino lief. Hierin geht es nicht nur inhaltlich um Malerei, der Film arbeitet anhand von Naturaufnahmen auch selbst mit Bildern von großer Schönheit – und drückt zugleich eine moralische Haltung aus, was beides in der heutigen Kunst, in der teils eher die Hässlichkeit kultiviert wird, nicht selbstverständlich ist. Im Mittelpunkt steht die Gestalt des Künstlers Philipp Martons, der am Tod seiner Frau leidet und seither keine Songs mehr schreibt oder aufführt. Er widmet sich allein der Malerei, die in den Augen zeitgenössischer Kritik in abschätzender Weise als naiv und kindlich bewertet wird. Er trifft auf eine bewusstlose Frau – Lisa, gespielt von Julia Domenica –, die er zu sich nach Hause nimmt. Eine Begegnung, die Folgen hat – beide haben von da an häufigen Kontakt. Zwei Welten treffen aufeinander … Lisa, in einer schwierigen Lebenssituation, ist atheistisch eingestellt, Marton hingegen, der in vielerlei Hinsicht Parallelen zu Busse zeigt, lebt einen freien Glauben. Albert Schweitzer habe gesagt, man werde nicht unbedingt dadurch Christ, dass man in die Kirche gehe – so wie man in einer Garage ja auch nicht zum Auto werde, heißt es in einer Gesprächsszene unter Sternenhimmel zwischen beidem. Für Lisa indes wird ihre finanziell schwierige Lage immer aussichtsloser. Dies und ein entscheidendes Missverständnis führen schließlich dazu, dass sie sich das Leben nehmen will. Sie kann jedoch gerettet werden, und auch Marton findet durch sie zu seiner Musik zurück und singt im Rahmen einer Ausstellung seiner Kunst das für Lisa geschriebene (von Busse im Stil an Leonard Cohen angeehnte) Lied: “You’re The Angel”. Busse hat für den gesamten Film selbst die Filmusik geschrieben, auch unter Rückgriff auf frühere Kompositionen wie “Bonsoir Madmoiselle”. So hat er es auch bei seinem nächsten großen Filmprojekt gehandhabt, der zweiten Gröning-Dokumentation, wobei er da betonte, das die Musik “dienenden” Charakter habe und nicht im Mittelpunkt stehe.
Wie auch Busses erste Dokumentation hat die zweite, veröffentlicht 2021, einen hohen zeitlichen Arbeitsaufwand und viele Ressourcen erfordert. Die Last (Recherche, Drehbuch, Kamera, Recherche, Licht, Ton – Assistenz, Fotobearbeitung, Prozedere des Erwerb von Rechten …) lag im Wesentlichen allein auf den Schultern des Zwei-Personen-Teams Thomas und Julia Domenica Busse. Doch In Busse war der Entschluss zu diesem Projekt gereift, um die “Leerstelle” der ersten Dokumentation auszugleichen, zumal die Zeit drängte, denn diejenigen, die Gröning damals erlebten, waren nun größtenteils schon hochbetagt … Es war trotz aller Belastungen die Dankbareit der Busses zu spüren, dass sie dieses Vorhaben realisieren konnten. Es wurde anhand von Aussagen von Gröning selbst, der Menschen aus seinem Umkreis, aber auch durch einbezogene Fotografien deutlich, wie wesentlich für ihnd er Bezug zu Christus war. Auf den Einwand einer Teilnehmerin, warum man denn im Titel des Films vom Christentum und nicht von Christus spreche – es seien ja auch viele negative Assoziationen mit dem kirchlichen Christentum verknüpft – meinte Busse, dass mit Christentum hier das “gelebte Christentum” gemeint sei, also das, was Christus den Menschen nahelegte, in ihrem Tun zu realisieren. Der Vorstand erinnerte daran, dass ein ein französischer Arzt über Bruno Gröning gesagt habe, dieser habe sich “auf der Bahn Christi bewegt” – ob dies auch bedeute, heute ähnlich leidvolle Erfahrungen wie Christus auf sich nehmen zu müssen, etwa im Sinne des Verkanntwerdens. Busse meinte, dies sei nicht zwingend, aber könne durchaus der Fall sein. Sowohl bei ihm, als auch bei seiner Frau wurde deutlich, dass sie selbst nie an Christus gezweifelt, ihn immer geachtet hatten. Reaktionen aus dem kirchlichen Christentum auf den Film habe es bislang nicht gegeben. Aber schon zu Grönings Zeit sei es immerhin zu – freilich vereinzelten positiven Reaktionen auf Gröning aus diesen Zusammenhängen gekommen, auch aus höherem hierarchischem Rang. Aktuell arbeite man nun an der Heraugabe des Films auf DVD und Übersetzungen.
Im Rückblick auf die Veranstaltung bedankte Busse sich herzlich beim Veranstalter und schrieb am 20. Juni 2022: “Sie haben das gut vorbereitet und prima durchs Programm geführt.”
Informationen:
Am Montag, den 20. Juni, 20 Uhr, organisiert die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. ein Online-Gespräch zu einer neuen Filmdokumentation über Bruno Gröning.
Gröning (1906 bis 1959) erregte in den 1950er Jahren großes Aufsehen. Er forderte die Menschen nach den traumatischen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs zur „Umkehr“ auf, das heißt zur Hinwendung zu Gott. Infolgedessen ereigneten sich viele, dokumentierte Heilungen Kranker, die nach schulmedizinischem Wissen unerklärlich sind. 2003 legte Thomas Busse bereits seine dreiteilige Dokuentation über Gröning vor, in der allerdings ein ganz wichtiger Bezugspunkt Grönings noch nicht vorkommen konnte: Christus bzw. das Christentum. Dies holt die aktuelle Dokumentation nach, für die einige der letzten noch lebenden Zeitzeugen interviewt wurden.
Die Veranstaltung widmet sich diesem und früheren Filmprojekten Busses unter dem Gesichtspunkt „Spiritualität im Film“.
Thomas Busse ist Preisträger des Kulturwerkstatt-Preises 2019 und auf vielfältige Weise künstlerisch tätig, unter anderem als Musiker, Maler und Schauspieler. Seine heutige Frau, Julia Domenica Busse, ist Hauptdarstellerin seines Spielfilms „Lisa und der Maler“ (2018), siehe (lisa-und-der-maler.de/) Bereits 1993 war er Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller in „Der Wunderapostel“ (wunderapostel.com) und ist Schöpfer des Stummfilms „Die Quelle der ewigen Jugend“. Beide realisierten mit großem persönlichen Einsatz als Zweier-Team den aktuellen Film „Bruno Gröning – Aufruf zum wahren Christentum“.
Internetseiten:
>> Filmprojekt: brunogroening-film.de
>> Julia Domenica Busse: juliadomenica.com
>> Thomas Busse: thomasbusse.de
Bitte lassen Sie uns Ihre Fragen an J. und Th. Busse gerne schon vorab per Email zukommen ( kulturwerkstatt@gmx.de ), um diese zu strukturieren. Darüberhinaus können weitere Fragen während des Gesprächs gestellt werden (Chat oder Mikrofon).
Die Teilnahme ist kostenlos. Wer möchte, kann dem Bruno-Gröning-Filmprojekt gerne einen Betrag nach eigenem Ermessen spenden. Modalitäten werden bekannt gegeben. Zu den Spendenmöglichkeiten siehe auch die Angaben auf der Homepage zum Film.
Samstag, 19.03.2022, 20:00 Uhr, ONLINE-Vortrag:
„Der Weg des Magiers. Esoterik, Magie und höhere Mächte.“
Referent: Maksim Maksim Manuylow, Übersetzung: Catrina Homova
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
siehe Aufzeichnungen:
Beim ersten (Instagram) ist der Vortrag etwas lauter zu hören :
https://www.instagram.com/p/CbTNlpTjOHE/
Beim zweiten (Youtube) ist er insgesamt etwas leiser, dafür ist ein Störgeräusch ausgeblendet.
Informationen:
Am Samstag, den 19. März 2022, 20:00 Uhr, lädt die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. zu einer besonderen Veranstaltung im Rahmen eines virtuellen Vortrags ein. Maksim Manuylow aus Nowosibirsk spricht über das Thema „Der Weg des Magiers. Esoterik, Magie und höhere Mächte“. Der Zugang ist ab ca. 10 Minuten vor Beginn unter https://lecture.senfcall.de/kul-iik-lmm freigeschaltet und die Teilnahme prinzipiell auch kostenlos möglich. Wenn man möchte, kann man den Vortrag gerne mit einem Betrag nach eigenem Ermessen honorieren. Die hierfür zur Verfügung stehenden Zahlungsoptionen werden bei der Veranstaltung bekannt gegeben.
Wenige Menschen gehen heute konsequent einen seriösen magischen Schulungsweg. Die populäre Esoterik ist eher gefühlsbetont-sentimental geprägt und vernachlässigt den Aspekt der Willensschulung. Der Referent, der langjährige Erfahrung in der magischen und schamanischen Praxis hat, ist in seiner Heimat auch unter dem Namen „Manumax“ bekannt. Er gibt sein Wissen und Können in Schulungen weiter, ist in Deutschland aber bisher nur selten öffentlich aufgetreten. Er führt in einer sich auf das Wesentliche fokussierenden Synthese die östlichen und westlichen Lehren zusammen. Die Kunst der Anwendung besteht im Zusammenwirken von Aufmerksamkeit bzw. Absicht, Vorstellung und Fühlen.Der Weg, den Manuylow entwickelt hat, basiert auf den ureigenen schöpferischen Kräften des Menschen und stützt sich als origineller Ansatz nicht auf eine Abhängigkeit von höheren Mächten, wie sie sich auch in Bitten, Gebeten und Praktiken der Beschwörung äußern kann. „Ich habe ‚Also sprach Zarathustra‘ von Nietzsche gelesen, als ich 14 Jahre alt war, und es hat eine Revolution in mir ausgelöst“, sagt er. Bis heute arbeite er daran, die Esoterik aus dem Kindheitsstadium herauszuholen und Bewusstsein und Verständnis dafür zu wecken, dass alles Wissen und der Schlüssel zur magischen Macht im Inneren des Menschen liegen. Er ist zudem Kenner des Tarots und der Runen, deren Ursprünge er erforscht hat.
Maksim Manuylow über seine Biografie: „Ich wurde 1976 in der Kirgisischen Sozialistischen Sowjetrepublik in Frunze geboren. Ich interessiere mich schon seit meiner Kindheit für Selbsterkenntnis und habe im Alter von sechs Jahren selbst erfundene Meditationen durchgeführt. Später habe ich herausgefunden, dass es sich dabei um Pratyahara-Techniken oder das Abschalten meiner Sinne handelt. Ich wollte spüren, was passiert, wenn man stirbt, wie sich ein Mensch dann fühlt …
Mit 13 Jahren begann ich in der Schule von Shaolla, einem Ableger des Shaolin Kung Fu, asiatische Kampftechniken zu praktizieren. Dort lernte ich die Grundlagen der Meditation, des Qigong und der Arbeit mit Energien. Mit 14 Jahren fand ich dann einen Yogalehrer, der mich Pranayama lehrte. Als ich 15 war, lernte ich einen anderen Lehrer kennen, sein Name war Tabrik. Er konnte seinen Kehlkopfkrebs besiegen, obwohl alle Ärzte sagten, er hätte keinen Monat mehr… Er lebte jedoch noch 20 Jahre und lehrte mich Techniken, um in veränderte Trancezustände und tiefe Meditation zu gelangen. Er zeigte mir, wie Hellsehen funktioniert. Das war 1991-92, und wir kommunizierten miteinander über eine telepathische Verbindung.
Als ich 16 Jahre alt war, fing ich an, im Esoterikzentrum meiner Tante zu arbeiten Ich half ihr und begann, Kurse zu geben. Dort habe ich auch Bioenergetik und die Arbeit mit dem Unterbewusstsein praktiziert. Im Alter von 17 Jahren zog ich mit meinen Eltern nach Wladiwostok und fing an, selbstständig zu arbeiten. In Nowosibirsk traf ich meinen nächsten Lehrer, Alexander Chervonenko. Er lehrte tibetische Techniken geistiger Einwirkung am ‚International Centre of Experimental Parapsychology and Alternative Treatment Techniques‘ (Lhas School/ Temple ‚Sheol‘), wo ich mein Diplom und den Grad eines Bio-Energie-Korrektors der Suggestion erhielt. Danach studierte ich in Moskau an der Schule des ‚Goldenen Lotus‘ und erhielt ein Zertifikat, das mich berechtigt, Parapsychologie zu unterrichten.
Im Alter von 27 Jahren eröffnete ich meine eigene esoterische Schule in Nowosibirsk. Im Alter von 35 Jahren geriet ich in eine Krise, die mich auf die Suche nach neuen Methoden und Experimenten mit dem Unterbewusstsein und der Umprogrammierung des Bewusstseins brachte. Seit 2012 experimentierte und arbeitete ich sechs Jahre lang an meinem System.
2018 habe ich eine neue Phase der virtuellen Arbeit begonnen und eine Online-Schule namens ‚The Magician’s Way‘ gegründet, die die Umprogrammierung des Unterbewusstseins zum Gegenstand hat. Ich arbeite derzeit online auf der ganzen Welt. Die Essenz meines Systems ist, dass ich alte Techniken der Mysterien, Meditationen sowie schamanische und transpersonale Techniken kombiniert habe.“ Infos (russisch): https://zen.yandex.ru/manumax
Der auf Russisch gehaltene Vortrag wird kontinuierlich übersetzt von Catrina Homova, die seit zwölf Jahren praktizierende Esoterikerin ist. In Manuylow fand sie ihren spirituellen Lehrer. Sie hat mit ihm zusammen einen Video-Einführungskurs zur Magie produziert (siehe https://www.energia-vitae.de) und vermittelt auf dem Youtube-Kanal „Tarotmagie_Beziehungen“ esoterische Themen auf eine frische Weise in kompakter Form. Unter demselben Namen ist sie auch auf TikTok unterwegs. „Die Gabe zu sehen habe ich seit der Geburt“, erklärt Homova, „Menschen zu ihrem Glück und inneren Frieden verhelfen zu können ist ein großes Privileg. Stetig bilde ich mich weiter, um mein Talent zu fördern.
Hinweis zur Teilnahme am Vortrag: Sie sollten einen aktuellen Browser verwenden. Nach Bestätigung einer Datenschutzerklärung können Sie sich „mit Mikrofon“ einloggen und sind zunächst automatisch stummgeschaltet. Fragen können per Chat oder (in der Fragebeantwortung) per Mikrofon gestellt werden.
Link zu einem kurzen Info-Video, das über unsere kommende Samstag-Veranstaltung „Der Weg des Magiers“ (Maksim Manuylow) informiert und von seiner Übersetzerin, Catrina Homova, aufgenommen wurde:
https://www.youtube.com/shorts/xTCweoA5XFI
Samstag, 19. Februar 2022, 19:00 Uhr, Online-Vortrag, 19:00 Uhr:
„Schamanismus bei den Germanen“
Referent: Dr. phil. Thomas Höffgen
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
Auf Einladung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. referierte der Germanist Dr. Thomas Höffgen im Rahmen einer virtuell übertragenen Veranstaltung über das Thema „Schamanismus bei den Germanen“, zu dem er ein aktuell – fünf Jahre nach Erscheinen – bereits in fünfter Auflage vorliegendes Buch publiziert hat. In der Wissenschaft, so Höffgen, sei man gegenwärtig noch zurückhaltend, sich einzugestehen, dass die germanische Kultur ganz wesentlich von schamanischen Praktien geprägt gewesen sei. Man spreche lieber von „schamanoiden Spuren“. Jedoch seien die Indizen dafür evident. Man könne darin durchaus ein Gemeinsames bei den Naturvölkern der unterschiedlichen Zeiten und Weltgegenden – wie etwa den Indianern – erkennen.
Das, was man heute mit einem der mandschu-tungusischen Sprache entnommenen Begriff als Schamanismus bezeichne (Schamane = jemand, der etwas weiß/Wissender) sei in der Tat ein weltweit verbreitetes und uraltes Phänomen. Die ältesten Belege aus Europa dafür seien die Höhlenmalereien, wie man sie etwa in Frankreich und Spanien finde. Man erkenne darauf merkwürdige Mischwesen zwischen Mensch und Tier – eine „Symbiose“, die auch praktzierende Schamanen anstreben würden, indem sie in ihren Ritualen oft einen Tiergeist zu verkörpern oder sich mit diesem zu verbinden suchten. Höffgen verwies zur Illustration auf ein Bild des Malers George Catlin (1832), das einen Blackfood Indianer im Bärengewand zeigt. Von den Germanen kenne man entsprechend die sogenannten Berserker (= die Bärenfelle Tragenden).
Höffgens Auffassung nach seien diese nicht primär äußerlich kämpfende Krieger gewesen, sondern Schamanen, die sich gleichsam in Bärengestalt mit geistigen Mächten (Dämonen) auseinandersetzten. Man möge einmal aus dieser Perspektive die altnordische Geschichte von Bödvar Bjarki lesen. Hierbei handelt es sich um einem Berserker, dessen sogenannte „Flygja“ (eine den Menschen nach germanischem Verständnis durch das Leben begleitende „Folgeseele“) in Gestalt eines Bären draußen auf dem Schlachtfelde kämpft – und zwar genau so lange, bis Bjarki aufwacht. Dann verschwindet auch der Bär…
In eine ähnliche Richtung könne man die Geschichten von Werwolfen deuten. Näheres dazu werde er in absehbarer Zeit publizieren, und zwar in Form eines geplanten Buches, zu dem beitragen zu dürfen eine Ehre für ihn sei. Übrigens, so Höffgen, gäbe es auch im äußersten europäischen Norden, nämlich in Lappland, immer noch eine stark schamanisch geprägte Kultur, nämlich die Sami, die auf ihren traditionellen Schamanentrommeln regelrechte kosmologische Karten der seelischen und geistigen Welten abbilden.
Höffgen kam im Weiteren darauf zu sprechen, wie man in schamanischen Kulturen, etwa im zirkumpolaren Bereich beziehungsweise Sibiren, die Vorstellung eines Baumes kenne, über den man als außerkörperlich, das heißt, schamanisch Reisender, andere Welten erreichen könne. Vergleichendes finde man in der „Edda“, in der uns die germanische Mythologie in dichterischer Form überliefert sei. Dort heiße der Weltenbaum „Yggdrasil“. Eine weitere bekannte Bezeichnung sei „Irminsul“. Der germanische Gott Wotan beziehungsweise Odin, den man als „Schamanengott“ par excellence bezeichnen könne, habe sich den überlieferten Geschichten nach zu diesem begeben, um neun Tage kopfüber in ihm hängend zu verbringen und so die Erkenntnis der Runen, der geheimnisvollen germanischen Schriftzeichen, zu erlangen. Vielleicht könne man hier auch an eine Art des rituellen Erhängens denken, bei dem der angehende Schamane die Einweihung durch den „kleinen Tod“ erfährt. „Ich glaube, die meisten von uns wollen gar keine Schamanen sein“, bemerkte Höffgen in diesem Kontext, denn dies gehe, wie vielfach dokumentierte Beispiele zeigten, tatsächlich stets mit einer „Todeserfahrung“ einher: einem Sterben oder einer Transformation des „alten Ichs“, verbunden mit einer Einblicknahme ins Verborgene. Bei den Burjat-Mongolen in Sibirien kenne man einen schamanischen Initiationsritus, bei dem der mit Blut einers Opfertier bebemalte, mit einem Schwert versehende Einzuweihende eine Birke erklettert, in die neun Einkerbungen geritzt sind, welche die neun Welten repräsentieren. Oben sitzend falle er schließlich in Ekstase …
Im Übrigen sei der Name Wotan auf „Wut“ zurückzuführen – also eine Form des Rausches oder der Ekstase. Diese sei für die veränderten Bewusstseinszustände der Schamanen typisch. Möglicherweise könne man so auch die überlieferten Beschreibung des von einem Zittern geschüttelten Göttervaters verstehen. Die Ekstase erlangten Schamanen häufig, indem sie sich mittels Trommeln in Trance versetzten – heute wisse man, dass monotone Rhythmen dieser Art tatsächlich Entsprechendes induzieren könne. Das Trommelgeräusch wiederum stehe in Verbindung mit der Vorstellung trommelnder Hufe, also dem Bild des Pferdes. So könne man wiederum an Wotan denken, der auf seinem überirdischen Pferd „Sleipnir“ das Heer der Toten beziehungsweise die wilde Jagd anführe … Zudem interpretiert Höffgen die Darstellung auf dem Runenstein von Möjbro (5.-7.Jhdt., Schweden) als den seine Trommel schlagenden, reitenden Wotan.
Desweiteren ging Höffgen auf die besondere Rolle ein, welche Seherinnen („Völvas“) und Zauberinnen bei den Germanen spielten – wobei man den Begriff Zauberer beziehungsweise Zaubererin durchaus als Äquivalent zum Schamanen beziehungsweise zur Schamanin in deren Kultur verstehen könne. Er wies darauf hin, dass Frauen generell eine bedeutsame Rolle bei den Germanen spielten. Darauf habe schon der römische Autor Tacitus hingewiesen, zumal im Hinblick auf deren Rolle als „weise Frauen“. Überliefert seien etwa Walburga, Ganna und Albruna – und da sei es nun interessant, dass all diese Namen auf das Wort für „Stab“ zurückzuführen seien. Der Autor Tolkien habe dies ebenfalls bei seiner Figur des Zauberers Gandalf, der in manchem dem wandernden Wotan nachempfunden zu sein scheint, so gehandhabt und zusätzlich mit dem Wort für „Alb/Elfe“ verbunden. In der Tat seien die besagten, bedeutenden Frauen mit einem entsprechenden „magischen Werkzeug“ ausgestattet gewesen, wohl in aller Regel mit Stäben aus Metall, was man aber nicht sicher sagen könne, insofern die hölzernen sich möglicherweise nicht erhalten haben.
Hiermit in Verbindung stehe auch unsere Vorstellung des Zauberstabs oder des Hexenbesens, auf dem man in andere Welten reite. Der Fund eines Stabes im Grab einer dieser besonders bemerkenswerten Frauen sei bemerkenswert, da man diesen sogar umgebogen habe – womöglich um zu verhindern, dass sie damit noch nach ihrem Tod unerwünschte Wirkungen erzeugen könne. Ähnliche Utensilien würden auch heutige Schamanen, etwa in Nepal verwenden, und es sei durchaus denkbar, dass man den Hammer des germanischen Gottes Thor in diesem Sinne deuten könne, etwa, wenn er ihn gegen Riesen, Schlangen und Drachen wendet.
Als Ergänzung zum Thema Flugreisen erwähnte er, dass man als Grabbeigaben der Völva von Fyrkat (Dänemark) schwarzes Bilsenkraut gefunden habe – eine sogenannte „Zauberpflanze“ oder psychoaktive Pflanze, wie man sie aus überlieferten Rezepten für „Flugsalben“, also außerkörperliche Reisen der Hexen kenne. Damit sollten ausdrücklich keine Empfehlungen zur Anwendung ausgesprochen werden, vor der man sogar warnen müsse, aber es sei als interessantes Phänomen zu konstatieren. Entsprechend wurde auf andere „Schamanenfpflanzen“, wie den Fliegenpilz hingewiesen.
Im Rahmen seines Vortrags konnte Höffgen aus Zeitgründen lediglich einige Beispiele geben, die seine Sicht auf das Thema illustrierten – ein Thema, das sich in vielfacher Hinsicht erweitern oder vertiefen lässt, wie es ausführlich in seinem Buch geschieht. Dass das Vorgebrachte gleichwohl sehr überzeugend und eindrucksvoll gewesen sei, wurde von Seiten der Teilnehmer, die teils bis aus den USA zugeschaltet waren, allerdings bestätigt.
Im an den Vortrag anschließenden Gespräch wurden weitere Bezüge zur heutigen Situation hergestellt. Viele Menschen suchten wieder die Anbindung an ihre Wurzeln, sei es in alten Kulturen und Ritualen, über die vielfach im Wald spielenden Märchen oder auch in der Hinwendung zur Natur. Höffgen betonte, wie wichtig es ihm in diesem Sinne sei, für deren Bewahrung einzutreten: Die Stämme der Germanen könne man auch als Waldvölker bezeichnen, heute hingegen seien gerade einmal noch 0,3 % der Flächen in Deutschland ursprünglicher Wald, der Rest „Forst“. Doch die Begegnung mit der Wildnis sei – von den ebenso bedeutsamen Gründen des Naturschutzes einmal abgesehen – eine ganz wesentliche Erfahrung für den Menschen, und es gehöre vielleicht dazu, dass diese sogar mit der Empfindung von „Gefahr“ verbunden sei. Höffgen schilderte, wie er etwa in der gerade zurückliegenden „Wolfsnachtzeit“ Mitte Februar mit seiner Frau zusammen eine Wanderung unternommen habe, und dabei auf Wildschweine getroffen sei … Wildtieren in freier Natur zu begegnen, sei durchaus etwas Besonderes. Schon im Vortrag war zudem das germanische, wiederum „schamanisch“ anmutende Ritual des „utisetta“, des „Draußen-Sitzens“, angesprochen worden, um in diesem außerzivillisatorischen Umfeld Erkenntnisse zu erlangen …
Insofern die Praktiken der Schamanen zeitlos sind, und auch heute wieder vermehrt aufgegriffen werden, mag der eine oder andere unter den Teilnehmern durchaus ganz konkrete Anregungen aus der Veranstaltung mitgenommen haben, und die Einsicht, dass das Phänomen des Schamanismus ein kulturübergreifendes ist, keineswegs an ein bestimmtes Volk oder vereinzelte Völker gebundenes. So bietet es vielleicht eine Möglichkeit, sich – über kulturelle Grenzen hinweg – auf einer tieferen Ebene „menschlich“ zu verstehen.
Informationen:
Am Samstag, den 19. Februar 2022, 19:00 Uhr, spricht der Autor Dr. Thomas Höffgen im Rahmen eines Online-Vortrags über das Thema „Schamanismus bei den Germanen“. Die Veranstaltung ist Teil des Programms der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V..
Im Mittelpunkt der nordischen Mythologie steht der Weltenbaum, das universelle Symbol des Schamanismus. An seinen Ästen klettert der Gott Odin – wie ein sibirischer Schamane – in die neun Welten. Trotzdem wurde in der Fachforschung stets bestritten, dass die Germanen ein eigenes Schamanentum besaßen.
Dr. phil. Thomas Höffgen, Autor und Referent, führt in diesem Vortrag vor Augen, dass die germanische Kultur sehr wohl all das zu bieten hat, was man bei schamanisch strukturierten Völkern vorfindet: Weltenbäume und Ekstasetechniken, Tierverwandlungen und Trommelkulte, Zauberkunst und Hexerei, Seelenreisen und Schamanenpflanzen.
Literatur: Höffgen, Thomas: Schamanismus bei den Germanen. Götter, Menschen, Tiere, Pflanzen. 5. Auflage. Meschede 2021.
Infos: www.thomashoeffgen.de
Weitere Publikationen des Referenten:
>> „Karneval im alten Europa. Ursprung, Brauchtum und Bedeutung eines heidnischen Verkleidungskultes“ (2020) >> Über den alten Karnevalskalender und die Wurzeln der modernen Fastnacht in den schamanischen Verkleidungskulten vorchristlicher Völker.
>> „Volkspoesie. Von grimmschen Märchen, germanischen Mythen und den Gesängen der Naturvölker“ (2019) >> Götterlieder, Zaubermärchen und Dämonensagen … Eine neue Untersuchung der alten Texte, die zu der erstaunlichen Erkenntnis, dass vielerlei Folklore fürwahr aus jener Zeit stammt, die „einmal war“.
>> „Goethes Walpurgisnacht-Trilogie.Heidentum, Teufeltum, Dichtertum“ (2015) >> Erstmalige Erschließung des werkübergreifenden Walpurgisnacht-Kunstwerks von Goethe in seinem literarhistorischen, poetologischen und ideengeschichtlichen Gesamtzusammenhang.
Samstag, 22. Januar 2022, 19:30 Uhr, ONLINE-Vortrag:
Jenseits von Materie – Eine wissenschaftliche Untersuchung von Jenseitskontakten: die EREAMS-Studie“
Referierende: Prof. Oliver S. Lazar / Bettina Suvi Rode
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
Am Samstag referierte Oliver S. Lazar, Doktor in den Naturwissenschaften und Professor für Informatik, im Rahmen einer Online-Veranstaltung der Kulturwerkstatt Dreiländereck über das Thema „Jenseits der Materie“. Lazar ist Verfasser eines gleichnamigen Buches, das seit seinem Erscheinen im Herbst 2021 bei Amazon auf Bestseller Rang 1 in mehreren Kategorieren gelistet ist, zum Beispiel in „Reinkarnation“ und „Tod“. Entsprechend groß war auch das Interesse – der Veranstalter konnte einen Teilnehmerrekord verzeichnen. An Lazars Seite referierte Bettina Suvi Rode, ebenfalls Autorin eines Buches zu diesem Themenkreis.
Beide sind Mitglieder des Projektsteams der EREAMS-Studie, deren Ziel es ist, auf empirische Weise die Wirksamkeit und Authentizität von Botschaften zu untersuchen, die im Rahmen von „Jenseitskontakten“ (auch Sittings genannt) vermittelt werden. So wurden in einer ersten Erhebungswelle 243 nach Methoden des britischen Spiritismus durchgeführte Sitzungen untersucht, die von zwei renommierten und europaweit bekannten Medien – darunter die Referentin – durchgeführt wurden. Die Hauptforschungsfragen der von einer psychologischen Psychotherapeutin begleiteten Studie, behandelten erstens das Thema „Authentizität“ durch hochspezifische, objektiv verifizierbare Beweise, die das Medium unmöglich hätte wissen oder recherchieren können, und zweitens, in welchem Maße der Jenseitskontakt heilsam und tröstlich war. Dies wurde durch statistische, detailierte Befragungen ermittelt.
Die Resultate sind, wie im Verlauf des Vortrags deutlich wurde, höchst signifikant. Rund 90 % der Teilnehmer konstatierten einen solchen „hochspezifischen Beweis“ – frappanterweise in einer ähnlichen Größenordnung auch jene, die dieser Form des Kontakts anfänglich skeptisch bis ablehnend gegenüberstanden. 82 % stellten fest, dass das Sitting sehr tröstlich gewesen sei – ein überaus positiver Effekt, den man gerade im Hinblick auf die notwendige Verarbeitung und Bewältigung von Trauer und Verlust in den Blick nehmen müsse. Lazar betonte, dass gerade die Angehörigen von Verstorbenen nicht leichtgläubig seien, sondern es im Gegenteil sehr genau wissen wollten, und auch bei der Studie sei man sehr kritisch vorgegangen, indem man sich alle Einwände selbst gemacht habe – eine Haltung, die im Umgang mit diesem Thema, kombiniert mit Unvoreingenommenheit, sehr zu empfehlen sei. Er selbst habe ursprünglich gar keinen spirituellen Hintergrund gehabt, sondern sei durch ein einschneidendes, persönliches Erlebnis – dem Unfalltod eines ihm scheinbar fremden Mädchens – mit diesen Fragestellungen konfrontiert wurden.
Rode ging ergänzend auf die vielen Fragen des Publikums ein und schilderte eindrückliche Beispiele aus ihrer Erfahrung. Sie brachte ihre Perspektive in Form eines Schlussworts zum Ausdruck, das besagte, dass wir letztlich alle Seelen seien – einige würden eben momentan in einem Körper leben, die anderen nicht. Das sei der einzige Unterschied. Die Studie wird seit April 2021 in einer zweiten Erhebungswelle fortgesetzt.
Informationen zur Studie unter: jenseits-von-materie.de
Informationen:
Der gemeinnützige Verein Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. veranstaltet am Samstag, den 22. Januar 2022, 19:30 Uhr, einen ONLINE-Vortrag mit Prof. Dr. Oliver S. Lazar und Bettina Suvi Rode zum Thema „Jenseits von Materie – Eine wissenschaftliche Untersuchung von Jenseitskontakten: die EREAMS-Studie“. Für den Zugang zum Vortrag ist das Einloggen ab ca. 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn möglich unter https://lecture.senfcall.de/kul-iik-lmm
Infolge von tiefgründigen persönlichen spirituellen Erlebnissen nach dem Unfalltod eines Mädchens begann der Natur- und Technikwissenschaftler Prof. Dr. rer. medic. Oliver S. Lazar im Jahre 2019 mit der empirischen Erforschung von Jenseitskontakten. Zusammen mit den Medien Bettina Suvi Rode und Tanja Schlömer und der psychologischen Psychotherapeutin Kathrin Stephan entstand die EREAMS-Studie (= Empirical Research of the Effectiveness and Authenticity of Messages from Spirit). Dabei haben 243 internationale Teilnehmer jeweils ein Sitting erhalten und wurden ca. 3-4 Wochen nach dem Termin mittels Fragebogen zu ihren Erlebnissen und Erfahrungen des Jenseitskontaktes befragt. Die Hauptforschungsfragen behandeln die Themen Authentizität durch hochspezifische Beweise, die das Medium unmöglich hätte wissen können, und in welchem Maße der Jenseitskontakt heilsam und tröstlich war. Die Resultate sind höchst signifikant und erschüttern das materialistische Weltbild
Die Ergebnisse der Studie werden in Form eines Folienvortrags (ca. 90 Minuten mit anschließender Fragerunde) präsentiert. Prof. Lazar berichtet von ihnen auch in seinem im September 2021 erschienenen Buch „Jenseits von Materie“ (ISBN 978-3039330423), das bei Amazon Platz 1 unter den Beststellern in den Kategorien Tod/Reinkarnation erreichte. Bettina Suvi Rode ist Autorin des Buches „Von Libellen, Schmetterlingen und dem Tanz auf dem Regenbogen: Jenseitsbotschaften von Kindern, Eltern und Geschwistern“ (ISBN 978-3548746111).
>> Internetseiten der Referierenden:
Prof. O. S. Lazar https://jenseits-von-materie.de
Bettina Suvi Rode https://bettinasuvirode.de
Samstag, 27.11.2021, 18:30 Uhr: Bericht zur Mitgliederversammlung Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. (Lörrach)
Ort: Die Versammlung fand angesichts der Corona-Situation satzungsgemäß in virtueller Form statt, ergänzt durch die Möglichkeit schriftlicher Stimmabgabe im Vorfeld.
Zu Beginn wurde festgestellt, dass die Versammlung satzungsgemäß einberufen wurde und ebenso, dass sie beschlussfähig ist (die Satzung enthält hierzu keine einschränkenden Bestimmungen). Die verlesenen Tagesordnungspunkte/Gegenstände der Beschlussfassung gemäß Einladungsschreiben lauteten:
Die genauen Fragestellungen fanden sich vollständig im Einladungsschreiben abgedruckt (siehe Anlage >> Stimmzettel).
Darüberhinaus wurden keine Anträge eingereicht.
Dr. Björn Steiert gab als Versammlungsleiter zur Einführung einen Überblick über die zurückliegenden Veranstaltungen des Jahres 2021. In dessen Verlauf wurde, wie er informierte, gemäß des Beschluss der vorigen Mitgliederversammlung beim Amtsgericht Freiburg ein neuer Abschnitt zur virtuellen Beschlussfassung als §12 (3) eingetragen.
Nach wie vor waren Veranstaltungen nur in sehr eingeschränkter Form möglich bzw. gut durchführbar aufgrund der Corona-Umstände. So fanden sie ausschließlich als virtuelle Vorträge auf Big Blue Button statt. Am 27. März sprach F. Vollbrecht über „Außerkörperliche Erfahrungen“, am 19. Juni bedankten sich Oliver Groß und Rebecca Kramer mit einem Vortrag über das Unteehmen „Sonett“ für das an dieses ergangenen Kulturwerkstatt-Preis 2021. Am 23. September referierte Kasten Massei über „Geheimnisse der Tiere“ – er war vor einigen Jahren bereits vor Ort zu Gast –, und am 23. Oktober sprach Sascha Denzer über „Das grüne Herz“. Inhaltlich konnte man mit allen Veranstaltungen sehr zufrieden sein, allerdings gab es größere Schwankungen in der Teilnehmerzahl, zum Teil auch aufgrund von „Konkurrenzveranstaltungen“ (Fußball-EM). Auf eigene Einnahmen hatte der Verein zugunsten der Referierenden verzichtet – die, soweit bekannt, ohnehin nur gering ausfielen. Für die Zukunft (in der man eine virtuelle Spendenmöglichkeit für den Verein einrichten will) sollen Veranstaltungen zunächst weiterhin nur online stattfinden, voraussichtlich ab Frühjahr dann gemischt: schwerpunktmäßig vor Ort plus vereinzelt virtuell. Man hat sich schon mit Anschaffungen und Skizzen für ein Hygienekonzept dafür vorbereitet, auch unter Corona-Bedingungen Vorträge etc. zu organisieren. Als Wunsch von Teilnehmerseite wurde ein weiteres Seminar/Vortrag mit Benjamin Maier geäußert (als Referent etabliert). Geplant ist bereits eine Online-Veranstaltung mit Bestseller-Autor Prof. Dr. Oliver S. Lazar und Bettina Suvi Rohde. Außerdem anvisiert: ein virtueller Vortrag von Thomas Busse plus Gespräch über seinen neuen Bruno-Gröning Film.
Der Vorstand weist darauf hin, dass man ein Hauptaugenmerk für die nächste Zeit darauf legen sollte, die Zahl der Newsletterempfänger zu steigern.
Sonstiges, was zu vermeldet ist:
Wirtschaftsvorstand Björn Schwander ist in den Stuttgarter Raum gezogen, übt sein Amt weiter aus.
Verstorben im aktuellen Jahr (März) ist das Mitglied Elfriede Böhrig, die nach dem Tod ihres Mannes für diesen eingetreten war.
Zu den Punkten/Abtimmungen der Tagesordnung (genaue Formulierung der Fragen siehe >> Stimmzettel) haben sich folgende Abstimmungsresultate ergeben (schriftlich im Vorfeld abgegebene und während der Versammlung abgegebene Stimmen zusammengefasst):
Die Kassenprüfung ergab eine einwandfreie Kassenführung. Beantragt wurde die Entlastung des Vorstands. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.
Gefragt war, ob die aktuelle minimale Mitgliedsbeitragshöhe (5 Euro pro Person) beibehalten werden soll. Dies wurde einstimmig bejaht.
Der Kulturwerkstatt-Preis 2022 geht an an Anna-Lisa Giehl und Emil Stejnar.
Samstag, 23.10.2021, 19:30 Uhr, ONLINE-Vortrag:
„Das grüne Herz“ – Die Wende in unserer Kultur beginnt beim Einzelnen – im Herzen. Abenteuer – Naturkontakt – Kulturwandel
Referent: Sascha Denzer
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
Der Autor Sascha Denzer stellte in der Kulturwerkstatt seinen autobiographischen Roman „Das Grüne Herz“ vor, in dem er von einer Reise in den Dschungel Brasiliens und was diese für ihn bedeutete erzählt. Dieses Buch, so war damals sein Eindruck, sollte unbedingt vor 2018 erscheinen, da es innigem Zusammenhang stehe mit der „grünen Wende“, die sich seitdem immer deutlicher abzeichne.
Wichtig, so Denzer, sei es, einmal mutig einen Weg zu gehen, den man sich nur selbst vorgebe. In die später eingeschlagene Richtung deuteten schon frühe Kindheitserlebnisse in der Natur, die er sich allerdings damals noch nicht ganz zu Bewusstsein gebracht habe. Hinzu komme, dass er gerade bei Männern die Beobachtung gemacht habe, dass er für diese bedeutsam sei, sich einmal in eine Situation der „Lebensgefahr“ zu begeben. Nicht etwa in einem draufgängerischen oder leichtsinnigen Sinne, sondern unter dem Aspekt, auch etwas zu wagen für etwas, das man als richtig erkannt hat. Dies gilt letztlich für alle, die einen Traum oder ein großes Ziel verfolgen. So gelange man schließlich auch in neue Erfahrungsbereiche und vermöge sein Schicksal stärker zu erkennen. Unter diesem Gesichtspunkt gebe es sogar Ähnlichkeiten zu den Nahtodeserlebnissen, die in einem Moment an der Grenze zwischen Leben und Tod einen neuen Blick auf sich selbst und die Welt vermitteln. Manche Menschen führe der sogenannte „Zufall“ (oder besser: das Schicksal) in solche Situationen, andere gelangten durch geistige Schulung zu solchen Erlebnissen. Die Farbe Grün wurde Denzer auf seinem eigenen Weg schließlich zu einer Art Leitmotiv – und das nicht „nur“, weil sie im Dschungel derart überwiegt.
Der Mensch, schilderte Denzer, bestehe zwar zu einem sehr hohen Prozentteil aus Wasser, aber wenn man dies gemeinhin so zitiere, vergesse man oft, dass er eben auch aus „Licht“ bestehe. Äußerlich mag man dies auf die letztlich durch die Kraft der Sonne hervorgebrachte Nahrung beziehen, die wir zu uns nehmen. In einem Rohkostzentrum in Frankreich sei es allerdings einmal zu einem Gespräch mit einem Freund namens Uli gekommen. Denzer las hierzu einige Abschnitte seines Buches vor. Uli habe ihn darauf hingewiesen, dass der Mench auch einen „Lichtkörper“ in den Regenbogenfarben besitze, der sich bis zu einem Radius von 3 Metern erstrecke. In diesen als „Organe“ eingebettet seien die Chakren, worunter 7 Hauptchakren fallen. Das mittlere, vierte Chakra, befinde sich in der Herzregion und trage die ausgleichende Farbe grün, also zugleich die Farbe des Lebens. Von diesem Mittelpunkt aus, solle die Welt gestaltet werden. Dies würde dazu führen, dass man auch die Lebenssysteme nicht mehr missachte, sondern erkenne, wie alles zusammenhänge und dementsprechend handle. In diesem Sinne müsse man auch die anstehende „grüne“ Wende verstehen, die demnach umfassender gedacht ist, als wenn man „nur“ von Naturschutz spricht. Es gehe dabei auch um grundsätzliche Fragen, wie etwa „Was gehört zum Leben dazu?“ Und die Wende beginne bei einem Selbst …
Zur Rohkost bemerkte Denzer am Rande noch, dass diese für ihn sehr wesentlich gewesen sei, dass er aber die Erfahrung gemacht habe, dass die „richtige“ Ernährung etwas höchst individuelles sei.
Konkreter Anlass, nach Brasilien aufzubrechen, sei eine Einladung Rüdiger Nehbergs gewesen. Er habe in einer Medizinstation für Indigene mitwirken sollen. Doch Denzer verließ diesen „Pfad“, was ermöglichte, dass sich ganz andere, unerwartete Begegnungen ergaben … Und er erlebte, wie sich seine Wahrnehmungsfähigkeiten erweiterten. So spürte er, auf einem Baum ausharrend, einmal die Nähe eines Jaguars. Ihm wurde dabei bewusst, dass ihn zwei Augen eines Unbekannten ansahen. Als er aber der Frage nachging, wer ihn in diesem Moment der Gefahr angesehen hatte, wurde ihm klar, dass er selbst es gewesen sei. „Im Stillen stellte ich die Frage: ‚Wer ist das? Wer bist du?‘[…] Und nach einer Weile kam die Antwort: ‚Das bin ich selbst.‘“
Es sei die eigene Ich-Substanz unter diesen bedrohlichen Bedingungen gleichsam so stark geworden, dass sie sich auch im Äußeren derart gezeigt und wahrgenommen habe.
Von Bedeutungsei für ihn die Begegnung mit der Halbindianerin Yara gewesen. Diese habe ihm ermöglicht, auf seelischem Weg etwas nachzuerleben, was ihm in seinem jetzigen Leben aufgrund eines Kaiserschnitts nicht vergönnt gewesen sei: nämlich die Erfahrung der natürlichen Geburt. In einem Traum habe sich schon angedeutet, dass Yara in dieser Hinsicht eine zentrale Rolle für ihn einnehme. Sie sei, ein sich wiederholendes Lied singend, vor ihm durch den Urwald gegangen – den Text habe er nicht verstanden … „Das Ganze übte auf mich einen Sog aus. Es zog mich auf ihren Rücken. Und ich wurde kleiner, bis ich wie ein Kind im Tragetuch, durch die Töne auf ihren riesig gewordenen Rücken wuchs“, wie es in dieser vorgelesenen Passage hieß. Später – wiederum in der äußerlich-realen – Welt habe Yara auch ein Ritual mit ihm durchgeführt. Im Buch wird beschrieben, wie dies mit einer Rückerinnerung an ein früheres Leben verbunden war. Begleitet von Yaras Worten „Komm jetzt wieder in dieses Leben als Sascha Denzer und stehe auf!“, habe er dann den Weg in die Gegenwart angetreten. So sei er durch sie letztlich „vollständiger“ oder „vollkommener“ zur Welt gekommen.
Nach seiner Rückkehr, so stellte er im Gespräch im Teilnehmerkreis dar, hätte sein einstiges Umfeld die Veränderung an ihm sehr deutlich wahrgenommen. Und schon bei der Ankunft am Bahnhof sei er mit einem Blinden ins Gespräch gekommen, der ihn nach dem Erlebnis der Frage Grün fragte und dazu anregte, seine Erlebnisse in Brasilien aufzuschreiben. Zunächst habe er allerdings nicht gewusst, was er hier in Deutschland tun solle. Ihm sei nur bewusst gewesen, dass seine Aufgabe mit der hiesigen Kultur verbunden sei, in der er – siehe Wandervogelbewegung – auch einige Anknüpfungspunkte an ein tieferes (spirituelleres) Naturerleben fand. Auf einem Berg bei Freiburg sitzend sei ihm schließlich bewusst geworden, dass er als Waldorflehrer tätig sein wolle – eine Empfehlung, die ihm schon einmal jemand gegeben, die er damals jedoch kaum beachtet habe.
Gefragt, welche Übung er empfehlen könne, um sich dem Geheimnis der Farbe Grün im Erleben zu nähern, riet er, einmal ein gewachsenes Blatt zu nehmen und gegen das Sonnenlicht zu halten. Dabei könne sich einem schon viel offenbaren.
Die Veranstaltung erwies sich als wertvoll dadurch, dass das Vorgebrachte fundiert war im eigenen Erleben. Denzer trug im Wechsel von Vortrag, Lesung und Gespräch seine Geschichte in einer angenehmen Stimme vor und regte auf vielfältige Weise zum Nachdenken an, aber auch zum mutigen Beschreiten des eigenen Weges und der Erkundung des Neuen.
Es ist angedacht, zu einem späteren Zeitpunkt ein Seminar in Naturwahrnehmung folgen zu lassen.
Informationen:
Am Samstag, den 23. Oktober, 19:30 Uhr, führt die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. einen Online-Vortrag von Sascha Denzer über das Thema „Das grüne Herz“ durch. Der Untertitel lautet „Die Wende in unserer Kultur beginnt im Einzelnen – im Herzen.“
In dieser Veranstaltung stellt der Referent seinen autobiografischen Roman „Das grüne Herz“ vor, eine „abenteuerliche Naturreise zur Mitte zwischen Deutschlands Dschungel und Amazoniens Urwald“. Er liest Passagen daraus und stellt seelische und spirituelle (Natur-)Phänomene dar, wie sie nach seinen Forschungen im Leben und so auch in seiner Seminararbeit vorkommen. Ein entscheidender Aspekt dabei ist alles, was mit unserem Bewusstsein im Herzen zusammenhängt, wie auch die Frage nach einem selbstbestimmten individuellen Lebensweg, der den Kontakt zu höheren Menschen- und Naturkräften und -wesen sucht.
Im Einbandtext des Buches heißt es: „Wir begleiten seine [= Sascha Denzers] Odyssee, ein neues Leben zu gestalten, über Beruf, Ernährung, bis zur transformierenden Begegnung mit der schönen Halbindianerin Yara, sowie die Reise an exotische Orte mit außergewöhnlichen Naturerlebnissen.“ Das Buch ist als Printausgabe bzw. Hörbuch derzeit nur direkt beim Verfasser via Email/Tel. erhältlich (Kindle-Ausgabe siehe Amazon).
Im Anschluss an die Vorstellung dieser Inhalte können gerne Fragen gestellt werden und in ein Kulturgespräch münden.
Der Vortrag ist kostenfrei, eine Spende an den Dozenten möglich.
Im neuen Jahr plant die Kulturwerkstatt auch ein Seminar in Naturwahrnehmung mit dem Referenten. Auf seinem Youtubekanal „Sascha Supernatural“ stellt er u.a. sein Lebensgartenprojekt vor.
Eine Aufnahme in den Newsletterverteiler des „grünen Herz“ ist möglich unter: sascha-supernatural@gmx.de
Donnerstag, 23. September 2021, 19:30 Uhr, ONLINE-Vortrag:
„Geheimnisse der Tiere“
Referent: Karsten Massei
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
Der Autor Karsten Massei referierte im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. (Lörrach) über das Thema „Geheimnisse der Tiere“. Es ging ihm dabei zunächst um zwei Aspekte: um das „innere Tier“ und das „äußere Tier“. Denn auch im Menschen gebe es etwas, was man als „Tierseele“ bezeichnen könne, was also „verwandt“ mit den Tieren sei. Wenn man diese beobachte – ihre Bewegungen ihr Verhalten, ihre Augen – könne man dabei die Empfindung haben, etwas Stilles, Geheimnisvolles zu erleben. Gerade die Augen, etwa einer Kuh, einer Ziege eines Schweines, seien oft sehr sprechend, ihr Blick berührend. Etwas Fremdes und doch zugleich sehr Vertrautes liege darin. Dies führe zu Fragen wie: „Wer seid Ihr eigentlich? Wie erlebst du mich – die Landschaft, dich selbst?“
Ebenfalls anregend zum Nachdenken waren die weiteren Überlegungen, die den gemeinsamen Ursprung und die Zukunft von Mensch und Tier betrafen. Im Vergleich dahingehend, was die Tiere uns voraus haben beziehungsweise wir den Tieren, stellte er fest, dass der Mensch weniger determiniert sei, indem er freie Entscheidungen treffen und sich eigene Gesetze machen könne. Letzteres führte dazu, dass er oft auch Grenzen überschreitet. Heute müsse man konstatieren, so Massei, dass er in mancherlei Hinsicht zu weit gegangen sei. Er bezog sich dabei unter anderem darauf, wie wir die Erde behandeln, aber auch die Tiere – zum Beispiel in der Massentierhaltung. Die Tierwelt dagegen habe uns voraus, dass sie Maß halte, gewissermaßen das „kosmische Maß“. Dies könnten wir von den Tieren lernen, wie uns das Beispiel der Bienen zeige. So läge es an uns, uns von der Natur gleichsam belehren zu lassen, indem wir sie anschauen.
Im Folgenden ging Massei dann stärker auf das ein, was wir mit den Tieren gemein haben und was er er als „Tierseele“ im Menschen bezeichnete. Er beschrieb in diesem Zusammenhang zunächst eine Begegnung, die ihn darauf aufmerksam gemacht habe. Dabei habe er – innerlich in Worte übersetzte – „Botschaften“ der Tiere empfangen. Dieses Lauschen sei erlernbar, wenn man sich geduldig Zeit dafür lasse und Wahrnehmungen beziehungsweise einer Kommunikation dieser Art den nötigen „Raum“ gebe. Diese Botschaften seien sehr direkt gewesen und geradezu blitzhaft aufgeleuchtet. So sei er in besonderer Weise den Krähen nahe – wie es überhaupt etwas sehr Besonderes sei, Wildtieren zu begegnen. In diesem Beispiel habe er auch die Erwartung spüren können, mit der sie dem Menschen begegnen. Die an ihn gerichtete Frage der auf dem nächsten Baum sitzenden Krähe habe gelautet: „Kennst du deine Krähenseele?“ Eine Antwort wurde nicht erwartet. Massei seinerseits stellte eine Gegenfrage: „Warum bist du so schwarz?“ – und erhielt eine Aufforderung als Antwort: „Schau doch mal nach unter meinem Gefieder.“ Dort habe er dann fließende, grellbunte Farben wahrgenommen. Er wollte diese innere Erleben nicht ausdeuten, sondern das berührende Geheimnis stehen lassen, er deutete nur an, was es wohl bedeute, wenn ein Tier sich so ganz anders zeige in der äußeren Erscheinung, als es seinem Wesen nach sei.
Für die Tiere sei es ein Trost und eine Art Erlösung, wenn die Menschen sich ihnen zuwenden würden. Deshalb könne man von einer „Sehnsucht nach dem Menschen“ sprechen. Sie erhofften sich von ihm, dass es geschehe. Begegne man einem Tier in diesem Sinne mit Respekt, Feingefühl, komme dann der Moment, wo man in der Begegnung spüre, das konkrete Tier nehme einen wahr und habe „Interesse für mich“. Die Tiere wollen den Menschen kennenlernen, erklärte Massei, aber auf ihre Art. Bei Haustieren möge der Kontakt einfacher sein, bei Tieren wie Insekten oder Schmetterlingen schwieriger. Greifvögel zeigen sich vielleicht nur, aber halten Distanz. Auch darin drücke sich etwas vom Wesen des jeweiligen Tieres aus. Gerade Kontakte mit Wildtieren könnten sehr berührend sein.
Wie aber können wir auf die Tiere – ihre, die einzelnen Tiere der Art jeweils umfassenden „Seelen“ – auch innerlich zugehen? Diese mit Engelseelen vergleichbaren Tierseelen, so Massei, seien mit uns verbunden, wenn wir die Schwelle zur geistigen Welt überschreiten – was jede Nacht unbewusst im Schlaf wie auch nach dem Tod geschieht. Man sei von ihnen wie „behütet“, „getragen“ und „gestärkt“. Dem könne man sich in der Meditation ebenfalls annähern. Man begebe sich wie an die Schwelle des Schlafes, überschreite diese nur nicht, sondern warte bewusst ab, was geschieht – auf die Tierseelen, die sich vielleicht zeigen wollen. So lausche man in Aufmerksamkeit. Wie gesagt, hätten die Seelen der Tiere ein großes Bedürfnis, uns etwas zu sagen – wichtige Dinge über uns selbst und auch über sich. Denn dass Mensch und Tier getrennt seien, sei zwar keine Illusion, doch die Trennung sei nicht vollständig, und Kommunikation könne auf dem skizzierten Weg stattfinden. Und so könne man hierbei auch mehr über die eigene tierische Seite in sich erfahren – darüber, was in Einem an Stärken, Fähigkeiten und Eigenschaften etwa dem Wal, Bär oder Hirsch gleiche. Zugleich wollten die Tiere auch von uns mehr über uns wissen, denn vieles von dem, was wir tun, so Massei, könnten sie einfach nicht verstehen. Dies führe zu dem großen Schmerz der Tiere, der überall erlebt werden könne, fast egal bei welcher Tierart. Es sei sehr bestürzend, ihre Trauer zu erleben.
Eine große Hilfe, das Tier – auch das konkrete Tier – zu verstehen, sei es, seinen Lebensumkreis, mit dem es eine Einheit bilde, zu verstehen. Im Unterschied zu den Tieren sei der Mensch in diesem Sinne eben nicht einheitlich. Man möge sich nur die Schwalbe oder den Delphin anschauen, um die perfekte Anpassung dieser Wesen an ihren Lebensraum zu erkennen. Auch hierüber lasse sich meditieren.
Um zu erfahren, was das Tier sich wünsche, müsse man sich in es hineinversetzen, und, nachdem man in es hineingeschlüpft sei, gleichsam von ihm aus auf den Menschen blicken. Dabei sei jedes Tier ein bisschen anders, doch man könne sagen, dass sie generell ein Staunen und eine Art Verehrung gegenüber dem Menschen empfinden – für das, was wir ihnen voraushaben. Das führe zu der Frage: Wollen Tiere wie Menschen werden – wollen sie auch in gewisser Weise über das verfügen können, was der Mensch errungen hat? Umgekehrt könne man sagen, seien die Tiere für den Menschen Lehrmeister des „kosmischen Maßes“.
Massei berichtete von einem Seminar, das er einmal auf einem Bauernhof gehalten habe. Dort sei eine Kuh lange Zeit nicht von den Seminarteilnehmern gewichen. Wie ein Blitz sei dann plötzlich, von dieser ausgehend, die Frage an ihn ergangen, ob wir uns vorstellen könnten, wie es sei, wenn Mensch und Tier wieder eins seien. Eine Antwort wurde, so Massei, nicht erwartet.
Nach einer Pause kam der Referent auch auf das Thema „Bienen“ zu sprechen, das Gegenstand eines eigenen Seminar werden soll und das in seiner Relevanz offensichtlich immer mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt. Hierzu gibt es inzwischen interessante Initiativen, die auch den spirituellen Hintergrund der Bienenhaltung einbeziehen (z.B. https://www.das-bienenhaus.de/start.html), wie auch einzelne Imker und Imkerinnen, die nach diesen Grundlagen arbeiten, siehe z.B. https://www.bienen-erleben.de. Und es existieren Produkte, wie die ReLux-Bienenkachel, die den Bienenvölkern helfen sollen, in einer zunehmend belasteten Umwelt zu bestehen.
Massei ging zunächst vor der Anschauung dessen aus, was die Bienen uns gleichsam vor die Seele malen, beginnend beim Wabenbau bis zum Honig. Man könne versuchen, in sich nachzuspüren, was nach diesem Anblick in der Seele passiert. Eigentlich seien Bienen Wesen an der Schwelle zur geistigen Welt. Wer dafür offen sei, könne als Imker oder Imkerin wahrnehmen, dass man eigentlich die Grenze zu dieser überschreite, wenn man ein Volk öffne. Auch der Umstand, dass der jeweilige Organismus des Bienenvolkes als Ganzes keine Haut habe, sei wohl bedeutsam. Es stelle sich als vollkommen eingebetet in die kosmische Ordnung und Gesetze dar, nicht zuletzt auch im Hinblick auf den Gang durch die Jahreszeiten mit allen unterschiedlichen Stadien.
Kurz ging Massei dann auch ein auf unterschiedliche, markante Verhaltensweisen, wie etwa den Sonnenflug der Königin oder das Sich-Zusammenfinden auf den Drohnensammelplätzen, und charakterisierte die Bienen als „Wesen der Blüte“. All diese Punkte werden vertieft in seinem Buch „Die Gaben der Bienen“. Auf eine Teilnehmerfrage, wie man denn das brutale Verhalten der Bienen verstehen könne, wenn – vor dem Winterbeginn – die männlichen Bienen, das heißt die Drohnen, aus dem Bau verstoßen würden, was ihren Tod bedeute, antwortete Massei, dass der Tod für sie nicht dasselbe bedeute wie für uns, es habe nicht so sehr den Charakter des Eintretens in eine andere Welt, sondern sei mehr einem Hin- und Herwechseln vergleichbar. Auch das Vertreiben habe für sie, so hart es uns auch anmute, eher die Eigenanart eines Spiels.
Der Vortrag insgesamt war eine auf Erfahrungen gründende Einführung in ein Erlebnisfeld, das für viele wohl noch unerschlossen ist, obwohlim Grunde jeder mehr oder weniger unbewusst vielfältige Berührpunkte hiermit haben dürfte, etwa über die eigenen Haustiere. Wie letztlich genau die (seelisch-geistige) Kommunikation zwischen Mensch und Tier verläuft und ins Wort gebracht wird, ja, was es ist, das im Einzelnen kommuniziert, das heißt die konkrete Tierseele oder eine wie immer beschaffene „Gruppenseele“ – etwa, wenn man von einem Pferd (wiederum gleichsam blitzartig) vernimmt „Wir tragen euch immer noch“ – sind Fragen, die die Vielschichtigkeit dieses Themas andeuten.
Massei stellte den Teilnehmern im Verlauf seines Vortrags zwei Sprüche vor, die auch hier als mögliche Meditationen wiedergegeben seien:
Tiermeditation
Auf die Schwelle gehe ich zu,
die mich vom Reich des Schlafes trennt.
Dort ruhe ich voller Hingabe
für die Wesenswelt der Tiere.
Still erwarte ich die Tierwesen,
die sich mir nähern möchten.
Ich begrüsse sie,
ihre Botschaften empfangend.
Karsten Massei
*
Muttererde
bebt
brennt
wehrt ab
das Ansinnen der Menschen
sich ihrer zu bemächtigen
über das heilige Mass hinaus
das allem Leben innewohnt
In ihm stehen die Bienen
sie zeigen es in allem was sie tun
das Schwärmen
der Sonnenflug der Königin
die Gemeinschaft der Drohnen
zeigen dieses Mass
das nicht überschritten werden darf
wenn nicht Leid stiften will
der Mensch
Karsten Massei
August 2021
Informationen:
Am Donnerstag, den 23. September 2021, 19:30 Uhr, führt die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. einen Online-Vortrag von Karsten Massei über das Thema „Geheimnisse der Tiere“ durch.
Zwischen den Tieren und dem Menschen besteht eine jahrhundertalte, tiefe Beziehung. Wir bewohnen als Geschwister diese Erde. Es ist überdeutlich, dass es nötig ist, diese Beziehung zu erneuern, vor allem, weil den Tieren vom Menschen so viel Leid angetan wird. Um die Bedeutung der Tiere für den Menschen und die Bedeutung des Menschen für die Tiere zu erhellen, sollen in diesem Vortrag folgende Fragen vorlegt werden:
Welche Wege kann man zu einem tieferen Verständnis der Tiere beschreiten?
Worin bestehen die Aufgaben der Tiere gegenüber dem Menschen?
Was sind die Botschaften und Gaben der Tiere an den Menschen?
Wie und was kann der Mensch von den Tieren lernen?
Was wünschen sich die Tiere von uns?
Jedes Tier steht aus Sicht der Referenten in einer besonderen Weise zum Menschen. Sie machen ihn auf stille Weise auf Geheimnisse aufmerksam, die für seine Entwicklung wesentlich sind. Sie zeigen ihm bedeutungsvolle Seiten seines eigenen Wesens.
Einen herausragenden Platz wird das Wesen der Bienen einnehmen. Sie sprechen auf eine besondere Weise zum Menschen und vermitteln Einsichten und Erkenntnisse, die gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung sind.
Es ist geplant, zu einem späteren Zeitpunkt (2022) ein vertiefendes Seminar zu den Bienen vor Ort abzuhalten – wie die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. dann auch generell wieder schwerpunktmäßig zu Präsenz-Veranstaltungen vor Ort übergehen möchte (soweit die jeweils aktuell gültigen Corona-Bedingungen dies zulassen).
Karsten Massei war bereits als Referent in der Kulturwerkstatt zu Gast. Zu seiner Biografie sagt er: „1963 wurde ich in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte ich zwei Jahre an der Freien Universität. 1986 lernte ich in Irland die anthroposophische Heilpädagogik kennen und begann in der Schweiz die Ausbildung zum Heilpädagogen, die ich 1992 abschloss. Seitdem arbeite ich an einer heilpädagogischen Tagesschule in Zürich. Ich bin verheiratet und habe drei erwachsene Kinder. Ein großer Teil meiner Aufmerksamkeit gilt den geistigen Zusammenhängen, die zwischen den sichtbaren und unsichtbaren Wesen der Erde und dem Menschen bestehen. Ich biete Seminare zur Praxis der übersinnlichen Wahrnehmung an. Ebenfalls befasse ich mich mit dem Wesen der Kinder der heutigen Zeit. Ich biete Biografie- und Lebensberatung an und unterstütze Therapeuten beratend bei ihrer Arbeit.“
Publikationen: „Schule der Elementarwesen“ (2011); „Botschaften der Elementarwesen“ (2013); „Die Gaben der Bienen“ (2014); „Zwiegespräche mit der Erde“ (2014); „Die Wolkenschrift“ (2017); „Erde und Mensch: Was uns verbindet“ (2018); „Das Wesen des kosmischen Kindes“ (2020).
Infos: karstenmassei.ch
Samstag, 19. Juni 2021, 20:00 Uhr, ONLINE-Vortrag anlässlich der Verleihung des Kulturwerkstatt-Preises:
„Sonett – so anders. Die dynamische Qualität – mehr als Nachhaltigkeit“
Referierende: Rebecca Kramer/Oliver Groß
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
Die gemeinnützige Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. vergibt in der Regel jährlich einen symbolischen Preis für Personen oder Institutionen, die auf einem ähnlichen Gebiet aktiv sind. Der Kulturwerkstatt-Preis 2021 ging an das Unternehmen Sonett – Anlass für Rebecca Kramer und Oliver Groß dessen Besonderheiten im Rahmen des Kulturwerkstatt-Programms in Form eines Onlinevortrags vorzustellen. Dabei wurde deutlich, dass bei diesen in der Tat zum Tragen kommt, was eines der Kriterien der Preisvergabe darstellt: nämlich, dass das Wirken der Ausgezeichneten „einen Bezug zu einem tieferen Welt- und Menschenbild erkennen lässt, als es dem einseitig materialistischen Paradigma entspricht.“ Und so versucht auch Sonett den Begriff des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit weiter beziehungsweise tiefer zu fassen als üblich. Im Vortrag ging es um „Mittel für Waschen und Reinigen, die das Wasser achten als Träger alles Lebendigen“.
Zu Beginn stellten Kramer und Groß, die der erweiterten Geschäftsführung bzw. der Geschäftsführung angehören, ihren eigenen Weg zu Sonett vor. Bei beiden kam dabei das Motiv des Suchens einer sinnerfüllten und erfüllenden Tätigkeit zum Ausdruck. Es wurde auch betont, dass man sich sehr über den Kulturwerkstatt-Preis gefreut habe – der in einem sehr schönen Deutsch formulierte Würdigungstext habe bewirkt, dass man sich in seinen eigentlichen Anliegen wahrgenommen fühle.
Im Kontext einer geschichtlichen „Exkursion“ in die Praxis des Waschens, unter anderem bei den Römern, wurde anhand einer Zeittafel die Entwicklung des Unternehmens dargestellt, das auf dem 1968 von Johanes Schnorr (Strömungsinstitut Herrischried) entwickelten Baukastenprinzip basiert, wonach die einzelnenfür den jeweiligen Waschvorgang benötigten Komponenten vom Verbraucher bedarfsgerecht zusammengesetzt werden können. Schnorr hatte anhand der Tropfbildmethode Waschmitterückstände im Trinkwasser nachgewiesen. Auch die Eindrücke von Schaumbergen an Stauwehren und Brücken in den 1960ger Jahren veranlassten ihn zur Entwicklung eines umweltverträglichen Waschmittels, das zu 100% biologisch abbaubar und sparsam im Einsatz von Rohstoffen sein sollte – wobei man auf Rohstoffe aus der Erdöl-Chemie verzichtet.
1977 erfolgte die Gründung des Unternehmens durch Werner Geibel, 1992 die Übernahme durch Beate Oberdorfer und Gerhard Heid, die nach wie vor zur derzeit vier Personen umfassenden Geschäftsführung gehören. Seit 1996 ist Sonett im Deggenhausertal ansässig. Es beschäftigt circa 110 Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter, drei von diesen wirken im Betrieb mit und stammen von den Camphill Werkstätten Lehenhof; in der Etikettier- und Abfüllwerkstatt sind es insgesamt 36, ebenfalls mit Assistenzbedarf. Neben der Sonett GmbH existieren die Sonett Vermögensverwaltung GmbH und die Stiftung Sonett, der die Anteile an dem Unternehmen übertragen wurden. Nicht der Profit steht für das – gleichwohl wachsende – Unternehmen im Vordergrund, sondern die Aufgabe Im Vordergrund, so dass die Gewinne als Ausschüttung den Mitarbeitenden und der Stiftung zufließen, die sich für biologische Landwirtschaft, Saatgutforschung, Wasserforschung, wesensgemäße Bienenhaltung und für ökologische, kulturelle und künstlerische Initiativen einsetzt, darunter als Schwerpunkt die anthroposophische Heilpädagogik am Georgenhof Bambergen. Die Unternehmensnachfolge ist nicht von Familienzugehörigkeit oder Finanzkraft abhängig.
Im nächsten Abschnitt des Vortrags wurden die Produkte von Sonett vorgestellt, inklusive der sogenannten „drei Qualitätsstufen“ oder Aspekte, die sich in der Auswahl der Inhaltsstoffe, den Rohstoffen aus biologischem oder biologisch-dynamischem Anbau und der rhythmisierten Zusätze bzw. dem zum Einsatz kommenden verwirbelten Wasser ausdrücken. Zur ersten Stufe ist zu bemerken, dass diese – neben der 100%igen biologischen Abbaubarkeit – dadurch charaterisiert ist, dass die (insbesondere aus Sicht von Allergikern sinnvoller Weise) volldeklarierten Inhaltsstoffe durch CSE, NCP und NCS Eco-zertifiziert sind. Man verzichtet auf petrochemische oder teilpetrochemische Tenside, synthetische Duftstoffe, Farbstoffe und Konservierungsmittel, Enzyme, Gentechnik und Nanotechnologie. Zu den verwendeten Rohstoffen (Qualitätsstufe Zwei) zählen unter anderem Fette und Öle (Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Palmfett, Kokosfett) sowie ätherische Öle (Lavendel, Lemongras, Teebaumöl, Rosengeranie). Eine Besonderheit besteht darin, die Möglichkeiten einer neuen, lebensfördernden Technik einzubeziehen, nämlich durch Verwirbelung des Produktionswassers, Rhytmisierung der balsamischem Zusätze im von Paul Schatz erforschten und entwickelten Oloid-Körper und der Sensibilisierung im Fluidischen Oszillator.
Die Verwirbelung umfasst täglich rund 10000 Liter Produktionswasser in zwölf eiförmigem Glasgefäßen, von denen jedes einen Edelstein enthält. Dies zeigt, dass man bei Sonett sich auch darum bemüht, die Qualität des Wassers zu verbessern. So ist durch die besagte Verwirbelung eine Regenration und Energetisierung des Wassers intendiert, um auf diese Weise Quellwasser-Qualität zu erzeugen. Der Waschmittelzusatz wiederum wird als Mischflüssigkeit in einer 8-Form (Lemniskate) im Oloid rhytmisiert, in der man leben-fördernde Eigenschaften erkennt. Deren mäandrierende Umstülpbewegung soll fortlaufend innen und außen rhythmisch verbinden. So soll letztlich das Wasser zusätzliche Lebenskräfte aufnehmen, was von besonderem Belang ist, da, wie man weiß, um waschen zu können, die Oberflächenspannung aufgehoben werden müsse, was die Lebenskraft des Wassers ebenso . In dem besagten Zusatzpräparat sind in sehr geringer Dosierung Weihrauch, Gold, Myrrhe, Lorbeer, Olivenöl, Rosenasche und Mistel enthalten, in denen man Qualitäten erkennen könne, die den sieben Kulturepochen entsprechen, wie sie Rudolf Steiner beschreibt. In diesen Zeiten wurden bzw. werden auch unterschiedliche seelische Fähigkeiten entwickelt, die sich durch diese Substanzen repräsentiert sehen würden. Ebenfalls sehr offen ist man bei Sonett für Forschungen an der Torfsubstanz, zu der Steiner ebenfalls einige Hinweise gab und die auch im Mittelpunkt der Arbeiten von Ruth Erne steht, die diesen Impuls 2020 im Rahmen des Kulturwerkstatt-Programms vorstellte.
All diese der „Stufe Drei“ angehördenen Verfahren gehen weit über das hinaus, was man gemeinhin praktziert und zeigen gerade das tiefere Verständnis von Leben und Natur, auf das man bei Sonett wert liegt. Auch wenn der direkte wissenschaftliche Nachweis entsprechender Wirkungen nicht ohne Weiteres geführt werden kann und man hier auf das eigene Erleben und Wahrnehmen zurückverwiesen wird, ist gerade dieser Aspekt somit sehr wesentlich, zumal man es hier mit einer wirklichen Pionierleistung zu tun hat. In Kristallbildern, von Sonett-Produkten und anderen Waschmitteln mittels spagyrischer Kristallatisation erstellt, könne man zudem deutliche Unterschiede erkennen, die man als Indizien für das Vorhandensein bestimmter qualitativer Eigenschaften werten mag, wie anhand von Aufnahmen (etwa des Sonett Waschmittelpulvers) in 20-.40- und 200facher Vergrößerung verdeutlicht wurde.
Neu auf dem Markt ist eine Produktreihe, bei der die Mistel im Zentrum steht. Bei „Sensible Prozesse“ handelt es sich um eine neue Körperpflegeserie, die von der Sonett in Zusammenarbeit mit der Delos Forschungsstelle entwickelt wurde und die Massage- und Körperöle, Bodylotions und Kinder Pflegeöle umfasst (zum Beispiel die Zitrone-/Zirbelkiefer Bodylotion). Im Fluidischen Oszillator werden hierfür die Sommer- und Wintermistel (Blatt und Beere) in eine rhythmische Schwingung gebracht und wechselseitig füreinander „sensibilisiert“. So geht es im Sinne einer „umfassenden Balancebildung“ darum, „Gegensätzliches in sich und im Verhältnis zur Umwelt, in einen dynamischen Zusammenklang zu bringen“.
Vonseiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergingen eine Reihe von Fragen an die Referierenden. So wollte ein Teilnehmer wissen, wie die Mistelpräparate in den Oszillator eingebracht würden, zum Beispiel durch Pumpen, und erhielt zur Antwort, dass dies durch Schwerkraft geschehe. Ob andere Unternehmen sich von dem Beispie Sonetts haben inspirieren lassen und ob es Kooperationen gebe, lautete eine andere Frage. Es verhalte sich so, dass Sonett immer offen und interessiert an Zusammenarbeit sei, erläuterten die Referierenden, allerdings habe man – um die eigenen Verfahren zu schützen – diese auch, wo nötig, patentieren lassen, damit dies nicht seitens anderer geschehe. Beispiele für eine erfolgreiche wurden auch in der Beantwortung einer weiteren Frage deutlich. Eine Teilnehmerin nahm auf die Verpackung der Sonettprodukte Bezug – ob diese auch umweltfreundlich bzw. nachhaltig sei. Auf (recycelte) PET-Flaschen, so die Sonett-Vertreter, wolle man nicht ausweichen, da sich teilweise gezeigt habe, dass diese Ruckstände und hormonverändernde Substanzen enthielten. So habe man sich für ein reines PE – ein „ehrliches Plastik“ entschieden, das sich fast ohne Giftfreisetzung verbrennen lässt. Und man arbeite daran, dieses in einen Kreislauf einzubinden, so etwas in Zusammenarbeit mit Unverpackt-Läden, und Rückgabemöglichkeiten zu schaffen.
Nebenbei erfuhr das Publikum manche wissenswerte Einzelheit, so etwa, dass sich die Aufnahme ätherischer Öle schon nach 20 Minuten über die Haut nachweisen lasse, oder dass nahezu alle Enzyme, die sonst in Waschmitteln eingesetzt werden, seit Jahren aus gentechnisch manipulierten Mikroorganismen stammen und natürlich auch in Kontakt mit der Haut des Menschen entsprechend zu ihrer Funktion im Waschvorgang weiterwirken. Es gebe zudem Hinweise darauf, dass die Inhaltsstoffe in konventionellen Waschmitteln und Weichmacher ADHS-Symptome hervorrufen könnten. Neben solchen Anhaltspunkten wurden auch Namen von Forschern genannt, mit denen sich eine Beschäftigung unter dem Gesichtspunkt des Themas weiterführend sei: Neben dem erwähten Paul Schatz, zu dem ein eigener Vortrag in der Kulturwerkstatt geplant ist, und Hugo Erbe („Dreikönigs-Präparat“), war dies unter anderem Victor Schauberger, dessen Enkel schon zwei Mal vor Ort zu Gast war, einmal umin einer Exkursion zu zeigen, wie man, basierende auf den Forschungen seines Großvaters, in den Lörracher „Wiesionen“ Maßnahmen zur Verlebendigung des Wassers des Flusses Wiese durchgeführt hatte.
Alles in allem hatte man es mit einem Thema zu tun, bei dem sich zeigte, wie sehr der Einzelne durch sein alltägliches (Kauf-)Verhalten sehr Wesentliches zum Umweltschutz und zur Pflege des Wassers – unser aller Lebensgrundlage – beitragen kann, so dass an in der Tat hoffen mag, dass das Beispie „Sonett“ Schule machen wird.
Informationen:
Am Samstag, den 19. Juni 2021, 20 Uhr, findet ein Online-Vortrag über das Thema „Sonett – so anders. Die dynamische Qualität – mehr als Nachhaltigkeit“ statt. Die Veranstaltung wird organisiert von der gemeinnützigen Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.. Es referieren Rebecca Kramer und Oliver Groß von der (erweiterten) Geschäftsführung des Unternehmens. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Einloggen ist ab ca. 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn möglich unter https://lecture.senfcall.de/kul-iik-lmm (nähere Infos siehe unten)
Das Unternehmen Sonett erhielt den Kulturwerkstatt-Preis 2021 für sein „ganzheitliches Unternehmenskonzept aus einem ökologischen Impuls“. Als Biopionier stellt Sonett seit über 40 Jahren erfolgreich ökologische Wasch- und Reinigungsmittel her, frei von Gentechnik, Petrochemie, Nanotechnologie, künstlichen Duftstoffen und zu 100% biologisch abbaubar. Den Ausgangspunkt bildete Ende der 60er Jahre die Wasserverschmutzung, die zu schäumenden Flüssen und stark belastetem Grundwasser führte. Der Naturwissenschaftler und Wasserforscher Johannes Schnorr schlug Alarm und konzipierte das Waschen im Baukastensystem. Im deutschen Naturkostmarkt ist Sonett Marktführer und wird heute weltweit in mehr als 45 Ländern vertrieben.
„Das Qualitätsverständnis von Sonett endet nicht bei den Produkten, sondern verbindet ökologische Konsequenz mit einer ausgeprägten Kultur der Zusammenarbeit und einem am Gemeinwohl orientierten Wirtschaften. Unser Ziel ist es, der Natur mehr zurückzugeben als wir von ihr nehmen – ähnlich wie in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft wo durch den Einsatz rhythmisierter Zusätze Lebenskräfte im Boden angeregt werden. Dazu arbeiten wir beispielsweise in der Produktion mit verwirbeltem Wasser und dynamisierten-, balsamischen Zusätzen, die wir allen Sonett Produkten in kleinen Mengen zufügen.“
Rebecca Kramer arbeitet seit 2014 bei Sonett. Geb.1978, verbrachte Sie ihre Schulzeit auf Waldorfschulen in Offenburg und Wahlwies. Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Konstanz, lebte sie 6 Jahre mit ihrer Familie in San Diego, USA. Rebecca Kramer ist bei Sonett verantwortlich tätig im Bereich Marketing, Kundenberatung und Großkundenbetreuung. Seit 2020 ist sie Teil der erweiterten Geschäftsführung.
Oliver Groß arbeitet seit 2015 bei Sonett. Geb. 1973 in Braunschweig, Abitur an der Freien Waldorfschule Hildesheim. Studium der Sportwissenschaften in Köln, Auslandsaufenthalte in Aix-en-Provence, Frankreich und Peking, VR China an der Beijing University of Physical Education. Bevor er zu Sonett kam Geschäftsführender Gesellschafter des Rotonda Business Club, Köln. Oliver Groß ist bei Sonett verantwortlich tätig im Personalwesen und seit 2018 Teil der vierköpfigen Geschäftsführung.
>> Die Teilnehmer*innen sollten einen aktuellen Browser verwenden und müssen zunächst eine Datenschutzerklärung bestätigen. Es gilt folgende Empfehlung: „Bei der Einwahl sollten Sie „Mit Mikrofon“ anklicken, dieses aber gleich im Anschluss zunächst stumm schalten mit dem blauen Mikrofonbutton. Für Beiträge in der Fragerunde können Sie es dann wieder nutzen oder das Chatfenster verwenden.“ Die Veranstaltung wird nicht aufgezeichnet.
Samstag, 27. März 2021, 20:00 Uhr, ONLINE-Vortrag:
„Außerkörperliche Erfahrungen“
Referentin: Fr. Vollbrecht
Copyright by Björn Steiert
Bericht/Informationen:
Im Rahmen eines durch die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. organisierten Online-Vortrags referierte Fr. Vollbrecht am 27. März 2021 über das Thema „Außerkörperliche Erfahrungen“ (kurz AKE). Die Veranstalter waren auf sie aufmerksam geworden durch ein Video-Interview, das sie für den YouTube-Kanal „Empirische Jenseitsforschung“ gegeben hatte. Dabei hatte man den Eindruck gewonnen, dass ihre Schilderungen authentisch und die Erfahrungen durchaus auch kritisch reflektiert seien. Heute – so der Vorstand – gehöre nicht nur Mut dazu, solche zu machen, sondern auch darüber zu berichten, da immer noch das einseitig materialistische Paradigma vorherrsche, das diesen Themen gegenüber keine Unbefangenheit bzw. Objektivität zeige. Zudem seien AKEs eine wesentliche Grundlage für Spiritualität oder, anders ausgedrückt, spirituelle Erfahrungen.
Die Theorie der AKEs setzt, kurz gesagt, voraus, dass der Mensch einen „feinstofflichen“ bzw. seelisch-geistigen Körper besitzt, der sich von dem alltäglichen, physischen Körper lösen und sogar ansonsten unzugängliche Erfahrungsbereiche erkunden kann. Je mehr man dies mit Bewusstsein vollziehe, desto leichter könne man sich daran erinnern und davon berichten. Es gebe Hinweise darauf, dass jeder Mensch in der Nacht dergleichen erlebe, nur zumeist unbewusst, und dass sich mit dem Tod dann eine endgültige Trennung beider Körper vollziehe. Dies mag zunächst befremdlich erscheinen, jedoch decken sich die Berichte von Menschen, die AKEs erleben konnten (auch die Nahtoderfahrungen zählen dazu) in vielfacher Hinsicht erstaunlich weitgehend, was nahelegt, dass diesen tatsächlich eine gemeinsame Realität zugrundliegt.
Vollbrecht kennt sich als Studentin der Psychologie durchaus mit diversen seelischen Phänomenen aus und weiß ihre eigenen Erlebnisse von diesen abzugrenzen, etwa den von Teilnehmerseite in die Diskussion eingebrachten „Fuguen“ oder dissoziativen Erfahrungen, zu denen sie aktuell auch eine Klausur schrieb. Außerdem ist sie – neben dem Studium – musikalisch, malerisch und schriftstellerisch tätig.
Die Referentin erzählte weitgehend chronologisch von ihren Erlebnissen, stellte aber auch thematische Querverbindungen her. Im Alter von 12 oder 13 Jahren fingen die außerkörperlichen Erfahrungen bei ihr, spontan auftretend, an. Innerhalb einer Woche erlebte sie an vier oder fünf aufeinanderfolgenden Tagen den sogenannten „Schwingungszustand“, in den man, so vermutet die Referentin, jede Nacht im Übergangsbereich des Einschlafens gerate, nur sei man sich dessen (analog zu oben Formuliertem) meist nicht bewusst und könne sich darum nicht daran erinnern. Auch der Zustand der Schlafparalyse wurde ihr vertraut. Dieser besteht darin, dass man wach in seinem Körper ist, diesen aber (weil das Gehirn dies im Schlaf unterbinde) nicht bewegen könne. Dies habe sie anfangs als sehr beängstigend erlebt und es habe Anstrengung gekostet, sich daraus zu befreien. Auch von Erlebnissen wie dem Gefühl von Stromstößen und sehr lauten Geräuschen wusste zu berichten. Schmerzen habe sie allerdings nie empfunden.
Eine Weile lang geschah dann zunächst nichts mehr. Mit etwa 14 sei sie dann wiederum aufgewacht in einer Art Schlafparalyse. In diesem Kontext prägte Vollbrecht den Begriff der „Halb-AKEs“. Sie beschrieb einen Zustand, in dem sie noch mit ihrem physischen Körper verbunden gewesen sei, aber ihre feinstofflichen Arme von diesem befreien konnte. Diese könne sie weit ausstrecken, auch Materie durchdringend, und dabei Strukturen erfühlen. Einmal habe sie so zum Beispiel durch die Decke zum Dachgeschoss gegriffen und dabei etwas sehr Unangenehmes ertastet. Erst durch einen ihr später zufällig möglich gewordenen Vergleich im Haus einer Freundin fand sie heraus, dass es sich dabei um ein Isoliermaterial gehandelt habe. Unmittelbare Veränderungen in der physischen Welt habe sie jedoch nicht bewirken können, wohl aber einen lauten, etwa um 10 Sekunden verzögerten Knalleffekt wahrgenommen, als sie sich darauf konzentrierte, eine Art gesammelter „Energie“ in Richtung der gegenüberliegenden Wand zu schicken, wobei es ihr so vorgekommen sei, als fehlten in dem damaligen Erfahrungsbereich bestimmte „Bassfrequenzen“ – es habe wie durch ein Radio geklungen. Diesen Versuch wiederholte sie über Jahre hinweg im Sinne eines empirischen Experiments zahlreiche Male, wobei sich das beschriebene Phänomen stets auf dieselbe Weise wiederholte. Später habe sie dann auch festgestellt, dass die vom Körper gelösten Arme hellere, klarere Umrisse gewinnen, je stärker sie sich auf diese fokussierte, und sie experimentierte weiter mit Energien, die sie zwischen ihren feinstofflichen Händen sammeln konnte.
Mit circa 15 oder 16 Jahren lernte sie im Internet Foren zu dieser Thematik kennen, fand andere Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, aber meist schon älter gewesen seien. Sie verspürte ein brennendes Interesse daran und wollte besser verstehen, um was es sich hierbei handelte. Weiterhin geschahen AKEs bei ihr meistens spontan aus dem Schlaf bzw. dem luziden (wachbewussten) Traum heraus. Sie hat sich aber auch mit theoretischen Anleitungen befasst (z.B. die Monroe-Methode), wie man diese herbeiführen können. Ebenfalls mit etwa 16 stand sie einmal in einem solchen Erlebnis auf dem Dach ihres Elternhauses, habe dies in diesem Moment auch als ganz natürlich empfunden, allerdings sei die wahrgenommene Umgebung ihr wie rötlich „eingefärbt“ erscheinen. Das bedeutet, man erlebe sie nicht unbedingt als 1:1 der äußeren Realität entsprechend. Dies könne eine wissenschaftliche Beweisführung erschweren. Es gebe zwar auch empirische Belege für die Wirklichkeit von AKEs, jedoch würden diese – zumindest im wissenschaftlichen Rahmen – kaum ernstgenommen. Die Referentin konnte immerhin bemerken, dass die Kaninchen im Garten sie im außerkörperlichen Zustand wahrzunehmen vermochten und entsprechend ihres – im einen Fall eher ängstlichen, im anderen Fall eher mutigen – Charakters reagierten. Interessant sei noch, dass sie auch einmal kurzzeitig das Phänomen der 360 Grad-Sicht bei einem AKE erlebt habe – jedoch wiederholte sich dies nicht. Sie vermutet, dass das mit ihrer Fixierung auf die visuelle, im Augenbereich „verfestigte“ Wahrnehmung, die bei ihr stark ausgeprägt sei, verbunden sei.
Mit etwa 17 erlebte sie einen Klartraum in einem Herbstwald. Sie beschrieb die Erfahrung, dass man, je stärker man „schwinge“ desto leichter werde. Durch das sogenannte „dritte Auge“ den Körper verlassend, sei sie einmal aus diesem Richtung Dachschräge gleichsam hinauskatapultiert worden und habe dabei keine menschliche Form besessen, sondern sei eher einer bläulich-weißen Energiemasse vergleichbar gewesen, unter der der schlafende Körper zurückblieb. Dieses Erlebnis zeige, dass man sich im außerkörperlichen Zustand nicht zwingend in dessen Ebenbild wiederfinde. Dies sei zwar oft der Falle, die Form sei jedoch variabel. Man könne sich in diesem Zustand auch ohne Beschränkungen der Lichtgeschwindigkeit bewegen, allein durch die zielgerichtete Kraft des Bewusstseins den Ort verändernd.
Mit 16 oder 17 Jahren wurden ihr in AKEs Bilder von Moskau ansichtig, die sie mit einem früheren Leben in Verbindung bringen konnte, von dem sie schon durch ein anderes Erlebnis wusste, in dem sie zwei Männer in einer sehr großen Halle darüber sprechen hörte, dass sie vor etwa zwei oder drei Monaten gestorben sei. Dies sei in einem Alter zwischen 20 und 30 geschehen, sie erinnert sich noch an ihr Aussehen: männlich, groß und dunkelhaarig. Die Monumente, die sie nun sah, waren ihr in diesem Leben noch nie zuvor begegnet, doch später, bei einem Urlaub in Moskau im Alter von 17 Jahren, konnte sie vieles wiedererkennen, unter anderem eine Statue. Dies – die Verifizierung ihrer Erlebnisse – sei ihr immer wichtig gewesen, denn sie sei diesen gegenüber auch stets skeptisch bzw. kritisch eingestellt gewesen. Und sie setze sich auch mit physikalischen Weltbildern auseinander, die solche Erfahrungen möglicherweise integrieren können, wie die Physik nach Burkhard Heim, die mehrere Dimensionen einschließt und beschreibt. Später seien ihr dann – im Rahmen von selbst durchgeführten Rückführungen – weitere vergangene Leben bewusst geworden, so das eines Ritters, der in Nordspanien durch einen Lanzenstoß in sein Gesicht gestorben sei. Ein weiteres Leben in Japan verbrachte sie als Reisbauer, was eine trostlose und eintönige Arbeit gewesen sei, und später in einem Kloster, das überfallen worden sei. Infolge dessen sei sie zum Sterben mit den anderen Mönchen in ein tiefes Loch gestoßen worden und an diesen Verletzungen gestorben. Allerdings könne sie zu den beschriebenen Leben keine konkreten Daten angeben. Auch mit anderen Leuten habe sie entsprechend zusammengearbeitet, unter anderem mit ihrem damaligen besten Freund, die Methode habe zuverlässig zu entsprechenden Resultaten geführt.
Je mehr sie über eigene Erfahrungen verfügte, desto klarer wurde ihr, dass es offenbar verschiedene Ebenen der Wirklichkeit gebe. Man könne sich in die jeweils andere durch Änderung des Schwingungszustands versetzen – in hellere und lichtere, aber auch dunklere und dichtere, sogar noch unterhalb der Ebene der physischen Wirklichkeit, was dann reichlich unangenehm sei, es sei ihr wie eine „Gruft“ vorgekommen. Wie diese Änderungen konkret auszuführen seien, sei schwer zu beschreiben. (Man mag hier daran denken, dass es im Sinne einer Anleitung auch kaum in Worte zu fassen ist, wie man die Bewegung eines Armes ausführt. Man kann es nur willentlich tun.) Überhaupt sei sie zur Herbeiführung von luziden Träumen selbst auch weiterhin nicht nach Anleitungen vorgegangen, wusste aber einige von diesen den Teilnehmer*innen zu beschreiben: Etwa, dass man sich ein Kreuz auf den Handrücken male und tagsüber mehrfache darauf schaue, sich fragend, ob man gerade wache oder nicht. Dies könne man dann auch im Traum versuche auszuführen. Bzw: Es können einem dann bewusst werden, dass man träume, wenn man seine Hand erblicke. Interessant sei übrigens, dass es dem Gehirn offenbar schwerfalle, in Sekundenbruchteilen ein so komplexes Bild wie das einer Hand im Traum aufzubauen. Wenn man schlagartig auf seine Hand blicke, könnten beispielsweise Finger fehlen. Auch könne man versuchen, sich mit dem feinstofflichen Körper um 180 Grad im physischen Körper zu drehen, was die Entkopplung vereinfache.
Es sei auch möglich, so Vollbrecht, auf diesen unterschiedlichen Wirklichkeitsebenen anderen Wesen beziehungsweise Entitäten zu begegnen. Einer 81-jährigen Bekannten von ihr, die auch AKEs kennt, sei es einmal so ergangen, dass sie von einer solchen vor einen Spiegel gestellt worden sei und sich dabei in einem jungen Körper erkannt habe. Diese kenne übrigens auch (im Unterschied zu Vollbrecht) die Wahrnehmung der sogenannten „Silberschnur“, die in der esoterischen Literatur beschrieben wird: sie gewährleiste die Verbindung zwischen Körper und Seele/Geist bei außerkörperlichen Erlebnissen. Es möge einen erstaunen, dass man es hier auch mit an sich doch eher „irdischen“ Gegenstände wie Spiegeln zu tun habe, doch so habe es sich dargestellt. In einem anderen, sehr positiven Erlebnis sei sie in einer sehr schön anmutenden Welt strahlenderer, gesünderer Natur anderen Menschen begegnet, die sie als ihre Seelenfamilie wahrnahm. Wiederum bei einem anderen Mal – es kam ihr vor wie auf einem fernen Planeten – erlebte sie pflanzenähnliche Wesen.
Einmal habe sie auch eine eindrückliche Begegnung mit ihrem verstorbenen Großvater gehabt. Dieser sei im Alter von 92 Jahren gestorben. Sie habe damals in einer Wohnung im Keller gewohnt, die zu seinem Haus gehörte. Er sei ihr relativ wütend entgegengetreten, dass man ihn in seinen vier Wänden in dementem Zustand gleichsam hatte dahinvergetieren lassen (zumindest hatte er dies so empfunden). Die Referentin konnte ihn dann über den Dachboden des Hauses – was man auch bildlich als aufwärtsweisend Richtung Himmel interpretieren könne – zu einer anderen Ebene weisen und ihm sagen, dass es hier nichts mehr für ihn zu erreichen gebe. Übrigens habe sie öfters den Eindruck gehabt, dass in jener Kellerwohnung viel vor sich gegangen sei – viel Aktivität im Sinne einer Präsenz auch „dunkler“ Entitäten. Ein anderes Mal habe sie die Gegenwart eines jung und unerwartet verstorbenen Geschäftsmannes in ihrem Raum wahrgenommen, von dem jedoch nichts Bedrohliches ausging – er sei einfach sehr neugierig gewesen. Ihre Schwester, die auch ähnliche Erlebnisse wie Vollbrecht kenne, habe einmal eine alte Frau in einer Hütte im Garten wahrgenommen. Diese ähnelte stark der lang verstorbenen Urgroßmutter, was Vollbrechts Schwester erst im Nachhinein erfuhr.
Viele Begegnungen mit nicht-menschlichen Wesen im Rahmen der AKEs würden Assoziationen an Gestalten aus Mythen und Sagen wecken. Dies deute darauf hin, dass auch Menschen früherer Kulturen, vielleicht sogar in noch größerem Umfang, Erlebnisse dieser Art kannten. Sie selbst habe sich jedoch kaum mit dergleichen beschäftigt, da es ihr darum gegangen sei, möglichst alles unvoreingenommen selbst zu erleben. Einmal hatte sie auch eine negative Begegnung – ein Wesen versuchte, ihren Körper zu attackieren, da es sie als Eindringling in sein Revier empfand, sie habe es jedoch durch eine Erhöhung der Schwingung abwehren können – oder, gleichsam moralisch ausgedrückt, durch eine Steigerung der eigenen Liebeskraft. Je höher die Schwingung, desto reiner, geistiger, heller werde man selbst im Sinne der reinen Liebe und gerate dann auch nur mit Wesen in Korrespondenz, die dem entsprechend. Es gebe hilfreiche Wesen, mit denen man verbunden sei oder sich verbinden könne.
Ein anderes, eher befremdliches Erlebnis wurde ihr zuteil, als sie einmal versehentlich in den Körper eines jungen Mannes geriet, der unter dem Einfluss von Medikamenten stehend, in seinem Bett lag. Ein älterer Mann habe sich in dessen Nähe befunden. Dass sie sich in ihm wiederfand, führte dazu, dass sie sich reflexartig aufrichtete, woraufhin der andere sich erhob … Generell aber könne gesagt werden, dass sie keine negativen Erfahrungen machte, die sie von außerkörperlichen Erlebnissen abschreckten. Es ließ sich alles immer kontrollieren. Aufgrund ihrer Erfahrungen konnte sie auch bemerken, was außerkörperliche Erfahrungen begünstige und was erschwere. Wenn man sich zum Beispiel in Nähe seines schlafenden oder paralysierten Körpers aufhalte, könne man relativ leicht in diesen zurückschnellen, auch unbeabsichtigt. Dies könne sogar dann geschehen, wenn man sich an einem anderen Ort befinde und an diesen denke. Je näher der feinstoffliche dem physischen Körper sei, desto stärker habe Vollbrecht die Anziehungskraft durch den physischen Körper erlebt – und zwar exponentiell ab- bzw. zunehmend, quasi umgekehrt proportional zu dem Quadrat der Entfernung. Dies sei zwei sich anziehenden Magneten vergleichbar und führe zu der Frage, ob in diesem Erfahrungsbereich auch elektromagnetische oder verwandte Kräfte wirkten.
Sie glaube, so erklärte sie auf die Frage einer Teilnehmerin, dass man im AKE auch Schwachstellen des Körpers (des eignen oder des Körpers einer anderen Person) gleichsam „scannen“ könne. Hierin hatte die Referentin noch keine eigenen Erfahrungen sammeln können, aber sie gehe davon aus, dass dies sehr wohl möglich sei. Eine weitere Frage seitens der Teilnehme*innen bezog sich darauf, ob es Vollbrecht bei den Begegnungen mit anderen Wesen auch schon widerfahren sei, dass diese eine Bitte an sie herantrugen. Dies wusste sie spontan nicht zu erinnern, sie habe aber das Gefühl, dass etwas dergleichen mit ihrem späteren möglichen Beruf zusammenhängen könne. Einmal habe sie allerdings auch von sich aus etwas Positives getan, nämlich in der Zeit des Fukushima-Unfalls, die sie sehr bewegte. Sie habe da eine Art Energie nach Japan geschickt, um – Monate später – die Erfahrung zu machen, dass diese zu ihr zurückkehrte – gleichsam „mit Dank“ –, da diese dort nicht mehr benötigt wurde. Sie sei dann über ihren Kopfbereich wiederum in den Körper gelangt. Ob sie sich mit ihren Kommilitonen/innen über diese Themen austauschen könne, wollte eine andere Teilnehmerin wissen. Hierzu bemerkte Vollbrecht, dass dies unter Corona-Bedingungen ohnehin erschwert sei, sie aber auch nicht ohne Weiteres mit Personen, die hierfür womöglich nicht offen seien, spreche. Gefragt, ob man nicht auch ein Experiment dahingehend machen könne, dass zwei oder mehr Menschen, die zu AKEs in der Lage seien, sich in einem solchen Zustand treffen und deren Erfahrungen vergleiche, bemerkte sie, dass ein Freund als Kind mit seiner Mutter ein ähnliches Erlebnis gehabt hatte. Beide hätten sich in derselben Nacht unabhängig voneinander gemeinsam in einem Zustand des Schwebens oder Fliegens befunden, wie sie am Morgen beim Austausch der nächtlichen Erlebnisse feststellten. Wer überhaupt zu AKEs in der Lage sei, beantwortete Vollbrecht mit „wahrscheinlich jeder“. Sich an AKEs erinnern und diese bewusst steuern könnten wohl in der Regel „alte Seelen“, die schon viel durchgemacht hätten.
Alles in allem wurde deutlich, welches Potenzial dieser Erfahrungsbereich für die Wissenschaft besitzt. Es liegt hier ein weitgehend brachliegendes Forschungsfeld vor – und gerade die Forschung ist Vollbrecht ein Anliegen. Zudem scheint es, wie einzelne Erlebnisse andeuten, auch möglich, in diesem Zustand hilfreich in mancherlei Hinsicht zu wirken. So bleibt zu hoffen, dass mehr Menschen Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln – einige unter den Teilnehmer*innen verfügten über diese –, und dass auch die Wissenschaft sich wirklich unvoreingenommen damit auseinandersetzt.
2020
Samstag, 29. November 2020, 15 Uhr, Mitgliederversammlung Kulturwerkstatt Dreilaendereck e.V. (virtuell)
Ort: Die Versammlung fand im Rahmen der angesichts der Corona-Situation befristet erweiterten rechtlichen Möglichkeiten in virtueller Form statt, ergänzt durch die Möglichkeit der schriftlichen Stimmabgabe im Vorfeld.
Versammlungsleiter: Dr. Björn Steiert
Protokollführerin: Kornelia Steiert
Zu Beginn wurde festgestellt, dass die Versammlung satzungsgemäß einberufen wurde und ebenso, dass sie beschlussfähig ist (die Satzung enthält hierzu keine einschränkenden Bestimmungen). Die verlesenen Tagesordnungspunkte/Gegenstände der Beschlussfassung gemäß Einladungsschreiben lauteten:
Die genauen Fragestellungen und der Vorschlag zur Satzungsänderung fanden sich vollständig im Einladungsschreiben abgedruckt (siehe Anlage >> Stimmzettel).
Darüberhinaus wurden keine Anträge eingereicht.
Dr. Björn Steiert gab als Versammlungsleiter zur Einführung einen Überblick über die zurückliegenden Veranstaltungen des Jahres 2020. Diese waren nur in sehr eingeschränkter Form möglich aufgrund der Corona-Umstände. So gab es im Januar und Februar noch Vorträge zu den Themen „Der Torffaserimpuls Rudolf Steiners“ (Referentin Ruth Erne, 26.01.20) und „Selbsthypnose“ (Referentin: Regina Helfenstein, 15.02.20), doch die bereits geplanten Termine „Wege zu einer neuen Technik“ (Vortrag von Tobias Langscheid, 22.03.20) und „Hui Chun Gong“ (Seminar mit Wang Li und Yixin Miao, 25.–26.04.20) mussten verschoben werden. In der längeren Pause mussten sich die Aktivitäten darauf beschränken, den Bestand der Vereinsbibliothek weiter auszubauen, bis im Oktober ein Online-Vortrag angeboten werden konnte („Außersinnliche Wahrnehmung und Hellsehen“, 24.10.20). Referent war in diesem Fall der bewährte Benjamin Maier. Die Resonanz war sehr gut. Es ist geplant, wie auch Björn Schwander ergänzend anregt, auch wenn wieder Vorträge mit Publikum vor Ort möglich bzw. sicher planbar sind, künftig ebenfalls immer mal Online-Termine ins Programm aufzunehmen, so dass auch weiter entfernt wohnende Interessenten teilnehmen können. Diskutiert wurde die Möglichkeit auch WLAN vor Ort zu installieren/zu nutzen.
Im Rahmen des Rückblicks wurde ferner bekannt gegeben, dass der Verein nun ein neues Logo besitzt, zu dem er die Exklusivrechte erworben hat (gekauft via Logomarket, Designer Waldemar Hölzer).
Zu den Punkten/Abtimmungen der Tagesordnung (genaue Formulierung der Fragen siehe>> Stimmzettel) haben sich folgende Abstimmungsresultate ergeben (schriftlich im Vorfeld abgegebene und während der Versammlung abgegebene Stimmen zusammengefasst):
Die Kassenprüfung (Ergebnis siehe gesonderte Dokumentation) wurde durchgeführt und erwies eine einwandfreie Kassenführung. Beantragt wurde die Entlastung des Vorstands, der bei einer Enthaltung ohne Gegenstimme entlastet wurde.
Gefragt war, ob die aktuelle minimale Mitgliedsbeitragshöhe (5 Euro pro Person) beibehalten werden soll. Dies wurde einstimmig bejaht.
Hintergrund: Nachdem Knud Johannsen im vergangenen Winter sein Amt als Wirtschaftsvorstand niederlegte, rückte zunächst Björn Schwander als sein Stellvertreter satzungsgemäß nach. Dieser hat sich nun der Wahl der Mitgliedschaft gestellt, um im Amt bestätigt zu werden.
Ergebnis: Björn Schwander wurde einstimmig ins Amt des Wirtschaftsvorstands gewählt und nimmt dieses an.
Das Unternehmen Sonett, das umweltfreundliche Produkte (Waschmittel etc.) herstellt, wurde zum Preisträger 2021 gewählt.
Einstimmig angenommen wurde ein Vorschlag zur Satzungsänderung, der künftig auch Online-/Abstimmungen bzw. Onlineversammlungen sowie Beschlussfassungen im Umlaufverfahren ermöglichen soll. Die genaue Formulierung wurde gemäß des Stimmzettels Satz für Satz vollständig vorgelesen.
Samstag, 24. Oktober 2020, 19 Uhr, ONLINE-Vortrag:
Außersinnliche Wahrnehmung und Hellsehen“
Referent: Benjamin Maier
Copyright by Björn Steiert
Bericht:
Angesichts der Coronakrise musste auch die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. ihr schon in Teilen geplantes Programm unterbrechen. Zur Überbrückung fand mit dem Schamanen Benjamin Maier nun – als Premiere – ein erster Onlinevortrag statt. Eine Variante, die auch nach der Krise in Abständen immer wieder mal angeboten werden soll, da so auch weiter entfernt lebende Interessierte die Möglichkeit der Teilnahme haben und auch Referierende, die nicht oder nur unter immensen Umständen zu einer Veranstaltung vor Ort anreisen könnten, ebenfalls Beiträge zum Programm leisten können. Die Resonanz zum ersten virtuellen Vortrag war durchaus positiv, und tatsächlich loggten sich auch Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen und Ländern (etwa der Türkei) ein.
Zu Beginn gab Maier einige Definitionen oder Umschreibungen von dem, was man unter außersinnlicher Wahrnehmung und Hellsehen verstehen kann:
– Wenn man etwas weiß, ohne dass man es wissen kann
– Wir wissen Dinge, die der Verstand nicht erfassen kann
– Man nimmt auch Stimmungen wahr, zum Beispiel wenn man in einen Raum kommt
– Man nimmt außerhalb der fünf Sinne wahr (Wahrnehmung direkt mit dem Bewusstsein, ohne den Verstand)
– Man nimmt Dinge wahr, die die meisten nicht wahrnehmen
Im Allgemeinen sei man hauptsächlich auf das Sehen fokussiert und die „automatische“ verstandesmäßige Bewertung erschwerde die außersinnliche Wahrnehmung, zum Beispiel durch intuitives Wissen, da der Verstand sich laufend einmische. Er sei zwar für die physische Welt nützlich, aber auf diesem Feld nicht das geeignete Werkzeug.
Nun gebe es unterschiedliche Typen außersinnlicher Wahrnehmung, z.B.
– den auditiven Typ
– den visuellen Typ
– den intuige Typ, der einfach „weiß, wie es ist“
Diese würden also zu einer bestimmten Art der außersinnlichen Wahrnehmung neigen, doch könne dies auch wechseln.
Es sei hilfreich, Grundfähigkeiten ausbilden, die es einem leichter machen. Dazu helfe etwa die Meditation – den Kopf frei machen und das Bewusstsein wach halten, aber ohne Wertungd es Verstandes. Was dann auftaucht, könne etwas Eigenes, aus Einem selbst Kommendes, sein, aber auch eine tatsächliche außersinnliche Wahrnehmung. Wichtig sei es, Entspannung zu trainieren und sich von der Fixierung auf die Augen und die anderen gewöhnlichen Sinne frei zu machen.
Der Nutzen dieser Wahrnehmung sei viefältig, man könne zum Beispiel
– Einflüsse eines früheren Lebens auf das jetzige schauen
– feinere, energetische Dinge / Lebensenergien wahrnehmen
– allgemein sensitiver werden
Das Hellsehen sei nun, in diesem Sinne verstanden, eben auch eine Art außersinnlicher Wahrnehmung. Diese könne sich vertikal bedeuten, d.h. auf den jetzigen Augenblick/die Gegenwart bezogen, oder horizontal auf der linearen Zeitachse. Das „Hellhören“ wiederum könne man zum Beispiel in der Kommunikation mit einem Baumgeist erleben, die auch ohne Bilder ablaufen könne.
In der Umgangssprache habe das Hellsehens vornehmlich die Beduetung des Wissens um zukünftige Dinge, die man auch durch Orakel erfrage, zum Beispiel die Tarotkarten, die Runen oder das I-Ging, das Maier als ein „hervorragendes System“ bezeichnete. Diese könne man auch als eine Art „Krücken“ ansehen, die eigene Intuition zu entwickeln und die Fähigkeit des Hellsehens auszubilden. Wie schon bei einem vorigen Seminar gab der den Tip, mit Konjunktivfragen zu arbeiten, um den Verstand „auszutrickens“. So könne man sich z.B. fragen: Wenn dieses Wesen eine Aura hätte, welche Farbe hätte sie. Dann solle man die erste Antwort akzeotieren ohne nachzudenken.
In der Fragebeantwortung sprach Maier auch über konkretere Aspekte, etwa die Wirkung des Lepidolits als sehr guten Schutzstein, auch zur Abgrenzung für sensible Personen, und des Aragonits.
Informationen:
. Der gemeinnützige Verein Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. informiert darüber, dass er angesichts der momentanen, in ihrer Entwicklung noch nicht absehbaren Situation (Corona) das Veranstaltungsprogramm zunächst virtuell fortsetzen wird – zur Überbrückung, bis Vorträge und Seminare vor Ort wieder fest planbar und umsetzbar sind. Die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. freut sich sehr über diese Möglichkeit und die bevorstehende „Premiere“.
Ein erster Online-Vortrag findet am Samstag, den 24. Oktober 2020, 19 Uhr statt. Benjamin Maier referiert über „Außersinnliche Wahrnehmung und Hellsehen“.
Sobald man sich mit Spiritualität beschäftigt, erläutert Maier, begegne man auch diesem Thema. Und besonders im Rahmen schamanischer Heilarbeit gehe nichts ohne außersinnliche Wahrnehmung. Wenn man sich z. B. mit Krafttieren, Pflanzengeistern, Steingeistern und Elementegeistern austauschen möchte, müsse man lernen diese wahrzunehmen.
Außersinnliche Wahrnehmung sei aber auch da gefragt, wo man Informationen herausfinden möchte, die der Verstand nicht wissen kann, weil sie aus einem erweiterten Bewusstsein stammen. Benjamin Maier beschäftigt sich schon fast zwei Jahrzehnte auf praktische Weise mit der Thematik und möchte im Vortrag seine Sichtweisen und Erklärungen dazu geben. Er geht u. a. auf folgende Fragen ein: Was ist außersinnliche Wahrnehmung und wie funktioniert sie? Welche Voraussetzungen braucht es dafür? Kann das jedeR? Was ist Hellsehen? Was kann man mit Hellsehen herausfinden? Im Anschluss ist noch Zeit für Fragen und Antworten eingeplant. Sowohl der Referent als auch die Kulturwerkstatt verzichten für diese versuchsweise „Premiere“ vollständig auf Einnahmen. Der Vortrag wird seitens der Veranstalter nicht aufgezeichnet.
Samstag/Sonntag, 25.-26. April 2020:
„Hui Chun Gong Wochenende“
Kursleiterinnen: Wang Li und Yixin Miao
Diese Veranstaltung musste angesichts der aktuellen Situation (Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus) verschoben werden.
Sonntag, 22. März 2020, 19 Uhr:
„Wege zu einer neuen Technik. Umstülpung denken, ganzheitlich handeln, mit den Rhythmen gehen“
Referent: Tobias Langscheid (CH)
Diese Veranstaltung musste angesichts der aktuellen Situation (Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus) verschoben werden.
Samstag, 15 Februar 2020, 19:30 Uhr:
„Selbsthypnose – Ziele leichter erreichen mit mentalen Kräften“
Referentin: Regina Helfenstein (CH)

Bericht:
Lörrach. Regina Helfenstein referierte in der Kulturwerkstatt über das Thema „Selbythypnose – Ziele leichter erreichen mit mentalen Kräften“. Durch gesundheitliche Probleme in der eigenen Familie veranlasst, belegte sie unterschiedliche Ausbildungen im heilkundlichen Bereich (u. a. Kinesiologie) und eröffnete 2005 ihre eigene Praxis in Arlesheim. Hierbei lernte sie auch die Selbsthypnose kennen, die ihr wiederholt dabei half, Zahnschmerzen zu überwinden. Sie stellte den Anwesenden zunächst die Geschichte der Hypnose vor und vermittelte ihnen, wie diese konkret verläuft.
Schon die Ägypter vor ca. 3000 und die Griechen vor ca 2000 Jahren hätten hypnose- bzw. hypnoseänhliche Techniken, etwa im „Hypnoseschlaf“, eingesetzt, bei denen das Bewusstsein zurückgefahren und das Unterbewusstsein aktiviert wurde. Auch bei Paracelsus (1490-1541) finde man ein entsprechendes Wissen. Als weitere Stationen auf dem Weg zur Entwicklung der heutigen Hypnose bzw. der Beschäftigung mit dem Unterbewussten benannte sie Anton Messmer (1734-1815), James Braid (1795-1860) sowie im 20. Jahrhundert (wenngleich einseitig ausgerichtet) Sigmund Freud und insbesondere Milton Erickson (1901-1980). Allerdings zog Helfenstein eine deutliche Grenze zur fragwürdigen Praxis der Schauhypnose. Man verliere in der seriösen Hypnose nicht seinen freien Willen und wisse auch, was vor sich gehe.
Nutzbringend angewendet werden könne die (Selbst.)Hypnose bei Stress und innerer Unruhe, Energielosigkeit, Mobbing, Nervosität, diversen Belastungen, zur Leistungssteigerung, bei Phobien, Beziehungsproblemen, Prüfungsangst, Verdauungsbeschwerden (z. B. Reizdarm) Zwangshandlungen, Süchten, Gewichtsproblemen, Schlafstörungen und zur Stärkung des Selbstbewusstseins.
Im Körper bewirke Hypnose die „Umschaltung“ des neurovegetativen Nervensystems vom Sympatikus zum Parasympatikus. Das bedeute komkret: Die Gefäße erweitern sich, die Durchblutung wird gesteigert, die Muskeln entspannen sich, die Pulsfrequenz normalisiert sich, manche Sinneswahrnehmungen werden verstärkt, während zugleich die Außenwelt zurücktritt.
Der Ablauf einer Hypnosesitzung sei folgendermaßen: Nach einem ausführlichen Vorgespräch (inklusive der Besprechung des Ablaufs selbst) beginne die Einleitung (Induktion) mit monotoner Stimme, eventuell zu beruhigender Musik, wobei der Trancezustand sukzessive eine Vertiefung erfahre. Nach Geben der (Selbst-)Suggestionen werde der Zustand der Hypnose auch wieder zurückgenommen. Anzeichen für den Zustand der Hypnose seien das Flattern der Augenlider, dss Steigen der Temperatur, das Gleichmäßigerwerden der Atmung, eventuell auch ruckartige Bewegungen. Sie könne zudem am Hautwiderstand gemessen werden. In diesem Zustand sei es im Übrigen möglich, eine Schmerzlinderung zu erfahren, weshalb Hypnose auch in Spitälern in der Schweiz eingesetzt werde. Gefahren und Nebenwirkungen gebe es bei professioneller Vorgehensweise im Prinzip keine.
Der in der Hypnose erreichbare „Datenspeicher“ unseres Unterbewusstseins sei um ein Vielfaches größer als die Informationen, die im Bewusstsein aufgenommen, analysiert und bewertet werden. Und im Unterbewusstsein würden auch die Blockaden, Überzeugungen und Denkmuster sitzen – wenn diese als eigentliche Ursachen eines körperlichen Problems nicht beseitigt würden, wandle sich oft einfach nur das Symptom, wenn das bisher aufgetretene beseitigt werde. In Zahlen ausgedrückt, verarbeite das Bewusstsein 20-40 Bytes pro Sekunde, das Unterbewusstsein aber 11 Millionen.
Die unterschiedlichen Zustände des Bewusstseins könne man auch an den Gehirnwellen beobachten. Man unterscheide Beta-, Alpha-, Theta- und Deltawellen mit Frequenzen von 14-100, 8-13, 4-8 und unter 4 Hertz, wobei die Übergänge fließend seien. Die tiefe Entspannung liege im Theta-Bereich. Wenn man beim Fortscheiten der Hypnose kurzzeitig immer wieder etwas „zurückgerufen“ werde, sinke man danach desto tiefer. Zugleich lasse sich eine Steigerung der Aktivität der rechten Gehirnhälfte beobachten.
Die positiven Effekte der Hypnose könne man sich nun auch in der Selbtshypnose zunutze machen, etwa um dem Stress, den man sich tagtäglich ausgesetzt sieht zu begegnen, womit Helfenstein hauptsächlich den negativen Stress, nicht den positiv verstanden „Eustress“ meinte, der in Maßen durchaus förderlich sei. Stehe man aber unter Dauerstress – und damit unter Dauerbelastung durch das von den Nebennieren auf Veranlassung des Hypothalamus abgesonderte Cortisol und nervlicher Anspannung – könne diese leicht erlenbare Technik eine wichtige Stärkung darstellen Im (bestenfalls regelmäßigen) Zustand der tiefen Entspannung sei das Unterbewusstsein besonders empfänglich für eigene Affirmationen, auch verbunden mit Visualisierungen, so dass negative Muster durch postive ersetzt werden kömnten. Zunächst gehe es darum, die Probleme zu erkennen, dann den Stress losulassen und schließlich die Selbstheilungskräfte durch entsprechende Suggestionen zu aktivieren. In diesem Zusammenhang verwies sie auf interessante Forschungen von Bruce Lipton zu intelligenten Zellen und Masuro Emotos Arbeiten. Auch Techniken wie das Feuerlaufen sprach sie als Hinweis auf die Wirkung von Selbstsuggestionen an.
Bei der Selbsthypnose komme es zunächst auf einen ruhigen, bequemen Zustand an, in den man sich versetze. Dann werde der Körper gezielt entspannt und man lege fest, dass diese Entspannung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Signal anhalten solle. Häufig nutze man das Bild einer mehrere Stufen hinabführenden Treppe, um gleichsam „immer tiefer“ zu gehen, bis man an seinem „Wohlführort“ ankomme. Diesen erlebe man so intensiv wie möglich und formuliere dann seine indivdiuellen, positiven Affirmationen (z. B. „Ab morgen werde ich …“). Dann leite man die Hypnose aus, indem man die Treppe wieder hochsteige.
Im Anschluss an den theoretischen Teil folgte eine entsprechende praktische Übung mit den Anwesenden zu beruhigenden Hintergrundklängen.
Informationen:
Selbsthypnose, wie sie hier verstanden wird, ermöglicht uns, gesünder zu werden und zu bleiben, uns selbst zu heilen, Stress loszulassen oder im Alltag oder im Beruf wichtige Ziele zu erreichen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind: Abnehmen, rauchfrei werden, Schlafstörungen, Lebensziele fokussieren und erreichen, Ängste überwinden, Selbstbewusstsein stärken, Stress abbauen, körperliche und geistige Leistungssteigerung, usw. Selbsthypnose beschreibt Regina Helfenstein als eine wundervolle Technik, um ohne fremde Hilfe effizient an sich arbeiten zu können. Sie ist leicht erlernbar und lässt sich sofort und erfolgreich im Alltag umsetzen. Durch den tiefen, entspannten Zustand ist das Unterbewusstsein besonders empfänglich für positive Veränderungen. Damit lässt sich aktiv etwas für die Gesundheit und das Wohlbefinden tun!
„In einem abwechslungsreichen Vortrag erhalten Sie viele Informationen über die Hintergründe der Hypnose und Selbsthypnose, sowie über die Anwendungsgebiete“, kündigt die Referentin an, „Sie erfahren mehr zum Unterbewusstsein, zur Trance und zur Wirkung von positiven Affirmationen. Mit ein paar Übungen und einer geführten Hypnose werden Sie die entspannende und wohltuende Wirkung selber erleben.
Zur Referentin:
Regina Helfenstein ist seit vielen Jahren als Lehrerin tätig. Betroffen durch die Gesundheitsprobleme in ihrer Familie hat sie Ausbildungen gemacht in Kinesiologie, Ernährungsberatung und Hypnose. Seit 2005 führt sie eine eigene Praxis. Dabei ist es ihr wichtig, die Themen ihrer Klienten ganzheitlich anzugehen, durch die ideale Ergänzung dieser drei Methoden. Sie bietet Vorträge und Kurse an in den Bereichen Kinesiologie, Ernährung und Selbsthypnose. Infos: http://www.reginahelfenstein.ch/selbsthypnose.html
Weiteres Kursangebot an anderen Veranstaltungsorten: 18. April 2020: Mit Selbsthypnose zum Wunschgewicht in Basel Herbst 2020: Selbsthypnose Workshop (Grundkurs)
Samstag, 26 Januar 2020, 15:00 Uhr, Vortrag:
„100 Jahre Torffaser-Impuls von Rudolf Steiner. Eine segensreiche Beziehung zu den Elementarwesen in einer zunehmend elektrifizierten Welt“
Referentin: Ruth Erne (CH)

Bericht:
Lörrach. Die Schweizerin Ruth Erne sprach im Rahmen einer Nachmittagsveranstaltung über das Thema „100 Jahre Torffaser-Impuls von Rudolf Steiner. Eine segensreiche Beziehung zu den Elementarwesen in einer zunehmend elektrifizierten Welt“. Bei dieser Initiative handelt es sich um eine – im Unterschied zu Waldorfpädagogik, biologisch-dynamischer Landwirtschaft oder Eurythmie – vergleichsweise wenig bekannte Ausgestaltung der vielfältigen, aus der Anthroposophie hervorgegangenen Anregungen. Dabei liege gerade auch in ihm eine wichtige Zukunftsperspektive, wie die Referentin ausführte. Zwar habe es immer schon ein uraltes Wissen um heilsame Wirkungen aus dem Moor gegeben, die nach wie vor bekannt sind, wie etwa Moorbäder. Und man habe sich auch konkrete Anwendungsmöglichkeiten von Torffasern zunutze gemacht, etwa für Decken, die man im ersten Weltkrieg unter die Sättel von Pferden gelegt habe, so dass diese weniger schwitzten. Doch bei dem Torffaser-Impuls Rudolf Steiners handle sich um etwas ganz Neues. Und Erne sah es auch nicht als Zufall an, dass er zur selben Zeit gegeben wurde, als erstmals künstliche Fasern zur Herstellung gelangten. Zudem sei in diesem Fall das Besondere, dass der Begründer der Anthroposophie nicht wie üblich auf Fragen und Anliegen reagiert, sondern aus eigener Initiative eine Anregung gegeben habe. Henri Smitts sei damals wiederholt von ihm darauf aufmerksam gemacht worden. Allerdings sei er bis in die Gegenwart hinein von unterschiedlichen Persönlichkeiten nur in bescheidenerem Rahmen aufgegriffen und weiterentwickelt worden.
Das Moor konnte Erne aus eigenen Erfahrungen, die sie zum Beispiel in Schweden gemacht hatte, anschaulich beschreiben. Man gerate da leicht in eine traumhafte Stimmung hinein. Im Grunde sei das Moor so etwas wie ein Überbleibsel davon, wie die Erde einmal in einem früheren Zustand beschaffen gewesen sei. Es herrsche dort ein saures, konservierendes Milieu vor, weshalb das Moor auch eine konservierende Eigenschaft habe. So finde man in Hochmooren – gleichsam „mumifiziert“ – die Fasern, genauer gesagt die aufgeblasenen Blattscheiden des „scheidigen Wollgrases“ vor, das als eine der wenigen Pflanzen dort wachse, fast nur Nährstoffe von oben, das heißt durch den Regen erhaltend. Bei ihnen handle es sich um das eigentliche „Material“. Und aus diesen Fasern lasse sich, so Rudolf Steiner, ein Stoff herstellen, der als Hülle dem menschlichen Organismus helfen könne, besser mit den Wirkungen der überelektrifizierten Umwelt zurechtzukommen. Ein damals weitsichtiges und gerade heute hochaktuelles Anliegen angesichts der Diskussionen um Elektrosmog und Belastung durch Funkwellen. Dazu müssten diese Fasern aber eine bestimmte Form der Verarbeitung durchlaufen.
Hier kommt nun ein entscheidender spiritueller Aspekt hinzu: Durch die entsprechende Behandlung der Fasern würden nämlich die Elementarwesen, die gleichsam mit den Torffasern konserviert und damit den üblichen Lebens- und Sterbeprozessen der Natur entzogen worden seien, befreit und erlöst. Zum Dank dafür würden sie die besagte, positive Wirkung für den Menschen entfalten. Unter Elementarwesen versteht man in der Anthroposophie die den gewöhnlichen Sinnen unsichtbaren Geschöpfe, die in vielfältiger Weise die Vorgänge in der Natur initiieren und gestalten und auch mit den Pflanzen verbunden sind. Im Märchen kennt man sie als Gnome (Zwerge), Undinen (Nixen), Sylphen oder Salamander, die – in derselben Reihenfolge – mit den Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuerverbunden seien. Diese Befreiung ist für Erne das eigentlich Entscheidende.
Sie stellte Verbindungen her zum nordischen Mythos von Vidar, der lange Zeit im Moor zurückgehalten worden sei, ehe er gegen den Fenriswolf antrat. In der Anthroposophie erkennt man hinter dieser mythischen Gestalt eine reale geistige Wesenheit, die heute dem Christus dient, der im Ätherischen, das heißt dem der Erde unmittelbar angrenzenden Bereich des Lebendigen, wirkt und wahrgenommen werden kann. Der Mensch fange allmählich wieder an, diese Wirklichkeiten zu erleben. Früher habe er vieles noch traumhaft-hellseherisch erkennt, bis er sich einseitig der materiellen Welt zugewandt habe, was seine physiologische Entsprechung darin fand, dass der Kopf des menschlichen Ätherleibes nahezu mit dem des physischen Leibes zur Deckung gelangte. Heute beginne er sich wiederum zu lösen …
Die von Rudolf Steiner benannten Substanzen sind: Antimon, Malvenschleim, Rosskastanienextrakt, Lärchenharz und Ozon. Hierin erkennt Erne Repräsentanten der unterschiedlichen Elemente. Allerdings sind keine genaueren Angaben über die einzelnen Schritte dieses Prozesses bekannt. Dies sieht Erne jedoch als positiv an, denn so sei man zu eigener Initiative und Kreativität gefragt. Genaueres dazu, auch Beschreibungen ihrer tastenden Versuche in der Torffaserherstellung, finden sich in ihrem Buch „Der Torffaser-Impuls“ (Beer 2017).
Aus Sicht der Referentin ist allerdings eine über das bisher Erreichte noch hinausgehende Herangehensweise erforderlich. Der Rohstoff Torffaser sei begrenzt, nicht leicht zu verarbeiten und überdies heute auch nicht ohne Weiteres verfügbar, da viele Moore unter Naturschutz stehen (wobei sie beim Torfabbau für den Gartenbau als „Abfall“ einfach weggeworfen würden). Erne ist der Auffassung, dass unter diesen Voraussetzungen ein Weg gefunden werden müsse, die Torffaser im Verlauf der Herstellungsprozesse ganz aufzulösen und dann, nach dem „Durchgang durch den Nullpunkt“, wieder neu aufzubauen, quasi von deren Urbild her. Wenn dies gelinge, könne man auch mit vergleichsweise sehr wenig Ausgangsmaterial arbeiten. Sie vergleiche das gerne mit der „wundersamen Brotvermehrung“ der Bibel. Erne verwies darauf, dass mittlerweile sogar Kleidung aus Milchfasern hergestellt werde, ja auch aus Wasser, wie von anderer Seite ergänzt wurde. Dass der Torffaserimpuls zur selben Zeit gegeben wurde, als erste synthetische Fasern entstanden, bedeute für sie, dass man ebenfalls neue Wege beschreiten müsse – aber eben mit aus dem spirituellen geschöpften Gedanken. Darin sieht sie eine künftige Forschungsaufgabe.
Auch von einzelnen Erfahrungen sprach Erne. Etwa, dass sie die nach der Herstellung von Torffasern zurückgebliebene „Essenz“ einmal als Badezusatz verwendet habe, und in der folgenden Nacht das Gefühl gehabt habe, regelrecht zu glühen, was zur Änderung der Dosierung führte … Anderes wurde von den Teilnehmern beigebracht, etwa Erfahrungen und fundierte Kenntnisse aus beruflicher Tätigkeit im Moor, oder der Idee auf Torffasern zu schlafen, was Erne allerdings „dialektisch“ sah: Früher habe man das teils getan, sie wisse von einer älteren Dame, die darauf bestanden habe. Allerdings trage der Torf eben starke, anregende Lebenskräfte in sich … Und hier habe man es noch nicht mit dem Ansatz der Befreiung der Elementarwesen zu tun …
Die sehr interessierten Anwesenden saßen bei den sich lebhaft entwickelnden Gesprächen im Stuhlkreis um einen Tisch, auf dem Erne viel Anschauungsmaterial zusammengestellt hatte. Er erweckte bewusst den Eindruck eines „Altars“ zu dem, so Rudolf Steiner, der Labortisch (im Sinne der entsprechenden Bewusstseinshaltung) heutzutage werden sollte. Sie konnten durch Berührung auch eigene Eindrücke der behandelten Torffasern erspüren, so die erstaunliche Wärme, die diese vermittelten – eine Wärme, die so Erne, „Ihre eigene Wärme“ sei.
Alles in allem gelang es Erne den Torffaserimpuls als einen gerade für unsere Zeit sehr wertvollen Ansatz zu beschreiben. Und wenn der Raum in dem man sich befinde, noch so dunkel sei – ein winziges Teelicht könne ihn erhellen. Dies sei auch mit diesem Impuls vergleichbar – in einer Welt, in der der Mensch immer mehr von der Technik eingesponnen und damit in gewissem Sinne auch vom Geistigen abgeschirmt werde.
Informationen:
Am Sonntag, 26. Januar 2020, 15:00 Uhr, referiert Ruth Erne in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) über das Thema „100 Jahre Torffaser-Impuls von Rudolf Steiner. Eine segensreiche Beziehung zu den Elementarwesen in einer zunehmend ‚elektrifizierten‘ Welt“. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Vor 100 Jahren – als es der Textilindustrie zeitgleich gelang, künstliche Fasern herzustellen – regte Rudolf Steiner von sich aus Henri Smitts dazu an, sich der Erforschung und Verarbeitung von Torffasern zu widmen. Denn im Moor, so Steiners Erläuterungen, würden Elementarwesen existieren, die aus bestimmten Gründen im Lauf ihrer Entwicklung böse geworden seien. Behandle man die Torffasern jedoch mit von ihm skizzierten Verfahren, würden diese Elementarwesen aus dem von ihnen als eine Art „Gefangensein“ erlebten Zustand „befreit“ und sie würden zum Dank den Menschen vor den negativen Auswirkungen der Technik schützen – wie Ruth Erne erst im Februar dieses Jahres in einem Leserbrief an den „Europäer“ (02/19) darstellte und so auf einen noch weniger bekannten Impuls Steiners aufmerksam machte.
Bis in die Gegenwart hinein haben ihn jedoch einige Menschen auf ihre Art aufgegriffen (u. a. Rudolf Hauschka, Johannes Kloss und Peter Böhlefeld mit seiner Firma Wandil). Die Referentin selbst wurde auf diesen Impuls durch einen Beitrag in einer Extraausgabe der „Menschenschule“ aufmerksam. Er ist zu einer Lebensaufgabe für sie geworden. So gründete sie das Textil-Atelier in Hettenschwil, und auf ihrer Arbeit baut auch das heute noch existierende Torffaseratelier in Lenzburg auf (www.torffaseratelier.ch). In ihrem Buch „Der Torffaser-Impuls von Rudolf Steiner“ (Verlagsbuchhandlung Beer, 2017) berichtet sie von ihren Erfahrungen und ihren Überlegungen zur Weiterentwicklung von Torfprodukten (z. B. im Sinne eines „homöopathischen“ Ansatzes).
Zu ihrem Nachmittags-Vortrag wird Ruth Erne auch verschiedene Beispiele von Torffasern mitbringen, so dass man deren Eigenschaften auch direkt „erspüren“ kann.



Samstag, 14.12.2019, 19 Uhr, Vortrag:
„Verabredung mit dem Glück“
Referent;: Dr. Christian Firus

Bericht:
Christian Firus, Facharzt (u. a. für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie) sowie Oberarzt in der Rehaklinik Glotterbad, referierte in der Kulturwerkstatt über ein Thema, das er zuvor schon im zusammen mit seinem Vater Hans-Hermann Firus verfassten Buches „Verabredung mit dem Glück“ vertiefend behandelt hatte. Der Referent machte dabei auf die Anwesenden einen sehr kompetenten, professionellen Eindruck, wie aus deren positiven Reaktionen hervorging. Aus den sehr anschaulichen Darstellungen könne man etwas nach Hause „mitnehmen“ und im praktischen Leben anwenden, hieß es mehrfach.
Zunächst kam Firus auf den regelmäßig veröffentlichten Glücksatlas zu sprechen. Aus diesem gehe hervor, dass unter den Ländern mit der „glücklichsten“ Bevölkerung die Nordländer stark auf den vorderen Positionen vertreten sind. Dies könne damit zusammenhängen, dass die soziale Schere dort geringer auseinanderklaffe, und der Staat sich mehr um seine Bürger sorge (wie auch umgekehrt die Bürger sich mehr für das Gemeinwohl engagieren würden).
Glück sei aber nicht gleich Glück. Da gebe es zunächst Unterschiede, die sich aus dem jeweiligen Lebensalter ergeben. In der Jugend gehe es mehr um das Annäherungsglück (Typ A), was darin bestehe, neuartige „große“ Erlebnisse zu haben. Im mittleren und höheren Alter bestehe das Glück dann eher in der Vermeidung (Typ B) von Lästigem oder Unwillkommenen. Und nicht zuletzt gebe es das Glück, das darin bestehe „genau richtig“ in seiner Position im Leben zu sein (Typ C). Dies deute in Richtung Lebenszufriedenheit (well-being), wovon man andere Formen des Glücks – wie Zufallsglück oder das Glück der Vorfreude – abgrenzen müsse. Im Englischen kenne man im Übrigen auch die Differenzierung zwischen dem Glück, das einem zufällig widerfährt (luck) und dem Wohlfühlglück („happiness“). Und nicht zuletzt im sogenannten „Flow“ könne man sehr viel Zufriedenheit erfahren.
Firus verwies auf Studien zum Thema Glück, darunter eine, die bereits seit dem Jahr 1938 fortgeführt wird, und verband hiermit mehrere Erkenntnisse und Schlussfolgerungen. . Lottogewinne machten beispielsweise nur kurzfristig glückllich – meist seien die Gewinner binnen kurzem schon wieder auf ihrem normalen „Glückslevel“ angelangt. Es gehe also vielmehr um die Glücksfähigkeit, um sich glücklich fühlen zu können, als um solche „Glücksfälle“.
Für das Erleben des Glücks sei es nun ganz essentiell, Dankbarkeit, die „Mutter aller Tugenden“ (Cicero) zu empfinden – worunter gerade auch die Dankbarkeit für die kleinen Dingen falle, was man sich oft bewusst machen solle. Ebenfalls wichtig sei das Thema „Sinn“, das Firus in Anlehnung an das Leben und die Lehre des von ihm sehr geschätzten Viktor Frankl beschrieb, den er sogar persönlich kannte. Die zentrale Frage, die sich stelle, sei „Was will das Leben von mir?“, und die Antwort im Sinne der Authentizitzät „sehr persönlich“. Dabei sei es wichtiger, die eigenen Stärken zu fördern, als sogenannte Schwächen zu eliminieren. Letztlich gehe es darum, das Leben zu gestalten – im Sinne der Selbstwirksamkeit.
Ein weiterer entscheidender Aspekt sei das Fördern der seelischen Widerstandskraft – der Resilienz –, verbunden mit der Salutogenese, wobei innere Bilder unterstützend wirken könnten und man sich klar machen müsse, wo man die eigenen Kraftquellen/Ressourcen finde.
Leider befinde man sich gedanklich oft zwischen „Problemvergangenheit“ und „Sorgenzukunft“ und lebe nicht im Moment, in dem es einem zunehmend schwer falle, einmal nichts zu tun und – im Sinne von Achtsamkeit und Akzeptanz – nur die Gegenwart zu erleben. Viele der 70 000 Gedanken, die wir am Tag durchschnittlich denken, seien uns gar nicht richtig bewusst. Ein entscheidender Faktor sei es darum, die automatisch negativen Gedanken zu überwinden, da diese unsere Wirklichkeit beziehungsweise deren Wahrnehmung beeinflussen. Es gehe darum 1. die eigenen pessimistischen Gedanken zu erkennen, 2. ihnen zu widersprechen, wie man einem guten Freund widerspricht, 3. sich klar zu machen, dass das, was man über sich selbst denkt, nicht automatisch wahr ist, und 4. zu „entkatastrophisieren“ und Alternativen zu suchen. Passwörter seien übrigens ein gutes Mittel, sich an Sätze zu erinnern, die einem eine positive Sicht auf das eigene Leben vermitteln. Den Vortragsteilnehmern praktische Tipps dieser Art zu geben, war Firus ein wichtiges Anliegen.
Zudem ging es ihm darum, Irrtümer auszuräumen. Das Streben nach Perfektion, so hob er hervor, mache keineswegs glücklich. Es gelte nämlich das 80%-Prinzip: Um eine Sache zu 100 % vollkommen zu erledigen, benötige man für die restlichen 20 % genau so viel Energie wie für die ersten 80 %. So könne man die Ansprüche angemessener formulieren stellen und generell eine Vereinfachung anstreben.
Das Glück, so könne man – wiederum in Zahlen ausgedrückt – zusammenfassend sagen, hänge zu circa 40 % von den Genen ab, zu 10 % vom „Zufall“ und zu 50 % von dem, was wir daraus machen.
Firus schloss seinen Vortrag mit der „Autobiografie in fünf kurzen Kapiteln“ von Portia Nelson. Glück, so wurde auch aus der vom Krieg geprägten Lebensgeschichte seines Vaters deutlich, bestehe nicht zuletzt darin, am Schweren zu wachsen, und sich in einen größeren (spirituellen) Zusammenhang eingebunden zu erleben.
Informationen:
Am Samstag, 14. Dezember 2019, 19 Uhr, spricht Dr. Christian Firus (Facharzt für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie sowie Psychiatrie / Oberarzt der Psychosomatischen Rehaklinik Glotterbad) über das Thema „Verabredung mit dem Glück“. Veranstaltungsort ist die Kulturwerkstatt, Riesstraße 4. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Glück, so lässt sich sagen, ist ein bunter Blumenstrauß, da ist für jeden etwas dabei – zum Glück! Der Vortrag beginnt zunächst mit einem Blick auf den „deutschen Glücksatlas“. Es werden dann die unterschied-lichen Formen von Glück auch unter Berücksichtigung des jeweiligen Lebensalters zur Sprache kommen. In Zentrum werden verschiedene Wege zu Glück und Lebenszufriedenheit stehen. Sie stellen mögliche Verabredungen mit dem Glück dar. Der Vortrag berücksichtigt auch sehr alltagspraktische Zugänge zum Thema.
Dr. Christian Firus ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychiatrie, Oberarzt der Psychosomatischen Rehaklinik Glotterbad und in eigener Praxis tätig. Seine Schwerpunkte sind Systemische Therapie, Traumatherapie (DeGPT), Existenzanalyse und Logotherapie. Firus ist zudem Buchautor, Seminarleiter und Dozent. Mehr Informationen über den Referenten finden sich unter: https://christian-firus.de
Dr. Christian Firus ist zusammen mit Hans Hermann Firus Verfasser des zum Vortragsthema passenden Buches „Verabredung mit dem Glück. So stärken Sie Ihre seelische Widerstandskraft“. Der Autor erklärt: „Als Arzt und Psycho-therapeut höre ich oft die Frage: Was kann ich selbst denn tun? Zum Glück eine ganze Menge. In meinen Büchern beschreibe ich unterschiedliche Wege, Ihre eigenen Kom-petenzen und Selbstheilungskräfte zu stärken.“
Sonntag, 24.11.2019,: Informationen zur Generalversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V,
Zu Beginn gab Vorstand Björn Steiert einen Rückblick über das vergangene Veranstaltungsjahr einschließlich der Vergabe des Kulturwerkstatt-Preises 2018, die dazu führte, dass wohl erstmals auch die italienische Presse über die Kulturwerkstatt berichtet, nämlich in Zusammenhang mit dem mit dieser Auszeichnung gewürdigten Waldmenschen Fèro („Un premio tedesco per ‚Fero‘ Valentini. Giornale „Il Trentino“. Il nonesco die Tuenno insignito del ‚Kulturwerkstatt 2019‘ dalla città die Lörrach nel Baden Würtemberg [sic!], Venerdi 4. Gennaio 2018). Angestrebt wird 2020 eine höhere Anzahl an Veranstaltungen.
Im Anschluss wurde der Vorstand nach Vorstellung des Kassenprüfungsergebnisses der Vorstand einstimmig entlastet. Ebenfalls Einstimmigkeit herrschte darin, dass der minimale Mitgliedsbeitrag weiterhin bei 5 Euro monatlich liegen soll.
Die Vorstände wurden einstimming in ihren Ämtern als Kulturvorstand, Rechtsvorstand und Wirtschaftsvorstand bestätigt. [Nachtrag: Björn Schwander, voriger Stellvertreter, übernahm ab Februar 2020 dsatzungsgemäß as Amt des Wirtschaftsvorstands.]
Samstag 16.11. und Sonntag 17.11.2019, Workshop
„Hui Chun Gong-Kurs“
Workshopleiter: Rainer Nestmann
Bericht:
Der für dieses Wochenende angekündigte Hui Chun Gong-Workshop mit Rainer Nestmann musste leider entfallen. Jedoch ist für 2020 ein Hui Chun Gong-Wochenende mit Frau Wang Li geplant: 25/26.04.2020
Informationen:
Am 16./17.11.2019 findet in der Kulturwerkstatt Lörrach das Intensivwochenende „Hui Chun Gong“ mit Rainer Nestmann statt. Der Kurs ist als Nachbereitung für die Teilnehmer/innen des Hui Chun Gong Wochenendes mit Meisterin Frau Wang Li (April 2019) gedacht, aber auch als Vorbereitung für Interessierte am Frühjahrsseminar 2020 mit Meisterin Frau Wang Li.
Wir werden während dieses Wochenendes die bereits erlernten Bewegungsformen wiederholen und vertiefen sowie die Wurzeln des Hui Chun Gong in der Taoistischen Tradition erkunden. Hui Chun Gong bedeutet „die geheime überlieferte Kunst zur Lebenspflege und dem langen Leben“.
Die Hui Chun Gong Übungsreihe kommt aus der Tradition des Quanzhen Taoismus, einer der beiden großen taoistischen Strömungen Chinas. Bis 1980 wurde Hui Chun Gong nur von den Taoisten der Hua Shan Pai Schule sowie der Kaiserfamilie geübt.
Besondere Eigenschaften des Hui Chun Gong sind:
>> das endokrine System regulieren und dadurch den Alterungsprozess verlangsamen.
>> die Wirbelsäule beweglicher machen
>> das Immunsystem stärken.
>> das Verdauungssystem und die Fettverdauung an
>> die Meridiane durchlässig machen.
Informationen zum Kursinhalt: www.huichungong-loerrach.de oder telefonisch bei Rainer Nestmann, Tel. 07628-80 36 38
Eine wöchentliche Hui Chun Gong Übungsstunde mit Rainer Nestmann findet außerdem dienstags von 18.00 bis 19.00 Uhr im Yogazentrum Dreiländereck, Binzenerstr. 9 in 79539 Lörrach statt.
Der Kurs ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.
Die Kursgebühr beträgt € 190.-
Kurszeiten: Samstag, 16.11.19: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr; Sonntag, 17.11.19: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr
Samstag, 26. Okober 2019, 19:30 Uhr, Vortrag:
„Weisheit der Runen – Einführung in die Runenmagie“
Referent: Benjamin Maier


Bericht:
Benjamin Maier, der schon wiederholt als Referent und Workshopleiter in der Kulturwerkstatt zu Gast war – und dem von einer Besucherin seiner Veranstaltungen sogar attestiert wurde, eine der wenigen Persönlichkeiten der Region zu sein, die einen authentischen Zugang zum Schamanischen besitzen – erzählte dem Publikum am letzten Oktobersamstag von seinen Erfahrungen mit den Runen, den Schriftzeichen der Germanen. Der Titel des Vortrags lautete „Weisheit der Runen – Einführung in die Runenmagie“.
Maier begann mit einer kurzen Selbstorstellung und schrieb zunächst die 24 Runen des sogenannten älteren Futhark an, welches die Grundlage seiner Arbeit darstellt, da er dieses als stimmigstes beziehungsweise vollständigstes System ansehe. Er erklärte, sich auf seiner Recherchen beziehend, die Herkunft der Runen sei der Forschung nicht klar. Es gäbe auch Theorien, dass sie teils aus dem Phönizischen oder Griechischen Alphabet inspiriert worden seien. Denn Aleph oder Alpha hätten als erste Buchstaben eine ähnliche Bedeutung wie die zu Beginn stehende Rune des älteren Futharks, nämlich Fehu – Vieh – und sei womöglich nur „umgedreht“ worden. Der Name der Runen an sich könne sich von Germanisch „runo“ (= Geheimnis) ableiten, eventuell auch vom Altangelsächsischen „runa“ für Zauber- und Schriftzeichen.
Ähnlich unklar wie die Herkunft, ist der Wissenschaft auch deren ursprünglicheVerwendung. Wirkliche Belege für einen Einsatz zu magischen Zwecken oder Wahrsagezwecken habe man in den älteren Zeiten nicht gefunden. Der älteste Fund stamme aus dem zweiten nachristlichen jahrhundert: Es handle sich um Runenzeichen auf Holz (meist habe man die Runen in roter Farbe in Buchenholz geritzt, daher auch unser Wort „Buchstabe“, und die eckige/spitze Form der Runen). Jedoch, so Maier, habe er durchaus die Erfahrung gemacht, dass eine magische Arbeit wie auch die dieNutzung als Orakel mit den Runen möglich se. Hinter diesen stünden Prinzipien stünden, die man nutzen könne, wenn man sich mit ihnen verbinde. Und so gebe es auch viele Bücher der Esoterik, die die Runen in diesem Sinne interpretieren. Im Folgenden Maier den Zuhörerinnen und Zuhörern aus der Edda vor, in der die germanische Mythologie im (allerdings bereits christianisierten) Island des 13. Jahrhunderts festgehalten wurde. Der Gott Odin habe diesem (von einer eigentümlichen Sprache geprägten) Text nach, am Weltenbaum hängend, die Runen empfangen, habe dafür aber eines seiner Augen opern müssen. Bei der Aussprache der Runen orientiete Maier sich ebenfalls am Isländischen.
Er stellte im Weiteren vor, was er selbst unter dem Begriff Magie versteht. Dazu zählt, die Beschäftigung des Zusammenhangs innerer Phänomene mit dem Äußeren wie auch die willentliche Lenkung der Lebensenergie zur Hervorrufung von Wirkungen im Äußeren; zudem das harmonisierende Einwirken auf Grundlage der größerer spiritueller Zusammenhänge. Auch den Begriff Weisheit versuchte Maier näher zu bestimmen, und führte dafür Zitate aus der Geistesgeschichte von Aristoteles über Heraklit und den Taoismus bis hin zu J.R.R. Tolkien an, in denen sich ein Wissen ausdrückt, das dazu helfen soll, ein gutes Leben zu führen.
Bezogen auf die Praxis distanzierte sich Maier von den Versuchen der Nationalsozialisten, sich die Runen anzueignen und eigene okkulte Praktiken daraus zu entwickeln, etwa im Runenyoga. Er selbst arbeite auch nicht mehr so, dass er die nordischen Götter anrufe, denn diese seien, so wie er selbst es inzwischen sehe, entweder verstorbene Menschen, die man später als Götter verehrt habe, oder von den Menschen quasi selbst geschaffene „allzumenschliche“ Gottheiten, nämlich durch Projektion von Lebensenergie. Auch mit anderen Bräuchen, wie der Verwendung von Blut in Zusammenhang mit der Runenmagie, riet er deutlich ab, da man sich hierbei selbst (oder andere Wesen) verletze, was in seiner Auffassung schwarzmagisch sei. Ihm gehe es auch nicht darum, gleichsam die von den Menschen selbst durch jahrtausendelanges Brauchtum um die Runen herum aufgebauten morphogenetischen Felder „anzuzapfen“, sondern darum, allein durch die entsprechende Absicht einen Zugang zu den reinen Wirkprinzipien der Runen zu finden und diese in sich selbst zu realisieren oder für sich arbeiten zu lassen. Dieses sei etwas anderes, als mit konkreten Wesen zusammenzuarbeiten – wie den Naturgeistern oder Krafttieren -, mit denen man durchaus in einen echten Austausch treten könne. Die Runen seien „unpersönlich“ und müssten (mit Abstufungen) auch vorsichtig gehandhabt werden, da sie eben, einmal „aktiviert“, so wirken würden, wie sie eben wirken. Die in obigem Foto mit Kreis versehenen Runen sollten in diesem Sinne mit besonderem Bedcht verwendet werden, andere, wie zumal die Rune Berkana (18), seien dagegen sehr sanft. Runen stünden etwa für bestimmte Charaktereigenschaften oder auch Begriffe wie Wachstum (Fehu) oder Regeneration (Uruz). Charakteristisch für die Arbeit mit Runen sei auch, dass man ihnen quasi etwas gebe für das, was sie für einen tun. Dies könnten einfach alte Energien sein, die man nicht mehr brauche und durch die Rune dann transformieren lasse. Auch Namensnumerologie könne man mit Runen betreiben und mit individueller Bedeutung versehene Sigilen (kreative Kombinationen einzelner Zeichen) sowie Amulette erstellen. Die Namensnumerologie verdeutlichte er beispielhaft, indem er die in die Runen übertragenen Buchstaben des Vornamens eines Anwesenden mit dessen Einverständnis in ihrer Bedeutung erläuterte und die Quersumme der entsprechenden Zahlwerte ermittelte. So ließ sich die Grundkonditionen von dessen Leben beziehungsweise Schicksalsbeschreiben, einschließlich des sich in der Quersumme (Schlüsselrune) ausdrückenden Zieles oder Kernmottos. Dies geschah auf eine eher allgemeine, aber doch als zutreffende empfunde Weise – sehr viel individueller könne es dann unter Einbezug des Nachnamens, des Geburtsortes und der Geburtszeit werden … Umlaute überträgt Maier hierbei als reine Lauten
Der unpersönlichen Aspekt der Runen wurde auch von einer Teilnehmerin so erlebt, als Maier mit denjenigen, die dies wünschten, im Anschluss an den theoretischen Teil noch eine innere Reise zu einer indivdiuell gewählten oder aus seinem Runenset gezogenen Rune unternahm. Zu dieser gelangten die Anwesenden, Schamanentrommelnklängen lauschend, von einer Wiese ausgehend, durch einen Nebel hindurch – ein von Maier in der Praxis häufig abgewandtes und bewährtes Muster, das er auch denenigen empfahl, die künftig weiter in dieser Richtung arbeiten wollten.
Informationen:
Runen sind Symbole aus einer vergangenen Zeit. Manche kennen sie aus der nordischen Mythologie, andere aus ihrem Island-Urlaub. Für einige sind sie ein Überbleibsel vergangener magischer Praktiken, für andere nur alte Schriftzeichen. Und möglicherweise stimmt ja beides …
Beschäftigt man sich eine Weile auf magische Weise mit den Runen – und damit sind keine Zaubertricks gemeint, sondern die Wirkung auf Lebensenergie und Psyche –, bemerkt man, wie Benjamin Mai-er zu berichten weiß, bald, dass eine besondere Kraft darin steckt. Die Runen beginnen sich zu offenbaren und verraten Einem Ge-heimnisse über spirituelle Zusammenhänge des Lebens.
Im Vortrag gibt es eine Einführung in die älteste uns bekannte Ru-nenreihe, das 24er FUTHARK, die Bedeutungen der einzelnen Runen und was man von ihnen lernen kann. Die Wirkebenen der Runen werden aufgezeigt, ebenso werden einige Möglichkeiten erklärt, wie man damit selbst arbeiten kann.
„Die Runen haben etwas Mystisch-magisches an sich“, erklärt Maier, „und wer sich von ihnen angesprochen fühlt, kann im Vortrag einen ersten Eindruck bekommen. Und die, die sich schon auskennen mit den Runen, können vielleicht noch ein paar neue Inspirati-onen mit nach Hause nehmen.“
Samstag/Sonntag, 27.–28. April 2019, Workshop:
Hui Chun Gong Wochenende
Kursleiterinnen: Meisterin Frau Wang Li und ihre Meisterschülerin Frau Yixin Miao (Assistenz: Rainer Nestmann)


Coypright by Björn Steiert
Bericht:
In einem Workshop lehrte Wang Li einige Übungen des Hui Chun Gong. Diese einfach zu erlernenden Bewegungsabläufe, die lange Zeit nur im Geheimen weitergegeben wurden, dienen der Jungerhaltung bzw. der Verjüngung des Körpers. Unterstützt wurde sie dabei von ihrer Tochter Yixin Miao, die das erste Mal in der Kulturwerkstatt Lörrach zu Gast war. Wang Li selbst hatte 2017 bereits die Praktiken des Guo Lin Qigong, die bei Krebserkrankungen eine große Hilfe sein können, vorgestellt. Abermals wirkte auch Rainer Nestmann, ein Qigong Lehrer aus der Region, mit.
Deutlich bei allem wurde, wie wichtig es ist die Bewegungen sauber auszuführen, wie die Kursleiterin immer wieder betonte. Aus diesem Grund erweist sich auch die persönliche Schulung so wichtig. Denn wichtige Feinheiten und Korrekturen lassen sich viel besser oder nur direkt vermitteln, nicht ausschließlich über ein Buch oder ein Video. Die Teilnehmer konnten dabei bemerken, wie steif und wenig geschmeidig unsere Körper durch unsere Lebensgewohnheiten geworden sind. Durch regelmäßiges Üben kann man dem entgegenwirken.
Die Teilnehmer waren angehalten, sich Notizen zu machen, und konnten als nützliche Gedächtnisstütze auch das Buch „Daoistische Übungen für die Gesundheit“ von Bian Zhizhng verwenden. Sie lernten insbesondere die Formen „Der Frosch schwimmt“, „Vogel Rock im Flug“, „Der Drache schwimmt“, „Goldenes Kind mach Körper weich“, „Der Karpfen springt“ und „Magu schenkt Pfirsische“. Bei der letzten Übung machten einige die Erfahrung, wie schwer es zunächst ist, gewisse Bewegungsabläufe zur linken und rechten Seite zu koordinieren. Doch hat man es dann verinnerlicht, wirkt es asgesprochen wohltuend und harmonisierend, sich dann, dem „Fluss“ der Bewegung zu überlassen.
Neben den besagten Übungen wurden weitere „Nebenübungen“ vermittelt, die teilweise auch anderen Qi Gong-Traditionen entstammten und bestimmte Bewegungen und die Technik des Atems betrafen. Der Kurs wurde von den Teilnehmern sehr gut aufgenommen – sie konnten es in der Tat so erleben, dass es „ein Glück“ für sie gewesen sei, Wang Li zu begegnen, wie diese selbst es formuliert hatte. Denn so haben sie eine Möglichkeit kennenlernen dürfen, selbst aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. Beide Qi Gong-Lehrerinnen fanden viel Anklang. So ist ins Auge gefasst zusammen mit der organisatorischen Beteiligung von Rainer Nestmann weitere Workshops dieser Art anzubieten.
Informationen:
Im Rahmen des 22. WELT Taiji & Qigong Tages 2019 besucht Meisterin Frau Wang Li die Kulturwerkstatt Lörrach (Riesstraße 4, 79539 Lörrach), um am 27./28. April 2019 (Samstag/Sonntag) einen Workshop in Hui Chun Gong zu geben. Frau Wang Li (Jia Li, ihr daoistischer Name) ist die einzige Erbin der 21. Generation des Hui Chun Gong in Deutschland. Sie wird begleitet von ihrer Meisterschülerin Frau Yixin Miao. Assistiert werden die Kursleiterinnen von Rainer Nestmann (siehe: www.huichungong-loerrach.de)
Hui Chun Gong bedeutet: die heimlich überlieferte taoistische Kunst zur Lebenspflege und für ein langes Leben.
Die Hui Chun Gong Übungsreihe kommt aus der Tradition des Quanzhen Taoismus, einer der beiden grossen taoistischen Strömungen Chinas. Bis 1980 wurde Hui Chun Gong nur von Taoisten des Hua Shan Pai sowie der Kaiserfamilie geübt.
Meisterin Frau Wang Li wird uns dieses Wochenende auf den Weg zu anhaltender Gesundheit und einem langen Leben führen.
Kurszeiten:
Samstag: 9.30 Uhr – 12.30 Uhr und 14.00 Uhr – 17.00 Uhr
Sonntag: 9.00 Uhr – 12.00 Uhr und 14.00 Uhr – 16.00 Uhr
Kursgebühren:
€ 190,00
Bitte frühzeitige Anmeldung unter: kulturwerkstatt@gmx.de
Der Kurs findet nur statt, wenn die Mindestteilnehmerzahl erreicht wird! Zudem werden frühzeitige Anmeldungen im Fall des Erreichens der maximalen Teilnehmerzahl zuerst berücksichtigt.
Spezifische Wirkungen des Hui Chun Gong:
– Das endokrine System regulieren und dadurch den Alterungsprozess verlangsamen
– Die Wirbelsäule beweglicher machen
– Das Immunsystem stärken
– Die Beweglichkeit der Gelenke steigern
– Das Verdauungssystem und die Fettverbrennung anregen
– Die Meridiane durchlässig machen
– Die Nierenfunktion stärken
– Den Kreislauf stärken
Sonntag, 31. März 2019, 19 Uhr, Vortrag:
Das Leben nach dem Tode und die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen
Referent: Rainer Hornik

Bericht:
Bericht folgt
Informationen:
Am Sonntag, den 31. März 2019, 19 Uhr, hält Rainer Hornik in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) einen Vortrag über das Thema „Das Leben nach dem Tode und die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen“. Es wird ein Eintritt in freiwlliger Höhe erhoben.
„Durch Beten und Bitten bzw. geistige Sprüche für Verstorbene helfen wir Erdenbürger den Verstorbenen das Kamaloka [= die Zeit nach dem Tod, in der das vergangene Leben verarbeitet wird] schneller zu durchschreiten“, erläutert der Referent, „aber auch für uns Lebende können die Verstorbenen wichtig werden durch Ratschläge usw., die sie durch ihre Verbindung zu den Engeln usw. an uns weitergeben können.“ Den Besuchern seines Vortrags rät er im Hinblick auf die vorgestellten Meditationen, die auch hilfreich sein können, sich seelisch-geistig weiterzuentwickeln: „Halten Sie einen Notizblock bereit, falls Sie einen Spruch notieren wollen, der Sie seelisch anspricht. Ihre Fragen werde ich am Ende des Vortrages, soweit es mir möglich ist, beantworten.“
Hornik wird kurz über erste Kontakte mit zwei Verstorbenen berichten, die Verbindung zu ihm suchten, um dann auf die regelmäßige Kommunikation mit Verstorbenen im Kamaloka und ihr Erleben der verschiedenen Phasen des Nachtodlichen zu sprechen zu kommen. Auch andere, neue Erkenntnisse über Engel, zum Beispiel im Zusammenhang mit den Verstorbenen, und über Christus sollen Gegenstand des Vortrags sein. So werden insbesondere die Antworten seiner Fragen an Verstorbene vorgestellt, die von allgemeinem Interesse sind.
Rainer Hornik stellt sich mit folgenden Worten selbst vor:
„Ich bin 1953 geboren und war als Eurythmielehrer in Deutschland tätig (Eurythmieausbildung 1972–1976), die Heileurythmieausbildung fand in England statt. Über Verstorbene, zu denen ich geistige Verbindung pflege, hielt ich vor zwei Jahren einige Vorträge.
Letztes Jahr gründete ich die Partei für Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit mit Freunden. Ich bin weiterhin als Heileurythmist in der Schweiz tätig.“
Die besagte Partei setzt sich für die Dreigliederung des sozialen Organismus ein, einer Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus. Informationen zu diesem Projekt unter: http://partei-fuer-freiheit-gleichheit-bruederlichkeit.de/
Samstag, 23. Februar 2019, 19 Uhr, Vortrag:
Die Volksseelen Europas und ihre Entwicklungsmöglichkeiten
Referent: Rainer Hornik

Bericht:
Rainer Hornik sprach in der Kulturwerkstatt über das Thema „Die Volksseelen Europas und ihre Entwicklungsmöglichkeiten“. Unter dem Begriff „Volksseele“ verstand er die Quelle eines das Individuum nicht determinierenden, aber in gewisser Weise prägenden geistigem Einfluss. Dabei erkannte er Analogien zwischen der Seele des Einzelnen und dem Seelischen, das sich zum Beispiel in der Kultur eines Volkes ausdrückt. Zu deren Beschreibung verwendete er nicht in den Begriffen der Psychologie, sondern in der weitere Differenzierungsmöglichkeiten ermöglichenden Begriffen der Anthroposophie und sprach vom Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmenschen. Unter Geistselbst ist – stark vereinfachend gesagt – das zu verstehen, was der Mensch aus sich macht, wenn er aus seinem „Ich“ heraus bewusst an seinen Gefühlen und Leidenschaften arbeitet und diese entsprechend entwickelt. Lebensgeist wiederum wäre das, was aus den transformierten Gewohnheiten und tieferen Veranlagungen hervorgeht, und Geistesmensch dasjenige, was aus der Kraft der Individualität heraus so tief wirkt, dass es selbst auf der körperlichen Ebene verwandelt wirkt. Die Seele an sich differenzierte er in Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele und Bewusstseinsseele. Erstere ist das, was auf die Eindrücke der Außenwelt mit einer im Idealfall reinen Empfindung reagiert. Die Verstandes- oder Gemütseele ist ein weiterer Schritt zur Verinnerlichung der äußeren Eindrücke, unter anderem mit dem Mittel des Intellekts. Die Wesensglieder bis zur Bewusstseinsseele wurden hauptsächlich in der Vergangenheit durch die unterschiedlichen Epochen mit jeweiligen Schwerpunkten entwickelt. Die Bewusstseinsseele wiederum, die gegenwärtig in Entwicklung begriffen ist, öffnet sich dem Geistigen, dem Spirituellen auf individuelle Art und Weise.
Unter diesen Voraussetzungen betrachtete Hornik nun detailliert einzelne, vorwiegend europäische Völker, wobei es im Rahmen der Zeit nur möglich war, jeweils ein paar skizzenhafte Hinweise zu geben. Dabei war – in obigem Sinne – klar, dass diese allgemeinen Gesichtspunkte durchaus für das einzelne Individuum weniger stark gelten können, insofern dieses sich auch auf andere Weise entwickeln und entfalten kann. Hornik stellte zunächst die USA und Russland einander gegenüber. Hätten wir in den USA ein Gebiet, in dem sich die Bewusstseinsseele ausprägen wolle, so könne man in Russland (wie auch bei den Polen) schon die Entwicklung des künftigen Geistselbst stärker veranlagt sehen. Letzteres bewirke oft eine große Spannung unter der die Menschen in Russland stünden, was dann – wie man es auch klischeehaft kennt . dort oft zu einem stärkeren Missbrauch des Alkohols führe. Bei den Deutschen wiederum liege eine starke Tendenz vor, das niedere Ich in das höhere Ich zu verwandeln. Die Franzosen wiederum brachte Hornik hauptsächlich mit dem Impuls der Verstandesseele in Verbindung, die Spanier und Italiener mit dem der Empfindungsseele (mit Ausnahme der Basken und Katalenen, die er – wie auch die Portugiesen – in Beziehung zur Bewusstseinsseele setzte). Interessant war ein Gesichtspunkt, den er hinsichtlich der Tschechen, die er in Zusammenhang mit deren Potenzial zum Lebensgeist, ansprach. Deren Sprache trage Anlagen in sich, geistiges prägnant und präzise auszudrücken. Und so sei damit zu rechnen, dass diese sich – bei einer größeren Entfaltung der Spiritualität in Europa – zu einer europaweit verbreiteten Sprache entwickeln könne.
Auf die nordischen Länder zu sprechen kommend, sah er unter anderem in Dänemark insbesondere (unter deutsche „Hilfe“) die Bewusstseinsseele wirksam. Gleiches – die Bedeutung der Bewusstseinsseele – galt aus seiner Sicht für die Finnen (und die Balten als „Brüder der Russen“), die allerdings auch schon anfänglich mit dem Geistselbst zu tun hätten. Hornik erwähnte die aufschlussreiche Rolle des finnischen „Kalewala“-Mythos und streifte kurz die Bedeutung des Naturempfindens für die Entwicklung der Seele bei den Schweden. In den Ukrainern erblickte er große Anlagen für alle drei höheren Wesensglieder. Was Island anging, so sah er hauptsächlich die Bewusstseinsseele und das Geistselbst als relevant an und beschrieb den starken Zusammenhang der Isländer mit der Welt der Elementarwesen.
Auf die K&K-Monarchie zu sprechen kommend, meinte er, dass Ungarn in seiner Entwicklung auf Österreich angewiesen sei, es ginge hier um das höhere Selbst und den Lebensgeist. Stichwortartig seien hier noch weitere Bemerkungen zu den übrigen europäioschen Völkern ergänzt: die naturverbundenen und mit den Künsten in Beziehung stehenden Slowaken brachte er mit dem Lebensgeist in Verbindung, die Rumänen mit Geistselbst und Lebensgeist. Bei den Serben hob er die enge Beziehung zu den Russen hervor. Im Hinblick auf Griechenland sprach er die Bewusstseinsseele an, ebenso bei den Irländern, die ein sehr religiöses Volk seien, wobei sie sich zur freien Entwicklung der Spiritualität noch stärker von den durch allzu treuen Katholizismus auferlegten Einschränkungen befreien müssten. Die Niederlande (einschließlich der Beneluxstaaten) besprach er im Kontext ihrer Verbindung zu den Deutschen als mit Überwindungskraft begabt und ebenso an der Entwicklung der Bewusstseinsseele maßgeblich beteiligt.
Zuletzt riss Hornik noch kurz die Bedeutung der Atlantis an und die Weisheit, die man in Märchen erkenne. In der Diskussion ergaben sich weitere Gesichtspunkte, etwa zu dem „Dämonischen“ beziehungsweise Bösen, das im Nationalismus und dessen Rassenlehre beziehungsweise der Gestalt Hitlers gewirkt habe. Auch zu anderen Persönlichkeiten der damaligen Zeit wurden kritische Gesichtspunkte diskutiert. Ein Teilnehmer meinte, dass man in Europa heute den Eindruck haben könne, dass die Menschen oft sehr lethargisch sein, womit er sich – mit unterschiedlich starker Wertung – auf Deutschland und die Schweiz bezog. In den USA dagegen beobachte er durchaus eine „von unten“ sich entwickelnde, wache polituische Bewegung.
Informationen:
Am Samstag, den 23. Februar 2019, 19 Uhr, hält Rainer Hornik in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) einen Vortrag über das Thema „Die Volksseelen Europas und ihre Entwicklungsmöglichkeiten“. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Der Begriff „Volksseele“ wurde in seinen Ursprüngen durch Ideen von Philosophen wie Johann Gottfried Herder und die Romantik geprägt. Später erfuhr er eine wesentliche Vertiefung durch den Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner. Er wird heute noch kaum verstanden. Ihm zugrunde liegt unter anderem, dass jedes Volk einen wertvollen, ganz eigenen kulturellen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Menschheit geliefert hat beziehungsweise liefert.
Der Inhalt dieses geisteswissenschaftlichen Vortrags ist jedoch nicht nur im Sinne einer theoretischen Reflexion über dieses Thema zu verstehen: Er ist im Hinblick auf aktuelle Ereignisse hochbrisant. So hilft er, die Gegenwart besser zu begreifen und zukunftsgerichtet zu handeln. Der Referent wird in seinem geisteswissenschaftlichen Vortrag, ausgehend von den Charakteristiken und Psychologien der Völker Europas, deren Entwicklungsmöglichkeiten beschreiben. Dabei wird deutlich, dass von Europa Impulse ausgehen wollen, die ausgleichend in der Welt wirken könnten – im Sinne eines dritten Weges, jenseits von Kapitalismus und Kommunismus. Dieser Weg wird „Dreigliederung des sozialen Organismus“ genannt.
Es gibt viele einzelne Aspekte, die im Vortrag Berücksichtigung finden, etwa die Rolle der südlichen und nördlichen Völker am Beispiel der Isländer und Portugiesen, die Beziehung der Österreicher zu den Ungarn usw.. Amerika und Russland werden ebenfalls mit einbezogen sowie historische und politische Aspekte, soweit dies für das Thema nötig ist.
Rainer Hornik stellt sich mit folgenden Worten selbst vor:
„Ich bin 1953 geboren und war als Eurythmielehrer in Deutschland tätig (Eurythmieausbildung 1972–1976), die Heileurythmieausbildung fand in England statt. Über Verstorbene, zu denen ich geistige Verbindung pflege, hielt ich vor zwei Jahren einige Vorträge.
Letztes Jahr gründete ich die Partei für Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit mit Freunden. Ich bin weiterhin als Heileurythmist in der Schweiz tätig.“
An die Inhalte des Vortrages anknüpfend wird die Partei für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit vorgestellt.
http://partei-fuer-freiheit-gleichheit-bruederlichkeit.de/
Samstag, 29. Dezember 2018, 19 Uhr, Vortrag:
„Das Wunder der Inkarnation. Mit Bewusstsein die Seele auf die Erde begleiten“
Referentin: Christa Kleemann

Bericht:
Die Autorin Christa Kleemann („Brücke zwischen den Welten“) referierte in der Kulturwerkstatt über das Thema „Das Wunder der Inkarnation“. Konkret ging es darum, wie man den Seelen der Kinder den Weg auf die Erde und ins Leben bereitet – eine Perspektive, die ermöglicht, dass sich die Frage, was nach dem Tod kommt, mit der Frage, was vor der Empfängnis liegt, sinnvoll zusammenschließt. Das Thema passte nicht von ungefähr in die Weihnachtszeit, in der er eine ganz besondere Geburt gefeiert wird – symbolisch zugleich die Geburt des Göttlichen im Menschen.
Die Vortragende sprach dabei durchaus auch vor dem Hintergrund ihrer Lebenserfahrung. Als Leiterin einer staatlichen Schule sowie fünffache Mutter und Großmutter weiß sie, dass Kinder – anders als sie früher noch glaubte – kein unbeschriebenes Blatt sind. Sie bringen, so Kleemann, vielfältige Veranlagungen mit, die in unserem gegenwärtigen Erziehungswesen leider keineswegs auf adäquate Entwicklungsmöglichkeiten treffen, so dass es mehr denn je auf den einzelnen, dort tätigen Menschen ankommt beziehungsweise auf die Beziehung zu diesen. Liebe sei hier das Schlüsselwort.
Kleemann schilderte zu Beginn eine Geschichte, die die Freundin einer Nachbarin selbst erlebt hatte. Beim Segeln in Griechenland wünschte sich diese nämlich sehr, Delphine zu sehen. Dies gelang jedoch erst, als sie im Hafen erfuhr, dass sie, um diese herbeizulocken, im Schiffsrumpf, der wie ein Resonanzkörper wirke, singen solle. Als sie dies tat, erschienen nach rund 30 Minuten tatsächlich Delphine und schauten durch’s Bullauge herein. Kleemann nahm dies als Bild, wie Eltern – durch Offenheit und Aussendung entsprechender Gedanken – die Seelen Ungeborener einladen könnten. Sie verstand diese Aussage nicht als bloß theoretische Überzeugung, sondern bezog sie wiederum auf ihr eigenes Leben zurück, dessen Erfahrungen ihr diese Sicht vielfach bestätigten – zumal seitdem sie sich nach einem Autounfall noch einmal komplett neu ausrichtete. Durch dieses einschneidende Ereignis sei ihre Seele gleichsam wie gelockert worden und sie habe erst mühevoll zurück in das irdische Leben finden müssen. Die hiesige, physische Realität sei ihr im Unterschied zur sogenannten „geistigen Welt“ sehr viel dichter, nebliger und auch humorloser vorgekommen. Seit dieser „zweiten Geburt“ widmet sie sich verstärkt dem Spirituellen und wirkt seitdem auch heilerisch – eine Begabung, die sie anfänglich eher widerwillig beziehungsweise selbst noch zweifelnd ergriffen habe. Die greifbaren Erlebnisse schon bei der ersten Sitzung hätten sie dann jedoch eines Besseren belehrt …
Einen großen Unterschied mache es, fuhr Kleemann fort, ob man ein Kind „haben“ wolle, wohinter eine egoistische Motivation stehen könne, oder ob man bereit sei, ihm einen entsprechenden Empfang zu bereiten. Im Hinblick auf den geistigen Hintergrund der Empfängnis beziehungsweise Zeugung, erinnerte sie an die biblische Erzählung, wonach ein Engel zu Maria trat und ihr verkündete, dass sie einen Sohn erwarte. Solche geistigen Erfahrungen, so Kleemann, seien tatsächlich mit einem tiefen Herzenserschrecken verbunden, weshalb der Engel im Evangelium auch sage „Fürchte Dich nicht!“ … Allgemein sei es so, dass die Seele des Kindes vor der Empfängnis nach einem geeigneten Elternpaar suche und sich dann bei der Zeugung mit der Eizelle verbinde, was in der geistigen Wahrnehmung wie ein Lichtstrahl wahrgenommen werden könne. Entscheidend sei immer der Wille der Seele. Auch künstliche Befruchtungen, wie sie seitens des Publikums angesprochen wurden, würden keineswegs immer gelingen. Kleemann sprach freilich auch an, dass in aller Regel keine Seele einen Körper erhalte, der zu 100 Prozent zu ihr und ihren Anlagen passe. Und es sei – angesichts der heutigen Möglichkeiten der Verhütung und Abtreibung – in dieser Beziehung noch schwieriger geworden. All dies verursache gewisse „chaotische“ Zustände. Von einer Anwesenden gefragt, bezog sie speziell zur Abtreibung insofern Stellung, dass sie zwar kein Urteil über Menschen fällte, die aus unterschiedlichen Gründen eine solche vorgenommen hätten. Für sie selbst sei es jedoch so, dass sie sich eine solche Handlung nicht vorstellen könne, zumal angesichts der eindrücklichen Wahrnehmungen, die sie von dem Leid einer abgetriebenen Seele hatte.
Den Faktor der inneren Bereitschaft zum Empfangen und Aufziehen eines Kindes illustrierte sie mit einer selbsterlebten Erfahrung. Kurze Zeit nach der Geburt ihres vierten Kindes, habe sie links von ihrem Kopf wahrgenommen, wie immerzu jemand mit ihr zu kommunizieren suchte. Dies sei ihr späterer fünfter Sohn gewesen. Eigentlich habe sie nicht noch einmal die Mühen der Schwangerschaft und Geburt auf sich nehmen wollen, sich aber dann doch zu bestimmten Bedingungen dazu bereitgefunden. Es habe dann mehrere Erlebnisse in der Zeit der Schwangerschaft und bei der Geburt gegeben, die schon andeuteten, was charakteristisch für die sich inkarnierende Seele sein würde, deren Wunsch es war „Cornelius“ zu heißen (für Kleemann ein altmodisch klingender Name, den sie dann als „Kompromiss“ zumindest als zweiten Vornamen gewählt habe). Als ihr Sohn dann auf die Welt kam, hätte sie bei der Geburt die Wahrnehmung der Anwesenheit ihrer unlängst verstorbenen Großtante gehabt, mit der sie eine enge Beziehung verbindet. So dass sich beide Seelen wohl gleichsam an der Schwelle von Tod und Geburt begegnet seien …
Grundsätzlich gelte: Jede Schwangerschaft und Geburt passe zu der sich inkarnierenden Individualität, und sie können, wenn man darauf achte, manche Aufschlüsse bieten; dies gelte ebenso für die ersten Lebensjahre, in denen sich noch manches von den vorigen Erdenleben zeigen, etwa unter dem Gesichtspunkt, wie ein Kind schlafe, oder wie es spiele. Etwa, wenn es, wie im Fall eines ihrer Söhne, immer Krieg inszeniere, auch wenn es in seinem Umfeld dazu gar keine Anregungen erhalte, oder, wie in anderen Beispielen, immerzu eine dienende Rolle einnehmen wolle. Ihre anderen Schwangerschaften hätten sich im Verhältnis zu ihrer letzten ganz anders ausgenommen. So sei sie während einer Schwangerschaft extrem hellsichtig gewesen – wiederum ein deutliches Indiz auf Veranlagungen des werdenden Kindes, die sich allerdings nicht sofort zeigen müssten, sondern im Verlauf des Lebens dann auch später zur Entwicklung kommen können. In der Regel habe sie auch immer im Voraus gewusst, welches Geschlecht ihre ungeborenen Söhne beziehungsweise Töchter haben würden.
Neben der inneren Bereitschaft, ein Kind zu empfangen, seien freilich auch die körperlichen Voraussetzungen wichtig. Einmal habe sie zum Beispiel einen jungen Mann in Behandlung gehabt, bei dem sie deutlich wahrgenommen habe, dass die Energie in dessen Unterleibsregion „weg“ sei. Nach der Behandlung habe sie dann wenige Wochen darauf einen Anruf von ihm erhalten und schon gewusst, was dies bedeute – nämlich dass er Vater werde … Kleemann sprach, wiederum aus der Erfahrung schöpfend, auch beispielhaft davon, dass man – geistig – sogar seine Fruchtbarkeit abgeben und diese einer anderen schenken könne (was dann ein früheres Einsetzen der Wechseljahre bei der Schenkenden zur Folge hatte).
In ihren Beschreibungen, wie sich die inkarnierende Seele (das Ich/der Wesenskern) auf dem Weg zur Erde ihren sogenannten Astralleib angliedere und ihren Ätherleib aus der Substanz des Weltenäthers aufbaue, lehnte Kleemann sich begrifflich an die Schilderungen Rudolf Steiners in dessen Vorträgen vom 24. Und 26.4.1925 an. Steiner wies auch darauf hin, wie in der Mutter ein Raum entstehe, in dem sich deren eigene Energien zugunsten der „fremden“ Energien des Kindes zurückzögen – worin Kleemann eine der Ursachen für die Übelkeit vieler Frauen in der Schwangerschaft vermutet. Da der Embryo im Mutterleib, wie man inzwischen durch die Wissenschaft wisse, alles nachahme, was die Mutter tue bzw. erlebe, bestätige sich auch, was Rudolf Steiner über die Bedeutung der Eindrücke sagte, welche die Frau während der Zeit ihrer Schwangerschaft habe. Es sei wichtig, dass das Kind sich in einer ruhigen Atmosphäre entwickle. Man könne mit dem werdenden Menschen reden, jedoch nicht in „Babysprache“, da man es durchaus mit einer verstehenden Seele zu tun habe. Im Geistigen sei die Seele im Übrigen noch sehr klar. Das „auf die Welt Kommen“ sei dann mit einer Eintrübung des Bewusstseins vergleichbar. Die Ernährung sei wichtig und ebenso solle man auf seine Träume achten.
Letzteres hätten zum Beispiel auch die Aborigines gewusst. In der Tat konnte Kleemann in Bezugnahme auf das Wissen und die Gebräuche anderer, nicht materialistisch geprägter Kulturen zeigen, dass ihre Aussagen, die angesichts des heute noch vorherrschenden Paradigmas manchem merkwürdig erscheinen könnten, sich durchaus decken mit den jahrtausendealten Erfahrungen von Eltern beziehungsweise schwangeren Frauen.
In den Fragen der Anwesenden wurde auch das Thema „Fehlgeburten“ angesprochen. Hierzu meinte Kleemann, dass hierbei etwa eine Rolle spielen könne, dass die Seelen aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Welt kommen könnten, aber die (Wieder-)Berührung mit dem Physischen bräuchten. Eine andere Frage war, warum man sich denn überhaupt dazu entschließe, geboren zu werden, wenn es hier doch so viel beschwerlicher sei als im Geistigen. Hierzu sagte Kleemann, dies sei immer sehr individuell. Man solle sich dies selbst fragen. In jedem Fall sei es so, dass die Erde Einem Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten eröffne, die man im Geistigen nicht vorfinde.
Eine Begleiterin Kleemanns wusste noch eine kürzlich erlebte Anekdote zu erzählen, die zeigte, wie nahe Kinder noch der geistigen Welt sind. So sei sie kürzlich am Badesee von einem noch ganz jungen, zu ihr sehr zutrauliches Mädchen angesprochen worden. Dieses habe die Schmetterlinge erwähnt, die sie um sie herum wahrnehme. Mit den Erwachsenen könne sie über solche Dinge nicht sprechen. Aber die Wesen, zu denen sie in Kontakt stehe und die sie als „Einhörner“ bezeichnete, hätten ihr gesagt, dass sie ihr ihre Geheimnisse anvertrauen dürfe. .
Informationen:
Nicht nur für werdende Eltern zeigt der Vortrag Möglichkeiten auf, mit der Seele des Kindes, das sich inkarnieren möchte, Kontakt aufzunehmen, eine Konzeption bewusst zu erleben und die Seele auf ihrem Weg zur Erde während der Schwangerschaft, während der Geburt und in den ersten Jahren zu begleiten, damit die Inkarnation harmonisch verläuft.
Über die Referentin: Christa Kleemann, Jahrgang 1955, studierte Kunst, Pädagogik, Psychologie und Anthroposophie. Durch die Schwangerschaften und Geburten ihrer fünf Kinder erhielt sie Einblicke in das Gesetz der Inkarnation und der vorgeburtlichen Existenz derer Seelen, wie ihrem 2013 publizierten Buch „Brücke zwischen den Welten. Ein Erfahrungsbericht über Hellsichtigkeit, Visionen und die Entdeckung eigener Heilkräfte“ zu entnehmen ist. 1995 wurde sie zum ersten Mal mit ihren Heilenergien konfrontiert. Ein schwerer Verkehrsunfall 2010, den sie wie ein Wunder überlebte, lehrte sie, ihrer Intuition zu vertrauen und damit zu arbeiten. Seit Ende 2010 gibt Christa Kleemann Heilsitzungen, hält Vorträge und Kurse zu den Themen Intuition, Heilung, Karma-Zusammenhänge, Tod, Sterben sowie Kindererziehung unter Einbezug vorgeburtlicher Aspekte. Sie sprach 2017 in der Kulturwerkstatt über ihre „Reise“ in ihre vorangegangene Inkarnation.
Samstag 15. November 2018, 19:00 Uhr, Vortrag:
„Räuchern in den Rauhnächten“
Referentin: Anna Koppold

Bericht:
Lörrach. Die Heilpraktikerin Anna Koppold referierte in der Kulturwerkstatt über das Thema „Räuchern in den Rauhnächten“. Vor zweieinhalb Jahren war sie selbst auf den Brauch und die Praxis des Räucherns aufmerksam geworden und hatte dann eine entsprechende Fachausbildung begonnen. Es sei ihr im Nachhinein merkwürdig vorgekommen, dass das Thema ihres Vortrags in ihrem vorangegangenen kunstgeschichtlichen Studium nie eine Rolle gespielt habe.
Seit einiger Zeit sind die Rauhnächte wieder Gegenstand vieler Publikationen und die uralten Traditionen dieser auf Weihnachten folgenden Kalenderphase, in denen sich Heidnisches und Christliches vermischen, werden vermehrt von Menschen aufgegriffen – aus Koppolds Sicht auch ein Hinweis auf die Sehnsucht nach Struktur, wie sie früher der alte Jahreskreis vermittelt habe.
Zunächst fragte die Referentin in die Runde, ob die Anwesenden eher am theoretischen Hintergrund der Rauhnächte oder an der Praxis des Räucherns interessiert waren und ging im Anschluss auf beide Aspekte ein. Zur Einstimmung las sie dann ein Märchen aus Sigrid Frühs Sammlung mit Erzählungen zu dieser Zeit des Jahres vor. Anhand der vorgestellten Geschichte beschrieb sie ein Leitmotiv, das Einem bei den Rauhnächten oft begegne: die Entlohnung des (aus ehrlicher, zum Beispiel hilfsbereiter Haltung) vollbrachten Guten und die „Bestrafung“ unredlichen, berechnenden Tuns.
Was die Frage angehe, wann denn nun die Rauhnächte seien, so gebe es unterschiedliche Zählweisen. Mancherorts beziehungsweise in der Auffassung mancher Autoren würden sie zum Beispiel schon am 21., dem Tag der Wintersonnenwende, das heißt des des Julfestes, beginnen, worin sich schon der Bezug zum indoeuropäischen (keltisch-germanischen) Weltbild erkennen lasse. In weiter gefasster Perspektive könne man viele Aspekte, die in den Rauhnächten eine Rolle spielen, schon ab dem keltischen Fest Samhain, das in der Nacht zum 1. November gefeiert wurde, erkennen, wie auch in den Legenden um Sankt Martin und dem Heiligen Nikolaus beziehungsweise Knecht Ruprecht. Mehrheitlich aber sehe man im engeren Sinn die Nacht vom 25. auf den 26. Dezember als die erste und die Heilige Drei Königs-Nacht auf den 6. Januar als die letzte Rauhnacht. Man spricht auch von den sogenannten „Zwölften“ oder zwölf Heiligen Nächten – beziehungsweise dreizehn, wenn Weihnachten selbst mit einbezogen wird. Die Zahl Zwölf repräsentiere gleichsam das Vollkommene, die Zahl 13 das Neue. Ein anderer Begriff sei „zwischen den Jahren“. Tatsächlich gebe es eine Differenz zwischen Sonnen- und Mondjahr, die diesem Zeitraum entspreche. Es sei also eine Zeit außerhalb der Zeit, in welcher „die Räder still stehen“, man also auch keine gewöhnlichen Arbeiten (wie etwa Spinnen) tun solle, ehe das „Rad der Zeit“ von der mythologischen Gestalt des goldenen Ebers wieder angestoßen werden und das gewöhnliche Leben weitergeht – woher noch unser Glücksschwein stammt, das man sich an Silvester schenkt.
In dieser besonderen Phase habe man leichter Zugang zu der „Anderswelt“ oder den Zwischenbereichen zwischen der physischen und der geistigen Welt, aber auch dem Unterbewussten. Entsprechenden stünden tatsächlich auch die Nächte, nicht die Tage im Vordergrund, und man solle vermehrt auf seine Träume achten. Man blicke einerseits auf das vergangene Jahr zurück, nachdem man zuvor für Ordnung im Haus gesorgt habe, und ab Neujahr dann voraus auf das kommende Jahr, wobei mancherorts der Glaube verbreitet sei, dass jede Nacht für einen Monat des neuen Jahres stehe: Die erste Nacht für Januar, die zweite für Februar und so weiter … Tatsächlich gebe es in den Rauh- oder Losnächten (wiederum eine andere Bezeichnung), etwa der Thomasnacht, viele Orakelpraktiken, die Zukunft vorherzusehen. Im Erzgebirge und Angelsächsischen sei auch die Rede von den „Mutternächten“.
Woher das gebräuchlichste Wort Rauhnächte etymologisch komme, sei freilich schwer zu entscheiden. Möglicherweise, so eine Theorie, von althochdeutsch „ruoch“ für wild, rauh oder „run“ für raunen, worin wohl auf den geheimnisvollen Charakter der Zwölften angespielt wäre, in denen sich der Überlieferung nach so viel Wundersames ereignen könne, etwa dass Tiere in der Christnacht sprechen. Auch das mittelhochdeutsche Wort „ruoch“ für Rauch sei eine denkbare Erklärung.
Im ursprünglichen Volksglauben habe man in dieser Zeit, in der es oft sehr windig zugehe, die Vorstellung gehabt, dass Frau Holle (die andernorts Berta oder Percht genannt wurde) oder Wotan, der Wilde Jäger, mit seinem Wilden Heer durch die Länder ziehe und dabei die Seelen der im zurückliegenden Jahr Verstorbenen einsammle. Deshalb sollte man während dieser Zeit – so hieß es – keine weißen Laken aufhängen. Hier spielt die Assoziation eine Rolle, dass man die Verstorbenen damals in entsprechende Tücher hüllte. Allerdings, so Koppold, sei in solchen Aussagen, schon vieles von früher lebendigem Wissen oder lebendiger Erfahrung konserviert, aber nicht mehr wirklich verstanden worden, so dass es eher Angst erzeuge. Überhaupt: Vieles heute noch Gebräuchliche stamme aus diesen Zeiten. Unsere Plätzchen etwa hätten ihren Ursprung in den damals üblichen Opferbroten, die man auch in die Bäume gehängt habe. Unser Adventskranz spiegle wiederum die vier alten Sonnenfeste wieder. Frau Holle oder Wotan wurden ursprünglich sehr verehrt und man opferte ihnen. Noch im 13 Jahrhundert Jahrhundert gab es den Brauch, am Heilig Abend ein weiteres Gedeck aufzulegen.
Weitere Anregungen, die Koppold gab, bestanden darin, ein Traumtagebuch zu führen oder sich mit den Ahnen zu befassen (sie sprach die in diesem Zusammenhang früher üblichen Ahnenältere an), immer aber besonders aufmerksam auf das Innere, aber auch das, was einem von außen als „Botschaft“ begegnet, zu lauschen. Generell sei es angebracht, sich nicht zu starr an das zu halten, was einem von anderen oder auch der Tradition gesagt werde, sondern intuitiv für sich zu entscheiden, was im Moment das Richtige sei.
Was nun speziell die Praxis und Bedeutung des Räucherns angehe, so sei dies für die Rauhnächte unter drei Aspekten von Bedeutung: dem des Reinigens (vom Alten), dem des Segnens und dem der Verbindung mit der geistigen Welt beziehungsweise dem Orakeln. So sei es Brauch gewesen, die Ställe zu Heilig Abend auszuräuchern. Schon den Kelten sei das Feuer und das Wasser heilig gewesen und beim Räuchern habe man es besonders mit dem Feueraspekt zu tun. Man praktizierte das Räuchern auch zu bestimmten Lebensereignissen oder in Form eines Wettersegens, im Gottesdienst der katholischen Kirche habe es sich noch erreichen, so dass fast jedem der Duft des Weihrauchs bekannt sei. Heute wisse man zudem, dass Düfte und Gerüche das lymbisch-emotionale System und damit direkt das Unbewusste ansprechen.
Aus Sicht von Koppold sind besonders die heimischen Kräuter für uns geeignet, da wir die engste und älteste Beziehung zu ihnen haben, aber auch die mediterranen Pflanzen, die nun schon seit vielen Jahrhunderten zu unserem Kulturkreis gehören und hier eine Tradition haben. Beim Räuchern könne man sich gleichsam mit dem Wesen der Pflanze verbinden, das – durch das Verbrennen von seiner materiellen Gestalt befreit werde (ein ähnliches Prinzip, wie man es in der Homöopathie kennt, wo es auch um die Freisetzung des informativen Gehalts eines Stoffes gehe). Man könne die Substanzen entweder auf einen Sieb legen und dort langsam verräuchen oder auf einer Kohle, die man in ein Gefäß mit Räuchersand lege. Letzteres werde meist für rituelle Zwecke verwendet, erfordere aber besondere Aufsicht, und vollziehe sich schneller. Man verwende auch oft Räucherstäbchen und Räucherkugeln. Man soll jedoch stets auf die Qualität achten.
Koppold hatte in einem großen Räucherkoffer viele Stoffe mitgebracht, die sich zum Verräuchern eignen: Pflanzenteile, Harze aber auch eher Ungewöhnliches wie Meersalz. Ohne vorher zu sagen, um welche Pflanze es sich handle, ließ sie die Teilnehmer deren Wirkung erleben und beschreiben, indem sie zu jedem Einzelnen ging und den Rauch mit einer Feder verwedelte. Es zeigte sich eine sehr hohe Übereinstimmung der Wahrnehmungen, die sich unmittelbar einstellten – ein besonderer Vorzug des Räucherns.
So lernten die Teilnehmer beispielsweise den Beifuß und seinen öffnenden, weitenden Charakter kennen. Als klärende Pflanze, die helfe, die eigenen Grenzen zu schützen, wurde der Salbei, der Holunder wiederum (in dessen Name ein Bezug zur Frau Holle mitschwingt, wie es auch im Wachholder der Fall ist) vermittelte das Erlebnis der Verbindung von Polaritäten und den Impuls das Richtige zur richtigen Zeit zu tun. Er sei ein hochverehrter Schutzbaum gewesen. Nicht umsonst stecke im Namen Wachholder auch ein weiterer, passender Begriff: bei ihm handle es sich um den Wachhalter, der die Konzentration und Ruhe fördere, wie auch um eine Sicherheit und Schutz spendende Pflanze. Träume und Visionen fördere die Scharfgabe, der Weihrauch öffne für das höhere Bewusstsein. Nicht umsonst hätten die Heiligen Drei Könige, wie überliefert ist, nicht nur Weihrauch, sondern auch Myrrhe als Geschenk für das Jesuskind dabeigehabt. Denn die Myrrhe habe ausgleichend zum „himmlischen“ Weihrauch einen Erdenbezug.
Zuletzt tauschte man sich noch ganz praktisch darüber aus, wo man Räucherwaren und Utensilien beziehen könne (z.B. https://artemisia.de, https://www.derraeucherkoffer.de, https://www.blumenschule-schongau.de oder lokal im Drogeriemarkt Rühle, Weil am Rhein). Und die Teilnehmer durften einen Spruch für das neue Jahr ziehen und ihn mit einem Wort, das sie persönlich mit diesem Veranstaltungsabend assoziierten, verbinden.
Zur Arbeit von Anna Koppold siehe auch den aktuellen Bericht im „Sonntag“ von Julia Jacob, S. 4: http://img.der-sonntag.de/dso-epaper/pdf/DS_frs_23.12.2018.pdf
Informationen:
Bald beginnen wieder die Rauhnächte. Es ist die Zeit zwischen den Jahren – die zwölf Heiligen Nächte zwischen dem 25. Dezember und 6. Januar. Diese besonderen Tage und Nächte haben als besinnliche Zeit mit der Familie eine lange Tradition. Außerdem war es schon immer eine Zeit, die gut zur Heilung der Vergangenheit, dem Besinnen auf das Hier und Jetzt und dem Erahnen der Zukunft genutzt werden konnte. Wichtige Helfer stellen hierbei Räucherpflanzen und -harze dar. So hält Anna Koppold am Samstag, den 15. Dezember, 19 Uhr, in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4, 79539 Lörrach, einen Vortrag zum Thema „Räuchern in den Rauhnächten“. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Der Vortrag ist als Einführung in das Thema „Räuchern mit Pflanzen und Harzen“ gedacht. Es werden bewährte, wohlriechende Alltagshelfer für Haus und Familie vorgestellt. Des Weiteren erfahren Sie einige interessante Fakten über die Zeit der Rauhnächte und erhalten praktische Tipps zum Alltagsgebrauch.
Doch nicht nur in den Rauhnächten sind Räucherpflanzen- und harze von Bedeutung … Sie können uns im gesamten Jahresverlauf helfen – als Heilimpuls, zum Schutz oder segnend bei wichtigen Lebensereignissen. Es ist ganz einfach, die uralte Art der Aromatherapie wieder für unseren Alltag neu zu entdecken und darin zu integrieren, weiß die Referentin.
Anna Koppold ist Heilpraktikerin, Kunsthistorikerin und Räucherfachfrau. Die Kunst des Verräucherns von Pflanzen und Harzen lernte sie bei den Räucherexpertinnen Marlis Bader und Christine Fuchs. Die achtsame Nutzung dieser archaischen Aromatherapie ist für sie zu einem festen Bestandteil ihrer Praxistätigkeit und ihres Lebens geworden. Informationen über die Referentin finden sich im Internet unter www.heilpraktikerin-koppold.de
Mitgliederversammlung Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V., Sonntag, 25. November 2018, 15 Uhr:
Björn Steiert bot zunächst einen Rückblick und Vorausblick auf das (restliche) Veranstaltungsjahr 2018, das insgesamt sieben Termine umfasst. („Telepathische Kommunikation“, Eva, Matthias und Angelika Güldenstein; „Was ist Gesundheit?“, Dr. med. Christian Büttner; „Ayurveda“, Markus Breyer; „Spirituelle Erfahrungen in unserer Zeit. Wie Christus uns heute hilft“, Pfr. Urs-Beat Fringeli; „Was sagen mir meine Zahlen?“, Monika Andres; „Räuchern in den Rauhnächten“, Anna Koppold; „Das Wunder der Inkarnation“, Christa Kleemann). Erfreulicherweise hatte sich der Aufruf zur Unterstützung des Vereins sowohl hinsichtlich der Spenden als auch der Neueintritte positiv ausgewirkt. Seit Jahresanfang liegt ein neuer, farbig gestalteter Flyer vor und man freut sich, auch nach dem Eigentümerwechsel eine gute Grundlage zur Fortsetzung der Aktivitäten in der Kulturwerkstatt zu haben.
Im neuen Jahr sind unter anderem ein Vortrag zur Gründung einer Dreigliederungspartei und ein Seminar zum Hui Chun Gong geplant.
Zum Rückblick auf die Vergangenheit gehörte auch das Gedenken an Manfred Jürgens, der am 27. August dieses Jahres verstorben war. Zusammen mit seiner Frau Monika hatte er den Verein über Jahre hinweg als Mitglied aus ideellen Gründen und Interesse an den behandelten Themen unterstützt, ohne aktiv am Veranstaltungsprogramm teilzunehmen
Die Kassenprüfung hatte keinerlei Gründe zur Beanstandung ergeben, so dass der Vorstand einstimmig entlastet wurde. Der monatliche Mitgliedsbeitrag der Kulturwerkstatt soll weiterhin nur 5 Euro betragen.
Hinsichtlich des Kulturwerkstatt-Preises wurde beschlossen, dass dieser künftig nach dem Jahr bezeichnet wird, das auf die Vergabe folgt, da so der aktuelle Bezug besser verdeutlicht wird. Für den Kulturwerkstatt-Preis 2019 wurden – nachdem zuvor kein Preis vergeben werden konnte – nun ausnahmsweise zwei unterschiedliche Preisträger vorgeschlagen. Hierzu erfolgt eine gesonderte Berichterstattung.
Sonntag, 11. November 2018, 19:00 Uhr, Vortrag:
„Was sagen mir meine Zahlen? Vortrag über Numerologie“
Referentin: Monika Andres

Bericht:
Mag mit der Welt der Zahlen auch mancher unliebsame Assoziationen verknüpfen, wenn er an seine Schulzeit zurückdenkt, so prägen diese doch auf eine tiefere, geheimnisvollere Art unser Leben, als man gemeinhin annimmt – und das Wissen darüber lässt sich nutzen. So verhält es sich nach der Erfahrung von Monika Andres, die seit kurzem in Basel lebt und arbeitet. Sie sprach n der Kulturwerkstatt über das Thema Numerologie. Ihr Ansatzpunkt war hierbei nicht die Kabbala, sondern die Lehre des Pythagoras und praktische Anwendungsmöglichkeiten des Zahlenwissens, wie sie sich unter anderem in den Büchern Christine Bengels und Bodo Triebs dargestellt finden. Maßgeblich sind hier die Zahlen 1 bis 9, die nicht nur quantiativ, sondern auch qualitativ zu verstehen sind und gewisse Schwingungen ausdrücken, sowie die 0.
Zunächst schilderte Andres ihren Lebensweg, wobei sie erwähnte, dass auch sie als Schülerin mit der Mathematik nicht viel habe anfangen können. Ihre Biografie ließ sie späte rin viele unterschiedliche berufliche Zusammenhänge Einblick nehmen, unter anderem als Kaufmännische Sachbearbeiterin oder als Erzierhin in einem Behindertenheim.
De Referentin, die auch als sogenannte Matrix-Arbeiterin tätig ist, geht bei ihrer numerologischen Arbeit vom Geburtsdatum aus, denn dieses sei entscheidend, weil der Mensch mit diesem lebe und tagtäglich umgehe, auch wenn er womöglich „zu früh“ oder „zu spät“ zur Welt kam. Ihre Methode sei kein Hellsehen und sie könne auch nicht die Lottozahlen vorhersagen, betonte sie dabei.
Die meisten Menschen seien heute im 20. Jahrhundert geboren, hätten also die 19 im Geburtsdatum stehen. Die sic aus dieser Zahl ergebende Quersumme 1 habe mit dem ICH zu tun, im negativen Sinne mit dem Ego – so habe jede Zahl duale Aspekte, positive und negative. Die 6 etwa stehe ebenso für Liebe wie (Auto-)aggression und hänge mit dem Körperausdruck zusammen. Die im 21. Jahrhundert geborenen stünden schon in einem anderen Zusammenhang. Da gehe es mehr um das gefühlvolle Zusammenwirken.
Zunächst ließ sie die Anwesenden anhand ihres eigenen Geburtsdatums ihren Zahlencode errechnen. Die „19“, in der sich in obigem Sinne mehr die Gruppenaspekte ausdrücken würden, wurde hierbei weggelassen. Von der kleinsten enthaltenen Zahl aufsteigend, sollte man alle enthaltenenen Zahlen in eine Reihe schreiben, identische Zahlen jeweils hintereinander. Der 9.9.1956 würde sich demnach als 156999 lesen. Enthaltene Nullen werden ans Ende gesetzt. Der Archetyp, die bleibende Lebensaufgabe, ergebe sich aus der Quersumme aller Zahlen des kompletten Geburtsdatums – die im „Zahlencode“ enthaltenen Zahlen seien die Mittel, mit denen diese Aufgabe verwirklicht werden könne. Um dies greifbarerer zu machen, schilderte sie die Qualitäten jeder Zahl und zeigte auch die Beziehungen zu den Körperregionen sowie die korrespondierenden geometrischen Formen auf, wie etwa das „Siegel Salomos“ für die 6.
Eine möglicherweie enthaltene 0 könne besagen, dass es sich bei dem oder der Betreffenden um einen „Wandlungstyp“ handle, der zusätzlich zu seinem Archetyp weitere Aufgaben habe, die noch hinzukämen, wobei er eine Art „Grundton“ bleibe. Die als Zwischenschritt auf dem Weg zur Errechnung des ursprünglichen Archetyps zunächst ermittelte Zahl lasse erkennen, in welchem Lebensjahr dieser ausgereift sei. Man könne ebenso feststellen, wann die Wandlungen einträten.
Andres sprach bodenständig und mit Humor über ihr Thema, etwa auch indem sie gelegentlich auf ihren Mann zu sprechen kam, der in mancherlei Hinsicht als Beispiel diente und den die Anwesenden gegen Ende auch persönlich kennenlernen durften.
Informationen:
Die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. veranstaltet am Sonntag, 11. November 2018, um 19 Uhr einen Vortrag über das Thema „Numerologie – was sagen mir meine Zahlen?“. Veranstaltungsort ist die Kulturwerkstatt (Riesstraße 4), es referiert die diplomierte Numerologin und Matrix-Arbeiterin Monika Andres, über die sich weitere Informationen unter www.numerologie-basel.ch finden. Für den Vortrag wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben. Die Referentin empfiehlt den Teilnehmern, etwas zum Schreiben mitbringen, sofern diese ihren Typus berechnen und etwas über die einzelnen Zahlen erfahren möchten.
Zahlen begleiten uns Menschen durchs Leben. Aus der Sicht und nach der Erfahrung der Referentin beschränkt sich die Bedeutung der Zahlen jedoch nicht nur auf die Mathematik, aufs Messen, Zählen, Werten und Bewerten. Nein, auch die metaphysische Seite, d. h. das Wissen hinter den Zahlen – deren Aussagen und Charaktereigenschaften – faszinieren.
Jede Zahl hat demnach ihre eigenen Qualitäten, Aussagen und Schwingungen – und setzt sich der Mensch mit seinen Zahlen auseinander, eröffnet sich dem Betrachter ein «erhellender» Blick auf sich und seine Mitmenschen, wie folgende Auflistung zeigt …
Was kann die Numerologie?
– Selbsterkenntnis fördern
– Grundtendenzen, Potenzial und Herausforderungen aufzeigen
– Zeitzyklen zum Handeln berechnen
– Persönliche Jahresaufgaben definieren
– Die Aussagen der Personennamen interpretieren
– Auf Blockaden hinweisen
– Kindheitsereignisse und deren Auswirkungen thematisieren
– Verständnis für die Mitmenschen vertiefen
– Neue Perspektiven im Leben aufzeigen
– Herausforderungen in der Partnerschaft aufzeigen
Neugierig geworden? Dann freuen wir uns auf Sie
Sonntag, 24. Juni 2018, 19:30 Uhr, Vortrag:
„Spirituelle Erfahrungen in unserer Zeit. Wie Christus uns heute hilft.“
Referent: Pfr. Urs-Beat Fringeli

Bericht:
Der katholische Pfarrer Urs-Beat Fringeli referierte in der Kulturwerkstatt über das Thema „Spirituelle Erfahrungen in unserer Zeit. Wie Christus uns heute hilft.“ In der Begrüßung des Vortragenden wies der Vereinsvorstand darauf hin, dass man heute nur selten von Menschen höre, die über ihre Erfahrungen von Christus oder Begegnungen mit Christus sprechen. Und doch gibt es diese, wie manche Berichte, aber auch eine religionssoziologische Untersuchung des Religionssoziologischen Instituts, Stockholm, durch G. Hillerdal und B. Gustafsson, belegen. Allerdings bedürfe es eines gewissen Mutes, über solche intimen Erlebnisse zu sprechen.
Einleitend beschrieb Fringeli die gegenwärtige Situation der Menschheit. Die Menschen würden oft hektisch und rastlos um den gleichsam kleiner gewordenen Globus reisen, ganz auf das Äußerliche, aus dem sich mitnichten eine Moral begründen ließe, ausgerichtet. Das wie sie eigentlich suchten, würden sie aber womöglich in sich selber finden können. Tatsächlich erkannte er den Ausdruck einer tieferen Sehnsucht auch in solchen Phänomenen wie dem Pilgern auf dem Jakobsweg, das heute so viele auf sich nehmen. Und eine größere Anzahl an Menschen habe durchaus auch besondere Erlebnisse, in denen die geistige Welt sich ihnen mitteile oder helfend und rettend eingreife. So schilderte Fringeli den Bericht einer Krankenschwester, die nur durch eine Warnung dieser Art ihr Leben vor der unerwarteten Attacke eines Patienten retten konnte. Sehr häufig höre man auch von Nahtodeserfahrungen, denen Fringeli sich ausführlicher widmete. Und hier sei nun sehr interessant, dass viele Menschen von der Begegnung mit einem Wesen berichteten, dass sie spontan als Christus identifizierten, auch wenn sie einem anderen religiös-kulturellen Kontext entstammten. So gebe es also wohl eine tief begründete Beziehung zu diesem „Wesen der Liebe“.
Fringeli machte darauf aufmerksam, dass Christus durchaus auch durch die alten Rituale erfahren werden könne. So schilderte er die dokumentiere Beobachtung des Geomanten Marko Pogačnik – Träger des Kulturwerkstatt-Preises 2014 –, der zufällig einer Messe in Venedig beiwohnte und dort zu seiner eigenen Überraschung die Präsenz Christi bei der Eucharistie wahrnahm. Ein weiterer Weg könne das Miterleben des Jahreslaufes mit allen seinen Festen sein. Fringeli war es hierbei wichtig, dass der Christus auch in seiner kosmischen Bedeutung verstanden wird. So habe er sich, unweit von Dornach aufgewachsen, auch mit Rudolf Steiners Darstellungen zu diesen Fragen auseinandergesetzt. Viele Menschen gehen auch einen inneren-meditativen Weg zu Christus oder haben ihre eigene Weise, die Beziehung mit ihm zu vertiefen und sich für die Erfahrung seiner Gegenwart zu öffnen. Fringeli erwähnte, dass er eine Ikone Christi seinem Bett gegenüber aufgestellt habe, so dass sein Blick oft auf sie falle und er sich in ihren Anblick versenken könne. Tatsächlich könne er wahrnehmen, wie er sich hierdurch innerlich ruhiger und gestärkt fühle. Dass geistige Erfahrungen zwangsläufige an bestimmte Phasen – etwa die Zeit zwischen Schlafen und Wachen – gebunden seien oder ein meditatives Leben voraussetzten verneinte er, da sie sich auch unter vielen anderen Umständen einstellen könnten.
Fringeli beschrieb weitere, eigene Erfahrungen, die auf die tieferen Dimensionen unseres Daseins hinweisen. So etwa habe er eines nachts die Gegenwart einer ihm gut bekannten und für ihn wichtigen Persönlichkeit aus kirchlichen Zusammenhängen gespürt. Später habe er erfahren, dass diese zu dieser Zeit gestorben sei. So habe sie sich wohl verabschieden wollen. Zuletzt deutete er im Gespräch mit dem Publikum ein Erlebnis von Christus an, das ihn einmal im Heiligen Land schon vor längerer Zeit zuteil geworden sei.
Er gab den Anwesenden zuletzt eine Karte als Geschenk mit, nämlich die anrührend dargestellte „Geburt Christi“ vom Isenheimer Altar in Colmar, auf der das Jesuskind mit Maria zu sehen ist.
Informationen:
Auch wenn Menschen heute aus Scheu nicht darüber sprechen: Es gibt sie, die Begegnungen mit dem auferstandenen Christus. Er will uns nahe sein und uns Kraft schenken. Durch die Beziehung mit ihm werden wir ganz und heil. Seine bedingungslose Liebe ist die Erfüllung unserer tiefsten Sehnsucht.
Doch gelegentlich hören wir von spannenden Erfahrungen. Menschen blicken für kurze Zeit in die „verborgene Dimension unserer Welt“. Sie bestätigen die Wirklichkeit der geistigen Welt. Sie berichten von geistigen Wesen, die ihnen geholfen haben. Diesen Zeugnissen gehen wir nach. Sie schenken Hoffnung, Vertrauen und Freude.
Pfr. Urs-Beat Fringeli, Wolfwil, Schweiz, ist Autor von Büchern wie „Sinn finden auf der Fahrt des Lebens“, „Spirituelle Erfahrungen in unserer Zeit“, „Gottes Herzschlag – Lebenskraft aus dem Johannesevangelium“, „Wo deine Kraft liegt: Von der Kunst, den eigenen spirituellen Weg zu gehen“, „Christus heute erfahren“, „Christus hilft dir und heilt dich“, „Märchenbilder und Christuserfahrung: Wie der innere Mensch geweckt wird“ , „Die Wiedergewinnung des kosmischen Christus“ u.v.m.
Sonntag, 13. Mai 2018, 19 Uhr, Vortrag:
„Ayurveda – Hintergründe und Praxis des indischen Medizinsystems“
Referent: Markus Breyer

Kein Bericht vorliegend
Informationen:
Wenn man heute mit dem über 5000 Jahre alten Medizinsystem Indiens in Berührung kommt, so geschieht dies oft in Form von „Wellnessbehandlungen“.
Ayurveda ist jedoch weit mehr als nur das. Es ermöglicht, Krankheiten nicht nur symptomatisch zu behandeln, sondern den Menschen ganzheitlich zu betrachten, konstitutionell zu erfassen und so in der Therapie sehr individuell auf ihn einzugehen. Der
Vortrag will auf eine tiefere und umfassendere Weise an Ayurveda heranführen, als es sonst oft geschieht. Zunächst sollen die philosophisch-weltanschaulichen Hintergründe skizziert und dabei beispielsweise erläutert werden was man unter dem Begriff „Doshas“ als Grundprinzipien versteht
Im Anschluss wird es ganz konkret darum gehen, welche allgemeinen Gesundheitsregeln sich aus der Ayurvedalehre ableiten lassen. So wird jeder Teilnehmer auch praktische Tipps mit nach Hause nehmen können.
Markus Breyer: Studium der Indologie in Berlin und Freiburg. / Ausbildung zum Heilpraktiker an der freien Heilpraktiker Schule in Freiburg. / Studium der traditionellen ayurvedischen Medizin in klassischer Vaidya-Schüler-Tradition bei Vaidya Dr. Neelesh Taware in Pune/Indien, und in Folge dessen weitere enge Zusammenarbeit mit Dr. Taware in Pune und Freiburg. / Fachdozent für traditionelle ayurvedische Medizin an der Paracelsusschule Freiburg und weiteren Fachinstituten. / Leitung und Fachdozent der Ayurveda Akademie Freibur
Mitgliedschaften: Verband Europäischer Ayurveda-Mediziner und Therapeuten www.ayurveda-verband.eu / Deutsch-Indische Gesellschaft e.V., www.dig-ev.de
Samstag, 14. April 2018, 20 Uhr, Vortrag:
„Was ist Gesundheit eigentlich?“
Referent: Dr. med Christian Büttner

Bericht:
Dr. med. Christian Büttner sprach in der Kulturwerkstatt über das Thema „Was ist eigentlich Gesundheit?“. Der Veranstalter machte einleitend darauf aufmerksam, dass man, so wie man sich im Mittelalter hauptsächlich um das Heil der Seele sorgte, heute oftmals nur auf die äußerlichen Aspekte des körperlichen Wohlergehens konzentriere und darüber alles andere vergesse. Der anschließende Vortrag zeigte auf, wie man beides in einem größeren Zusammenhang sehen und in Ausgleich bringen kann.
Der Referent stellte sich den Anwesenden zunächst vor, indem er seinen beruflichen Weg schilderte. Er war demnach über 30 Jahre als Facharzt in Nordhessen tätig gewesen. Innerhalb dieser Zeit gab er seine Kassenzulassung nach einiger Zeit jedoch auf, um wirklich frei von einschränkenden Vorgaben am besten im Sinne der Gesundheit der Patienten wirken zu können – ein Entschluss, der ihm einerseits schwerfiel, den er andererseits aber als notwendig ansah. Nach diesem Schritt war er Mitbegründer einer erfolgreichen, privaten Fachklinik für Integrative Medizin, für die er rund zwölf Jahre tätig war. Ende 2017 zog er mit seiner Frau, die ihn auch zu seinem Vortrag in der Kulturwerkstatt begleitete, in den südbadischen Raum, um seit November 2017 eine neue Aufgabe als ärztlicher Leiter des von Dr. Jürg Fels begründeten Haus am Stalten wahrzunehmen, wo seit über vier Jahrzehnten auf anthroposophischer Grundlage behandelt wird. Die Anthroposophische Medizin lässt sich als ganzheitliche Erweiterung der Schulmedizin verstehen. Da die Kassen neuerdings keine Reha-Aufenthalte mehr zahlen, ist es Büttners Ziel, das Haus zu einer privaten Fachklinik weiterzuentwickeln. Vergleichbare Einrichtungen, in denen man sich mit viel Zeit den Patienten zu widmen bestrebt ist, gebe es in Deutschland – aber auch im internationalen Rahmen – leider immer weniger. Hierzulande seien es gerade noch zwei.
Im Anschluss an seine Vorstellung wandte sich Büttner der Frage zu, welche Definitionen von Gesundheit heute gegeben würden. In den 70er Jahren habe man diese – unzulänglicherweise – meist als „Abwesenheit von Krankheit“ beschrieben. Heute rede die WHO – verkürzt wiedergegeben – von einem vollkommenen körperlichen, geistigen und seelischen Wohlbefinden, woraus sich die Frage ergebe, ob überhaupt jemand gesund sein könne, wenn man diesen Maßstab zugrunde lege … Büttner gab seinen Eindruck wieder, dass wir heute allzu oft auf das Pathologische fixiert seien und dass auch die Stellung von Diagnosen häufig so wirke, dass sie Angst erzeugen, während der eigentliche Sinn einer Diagnose doch darin liege, dem Menschen zu helfen, ein besseres, gesünderes Leben zu führen. Die gegenwärtige Medizin glaube und strebe – durchaus mit einem gewissen Erfolg – an, dass es „eine Gesundheit“ für alle Menschen gebe, woraus sie auch folgere, dass bei den jeweiligen Krankheiten grundsätzlich für jeden dieselben Medikamente und Therapien eingesetzt werden sollten, was wiederum dem Prinzip der „Vergleichbarkeit“ diene. Büttner hingegen formulierte einen anderen, individuellen Ansatz. Es gebe so viele Gesundheiten, wie es Menschen gebe. Und so müsse man auch für jeden seine individuelle Therapie finden.
Den größten Teil seines frei gehaltenen Vortrags entwickelte Büttner lebendig aus dem Gespräch mit den Patienten. Dabei ergab sich, dass es im Sinne der Gesundheit durchaus nötig sei, sich auch mit einem „gesunden“ Egoismus zunächst einmal mit sich selbst zu beschäftigen – so wie es ja auch heiße „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Die Sinnfrage wurde als ganz entscheidend für die Frage des Gesundseins beziehungsweise des Heilwerdens erkannt. Dabei gebe es aber letztlich drei Aspekte, die zu berücksichtigen seien. Man müsse sich jeweils fragen, was förderlich beziehungsweise wichtig für den Körper, die Seele und den Geist sei. Es handele sich um ein labiles Gleichgewicht. Ganz konkret könne man – was nur die wenigsten tun – zum Beispiel in einem nicht abstrakten Sinne mit seinen Organen sprechen. Allzu häufig würden wir den Körper nur bemerken, wenn er krank sei beziehungsweise nicht mehr richtig funktioniere. Wie anders wäre es da, wenn man Morgen das Erwachen mit einem Dank an ihn beginne! Ebenso sei zu erfragen, was der Seele gut tue und was der eigene Geist Einem über den Sinn des eigenen Lebens zu sagen habe. Weitere Fragen und Bemerkungen der Anwesenden berührten spirituelle Aspekte. „Gesundheit lebt in uns“, fasste Büttner schließlich zusammen, sie komme nicht „von außen“.
Zur Veranschaulichung des Gleichgewichts, von dem Büttner sprach, diente eine Kombination geometrischer Formen zum Ausdruck, die auf den Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, zurückgeht. In dieser stellt ein grüner, fünfzackiger Stern den Ätherleib, welcher den als blaues abgebildeten physischen Körper als belebende und gestaltende Kraft umgibt. Das beide umschließende rote Fünfeck stellt hierbei den sogenannten Astralleib, die Seele, dar und der alles umhüllende gelbe Kreis das Ich beziehungsweise das Geistige im Menschen.
In Büttners Klinik werden all diese angeklungenen Themen und Fragen durch regelmäßige Vorträge und Gespräche zu vertieft, so etwa beim Gesundheitsdialog (je ein Freitag im Monat von 17 bis 18:30 Uhr im Festsaal). Das in Hanglage auf 720 Meter gelegene Haus am Stalten verfügt als zertifizierte Fachklinik für Anthroposophische Medizin über 25 Betten und ist spezialisiert für mehrwöchige Rehabilitationsaufenthalte (psychosomatisches Indikationsspektrum, insbesondere bei chronischen Erkrankungen). Sofern es sich nicht um akute Störungen handelt, können Patienten mit allen Erkrankungen aus dem Bereich der Allgemeinmedizin sowie Tumorkrankheiten, chronischen Gelenkschmerzen oder psychosomatischen Leiden kommen. Man möchte ihnen ein ruhiges Umfeld mit heilsamen Therapien und Anwendungen aus der Anthroposophischen Medizin bieten (wie etwa Rhytmische Massagen nach Wegman/Hauschka, Heileurythmie, Formen der Kunsttherapie oder Öldispersionsbäder), kombiniert mit vegetarischer, biologisch-dynamischer Küche. Neu ist – neben einem Fieberbett für Ganzkörperhyperthermie und einer Thermographiekamera (zum Beispiel zur Früherkennung von Störungen der Brustgesundheit) –, dass es auch ein ambulantes Beratungsangebot gibt, bei dem man sich zum Beispiel eine zweite Meinung einholen kann. Für privat Versicherte sowie Behilfeversicherte und Mitglieder einiger Schweizer Krankenkassen steht das Haus offen, Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen und der deutschen Rentenversicherungen können die Dienste als Selbstzahler in Anspruch nehmen. Zwar ist sich Büttner der Problematik bewusst, die dieser finanzielle Aspekt für viele Menschen darstellt, jedoch beginne der Vorgang des Gesundwerdens oft damit, dass man sich in Bewegung setze und damit könne auch der Entschluss zusammenhängen, etwas für sich zu tun.
Informationen finden sich im Internet unter www.stalten.de. Kontakt: Haus am Stalten, Fachklinik für Anthroposophische Medizin, Staltenweg 25, 79585 Steinen-Endenburg, info@stalten.de, Telefon 07629-9109-0 (Telefonische Sprechzeiten Mo-Sa 9-12 Uhr; Mo, Di, Do 14-16 Uhr), Telefac 07629-9109-29.
Informationen:
Dr. med. Christian Büttner hält am Samstag, 14. April, 20 Uhr, einen Vortrag in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) über das Thema „Was ist Gesundheit?“. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Heutzutage hören wir allenthalben von Krisen, Katastrophen und Krankheiten. Da macht es Sinn, einmal innezuhalten und sich energisch mit Lösungen, Neubeginnen und Gesundheit zu beschäftigen:
Was ist mein Beitrag zur eigenen Gesundheit und zur Gesundheit in der Welt? Kann ich vielleicht sogar viel mehr dazu beitragen, als mir bisher bewusst ist?! Gibt es so etwas wie einen „Schlüssel zur Gesundheit“?
Der Referent, geb. 1955, beschäftigt sich seit 35 Jahren aktiv mit Anthroposophie und Anthroposophischer Medizin. Besonders die Frage nach dem Herz-Denken Rudolf Steiners und dessen praktische Konsequenzen für das Leben und für die Gesundheit, haben ihn nicht mehr losgelassen.
Nach über zwanzig Jahren Arbeit als Facharzt für Allgemeinmedizin in einer hausärztlichen Kassenpraxis in Kassel hat er in 12 Jahren eine private Praxisklinik für komplementäre Medizin im Raum Nordhessen mit aufgebaut. Dann, Ende 2017, Übernahme der ärztlichen Leitung des Haus am Stalten – Fachklinik für Anthroposophische Medizin in Steinen-Endenburg http://stalten.de) und Umzug in das Dreiländereck zusammen mit seiner Ehefrau.
Samstag 24. März 2018, 20 Uhr, Vortrag:
„Telepathische Kommunikation“
Referierende: Eva, Matthias und Angelika Güldenstein

Bericht:
Um die Frage, was Telepathie ist, wie diese funktioniert und auch darum, sie praktisch zu demonstrieren, ging es in dem Vortrag „Telepathische Kommunikation“ von Eva, Matthias und Angelika Güldenstein. Die beiden letztgenannten sind als Gründer des PSI Zentrum Basel bekannt, dessen Wurzeln Jahrzehnte zurückliegen und dessen Themen sich dem Bereich der Grenzwissenschaften zuordnen lassen, wobei das Phänomen der Medialität im Mittelpunkt steht. An seinem jetzigen Domizil in der Wenckenstraße 24, besteht es seit 2010 und wird künftig von ihrer Tochter – der dritten Referierenden – fortgeführt. Alle drei haben nicht nur Vorträge und Seminare zu diesen Themen organisiert, sondern sich auch selbst systematisch geschult in der Ausbildung ihrer eigenen telepathischen Fähigkeiten.
Begrüßt vom Veranstalter, der in Riehen selbst einmal ein Konzert des „(Lebens-)Künstlers“ Od*Chi besucht hatte, gingen die Redner gleich in medias res. Den Beginn machte Eva Güldenstein, indem sie zunächst veranschaulichte, wie die sogenannte Tierkommunikation von statten geht. Wie die Zellen eines Körpers, so würden im Grunde alle Lebewesen miteinander zusammenhängen. Hierbei spiele die räumliche Entfernung keine Rolle, wenn es darum gehe, miteinander auf der seelisch-geistigen Ebene in Kontakt zu treten. Eva Güldenstein stellte sich nun auf den Hund einer Anwesenden ein und fand Anhaltspunkte für dessen Verhalten gegenüber dem Sohn der Familie. Dabei geschah es, so Güldenstein, dass sich zunächst ein anderer Hund der Besitzer in der Kommunikation in den Vordergrund drängte … Und es wurde auch deutlich, dass eine prinzipielle Schwierigkeit darin besteht, die übermittelten Nachrichten richtig zu deuten, dann man übersetzt sich diese beziehungsweise die übermittelten Gefühle oft unwillkürlich in eigene Bilder. Dass ein Hund schon längst kremiert worden sei, habe sich ihr zum Beispiel so gezeigt, dass er vor einem Kaminfeuer wie tot dalag …
Auf derlei Aspekte ging auch Matthias Güldenstein ein, der das soeben Erzählte theoretisch fundierte. Er selbst – ursprünglich kritisch eingestellt – hatte durch seine Erfahrungen auf diesem Gebiet schließlich festgestellt, dass Telepathie nicht allein im Sinne der Übertragung von Gedanken oder Informationen, sondern auch des Kontakts mit anderen Wesen oder Verstorbenen tatsächlich funktioniert. So habe es ihn sehr nachdenklich gestimmt, als beispielsweise jemand über ein Medium Nachrichten von einem verschiedenen Verwandten erhalten habe, von dessen Existenz der Betreffende bis dahin gar nichts wusste. Auch die entsprechenden Angaben hätten sich später bewahrheitet. So könne man also nicht sagen, dass das Medium die Informationen dem Bewusstsein seines Klienten entnommen habe. Eine Schwierigkeit bleibe aber das zuvor angesprochene Problem der „Unschärfe“, die gemäß des Freiburger Parapsychologen Walter von Lucadou wohl sogar so sein müsse, damit diese Phänomene sich zeigen könnten. Bei Versuchsreihen zwischen Sender und Empfänger habe sich gezeigt, dass zwar die Form bestimmter Gegenstände mit sehr großer Übereinstimmung übertragen werden konnte, jedoch habe der Empfänger oftmals dennoch nicht zuordnen können, was es sei, dass ihm da bildhaft übermittelt werde.
Nicht alle Menschen seien offensichtlich per se gleich talentiert für diese Art der Kommunikation, doch erzielten einzelne erstaunliche Trefferquoten. Und es sei möglich, sich zu trainieren. Ein Weg könnten beispielsweise Experimente mit den sogenannten Zehnerkarten sein, deren geometrische Formen man gedanklich an einen „Empfänger“ zu übertragen suche – ein Experiment, das auch gleich mit dem Publikum gemacht wurde, aber nicht immer auf Anhieb gelingt …
Eva Güldenstein sprach als letzte. Sie hatte vor der Veranstaltung das Bild eines Verstorbenen gemalt, der ihrem Eindruck nach eine Botschaft für einen Anwesenden hatte. Ein Mann im Publikum glaubte ihn entsprechend ihrer Beschreibung und genauerer Angaben wiederzuerkennen und erhielt weitere Anhaltspunkte, denen er nachgehen konnte, sowie einen Ratschlag für seine konkrete Situation. Eva Güldensteins Erfahrungen nach sei besonders eindrucksvoll, welche Liebe die Verstorbenen vom Jenseits aus ihren Angehörigen entgegenbrächten. Wie es „drüben“ genau aussehe, könne sie nicht genau beschreiben, antworte sie oft, aber sie werde es dann sagen, wenn sie selbst dort sei …
Die Referierenden sprachen nicht nur jeweils für sich, sondern ergänzten sich auch gegenseitig, wenn es sich spontan ergab. Manche Aspekte konnten noch in der Fragebeantwortung vertieft werden. So bestätigte Eva Güldenstein, dass es möglich sei, auch mit verstorbenen Tieren zu kommunizieren. Beim Klonen vermute sie, dass sich in den reproduzierten Körpern jeweils eine andere Seele, also ein jeweils anderes Wesen, inkarniere … Matthias Güldenstein ging noch auf unterschiedliche Theorien zur Reinkarnation ein. So gebe es z.B. Medien, die meinten, das einzelne Individuum gehöre einem höheren Wesen an, das sich auch gleichzeitig in mehreren „individuellen“ Ausprägungen inkarnieren könne. Er selbst ergriff keine Partei für diese Auffassung, die auch nicht der gängigen Auffassung der Wiedergeburt entspricht, sondern wollte damit unterschiedliche Interpretationsansätze aufzeigen.
Informationen:
Am Samstag, 24. März, 20 Uhr, findet der Vortrag „Telepathische Kommunikation“ von Eva, Matthias und Angelika Güldenstein statt. Veranstaltungsort ist die Kulturwerkstatt, Riesstraße 4, 79539 Lörrach. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Früher hat man Telepathie oft mit „Gedankenlesen“ gleichgesetzt. Das Wort „Telepathie“ kommt aus dem Griechischen und heißt eigentlich ‚Fernfühligkeit‘. Es geht dabei darum, dass ein ‚Empfänger‘ die Ausstrahlung eines ‚Senders‘ auffangen, erfühlen und deuten kann.
„Im Alltag kennen wir das, wenn wir jemanden ‚vor Freude strahlen‘ sehen“, erläutern die Referierenden, „wir empfinden das lachende Gesicht, die strahlenden Augen, bei uns selbst mit und deuten es als ‚Freude‘. Wir können meist auch an der Stimme erkennen, wie jemand gestimmt ist: Fröhlich, traurig oder wütend.
Nun gibt es auch die Möglichkeit, so eine Gestimmtheit ohne Sicht- oder Hörverbindung, nur aufgrund der ‚Ausstrahlung‘, die wir erfühlen können, zu erkennen. Wenn es gelingt, sozusagen auf der ‚gleichen Wellenlänge‘ zu spüren, können Gefühle hin und her gesendet werden, was einen Austausch ohne Worte ermöglicht – eben eine telepathische Kommunikation.
Wie das auf verschiedenen Ebenen und zwischen verschiedenen Subjekten möglich ist, wollen wir Ihnen an diesem Abend erklären und nach Möglichkeit praktisch demonstrieren.“
Die Referierenden haben das Psi Zentrum Basel in Riehen aufgebaut, wo sie unterrichten und Gastreferenten einladen. Sie sind auch international tätig (z. B.. bei der International Spiritualist Federation, ISF). Website: www.psizentrumbasel.ch
>> Eva Güldenstein, Mutter dreier erwachsener Töchter, akademische Übersetzerin, Sensitive, Medium, mediale Malerin, Medialitätslehrerin.
>> Matthias Güldenstein, Volksschullehrer in Pension, Heilpädagoge, Autor, Medium, medialer Maler, Medialitätslehrer.
>> Angelika Güldenstein, Tocher von Eva und Matthias, Tierärztin und klassische Homöopathin für Mensch und Tier mit eigener Praxis, Tierkommunikatorin, Medium und Medialitätslehrerin.
Sonntag, 26. November 2017, 15 Uhr, Mitgliederversammlung
Die Versammlung begann mit einem Jahresrückblick seitens des Kulturvorstands Björn Steiert. Es fanden sieben Veranstaltungen statt, darunter zwei Seminare. Der größere Teil der Referenten war zum ersten Mal zu Gast in der Kulturwerkstatt. Einige werden womöglich schon 2018 wieder eingeladen.
Ein wichtige Veränderung war der Eigentümerwechsel des Gebäudekomplexes (Gerhard Weis >> Ehepaar Avellina). Mit Gerhard Weis hatte es immer eine gute Zusammenarbeit gegeben – er war sehr freilassend und großzügig. Als sehr erfreulich wird hervorgehoben, dass auch unter den neuen Eigentümern eine Fortsetzung des Programms vor Ort möglich ist.
Man erkennt, dass es sinnvoll ist, neue Mitglieder zu werben, um dem Verein langfristig eine tragfähige Grundlage zu schaffen. Hierfür soll ein Aufruf formuliert und auch (unabhängig davon) ein neuer Flyer entworfen werden, auch der Schaukasten soll attraktiver beziehungsweise praktikabler gestatltet werden.
Die Versammlung entschied ohne Gegenstimmen/Enthaltungen, dass der Mitgliedsbeitrag monatlich weiterhin bei mindestens 5 Euro liegt. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.
Samstag, 18. November 2017, 19 Uhr, Vortrag:
„Reise in die letzte Inkarnation. Der Sinn der Aufarbeitung vergangener Erlebnisse“
Referentin: Christa Kleemann

Bericht:
Christa Kleemann ist Autorin des Buches „Zwischen den Welten“. Hierin geht es unter anderem um konkrete Erinnerungen an ein voriges Leben – ein Thema, über das sie als Referentin schwerpunktmäßig bei ihrem Vortrag in der Kulturwerkstatt sprach. Der Veranstalter stellte in seinen Begrüßungsworten den Kontext zu vielen berichteten Fällen aus dem asiatischen Kulturraum her, in denen sich Kinder spontan an frühere Inkarnation erinnern. Da dort die Akzeptanz der Reinkarnation weit verbreitet sei, herrsche für diese Phänomene auch eine viel größere Offenheit – man nehme solche Aussagen ernst. Entsprechend gebe es in dieser Kultur mehr überprüfte Fälle, deren Spuren man nachgegangen sei. Doch auch in unseren Regionen ändere sich dies, was zum Beispiel der Bestseller „Soul Survivor“ zeige, der das Schicksal eines amerikanischen Jungen erzählt, der sich schon in frühester Kindheit an sein letztes Leben als Flieger im zweiten Weltkrieg erinnerte. In der Kulturwerkstatt selbst war 2016 Udo Wieczorek zu Gast, der ebenfalls zahlreiche Dokumente und Belege für seine Erinnerungen an seine vorige Inkarnation als Soldat im ersten Weltkrieg fand. Nun solle es darum gehen, einige Anregungen zu erhalten, wie man selbst Erinnerungen an sein vergangenes Leben (wieder-)erlangen könne und welchen Sinn dies habe.
Wann man auf wen treffe, so Kleemann zu Beginn, sei oft kein Zufall. Auch, dass man einander nun bei diesem Vortrag begegne, habe wohl einen Sinn.
Sie erzählte, dass es im Alltag meist schwierig sei, es anderen zu vermitteln, wenn man gewisse Einblicke in solche Zusammenhänge habe. Als Leiterin einer staatlichen Schule sei sie beispielsweise einmal mit dem Fall eines Mädchens konfrontiert worden, das immer geweint und starke Reaktionen gezeigt habe, wenn es sich von seiner Mutter vor der Schule verabschieden musste. Sie habe dieses Mädchen als jüdisches Kind gesehen, das im Zweiten Weltkrieg von seiner damaligen Mutter getrennt wurde und diese nie mehr wiedersah. Sie habe der jetzigen Mutter geraten, ihrer Tochter ein Bild von sich mitzugeben.
Sie selbst habe schon früh Wahrnehmungen spiritueller Art gehabt, sei diesem Thema aber ausgewichen. Bei einem schweren Verkehrsunfall im Jahr 2010, den sie wie durch ein Wunder überlebt habe, sei ihr gleichsam wie in „Lichtlettern“ vor Augen gestanden, dass sie ihre eigene Aufgabe noch nicht erfüllt habe. Und diese bestehe darin, anderen vom Geistigen mitzuteilen. Auch habe sich bei diesem Unfall ihr Zusammenhang von Körper und Seele gelockert, so dass sie für Spirituelles noch empfänglicher geworden sei. Die Aufgabe der „Mitteilung“ habe sie zunächst in Form ihres Buches in Angriff genommen, an dem sie auf Grundlage ihrer Notizen ein Jahr lang arbeitete. Das Buchcover zeige nun einen Regenbogen, da sie einen solchen nach Vollendung des letzten Satzes beim Blick aus dem Fenster gesehen habe – gleichsam als ein Symbol für die Verbindung der physischen und der geistigen Welt.
„Was sind Gedanken?“, fragte Kleemann, um ein Bewusstsein für die Realität des Geistigen zu wecken. Wer nur glaube, was er sehe, glaube letztlich an seine eigenen Gedanken nicht, die für andere – in der Regel – ohnehin unsichtbar seien. Sie stellte dar, wie letztlich alles vom Gedanken ausgehe, der dann über das (in der Mimik sichtbar werdende) Gefühl vermittelt, zur Handlung führe. Erst sei der Gedanke an ein Haus da, ehe es errichtet werde. Sterbe der Mensch, sei es gewissermaßen umgekehrt. Man verliere gleichsam zuerst die Handlung und kehre dann – frei von der Bindung an den Körper –zurück zum Bereich des Geistigen. Das verstandesmäßig Gelernte trete dabei zurück, denn der Verstand sei an den Gesetzmäßigkeiten der materiellen Welt entwickelt worden.
Um sich über vergangene Leben bewusst zu werden, sei es aber wichtig, das Gefühlsgedächtnis zu befragen. Kleemann kam auf sogenannte Déjà-Vu-Erlebnisse zu sprechen. Als sie 1979 nach Südamerika gereist und in Guatemala eine bestimmte Pyramide kurz vor der abendlichen Schließung für Touristen erklettert und von dort aus den Sonnenuntergang über dem Urwald gesehen habe, habe sie ein starkes Gefühl von Heimat erlebt: Ein Teil von ihr gehöre zu dieser Pyramide. Von Südamerika habe sie im Übrigen den für sie – auch im Hinblick auf ihre eigenen fünf Kinder – wichtigen Impuls zur friedlichen Erziehung mitgenommen.
Dann kam Kleemann auf eine weitere Zugangsmöglichkeit zu den weiter als das jetzige Leben zurückreichenden Erinnerungen zu sprechen. Die Referentin unterschied Körperträume (die in Bildern Aufschluss über die momentane Befindlichkeit des Leibes geben) von Seelenträumen, in denen sich die momentane Lebenssituation ausdrücke, und beide wiederum von „Visionsträumen“, die sich auf vergangene oder zukünftige Gegebenheiten beziehen. Durch regelmäßiges Üben, die Träume nach dem Erwachen zu notieren, könne man sich besser an sie erinnern. Aber gerade die sogenannten Visionsträume würden einem auf eine viel deutlichere, „unvergessliche“ Weise im Gedächtnis bleiben als die anderen. Sie habe einen solchen Visionstraum im Jahr 2005 gehabt. Darin habe sie sich in einem Postgebäude mit einem Paket gesehen, worauf Studenten eingetreten seien, die in einer (ihr merkwürdigerweise verständlichen) fremden Sprache ein Lied gegen die deutschen Besatzer angestimmt hätten. Ihr sei bewusst geworden, dass auch sie dem Widerstand angehörte. In einem weiteren Bild sah sie sich zuhause bei ihren Eltern, wo man sich im Aufbruch befunden habe, um sich vor den Deutschen in Sicherheit zu bringen. Man sei jedoch auf der Fahrt im Cabrio noch einmal umgekehrt, da ihr eingefallen sei, dass sie eine bestimmte Liste, auf der Mitwirkende im Widerstand verzeichnet waren, nicht vernichtet habe. Dies sei ihr zum Verhängnis geworden. Man habe sie zuletzt erschossen. Sie spürte noch den im Brustkorb verursachten Schmerz …
Dieser Traum habe enorm starke emotionale Reaktionen in ihr hervorgerufen. Sie habe ihn zunächst nicht einordnen können. Möglicherweise sei er ausgelöst worden durch einen Gast, dessen Mutter Polin war. Mit ihm unterhielt sie sich am nächsten Tag über das Erlebte, und er glaubte aus ihren Schilderungen Bezüge zu den Ereignissen um den Widerstand in Danzig zu erkennen. Sie selbst habe damals nicht viel über diese geschichtlichen Zusammenhänge gewusst, ihr sei nicht einmal klar gewesen, wo Danzig genau lag, doch als sie in der folgenden Zeit der Spur weiter nachgegangen sei, habe es wieder und wieder starke gefühlsmäßige Reaktionen in ihr ausgelöst, bis sie sich schließlich nach vier Jahren tatsächlich dorthin aufgemacht habe.
Sie habe da bewusst ein modernes Gebäude als Unterkunft gewählt, um an diesem Rückzugsort eine Distanz zu der Vergangenheit einnehmen zu können. In Danzig habe sie sich dann einfach von ihrem Gefühl zu den Orten ziehen lassen, zu denen sie eine Verbindung spürte. So habe sich „zufälligerweise“ gegenüber dem Hotel ein Gebäude befunden, in dem sie eine damalige Schule wiedererkannte. Und sie habe ihrer Intuition nur 200 Meter folgen müssen, um zu der damaligen Hauptpost zu gelangen, die sich ihr – abgesehen von baulichen Veränderungen – so zeigte, wie sie sie geträumt hatte. Bei einer Ausstellung im nebenan befindlichen Museum wurde an den Danziger Widerstand erinnert. Sie fragte die zwei Damen am Eingang, ob damals auch Studenten beteiligt gewesen seien, was diese erstaunt habe, weil es allgemein nicht bekannt sei, dass dies zur mündlichen Überlieferung gehöre. In einer Ausstellung habe es sie zu einem Fotoalbum gezogen, in dem sie dann eine Aufnahme des Cabrios aus ihrem Traum und des Mannes fand, der in diesem ihr Vater gewesen war. Es gab eine Reihe weiterer eindrücklicher Erlebnisse in Danzig bis zum Tag der Abreise, an dem sie, ohne es beabsichtigt zu haben, auf eine Veranstaltung in eine Bibliothek geriet, wo an den 60. Jahrestag des Einmarsches der Deutschen erinnert wurde.
Man könne nun fragen, was der Sinn dieses Bewusstwerdens vergangener Erlebnisse sei. Eine konkrete Folge sei bereits eine nach dem Traum erfolgte Befreiung von dem Gefühl des Schmerzes und der Belastung, dass sie immerzu in der Brustgegend verspürt und das sich bis in ihre Haltung ausgewirkt habe. Der Prozess der weiteren Erkenntnis habe dann mit sich gebracht, sich selber in einen größeren Zusammenhang einzuordnen – zu verstehen, dass auch andere ihr Schicksal geteilt hätten, dass sie also damit nicht alleine gestanden sei. Und man könne auch gegenwärtige Situationen besser verstehen, in denen man den damals Beteiligten wiederbegegne.
In der anschließenden Fragebeantwortung wurde dieser Aspekt weiter vertieft. Oft sei es so, dass gerade frühere Feinde in einer Familienkonstellation (zum Beispiel als Geschwister) wiederkämen, um sich so – durch die äußeren Umstände dazu gebracht – auseinanderzusetzen und anzunähern, ja um vielleicht auch Verständnis und einen positiven Ausgleich herbeiführen zu können. Geschwister seien nicht zuletzt aufgrund dieser Hintergründe häufig sehr verschieden. Ebenfalls treffe man in besonders intensiven Liebesbeziehungen oftmals auf alte „Bekannte“, wobei dann allerdings vielfach auch die alten Probleme wieder aufträten, so dass man gewissermaßen direkt an die Vergangenheit anknüpfe. In manchen Fällen sei es schließlich das Richtige, sich von karmischen Beziehungen dauerhaft zu trennen, wenn keine positive Entwicklung mehr möglich sei.
Kleemann erzählte auch aus ihrer Arbeit als Heilerin. In diesem Zusammenhang sei ihr wichtig, den Ursprung der Energie zu kennen, mit der sie arbeite. So wende sie sich immer an die für sie höchste Macht – Christus. Wichtig sei, dass der, der zu ihr komme, Heilung selbst auch wolle. Einmal habe sie an einer Frau, die sich an sie gewandt habe, „männliche“ Schatten auf der Seele wahrgenommen. Es habe sich herausgestellt, dass die Betreffende als Prostituierte gearbeitet habe, aber nicht mehr mit dieser Vergangenheit konfrontiert werden wollte, so dass ein Weiterkommen beziehungsweise Aufarbeitung nicht möglich gewesen sei.
Kleemann sprach auch von einem ihrer eigenen früheren Leben als Mönch, wo sie geheime Texte habe niederschreiben müssen. Sie wisse noch, wie sie aus einem hohen Fenster hinab auf das Treiben auf dem Marktplatz geblickt und sich gewünscht habe, auch zu dieser Welt „da draußen“ zu gehören. Dann sei ihr noch die Sterbestunde in Erinnerung – ihre eiskalten Füße auf dem Sterbebett und die Gegenwart zweier Klosterbrüder, die sie nicht leiden konnten. Durch diese Erinnerung sei ihr bewusst geworden, woher die Antipathie zweier Damen ihr gegenüber rührte, mit denen sie im jetzigen Leben bei einem bestimmten Projekt zusammengearbeitet habe. Andere vergangene Inkarnationen – als Ägypterin, als die sie sich in einem Fasnachtskostüm im Spiegel wiedererkannt habe, oder in einer niederen Kaste in Indien – kamen ebenfalls kurz zur Sprache. Berühmte Namen hätten sich nicht darunter gefunden.
Ein weiteres der Referentin am Herzen liegendes Thema klang in ihren Ausführungen an: Ein anderer Umgang mit dem Sterben und dem Tod. Für sie sei es sehr wichtig gewesen, dass der Leichnam ihres Vater nach dem Tod noch drei Tage zuhause habe verbleiben können, was eine wertvolle Erfahrung von besonderer Qualität gewesen sei. Und sie habe dem Pfarrer auch vermittelt, dass sie nicht wolle, dass er in seiner Rede von der ewigen Ruhe bis zum jüngsten Tag, an dem gerichtet werde, spreche, da dies so nicht der von ihr erlebten Realität entspreche. Sie habe ihm ihr Buch gegeben – von dem aus er dann sogar ein paar ihr bekannt vorkommende Sätze eingebaut habe … Ihre Mutter lehne vom evangelischen Glauben her kommend zwar die Reinkarnation ab, doch sie selbst habe ihr in etwa so geantwortet: „Wenn nach dem Tod tatsächlich zunächst nichts kommt, ist ja alles gut. Wenn aber doch, dann ist es besser, sich darauf vorzubereiten.“ Leider sei es heute oft so, dass viele Verstorbene gar nicht begreifen würden, dass sie tot sind, weil sie sich zu Lebzeiten keine Vorstellung davon gebildet hätten.
Im Verlauf ihres Vortrags kam Kleemann wiederholt auf Aussagen Rudolf Steiners zu sprechen, für den sie eine tiefe Bewunderung empfindet. Allerdings sei es für viele Anthroposophen oft ein Hindernis, weil sie die Aussage Steiners vom Regelfall zeitlich weit auseinander liegender Inkarnationen kennen. Allerdings habe Steiner für unsere Zeit eine Änderung dieser Gesetzmäßigkeit beschrieben und außerdem viele anders geartete Fälle beschrieben. Auch von anderen, zu schematischen Vorstellungen, etwa die Wiedergeburt in nur einem bestimmten Volk, distanzierte sich Kleemann im Lauf des Gespräches und machte deutlich, dass man alles sehr individuell betrachten müsse. Erinnerungen an frühere Leben könnten auch eintreten, ohne einen spirituellen Schulungsweg zu gehen.
Kleemann stellte all dies in den Zusammenhang des besonderen Charakters unserer Zeit. Einerseits werde man durch falsche oder einseitige Informationen aus den Medien beeinflusst – und auch gewissermaßen durch Preisgabe seiner Daten durchleuchtet –, doch andererseits habe es wohl, trotz des Materialismus, nie zuvor eine solche Freiheit gegeben in der Wahl des geistigen Weges, den man gehen wolle, gegeben. Eine womöglich einmalige Situation.
Informationen:
Am Samstag, 18. November, 19 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) ein Vortrag über das Thema „Reise in die letzte Inkarnation. Der Sinn der Aufarbeitung vergangener Erlebnisse“ statt. Referentin ist die Autorin Christa Kleemann. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Wir tragen, so Christa Kleemann, aus vergangenen Leben noch mancherlei Spuren in uns, Verletzungen körperlicher und seelischer Art. Durch ein nochmaliges Eintauchen in das Durchlebte können wir Situationen verstehen lernen und einordnen, also mit dem Bewusstsein erfassen und verarbeiten. So können Erlebnisse aus vergangenen Leben in unserem jetzigen Leben aufgearbeitet werden und unsere Seele oder auch chronische Krankheiten geheilt sowie aktuelle Schicksalsbegegnungen in ihrem Sinn erfasst werden.
Die Referentin wird unter anderem darstellen, wie sie selbst ihre „Reise“ in ihre zeitlich nicht weit zurückliegende, unmittelbar vorangegangene Inkarnation in Danzig erlebte. Sie wird außerdem aufzeigen, welche Möglichkeiten es allgemein gibt, sich entsprechender Zusammenhänge bewusster zu werden. Demnach können etwa auch Träume Aufschlüsse ergeben, wobei es jedoch darum geht, zwischen den unterschiedlichen Arten von Träumen zu differenzieren (z.B. „Verdauungs-Körperträume“, Situationsträume durch seelische Belastungen und deren Verarbeitung, sowie „echte“ Reinkarnations-Träume oder Visions-Träume). Sie wird Möglichkeiten zur Unterscheidung beschreiben.
Fragen aus dem Publikum sind im Anschluss willkommen. Zum Abschluss wird eine täglich praktizierbare Bewusstseinsübung vorgestellt.
Über die Referentin
Christa Kleemann, Jahrgang 1955, studierte Kunst, Pädagogik, Psychologie und Anthroposophie. Durch die Schwangerschaften und Geburten ihrer fünf Kinder erhielt sie Einblicke in das Gesetz der Inkarnation und der vorgeburtlichen Existenz derer Seelen, wie ihrem 2013 publizierten Buch „Brücke zwischen den Welten. Ein Erfahrungsbericht über Hellsichtigkeit, Visionen und die Entdeckung eigener Heilkräfte“ zu entnehmen ist. 1995 wurde sie zum ersten Mal mit ihren Heilenergien konfrontiert. Ein schwerer Verkehrsunfall 2010, den sie wie ein Wunder überlebte, lehrte sie, ihrer Intuition zu vertrauen und damit zu arbeiten. Seit Ende 2010 gibt Christa Kleemann Heilsitzungen, hält Vorträge und Kurse zu den Themen Intuition, Heilung, Karma-Zusammenhänge, Tod, Sterben sowie Kindererziehung unter Einbezug vorgeburtlicher Aspekte.
Sonntag, 15. Oktober 2017, Workshop:
„Seelenrückholung“
Workshop-Leiter: Benjamin Maier

Bericht:
Benjamin Maier war schon wiederholt zu Gast in der Kulturwerkstatt. Der mit schamanischen Techniken auf individuelle Weise arbeitende Referent hielt nun ein Seminar, das ursprünglich für 2016 vorgesehen war und jetzt nachgeholt werden konnte. Es ging um das Thema „Seelenrückholung“. Maier hatte sich diesen Zusammenhängen in den zurückliegenden Monaten noch vertiefend widmen können und ließ dies in die Inhalte des aktuellen Workshops einfließen.
Zunächst stellte er den Teilnehmern das schamanische Weltbild dar, das stets von einer dreigegliederten Wirklichkeit ausgeht: einer oberen Welt, einer unteren Welt und – in der Mitte liegend – der Welt der Menschen, die unser alltägliches Lebensumfeld darstellt. Etwa durch traumatische Erlebnisse oder nicht gelebte Impulse könne es geschehen, dass „Teile“ der Seele sich gleichsam abspalten, was dann – je nachdem, wie gravierend dieser Verlust ist – durchaus zu einer Schwächung des jeweiligen Menschen auf seinem weiteren Weg zur Folge habe. Ein ähnliches Problem liege dann vor, wenn ein Teil der Seele noch gar nicht richtig „inkarniert“ sei. Dies müsse man im Einzelfall unterscheiden. Maier stellte hierbei auch ein von ihm entwickeltes Modell vor, das den Aufbau des Menschen und dessen Zusammenhang mit der seelisch-geistigen Welt veranschaulichte.
Die Psychologie kennt ähnliche Zusammenhänge, interpretiert und bezeichnet diese jedoch teilweise anders. Im Schamanismus versetzt sich der Schamane in Trance, um den verlorenen gegangenen Seelenanteil aus der unteren Welt zurückzuholen und wieder in die Gesamtpersönlichkeit zu integrieren. Aus dem Erleben Maiers stellt sich dies so dar, dass man gewissermaßen in der Zeit zu dem Punkt zurückgeht, wo sich dieser Seelenanteil noch befindet. Beispielsweise könne dieser dem Schamanen als kleines Mädchen oder kleiner Junge wahrnehmbar werden, wenn die Problematik oder der entsprechende Vorfall mit dieser Lebensphase in Verbindung stand. Dann könne man mit dem Seelenanteil kommunizieren und ihm bewusstmachen, dass sein Mensch inzwischen schon erwachsen sei, und ihn fragen, was der Betreffende tun müsse, damit der Seelenteil wieder bereit sei, zu ihm zurückzukehren. Dies zu erfüllen, sei dann auch Voraussetzung, dass er bei ihm verbleibe. Maier schilderte praktische Erfahrungen aus seiner Arbeit, in denen ihm der befragte Seelenanteil oft Antworten gegeben habe, die sehr konkret auf den jeweiligen Klienten oder die jeweilige Klientin gepasst hätten, wie sich dann im Nachhinein herausgestellt habe. Ein solcher „Wunsch“ könne sehr schlicht klingen, aber in diesem Zusammenhang doch wesentlich sein. Zum Beispiel, dass der Betreffende wieder segeln gehen möge.
Um die Teilnehmer an die außersinnliche Wahrnehmung heranzuführen, die zur Seelenrückholung nötig ist, gebrauchte Maier einen „Kunstgriff“. Das an das Leben in der alltäglichen Erfahrungswelt gewöhnte Gehirn benötige mit sinnlichen Wahrnehmungen (wie Farbe, Form, Klang, Geruch …) verknüpfte Vorstellungen, um sich das, was man außersinnlich wahrnehme, begreiflich und bewusst zu machen. In der Regel mische sich aber der am Materiellen orientierte Verstand ein, der dann meine, dort sei ja in Wirklichkeit gar nichts, was sich wahrnehmen ließe. Man könne diese „Zensur“ umgehen, indem man lerne, sich in einer ganz bestimmten Weise Fragen zu stellen, etwa nach dem Muster: „Wenn dieser Raum eine Botschaft hätte, welche wäre das?“ oder „Wenn ich wüsste, welche Botschaft dieser Raum hätte, welche wäre das?“ Auf dem Weg dieser Übung gewinne man allmählich Sicherheit.
In einem weiteren Schritt vermittelte Maier den Teilnehmern den Gebrauch der Trance, worunter er eine Fokussierung der Wahrnehmung (die mit einer Ausschaltung anderer Wahrnehmungen einhergeht), verstand. Sie gaben sich gegenseitig Hilfestellung bei Begegnungen mit ihrer Seele in deren gegenwärtigen Erscheinung und unternahmen eine von Maier angeleitete „innere“ Reise zu ihrem jeweiligen Krafttier, das ihnen künftig bei der Seelenrückholung beistehen würde. Dabei lernten sie auch, wie sie dieses Krafttier von nun rufen können. Im Anschluss praktizierten sie in Dreiergruppen die Seelenrückholung an sich, wobei vom aktiv schamanisch Handelnden zunächst der „Hier und Jetzt-Punkt“ markiert wurde, von dem aus er sich dann – in Begleitung des Krafttiers – zu dem Punkt im Raum aufmachte, der für ihn die Position des verlorenen Seelenanteils des Partners markierte. Diesen fragte er dann, ob er zu „seinem“ Menschen zurückmöchte und zu welchen Bedingungen. Dieser Teil des Workshops bewirkte zum Teil sehr emotionale Reaktionen. Im Anschluss wurde der Seelenanteil zurückgebracht und „seinem“ Menschen in Brustkorb und Scheitel eingeblasen.
Die Teilnehmer erlebten das Seminar, wie man der Resonanz entnehmen konnte, als Bereicherung und hatten eine praktische Methode an die Hand bekommen, mit der sie künftig anderen Menschen helfen konnten.
Informationen:
Am Sonntag, den 15. Oktober 2017, findet in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4, D-79540 Lörrach, ein Seminar zum Thema „Seelenrückholung“ statt. Das Seminar wird geleitet von Benjamin Maier. Die Teilnahmegebühr beträgt 120 Euro. Der Veranstalter bittet aus organisatorischen Gründen um Voranmeldung bis Sonntag, 8. Oktober 2017, an kulturwerkstatt@gmx.de. Sollte die Mindestteilnehmerzahl bis dahin nicht erreicht werden, wird dies nach diesem Datum bekannt gegeben. Bitte Isomatte oder Decke mitbringen!
In diesem Seminar geht es darum, zu lernen, wie man verlorene Seelenteile wieder ins Leben zurückbringt. „Das machen wir nicht alleine, sondern arbeiten zusammen mit einem Krafttier. Welches das sein wird, wird sich dann im Laufe des Seminars offenbaren“, sagt Maier.
Durch unangenehme Erfahrungen im Laufe des Lebens oder durch ungünstige Entscheidungen können wir, wie der Schamanismus weiß, Seelenanteile verlieren. Demnach fehlt dadurch dann die Kraft für Aufgaben, die das Leben für uns bereithält. Ein solch verloren gegangener Teil der Seele wird dann im Rahmen schamanischer Trance-Arbeit aufgespürt, um mit ihm zu kommunizieren und ihn schließlich wieder in den Körper seines Menschen zurückzubringen. Damit kehrt diese Lebensessenz zurück. „Da die Seele den Drang hat zu leben und in der Regel genau weiß, wie sie das tun möchte, bekommen wir von ihr oft auch Informationen darüber, wie es in unserem Leben weitergehen soll, damit sich die Kraft des Seelenteils voll und ganz im Leben verwirklichen kann. Das schenkt in der Regel Lebensenergie und neue Möglichkeiten“, so Maier, „Menschen, die eine Seelenrückholung genossen haben, fühlen sich hinterher wieder heiler im Sinne von ganzer und runder. Die Basis für das Gelingen einer Seelenrückholung ist die außersinnliche Wahrnehmung. Daher gehen wir im Seminar auch auf außersinnliche Fähigkeiten ein.“
>> Zum Referenten: Benjamin Maier arbeitet mit schamanischen Ritualen und Lebensberatung seit 2008 in Freiburg. In Einzelsitzungen, Seminaren und einer 2-jährigen Ausbildung vermittelt er schamanische Praktiken und hilft Interessierten dabei sich mit ihrer eigenen Natur wieder zu verbinden. In der Kulturwerkstatt hielt er bereits erfolgreiche Vorträge. Infos: www.schamanischer-heiler.de
Samstag, 22. Juli 2017, 20 Uhr, Vortrag:
„Was Tiere so alles erzählen – Erlebnisse aus der Tierkommunikation“
Referentin: Sandra Utiger

Bericht:
Eine Premiere erlebte das Publikum des Juli-Vortrags im Programm der Kulturwerkstatt-Dreiländereck e.V.: Erstmalig trat die als Tierkommunikatorin in der Schweiz arbeitende und ihr Wissen ansonsten in praktischen Kursen vermittelnde Sandra Utiger auch als Referentin auf. Utiger, die ihrer Tätigkeit neben ihrem eigentlichen Beruf nachgeht, erzählte viele beispielhafte Erlebnisse, die ihr als Tierkommunikatorin zuteil geworden waren – teils weiter zurückliegende, teils erst wenige Tage alte. Sie hatte im Hinblick auf den Vortrag insbesondere unterhaltsame Begebenheiten ausgewählt.
Zunächst jedoch schilderte sie, wie sie als im Kanton Baselland aufgewachsenes Einzelkind schon früh viel Gelegenheit zu Kontakt mit Tieren hatte, denn der Patenonkel ihres Vaters führte damals einen Zoofachhandel in der Nähe von Basel, in dem sie sich gerne aufhielt. Verreiste der Patenonkel im Sommer, kümmerte sich der Vater um das Geschäft – und sie habe es sich natürlich nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Ihr habe es gefallen, dass die Tiere sie ohne Wertung genau so akzeptierten, wie sie war, und blitzschnell Vertrauen fassten. Sie habe schon damals mit ihnen kommuniziert, jedoch sei ihr dies nicht wirklich „bewusst“ gewesen.
Jahre später, als sie mit ihrem – im Publikum ebenfalls anwesenden – Mann in einer auf dem Land lebte, teilten sie ihre Wohnung mit einem Kaninchen namens Valentin. Wäre es nach seinem Züchters gegangen, der ihm zu lange Ohren konstatierte, wäre er schon nicht mehr am Leben gewesen … Als Valentin erkrankte und eine Operation bevorstand, habe sie sich in ihrer Verzweiflung an eine Tierkommunikatorin aus der Innerschweiz gewandt. Dieser habe Valentin dann sein alltägliches Leben bis in geradezu verblüffende Details hinein beschrieben und ihr und ihrem Mann seinen Dank ausgesprochen. Bei der Operation sei er dann verstorben. Für Utiger war dieses Erlebnis der Anlass, bei dieser Tierkommunikatorin quasi noch einmal die „Schulbank zu drücken“.
Die – anonymisierten – Geschichten aus ihrem Alltag waren nicht minder erstaunlich. So teilte ihr ein Kater beispielsweise mit, dass er den „Strampelanzug“ seines Besitzers doof finde. Tatsächlich stellte sich heraus, dass dieser neuerdings einen solchen trug, da er nachts an den Füßen fror. Als man dem Kater in der Kommunikation den Grund vermittelte, weshalb er dies tue, ließ er ihn daraufhin wieder in Ruhe schlafen. Ebenso hilfreich war zu erfahren, dass die Einnahme eines bestimmten Medikaments dem Tier Magenschmerzen bereitete. Ein anderes Mal war die Katze des Hauses plötzlich verschwunden. Sie teilte Utiger mit, dass sie sich in einen pechschwarzen Kater „verliebt“ habe und erschien dann auch unmittelbar darauf mit ihrer Begleitung bei ihren Besitzern. Eine andere Geschichte zeigte, dass ein Kater es „besser wusste“ als der Tierarzt, indem er von einem in seiner Pfote durch einen (äußerlich nicht sichtbaren) Dorn verursachten Schmerz erzählte. Erst als daraufhin genauer untersucht wurde, bestätigte sich diese Aussage. Von einem Papagei war zu hören, der sich die Federn am Bauch ausrupfte – aus der Tierkommunikation ergab sich, dass dies mit dem Verzehr von Erdnüssen zusammenhing, die bei ihm eine Allergie auslösten. Im Fall einer Eselin, die ihr Halfter nicht anlegen wollte, erfuhr Utiger, dass dieses eine Neuanschaffung war und ihr einfach nicht gefiel. Sie wünsche sich ein rosafarbenes, glitzerndes. Und tatsächlich ließ sie sich dieses, als es dann beschafft wurde, ohne jedes Widerstreben anlegen. Auch Tiere, so Utiger, könnten eitel sein … Es sei auch möglich, Absprachen mit Tieren zu treffen. So sei zum Beispiel einmal eine Wespenkolonie durch den Einsatz entsprechender „Diplomatie“ umgezogen und mit einer Spinne habe sie vereinbaren können, an welcher Stelle sie ihr Netz ohne „negative Konsequenzen“ bauen dürfe und wo nicht.
Aus vielen dieser Geschichten wurde zugleich deutlich, wie wichtig offensichtlich Unbefangenheit in der Tierkommunikation ist. So seien sie in einem Schweizer Zoo, den sie einmal mit einer Gruppe besuchte, gefragt worden, ob sie wüssten, was der Tiger, vor dessen Gehege sie standen, am liebsten fresse. Ihre – von diesem selbst vermittelte – Antwort „Erdbeeren“ hätten zunächst alle belächelt. Doch das Zoopersonal habe dies bestätigen können …
Nach den Geschichten aus ihrem Alltag skizzierte Utiger ihre Grundhaltung. Sie begegne den Tieren, die – genau wie wir Menschen – Intelligenz besäßen und Gefühle, ja auch Humor hätten, stets auf Augenhöhe und Respekt, denn sie erkenne sie als vollwertige Wesen an. So agiere sie niemals manipulativ. Was die Antworten der Tiere generell ausmache, sei, dass sie sehr direkt erfolgen – manchmal als Stimme, manchmal in Form von Bildern – und nie Lügen beinhalten. Sie nehme die Aussagen der Tiere, so wie sie gegeben würden, an. Tiere würden ganz im Jetzt leben, und so würden auch die Antworten ausfallen, das heißt entsprechend ihrer momentanen Befindlichkeit.
Zum Ende des Vortrags stellten die Anwesenden viele Fragen, etwa ob auch eine Kommunikation mit verstorbenen Tieren möglich sei, was Utiger bejahte, insofern das Tier dies auch wünsche, was generell – bei lebenden, wie verstorbenen Tieren – zu respektieren sei. Lügen würden ihre „Gesprächspartner“ nie. Oft seien Tiere aber durchaus überrascht, wenn sich ein Mensch in dieser Form in sie wende, dann könne es aber durchaus geschehen, dass auch andere Tiere im Haushalt sich mitzuteilen wünschten. Prinzipiell könne jeder Mensch die Tierkommunikation erlernen – man „spüre“ dann schon gleich, ob der Kontakt tatsächlich zustande komme; es sei so ähnlich, wie wenn jemand, den man anrufe, das Telefon abnehme. Dann wisse man, dass er „dran“ sei. Es bedürfe, um sich die Tierkommunikation anzueignen, auch nicht teurer, übermäßig in die Länge gezogener Kurse. Sie selbst vermittle das Wesentliche im Rahmen eines eintägigen, erschwinglichen Workshops. Jeder Mensch trage die Fähigkeit zu dieser Form der telepathischen Kommunikation in sich, verliere diese aber dann meist im Lauf des Aufwachsens in unserer technisierten, veräußerlichten Zivilisation; nur vereinzelt – beispielsweise bei einem bestimmten Indianerstamm, komme es heute noch vor, dass sie erhalten bleibe und auch von Mensch zu Mensch funktioniere. Grundsätzlich könne man mit jedem Tier sprechen, gleich ob Wild- oder Haustier, wobei sich der Charakter der Antworten dann eventuell unterscheide. Teilweise sei es erfreulicherweise möglich, mit Tierärzten zusammenzuarbeiten und diesen Hinweise zu geben – meist solchen Ärzten, die auch für Homöopathie offen seien. Gefragt, ob es möglich sei, etwa bei Hunden, auf Erziehung zu verzichten und alles über die Tierkommunikation zu erreichen, meinte sie, man könne zwar vieles auf diesem Weg bewirken. Neben den bereits erwähnten Fällen von „Absprachen“ führte sie auch das Beispiel eines Marders an, der in der Tiefgarage allein ihr Auto verschone. Aber es sei aus ihrer Sicht besser –im Hinblick auf gefährliche Situationen, in denen zwei Hunde miteinander in Kampf geraten –, auch auf anerzogene Kommandos zurückgreifen zu können. Und man müsse seine persönlichen Grenzen kennen. Mit den ihr gänzlich unsympathischen Zecken etwa habe sie noch nie versucht zu kommunizieren, bemerkte sie scherzend. Die Frage, ob sie denn auch Fleisch esse und ob die zur Schlachtung bestimmten Tiere von dem ihnen bevorstehenden Schicksal wüssten, bejahte sie. Sie esse aber nur sehr wenig Fleisch. Und wenn, dann allein dann, wenn sie sicher sein könne, dass das Tier zuvor unter würdigen Bedingungen gelebt habe – denn dies sei auch den Tieren das Wichtigste. Leider komme es durchaus vor, dass man in der Tierkommunikation Trauriges und Erschütterndes erfahre. So habe ein Hund ihr detailliert von den sadistischen Misshandlungen erzählt, die er bei seinen vorigen Besitzern erdulden musste – was sich dann indirekt bestätigen ließ. Zu dergleichen seien nur Menschen fähig …
Alles in allem war es ein Vortrag zu einem durchaus ungewöhnlichen Thema, wie von Veranstalterseite einleitend bemerkt worden war. Doch dies treffe ja für die meisten Veranstaltungen des Vereins zu – und mache sie gerade interessant …
Informationen:
Am Samstag, den 22. Juli, 20 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) ein Vortrag von Sandra Utiger über das Thema „Was Tiere so alles erzählen – Erlebnisse aus der Tierkommunikation“ statt. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
In dem Vortrag wird anhand konkreter Erlebnisse gezeigt, dass die Kommunikation mit Tieren offenbar auf eine viel umfassendere Weise möglich ist, als man gemeinhin annimmt.
Sandra Utiger aus Arlesheim (CH) redet seit vielen Jahren mit den Tieren und bietet Tierkommunikationen an. In Ihrem Referat erzählt sie davon:
„Schon als kleines Mädchen fühlte ich mich in der Gegenwart von Tieren extrem wohl. Jedes Tier, welches mir auf meinem Weg begegnete, wollte ich kennenlernen, anfassen und einfach liebhaben. Egal wie klein oder groß ein Tier war: ausnahmslos allen diesen Geschöpfen brachte ich meinen Respekt entgegen. Die Tiere erkannten meine tiefe Zuneigung und Offenheit blitzschnell, und so verstand ich mich mit jedem Tier innerhalb von Minuten prächtig. Diese zauberhaften Verbindungen hatten aber auch ihre Schattenseiten. Nämlich dann, wenn ich einen tierischen Freund für immer loslassen musste. Dann hatte ich immer wieder das Gefühl, es würde mir mein Herz für immer zerreißen.
Die Liebe zu den Tieren ist bis zum heutigen Tag geblieben und wird mich bestimmt auch weiterhin begleiten. Sie bereichert mein Leben.
Mit diesem Vortrag möchte ich den Menschen ein paar Erlebnisse aus der Tierkommunikation erzählen. Es handelt sich dabei um wahre Geschichten und Erlebnisse, welche ich aus Gründen der Diskretion einfach nur anonymisiert habe.
An dieser Stelle danke ich allen Besucherinnern und Besuchern für ihr Erscheinen und wünsche ihnen viel Vergnügen! Am Schluss des Vortrags können gerne auch Fragen gestellt werden.“
>> Infos unter: http://www.utiger-tierkommunikation.com
Samstag, 24. April 2017, 19 Uhr, Vortrag:
„Gesund und harmonisch wohnen. Glück im Leben ist planbar – Gesundheit und Wohlbefinden durch Baubiologie, Geomantie und Vastu“
Referent: Guntram Stoehr

Bericht:
Zum dritten Mal war Guntram Stoehr in der Kulturwerkstatt zu Gast. Nun referierte er über ein Thema, das hierzulande noch weitgehend unbekannt ist, nämlich die aus Indien stammende und dort populäre Vastu-Lehre. „Wenn es bekannt wäre, was mit Vastu alles möglich ist, würden hier noch bedeutend mehr Menschen sitzen“, meinte Stoehr und gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass Vastu – ebenso wie Yoga oder Ayurveda – im Westen ebenfalls Verbreitung finden werde. Er selbst kann als Autor des Buches „Glück im Leben ist planbar“ als ein Pionier auf diesem Gebiet betrachtet werden.
Unter Vastu – einem Vorläufer des Feng Shui – versteht man kurz gesagt eine aus den jahrtausendealten indischen Weisheitsstiften, den „Veden“, stammende Lehre, die besagt, wie der Wohnraum anzulegen und zu gestalten ist. Die Erkenntnisse des Vastu beziehen zum Beispiel die Analyse und Wahl eines Grundstücks ein, bieten aber auch vielfältige Möglichkeiten, bestehende Lebensräume zu verbessern. Höchstes Ziel bei allem sei letztlich, den Bewohnern zur „Erleuchtung“ zu verhelfen.
So zeigen nach Vastu errichtete Häuser beispielsweise Elemente wie einer nach oben (das heißt zum Geistigen) hin ausgerichteten Giebelform sowie eine Verbindung zur Erde mittels eines Sockels – anders als viele moderne Bauten, die oft weder einen Bezug zum Himmel noch zur Erde aufwiesen und oft nur in den Farben Weiß, Grau und Schwarz gehalten seien. Ebenfalls charakteristisch für Vastu-Häuser ist die Bevorzugung des Atrium-Hauses. Das Artrium bringt hierbei den geschützten Raum im (eigenen) Inneren zum Ausdruck. Unter den anderes gearteten klimatischen Verhältnissen Indiens gibt es tatsächlich auch inmitten von Wohnungen die nur durch ein Gitter geschützte Möglichkeit der Öffnung nach oben hin – der Regen versickere einfach an dieser Stelle im Boden, wie Stoehr anhand eines Beispiels zeigte.
Stoehr erkannte manche Bauprinzipien des Vastu in der griechischen Antike wieder und glaubt auch, dass der sogenannte „vetruvische Mensch“ – für den Leonardo da Vinci seine eigene, berühmte Lösung fand – eigentlich auf ein aus dem Vastu bekanntes Bild zurückzuführen ist, in dem ein menschlicher Körper auf einem quadratischen Grundriss im Kreis zu sehen ist. Makrokosmos und Mikrokosmos entsprechen sich hier: So finden sich Analogien zwischen Mensch, Grundstück und Kosmos auf vielfältigen Ebenen. Wie die Saite eines Musikinstruments in Schwingung versetzt werde, wenn ein Ton die richtige Frequenz treffe, könne gleichsam auch ein Haus harmonisch mit der Umgebung, ja dem All ins „Mitschwingen“ geraten, wenn es – beispielsweise durch das Verhältnis seiner Proportionen zueinander – entsprechend gestaltet sei.
Insofern ein positives Umfeld positive Gedanken und damit auch positive Handlungen (und gemäß indischem Denken damit ein gutes Karma) hervorrufe, könne man tatsächlich sagen: „Glück im Leben ist planbar.“
Stoehr hatte, wie er schilderte, das Glück, Vastu auf authentische Weise von einem indischen, des Sanskrits mächtigen Experten vermittelt zu bekommen – denn manches, was heute als Vastu vertreten wird, sei nicht mit dem ursprünglich Gesagten identisch, sondern vermischt mit anderen Lehren. Dabei sei es übrigens ein Irrtum, die Jahrtausende alten Texte wären für unsere Gegenwart irrelevant, denn die alten Weisen hätten, auch wenn es unglaublich klinge, die Problematik des modernen Lebens in Großstädten vorausgesehen und so sei Vastu eigentlich sogar insbesondere für unsere Zeit gedacht. Dies sei den Texten zu entnehmen. Übrigens habe man damals für jedes bebaute Stück Land eine gleich große Fläche der Natur zum wilden Bewuchs überlassen.
Der Referent sprach keineswegs als Theoretiker, sondern als Praktiker. Als Baubiologe und Architekt hat er selbst Vastu-Häuser konstruiert und umgesetzt – als einmal ein sensitives Kind eines von diesen besucht habe, sei es aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen: „Was ist denn hier los!?“, habe es gerufen, obwohl niemand im Vorfeld es auf die Besonderheiten des Hauses hingewiesen habe.
Stoehr erläuterte, wie man anhand des Vastu positive und negative Potenziale eines Stück Landes oder eines Hauses erkennen könne, etwa hinsichtlich der Konflikte mit dem Nachbarn oder der Finanzen seiner Bewohner. Wichtig zu beachten seien hier etwa die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen, das Gefälle des Geländes, die Lage von stehendem oder fließendem Wasser, der Verlauf von Straßen und viele weitere Faktoren. Ein mit Zustimmung der Betroffenen gegebenes Beispiel aus der Praxis machte dies besonders deutlich.
Um ein besseres Gefühl für die Wirkung von Räumen und Formen zu vermitteln, bat er, sich vorzustellen, wie es wäre, man sich in die Mitte eines völlig leeren, offenen Zugabteils setze und der neu hinzusteigende Fahrgast genau neben einem Platz nehme. Gewiss nicht gerade angenehm … So müssten Räume dem Menschen die Empfindung vermitteln, dass sie seiner „Aura“ genügend Möglichkeit der Entfaltung böten …
Bei alledem dürfe man den eigentlich spirituellen Aspekt nicht außer Acht lassen: Es sei kein Zufall, dass man so wohne, wie man gerade wohne – das persönliche Umfeld wolle einem etwas sagen über die „Lebensthemen“ beziehungsweise die momentan wichtigen Themen, die es zu erkennen und zu bearbeiten gelte.
Neben grundlegenden Aspekten, die vor einem Hausbau zu beachten sind, gab Stoehr auch manche aus dem Vastu stammende Empfehlungen für den Alltag. So etwa, nicht mit dem Kopf nach Norden zu schlafen (weil man im Vastu auch von einer magnetischen Ausrichtung des Menschen ausgehe und der Kopf dem Norden entspreche, was sich nicht gut vertrage), sondern nach Osten (Inspiration) oder Süden (Gesundheit). Auch die Farbgestaltung von Räumen sprach er an. So konnten die Anwesenden unmittelbar umsetzbare Anregungen mit nach Hause nehmen. Dabei gab er zu bedenken, dass ein einzelner negativer Faktor bei einem Haus oder einer Wohnung noch nichts Schlechtes bedeuten müsse, wenn er durch andere – wichtigere – positive Faktoren aufgehoben und wettgemacht werde.
Was für Wohnbauten gelte, gelte im Übrigen nicht zwingend für Sakralbauten und umgekehrt – diese würden teils nach anderen Gesetzmäßigkeiten gestaltet. Sehr eindrucksvoll hatte Stoehr den Besuch eines Vishna-Tempels in Indien empfunden, zu dem ihn sein Lehrer mitgenommen hatte. Durch die besondere Architektur und die jahrtausende währende Gebetspraxis der Mönche sei ein Kraftort entstanden, und das Gefühl, welches man dort – innerhalb dieses Vastu-Mandalas – erleben könne, sei unbeschreiblich. Ja, er sei verblüfft gewesen, als er noch eine weitere erstaunliche Entdeckung gemacht habe:
Gegenwärtig revolutioniere der niederländische Homöopath Jan Scholten die Homöopathie, indem er die Mittelwahl an dem Periodensystem der Elemente ausrichte und dieses wiederum mit dem menschlichen Lebens- und Entwicklungsweg in Beziehung setze. Tatsächlich werde eines der Elemente aus der Reihe der seltenen Erden – und zwar ausgerechnet eines, das eine spirituelle Entwicklung ausdrücke – mit einer komplexen Zahlenfolge angeführt, die exakt den Zahlenanordnungen entspreche, welche man in dem besagten Vishnu-Tempel vorfinde.
Den Darstellungen zum Vastu vorausschickend, hatte Stoehr noch einige Gesichtspunkte zur Geomantie und Baubiologie erläutert – etwa, dass man anhand der Baumwuchsformen auf die Qualität eines Ortes schließen könne oder dass man im Hinblick auf ein gesundes Ionenverhältnis möglichst wenig künstliche Oberflächen mit Luftkontakt haben sollte; bis 1950 hätte man im Übrigen noch zu 65 Prozent mit mineralischen und zu 35 Prozent mit organischen Materialien gebaut – heute zu 15 Prozent mit mineralischen, zu 5 Prozent mit organischen und zu 80 Prozent mit künstlichen Stoffen. Für Stoehr sind die die natürlichen Materialien – auf die sich der menschliche Organismus im Prozess der Evolution ja eingestimmt habe – die bessere Wahl. Dagegen sehe man heute eine Zunahme von allerlei Allergien.
Auch die Belastung durch hoch- und niederfrequenten Strom und das Problem der offiziell aus Sicht Stoehrs (aber auch von Ärzten und bestimmten Instituten) viel zu hoch beziehungsweise willkürlich angesetzten Grenzwerte wurde angesprochen. Durch ein silberbedampftes Netz – das wie ein Moskitonetz über das Bett zu spannen ist – könne man seinem Körper wenigstens in der Regenerationsphase des Schlafes Schutz gönnen. Stoehr riet unter gesundheitlichen Aspekten dazu, möglichst wenig Gespräche via Handy zu führen – und wenn, das Handy nicht nahe an den Kopf zu halten. Er verwies auf den kritischen Dokumentarfilm „Thank You For Calling“ und auf eine in erster Instanz gewonnene Sammelklage gegen die Großen der Branche, die nun ganze Heerscharen von Anwälten geschäftigen würden. Viele sähen eine ähnliche Entwicklung wie damals beim Asbestskandal. In einigen Jahrzehnten, so erwarte Stoehr, würden die Menschen uns für verrückt halten, dass wir so sorglos mit diesen Technologien umgegangen seien – etwa wie damals, als man mit Röntgenapparaten getestet habe, ob der zum Kauf gewählte Schuh auch passe.
Informationen:
Am Samstag, den 24. Juni, 19 Uhr, hält Guntram Stoehr in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) einen Lichtbild-Vortrag über das Thema: „Gesund und harmonisch wohnen. Glück im Leben ist planbar – Gesundheit und Wohlbefinden durch Baubiologie, Geomantie und Vastu“. Stoehr war schon mehrfach als Referent in der Kulturwerkstatt zu Gast. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Ein Haus oder eine Wohnung sollten eine „Quelle der Kraft“ sein, bei der sich der Bewohner stärken und erholen kann. Der Wohnort sollte dem Bewohner auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene Gesundheit und Zufriedenheit bringen.
Gesundes und harmonisches Wohnen ist vor allem dann zu erreichen, wenn das Wohnhaus im Einklang mit den Gesetzen der Natur gebaut ist. Doch welche Möglichkeiten gibt es für bestehende Mietwohnungen oder für Neu- und Umbauten, um die Natur bestmöglich in das Wohnumfeld einzubeziehen? Welche grundlegenden Aspekte müssen berücksichtigt werden, um eine solche harmonische Wohnatmosphäre zu erreichen?
Diesen Fragen widmet sich der Vortrag und zeigt Möglichkeiten auf, wie ein gesundes Wohnumfeld an Hand von Baubiologie, Geomantie und Vastu (Baulehre aus Indien und Vorgänger des Feng Shui aus China) erreicht werden kann. Die Baubiologie und die heutigen Möglichkeiten der technischen Ausstattung geben dem Bauwerk einen gesunden physischen Rahmen. Geomantie und Vastu verleihen dem Gebäude Sinn und Harmonie auf geistiger und seelischer Ebene.
Der Vortrag bietet einen Überblick über die wichtigsten Faktoren, welche als Grundlage für ein gesundes und harmonisches Wohnen berücksichtigt werden sollten. Dabei werden Möglichkeiten vorgestellt, um in zeitgemäßer und ganzheitlicher Architektur im Einklang mit der Natur zu wohnen.
Zum Thema des Vortrags hat der Referent unlängst das Buch „Glück im Leben ist planbar. Der ganzheitliche Vastu-Ratgeber für Wohnung, Haus und Garten“ publiziert (24,90 Euro, ISBN: 978-3-946637-00-4).
Zur Person: Guntram Stoehr, Dipl.-Ing. Architekt, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Nach mehrjähriger Architektentätigkeit in der Schweiz arbeitet er heute als Freier Architekt in Freiburg i. Br. In seinen Projekten verbindet er moderne Architektur mit Baubiologie, Geomantie sowie dem traditionellen Bauwissen des indischen Vastu. Er hält Vorträge und Seminare, leitet geomantische Reisen und bietet eine Ausbildung in Geomantie und Vastu an.
Infos: www.architektur-geomantie.com
Samstag, 29. April 2017, 19 Uhr, Vortrag mit Jenseitskontakt-Demonstration:
„Begegnungen zwischen ‚Diesseits‘ und ‚Jenseits'“
Referentin: Conny Giammarresi (bekannt aus der Kino-Doku „Winna. Weg der Seelen“)

Bericht:
Die aus der Kino-Dokumentation „Winna. Weg der Seelen“ bekannte Schweizerin Conny Giammarresi hielt in der Kulturwerkstatt erstmals einen Vortrag in Deutschland. Die 1978 geborene Referentin, die auch einige Jahre in Basel gelebt hatte, ehe sie in ihre Heimat ins Wallis zurückkehrte, arbeitet als sogenanntes „Medium“. Das heißt, sie bietet Hilfe für Menschen an, die Verbindungen zu Verstorbenen herstellen möchten. Wie diese Arbeit sich praktisch gestalten kann, zeigte sie am Ende des Vortrags durch drei Kontaktversuche.
Im ersten Teil des Vortrags schilderte sie zunächst, wie diese Wahrnehmungen erstmals bei ihr auftraten, wie sie diese entwickelte und heute anwendet. Sie betonte zunächst, dass sie sich nicht für etwas „Besonderes“ im Sinne von „höherstehend“ halte. Sie glaube, dass grundsätzlich jeder diese Fähigkeiten erlernen könne. Und sie wolle nicht in irgendeiner Weise „missionieren“ oder anderen ihre Überzeugungen aufzwingen. Was sie schilderte, erzählte sie ganz aus ihrer persönlichen Sicht, und sie formulierte stets so, dass sie die Menschen im Publikum freiließ und unterschiedliche Auffassungen respektierte. Auch wurde deutlich, dass sie wenig mit den von ihr so bezeichneten „Bluemeli“-Esoterikerinnen gemein hatte …
Giammarresis Vortrag war von ihrer warmherzig-humorvollen, uneitlen Art geprägt. Sie erzählte, wie sie als Kind beim Spielen, als sie einmal nicht brav sein wollte, plötzlich die Anwesenheit einer Frau wahrnahm, die sie in ihr Zimmer begleitete und Zeit mit ihr verbrachte. Dies habe sie als schön empfunden. In der anschließenden Nacht sah sie jedoch viele Menschen an ihrem Bett stehen, was ihr dann Angst gemacht habe. Dieses sich wiederholende Erlebnis sei sehr belastend gewesen, jedoch habe sie das große Glück gehabt, bei sehr verständnisvollen, tollen Eltern aufzuwachsen … Später habe sie dann im Film „The Sixth Sense“ erstmal gesehen, wie jemand – wenn auch im fiktiven Rahmen – mit ähnlich furchteinflößenden Erlebnissen konfrontiert worden sei. Ihre Begabung habe sie jedoch lange Zeit ignoriert, bis ihr – im Publikum ebenfalls anwesender – Mann ihr zum Geburtstag einen Kurs in Medialität geschenkt habe. Dieses Geschenk habe sie zunächst „doof“ gefunden, doch als sie dann schlussendlich doch an dem Kurs teilnahm, stellte sie sehr rasch fest, dass es genau das sei, was sie machen wolle. So ist sie ihrem Mann heute noch dankbar, zumal er in ihrem Leben und als Ausgleich zu ihrer eher extrovertierten Art einen wichtigen Ruhepol darstellt.
Ihr eigenes Schicksal hatte sie wiederholt mit schweren Ereignissen konfrontiert. Beispielsweise hätten acht ihr nahestehende Menschen Selbstmord begangen. Sie machte klar, dass sie niemanden „verurteilen“ wollte, der diese Todesart gewählt habe. Wenn nun Klienten zu ihr kämen, könne sie sich zwar relativ gut abgrenzen. Schwieriger sei es jedoch mit dem, was in ihrem eigenen Umkreis vor sich gehe und alltäglich auf sie einstürme. Da könne sie vieles oft nur „schwer verdauen“. Vielleicht sei es manchen unter den Zuhörern auch so gegangen, dass sie sich auf einer Zugreise plötzlich sehr müde gefühlt hätten, weil sie unbewusst so vieles von den Gedanken und Gefühlen der anderen Reisenden aufgenommen hätten. Aber grundsätzlich habe sie gut gelernt, ihre Wahrnehmungen auszuschalten. Und wenn einen eine dringende Botschaft erreichen solle, dringe diese schon durch. Manchmal freilich, etwa im Restaurant, könne es ganz spontan geschehen, dass ihr Informationen über eine bestimmte Person nur so zuströmten …
Zu der von ihr selbst angesprochenen Frage, ob es richtig sei, für ihre Arbeit Geld zu nehmen, meinte sie, dass aus ihrer Sicht jeder Mensch das Recht habe, mit seiner besonderen Begabung Geld zu verdienen – sei es nun ein Koch oder ein Medium. Sie sei froh, dass sie von dem, was sie tue, leben könne. Allerdings bewegten sich ihre Preise im moderaten Rahmen und falls ein Klient nicht zufrieden sei, müsse er auch nichts bezahlen. Sie wolle von den Menschen, die zu ihr kommen, zunächst nichts wissen, um unbeeinflusst zu sein. Interessant sei, dass sich auch Verstorbene melden könnten, zu denen zu Lebzeiten gar kein Kontakt bestanden habe. Einmal etwa habe sich der Großvater gemeldet, der seine Enkelin nie persönlich kennengelernt, sie jedoch von der geistigen Welt aus begleitet habe.
Von Anwesenden im Publikum gefragt, ob sie bei den Waldspaziergängen mit ihren Hunden auch Naturgeister wahrnehme oder zu Engeln Kontakte herstelle, antwortete sie, dass ihre Begabung und Berufung mehr in der Arbeit mit den Verstorbenen liege. So erlebe sie – anders als zum Beispiel Sam Hess, der ebenfalls schon in der Kulturwerkstatt referiert hatte – die Naturgeister nicht unmittelbar. Jeder habe eben seine besonderen Fähigkeiten und Aufgaben, was sich dann gut ergänze. Mit „Geistführern“ arbeite sie allerdings zusammen. Auf die Frage, ob es auch eine dunkle Seite gebe, meinte sie, das könne sie nicht verneinen, aber sie habe doch oft erlebt, dass sich vieles, was zunächst ausschließlich dunkel erscheine, transformiere und dann doch Positives zufolge habe. Das Böse, wie wir es aus Hollywood-Filmen kennen, zeichne da meist zu sehr „Schwarz-Weiß“, weshalb wir gewohnt seien, dies auch so zu sehen. Eine weitere Frage, die in diesem Zusammenhang von den Anwesenden angesprochen wurden, war die nach dem Schicksal Adolf Hitlers. Allgemein gesagt auch nach dem „Karma“ von Verbrechern. Grundsätzlich meinte Giammarresi, die sensibel auf dieses heiklere Thema einging, dass es ihrer Auffassung nach nicht so sei, dass man für das Böse, was man getan habe, „bestraft“ werde, indem man eben solches erleiden müsse, sondern vom Schicksal in einem nächsten Leben dann dazu veranlasst werde, dieses durch gute Handlungen „auszugleichen“. Ob sie denke, dass man auch mit Gott kommunizieren könne, fragte eine andere Teilnehmerin. Dies bejahte die Referentin, zumal sie Gott als den Menschen „nah“ erlebe und glaube, dass jeder Mensch etwas Göttliches in sich trage.
Nach einer Pause und weiteren Fragen folgte die Demonstration der Jenseitskontakte, worunter nicht etwa eine spiritistische Seance zu verstehen war, sondern eine quasi ganz „normale“ Form der zwischenmenschlichen Begegnung. Giammarresi beschrieb zwei mögliche Varianten der Kontakte. Die eine bestehe darin, dass sie zu einer bestimmten Person mit der Botschaft eines Verstorbenen „gezogen“ werde. Die andere darin, dass sie den Verstorbenen, der sich bei ihr melde, immer konkreter beschreibe, bis klar sei, zu welcher Person im Publikum er „gehöre“. Die zweite Variante, das sogenannte „Etablieren“, sei ihr bei Veranstaltungen diese Art lieber, da es die Menschen nicht so unmittelbar konfrontiere. Sie bat allerdings auch nachdrücklich darum, bei den Rückmeldungen objektiv zu bleiben: Wenn sie frage, ob die sich angesprochen Fühlenden mit den Informationen zu dem jeweiligen Verstorbenen etwas anfangen könnten, sollten diese nicht „passend“ gemacht werden. Außerdem versprach sie, allzu persönliche Inhalte in diesem Rahmen nicht anzusprechen. Dies könne man dann, falls gewünscht, im Zweiergespräch mit ihr klären.
Giammarresi bemerkte, dass sie solche Kontakte üblicherweise zu zweit oder zu dritt praktiziere, da sie durchaus anstrengend sein können. Sie machte zudem deutlich, dass man nie genau vorhersagen könne, ob dieses „Experiment“ gelinge und dass es sich nur bedingt steuern lasse. Die geistige Welt wisse am besten, welcher Kontakt zu diesem Zeitpunkt stattfinden solle. Manchmal würden auch Daten oder Namen durchgegeben, manchmal nur wenig Informationen.
Um sich frei im Raum bewegen zu können, stellte die Referentin ihr Pult beiseite und ging kurz in sich. Es war für sie ihr erster Kontaktversuch dieser Art nach einer längeren Pause. Da alle einverstanden waren, duzte man sich, wie es bei dergleichen Experimenten allgemein üblich ist. Im Verlauf der anschließenden rund vierzig Minuten beschrieb sie den Anwesenden drei Verstorbene (eine an Krebs gestorbene Dame, eine für ihre Zeit sehr emanzipierte und vielseitig interessierte Frau sowie einen in seinem Beruf in verantwortungsvoller Position stehenden Herrn), die einzelnen Menschen im Publikum, zu denen sie in Verbindung gestanden hatten, etwas mitteilen wollten. Die Identifizierung schien, je konkreter es wurde, zuletzt eindeutig.
Giammarresi selbst ist von der Reinkarnation überzeugt. Zugleich ist es ihrer Erfahrung nach so, dass man die Verstorbenen immer erreichen kann. Auch ihr Vortrag stellte eine „Brücke“ dar zwischen dem sogenannten Diesseits und dem sogenannten Jenseits, die aus dieser Perspektive keineswegs so strikt voneinander zu trennen sind, wie man oftmals meint.
Informationen:
In ihrem Vortrag erzählt die als Medium arbeitende Schweizerin Conny Giammarresi von besonderen Erfahrungen, die sie als Begegnungen mit Verstorbenen erlebt, und wird zur Demonstration ihrer Vorgehensweise versuchen, eine begrenzte Anzahl von „Jenseitskontakten“ herzustellen.
Conny Giammarresi (geb. 1978) hat in den vergangenen Jahren Bekanntheit erlangt durch ihre Mitwirkung in der in der Schweiz und Deutschland gezeigten Kino-Doku „Winna – Weg der Seelen“, die angekündigt wurde als ein Film „über ein Stück ursprüngliches, mysteriöses, faszinierendes Wallis, über Sagen und Mythen zum Thema Seelenwanderungen und über Menschen, die Verstorbenen begegnet sind“.
In ihrem Vortrag wird Conny Giammarresi von den sogenannten übersinnlichen Wahrnehmungen erzählen, die sie seit ihrer Kindheit begleiten, wie sie ihre Fähigkeiten später weiter ausbildete und wie sie heute vorgeht, um Brücken zu bauen zwischen dem sogenannten „Jenseits“ und „Diesseits“, die aus ihrer Sicht letztlich eine gemeinsame Welt darstellen.
Conny Giammarresi geht im TV Oberwallis in der Sendung „Fräg doch Misses Poppins“ auch auf Fragen von Zuschauern ein und gibt darin allgemeine Ratschläge aus spiritueller Sicht. Sie ist Verfasserin des Buches „In meinem Wunderland“, Iphone-Fotografin und in vielfacher Hinsicht kreativ …
Samstag/Sonntag, 25./26. März 2017, Seminar:
Hui Chun Gong
Seminarleiter: Rainer Nestmann

Bericht:
In den Räumen der Kulturwerkstatt fand dieses Wochenende das Seminar „Hui Chun Gong – die Verjüngungsübungen der chinesischen Kaiser“ statt. Qigonglehrer Rainer Nestmann erlernte diese Übungen von der chinesischen Meisterin Wang Li, die bereits vergangenen April in der Kulturwerkstatt zu Gast war. Die den Seminarteilnehmer/innen aus Lörrach und Umgebung vorgestellten Hui Chun Gong Übungen waren früher nur den taoistischen Mönchen des Huashan Berges sowie der chinesischen Kaiserfamilie vorbehalten. Geübt wurden insbesondere „der springende Karpfen“, „der schwimmende Drache“ und „das goldene Kind“ – Bewegungsabläufe, die auch eine sehr positive Wirkung auf die Wirbelsäule haben. Interessierte an Kursen in Lörrach können sich über die website www.guolin-qigong-loerrach.com zu einer Schnupperstunde anmelden.
Informationen:
Am 25. und 26. März findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) ein Hui Chun Gong Seminar mit dem Qi Gong Lehrer Rainer Nestmann statt, der die ursprünglich vorgesehene Kursleiterin, Meisterin Wang Li, vertritt. Nestmann ist ihr Schüler und wirkte bereits beim „Guo Lin Qi Gong-Seminar“ mit, dass sie vergangenes Jahr in der Kulturwerkstatt hielt. Der Kurs ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet und kostet € 190.-
Samstag, 25.03.2017 Sonntag, 26.03.2017
Von 10:00 bis 12:00 Uhr Von 10:00 bis 12:00 Uhr
Und 14:00 bis 18:00 Uhr Und 14:00 bis 16:00 Uhr
(Der für Freitag, den 24. März, zunächst geplante Einführungsvortrag entfällt.)
Hui Chun Gong bedeutet – die geheime überlieferte taoistische Kunst zur Lebenspflege und dem langen Leben -.
Die Hui Chun Gong Übungsreihe kommt aus der Tradition des Quanzhen Taoismus, einer der beiden großen taoistischen Strömungen Chinas. Bis 1980 wurde Hui Chun Gong nur von den Taoisten der Hua Shan Pai Schule sowie der Kaiserfamilie geübt.
Besondere Eigenschaften des Hui Chun Gong sind unter anderem
Der Aufbau der Übungen orientiert sich an um die Legende des Kaisers Yu, von dem gesagt wird, dass er am Rande des Gelben Flusses gesessen habe, als eine große Schildkröte auftauchte. Auf ihrem Rücken trug sie eine bestimmte Zeichenanordnung. Diese Luoshu genannte Anordnung bildet die Grundlage des Hui Chun Gong sowie auch des Fengshui und ist eng mit dem I-Ging, dem Buch der Wandlungen verbunden.
Traditionell richtet man sich im Hui Chun Gong dem Süden zu, dort residiert Shouxing, der Gott der Langlebigkeit, in seinem Garten soll die Pflanze der Unsterblichkeit wachsen. Auch der chinesische Kaiser saß bei Audienzen zum Süden ausgerichtet.
Meisterin Wang Li hat ihre Ausbildung an der TCM Universität in Peking gemacht und im Zhong Hua Qigong Fortbildungsinstitut in Peking studiert. Sie wurde nach einer feierlichen Einweihungszeremonie als Di Zi (Meisterschülerin) von Herrn Shen Xinyan, dem Erben der 20. Generation des Hui Chun Gong, aufgenommen. Sie ist die einzige Erbin der 21. Generation von Hui Chun Gong in Deutschland.
Über Rainer Nestmann und sein Kursangebot informiert die Seite: http://guolin-qigong-loerrach.com/
Infos zum Hui Chun Gong auch unter: www.huichungong-europa.de
Samstag, 25. Februar 2017, 19 Uhr, Vortrag:
Menschheit im Umbruch. Perspektive durch Intuition
Referent: Milorad Krstić

Bericht:
Der im süddeutschen Raum lebende Unternehmer und Autor Milorad Krstić referierte in der Kulturwerkstatt über das Thema „Menschheit im Umbruch. Perspektive durch Intuition“. So ist auch sein zweites, 2016 erschienenes Buch betitelt. Krstić geht darin von der Zeiterfahrung aus, dass die Welt gegenwärtig auf vielen Gebieten wie aus den Fugen geraten zu sein scheint und dass der Einzelne sich immer schwerer darin zurechtfindet, die Ereignisse zu deuten oder selbst in diesem Geschehen zu handeln.
Zu Beginn schilderte der aus Ex-Jugoslawien stammende Referent, wie er, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, 1986 als Einwanderer nach Deutschland kam und sein erstes Unternehmen gründete. Er erzählte von seinen Eltern und seinen eigenen vier Kindern, um den Zuhörern seine Biografie näherzubringen. Inzwischen beschäftigt Krstić rund 600 Angestellte.
In seinen Ausführungen ging er durchaus kritisch auf die Politik der Gegenwart und die Rolle der Medien ein. „Regieren heißt manipulieren“, brachte er eine weit verbreitete Praxis auf den Punkt, und meinte: „Nichts ist, wie es scheint, und nichts scheint, wie es ist.“ Man täusche sich, wenn man die gegenwärtig bestimmenden Kräfte in der Politik suche, weshalb auch Wahlen an den grundsätzlichen Gegebenheiten letztlich nichts Entscheidendes ändern würden. Außerdem müsse man sich genauer anschauen, wer einen da im Bereich der Politik vertreten wolle, denn: „Du bist, was du warst. Und du wirst sein, was du bist.“ Inwieweit seinen unsere „Repräsentanten“ also tatsächlich moralische Vorbilder?
Wenn man jedoch den Blick nur auf die im Vordergrund stehenden Personen und die Ereignisse richte, könne man nicht verstehen, worin die Ursachen vieler Entwicklungen zu suchen sind. Ohnehin würden wir in der Regel nur das sehen, was wir für wahr halten. Deshalb seien wir auch anfällig für inszenierte Lügen, wie sie im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts häufig zur Lieferung von Kriegsgründen eingesetzt worden seien – mit dem Resultat Millionen von Toter.
Wolle man die Ursachen des Zeitgeschehens erfassen, müsse man oft gerade genau das betrachten, was nicht im Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit liege. Tatsächlich seien die gegenwärtig bestimmenden Kräfte dort zu suchen, wo die Macht des Kapitals liege. Dies sage er als Unternehmer, der allerdings – im Verhältnis zu den hier gemeinten Dimensionen – völlig unbedeutend und im Prinzip auch nur „ein Arbeiter“ sei. Als Beispiel einer wirklich einflussreichen Persönlichkeit führte er Georg Soros an, der weltweit die politischen und sozialen Entwicklungen mitzubestimmen suche.
Krstić untermauerte seine Darstellungen in diesem Punkt mit interessanten Zahlen: Einem Prozent der Weltbevölkerung gehörte im Jahr 2016 so viel wie den restlichen 99 Prozent. Der Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen weltweit habe im Jahr davor 75 Billionen US-Dollar betragen. Der Umsatz mit substanzlosem Handel hingegen 750 und der Umsatz mit Devisengeschäften sogar 1150 Billionen. Diese Zahlen wären nach der sogenannten Bankenkrise sogar deutlich gestiegen. Demgegenüber existiere eine „reale“ Geldmenge (Papier und Münzen) von nur 5-7 Billionen. Daran sehe man, dass es absurd sei, wenn man die geplante Abschaffung des Bargelds, die einer Einschränkung der Freiheit gleichkomme, mit der Eindämmung der Kriminalität begründe. Denn die eigentliche Kriminalität finde im großen, „bargeldlosen“ Rahmen statt. Dort aber, wo viele „leistungslosen“ Gewinn erzielten, litten auf der anderen Seite ganze Massen Mangel: So sterbe alle fünf Sekunden ein Kind auf dieser Welt an Hunger, bemerkte Krstić, der sich von dem Schicksal der Menschen in der dritten Welt betroffen und berührt zeigte. Er ließ zudem erkennen, dass es sein Gewissen belaste, in gewisser Weise selbst Teil des gegenwärtigen politisch-wirtschaftlichen Systems zu sein.
Leider würden die Menschen ihre Macht oft nicht kennen. Und mit Angst, zum Beispiel vor der öffentlichen Meinung, und Gier, seien sie leicht manipulierbar. Auch als Unternehmer sei man oft nur Sklave, der anstelle von Ketten eben einen Anzug mit Krawatte trage. So könne man verkürzt sagen: „Sklaven verwalten Sklaven.“ Und doch hielten die meisten sich für frei …
Wir hätten uns zum einen abgewöhnt, uns auf unser natürliches „Bauchgefühl“ zu verlassen – dieses habe ihn in seiner eigenen unternehmerischen Tätigkeit im Hinblick auf die Einstellung neuer Mitarbeiter bei Bewerbungsgesprächen zwar nie getäuscht, allerdings sei er ihm dennoch oft nicht gefolgt, so dass er dann später „Lehrgeld“ zahlen musste. Zum anderen würden wir unsere eigenen geistigen Fähigkeiten kaum einsetzen. Zur Bestätigung führte Krstić eine Untersuchung von NASA-Kreativitätsforschern an: 98 Prozent der 5-jährigen könnten, was die Fähigkeit zu divergentem Denken angehe, noch in die Kategorie der hochgradig Kreativen eingeordnet werden,. Bei über 25-jährigen betrage dieser Anteil nur noch 2 Prozent. Auch vor diesem Hintergrund gewinne der Satz Jesu „Werdet wie die Kinder!“ besondere Bedeutung und werde unser Bildungswesen fragwürdig.
Wir müssten uns ebenfalls wieder der Tatsache bewusst werden, dass die Welt nicht nur eine materielle, sondern auch eine geistige Seite habe. In einem philosophisch-weltanschaulichen Exkurs ging Krstić in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung auf die Bedeutung der „Leere“ ein. Uns sei meist nicht bewusst, dass in der Materie fortwährend Bewegung stattfinde und sie größtenteils (auf Ebene der Atome betrachtet) „leer“ sei. Schlussendlich brachte er die Phänomene „Leere“ und „Bewegung“ mit dem Geist, der in allem wirkt, in Verbindung.
Zum Ende gab der Referent dem Publikum einige allgemeine Ratschläge zur Lebensführung mit („Lassen Sie sich nicht digitalisieren“ lautete einer davon) und hob den Wert der biblischen Zehn Gebote hervor, die er – etwa im Hinblick auf die nötige Zurückweisung der Lüge – in Bezug zur Gegenwart setzte. Dadurch wurde erkennbar, dass die Zehn Gebote nicht etwas sind, was als etwas Altes abgetan werden kann, sondern dass sie in der Zukunft wiederum an Bedeutung gewinnen mögen.
Krstić entschuldigte sich für seine manchmal vielleicht etwas derben „sprachlichen Ausrutscher“. Er habe nun einmal ein bisschen was von einem „Haudegen“. Aber er achte auf das, was er sage, denn: „Wort ist Waffe“.
In manchem lag Krstić durchaus quer zu dem, was gegenwärtig – etwa im Hinblick auf die Familienpolitik oder Kinderbetreuung – als richtig angesehen wird. Und auch damit, wie die „Flüchtlingskrise“ mehrheitlich gedeutet und wie sie gehandhabt wird, zeigte er – selbst Einwanderer – sich in mancherlei Hinsicht nicht einverstanden, zumal vor dem zum Vergleich dienenden Hintergrund der Erfahrungen früherer Kriege, wie dem damaligen Konflikt in Jugoslawien. Zunächst einmal ging es ihm als Unternehmer um Differenzierung und eine sachlichere Betrachtung, wobei er wiederum statistisches Material zugrunde legte. Denn bei einem Großteil jener, die heute nach Deutschland kämen, handle es sich nicht um Flüchtlinge in der eigentlichen Definition dieses Wortes. Und mit größtenteils unqualifizierten Arbeitskräften könne auch der viel zitierte Fachkräftemangel nicht behoben werden. Sonst wäre dies allemal schon längst mit den Jugendlichen möglich gewesen, die in den europäischen Ländern zu einem großen Teil der Arbeitslosigkeit anheimgefallen seien … So wäre es eine Illusion, die Vorstellung künftigen Wirtschaftswachstums mit der Zuwanderung zu verknüpfen. Auch bereitete ihm der weit verbreitete Antisemitismus unter den Einwanderern Sorgen.
Eine Prophezeiung wagte Krstić noch: Der nächste Kanzler werde Martin Schulz – womit er jedoch ebenso wenig positive Aussichten verband wie mit einer weiteren Amtszeit Angela Merkels.
Informationen:
In seinem Vortrag wird der Unternehmer und Autor Milorad Krstić beschreiben, inwiefern sich unsere Erde heute im Umbruch befindet und ein erschütterndes Bild abgibt, aber auch, welchen Ausweg es aus dieser Lage und dem Feststecken im Materialismus gibt.
„Überall wird zerstört, betrogen, enteignet, versklavt“, heißt es in der Beschreibung eines von Krstić zu diesem Thema verfassten Buches, „ständig werden neue Kriege angezettelt, Millionen Menschen leiden unter Verfolgung, werden geächtet, getötet. Angst breitet sich auf dem Globus aus. Alle diese dunklen Vorgänge werden offensichtlich von gezielter Hand gelenkt. Einige wenige Mächtige heizen den Wahnsinn fortwährend an: Gewinnmaximierung und Kostensenkung! So lautet die Lösung für die Welt. Die Mehrheit der Menschen schuftet – für eine verschwindende Zahl superreicher Blender!“
„Wir Menschen müssen alles dafür tun, um unsere durch die Manipulation geschwächte Kraft der eigenen Intuition zurückzuerobern“, erklärt Krstić weiter. „Nur das wird uns wirklich Schutz bieten. Die sachliche Analyse steht nur scheinbar im Widerspruch zur Intuition, erst gemeinsam bestimmen beide Komponenten über Trägheit oder Bewegung.“
Milorad Krstić, Unternehmer – Autor, www.milorad-krstic.com >> Krstić ist als mittelständischer Unternehmer in verschiedenen Wirtschaftsbereichen tätig. Der anerkannte Fachmann im Bereich von Langzeit-Bio-Schmierstoffen gilt als ausgesprochen authentisch. In seiner direkten, frei denkenden Art bricht er scheinbar komplizierte Sachverhalte auf eine verständliche Ebene herunter. Häufig liefert er verblüffend einfache Lösungsvorschläge. So auch in seinen Büchern, Veröffentlichungen und Referaten. Sein Blick ist stets in die Zukunft gerichtet. Sein erstes Buch „Verkaufte Demokratie – Weg frei in die Sklaverei?“ erschien 2014, das zweite Buch „Menschheit im Umbruch – Perspektive durch Intuition“ erschien 2016. Das Schreiben und sich an die Menschen Wenden ist für den Vollblutunternehmer, der seinen Beruf und sein Wirken liebt, eine Berufung.
Samstag, 10. Dezember 2016, 20 Uhr, Vortrag:
Die Kraft der Gedanken nutzen. Empowering und Visualisierung nach Tom Brown Jr.
Referent: Ralf Greiner

Bericht:
Ralf Greiner, Gründer Kojote-Akademie in Häg-Ehrsberg, stellte in der Kulturwerkstatt dar, wie es nach der Methode von Tom Brown Jr. möglich ist, die Kraft der Gedanken zu nutzen. Greiner hatte zuletzt 2006 im Rahmen des Veranstaltungsprogramms des Kulturwerkstatt-Vereins über Indianische Spiriotualität referiert. Üblicherweise finden Workshops mit Greiner in der freien Natur statt, dann zu praktisch zu erprobenden Inhalten wie Outdoor-, Wildnis- und Survivaltraining, Wahrnehmung, Wildnispädagogik, Fährtenlesen, Naturhandwerk und Spiritualität. Auch im Rahmen seines Vortrags gelang es ihm, diese Themen, die er in seine Ausführungen einbezog, lebendig und durch eigene Erfahrungen veranschaulicht zu vermitteln.
Zunächst schilderte er, wie er selbst schon als Kind Wahrnehmungen hatte, die ihn später dazu brachten, sich im Alter von etwas 17 Jahren mit sogenannter okkulter Literatur zu befassen, zunächst mit den Werken des Magiers Franz Bardon, wobei ihm da die Übung der Gedankenleere, die angeblich ganz einfach gewesen sei, besondere Schwierigkeiten bereitet habe. Seiner Erfahrung nach sei es durchaus möglich, dass man infolge der Erweiterung der Wahrnehmungen und des Eintauchens in andere Erlebnisbereiche Situationen erleben könne, die einem Angst machen oder in denen man sich auch schützen müsse. Mit Franz Bardons Methode sei er damals nur bis zu einem gewissen Punkt gelangt. Eine wesentliche Fortführung und Vertiefung habe sich dann durch das Werk und das praktische Lernen bei Tom Brown Jr ergeben.
Bei Brown handelt es sich um den bekanntesten Survivaltrainer der USA. Dieser habe als Kind über einen Zeitraum von mehreren Jahren von dem Apachen Stalking Wolf gelernt, wie man in der Natur überleben und seine Wahrnehmeungsfähigkeiten erweitern könne. Stalking Wolf hatte zuvor auf seinen Wanderungen durch die USA das tiefere Wissen der indianischen Kultur, aber auch anderer Weisheitslehren gesammelt (einschließlich biblischer Inhalte, ohne selbst schriftkundig zu sein) und hatte es so an Brown vermitteln können. Aus Browns Büchern – die momentan in deutscher Sprache nur antiquarisch zu erhalten sind – konnte Greiner dann lernen, wie wichtig es ist, eine „Vision“ zu haben, hinter der eine (höhere) Notwendigkeit steht. Zum Finden dieser Vision, in der die „Stimme des Schöpfers“ zu einem spreche, würden sich die Indianer traditionell oft mehrere Tage in die Wildnis begeben. Diese Vision könne – wie Greiner an einem Beispiel zeigte – auch völlig abwegig erscheinen. Aber aus einem scheinbar zusammenhanglosen Impuls, wie etwa den, ein Restaurant ergründen, könne sich dann für den weiteren Weg Entscheidendes ergeben, was sich mit dem Verstand so nicht hätte planen lassen.
Greiner unterschied Träume, die sehr lebendig sind, aber die wir in der Regel nicht kontrollieren könnten. von Tagträumen, bei denen die Kontrollmöglichkeit schon größer sei, und beide wiederum von unseren alltäglichen Gedanken, die viel kontrollierter verlaufen würden, aber dafür sehr abstrakt und unlebendig seien. Wolle man die Kraft der Gedanken nutzen, müsse man diese wiederum aktiv verlebendigen. Wir seien heute durch die Bedingungen unserer Kultur stärker gewohnt, in Worten zu denken als in Bildern – sogar beim dadurch kraftlos gewordenen Gebet. Die verlebendigten Gedanken müssten jedoch bildhaft-anschaulicher Natur sein. Leider seien wir durch Computer, Fernsehen und Smartphone (welches Brown als „Satan“ bezeichnet) gewohnt beziehungsweise konditioniert, uns Bilder nur zweidimensional vorzustellen. Um den Gedanken lebendig zu machen, müsse man aber tatsächlich in diesen eintauchen, dass heißt sich mitten in das vorgestellte Szenario mit allen sinnlichen Eindrücken hineinversetzen. Vier ineinandergreifende Aspekte seien nötig, um die erwünschte Wirkung zu erzielen:
Was die Notwendigkeit angehe, so sei dies etwas, was man gerade bei der Vielzahl an Wünscherfüllungsliteratur, die es heute gebe, berücksichtigen müsse. Es sei so, dass diese Konzepte durchaus funktionierten, meinte Greiner, der diese Bücher selbst nicht gelesen hatt, jedoch oft nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt, ab dann nicht mehr. Dies könne damit zusammenhängen, dass dann die Notwendigkeit nicht mehr hinter der Erfüllung des konkreten Wunsches stehe. Zum Beispiel die Notwendigkeit, etwas Bestimmtes zu lernen – etwa, dass die Anwendung der geistigen Gesetze tatsächlich zu Erfolgen dieser Art führen könne.
Aus eigenem Erleben schilderte Greiner, wie er einmal die Vision gehabt habe, eine Ausbildung bei Brown zu machen. Jedoch habe er in seiner damaligen beruflichen Situation nicht genügend Geld besessen. Dennoch habe er sich angemeldet. Und die Umstände hätten sich auf nicht zu erwartende Art gefügt. In den Kursen von und in den Begegnungen mit Tom Brown habe er dann Außerordentliches erlebt, zum Beispiel, dass Mitglieder der Navy Seals – „hartgesottene“ Mitglieder einer Spezialeinheit der US-Marine – zu weinen beginnen, während sie Browns Erzählungen lauschen, und Phänomene, die vollkommen unglaublich erscheinen würden. In ähnlicher Weise habe er die Vision zur Gründung seiner Kojote-Akademie gehabt.
Der Referent führte mit den Anwesenden direkt eine kurze Visualisierungsübung durch. Sie sollten sich vorstellen, wie sie daheim an ihrem Lieblingsplatz sitzen. Und dann in einem zweiten Schritt , dass sie sich von dort aus in der jetzigen Situation, das heißt in der Kulturwerkstatt sitzend, visualisieren.
Würden wir die Möglichkeit haben, jedes Leben, das wir wollten, nachts zu träumen, würde uns dies nach einiger Zeit schließlich langweilen, und wir würden wieder Raum für Ungeplantes offen lassen – und uns am Ende genau in dem Leben wiederfinden, in dem wir uns gegenwärtig befinden, schloss Greiner mit Alan Watts.
An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Fragebeantwortung an. Greiner hatte auch unterschiedliches Anschauungsmaterial mitgebracht, zum Beispiel Abdrücke von Tierspuren, selbstgebaute Messer, Trommeln, einen lederartigen, aus Zunderpilz hergestellten Stoff und ein in eigenen Kursen verwendetes, selbstverfasstes Buch zur Schulung der Wahrnehmung.
Informationen:
Am Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4, ein Vortrag über das Thema „Die Kraft der Gedanken nutzen. Visualisierung und Empowering nach Tom Brown Jr“ statt. Referent ist Ralf Greiner. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
In diesem Vortrag geht es darum, die Kraft, die in den Gedanken steckt, zu erkennen und diese auch kreativ zu nutzen. „Wir kreieren ständig unsere eigene Realität, meist unbewusst“, sagt Referent Ralf Greiner, „mit dem Verständnis und den Techniken die ich bei Tom Brown Jr. gelernt habe, ist es viel einfacher geworden, den Prozess zu verstehen, der hinter einem schöpferischen Gedanken steht, um so seine eigene Realität zu gestallten. In diesem Zusammenhang unterscheiden wir Fantasien, Wünsche, Halluzinationen und Visionen.“
Ralf Greiner, beschäftigt sich seit über 10 Jahren intensiv mit Erdphilosophie, Survival und Spurenlesen nach Art der Indianer. Seit 2005 ist er Schüler von Outdoor-Legende Tom Brown Jr.
Tom Brown Jr. gilt als bekanntester Fährtensucher und Wildnis-/Survivalexperte in den USA. Im Alter von sieben Jahren begegnete er dem Apachen, Schamanen und Scout „Stalking Wolf“ und wurde für die nächsten 10 Jahre sein Schüler. Basierend auf diesen Lehren eröffnete er 1978 die größte Schule für Fährtensuchen, Survival- und Wildniswissen in Amerika. 2008 wurde Greiner von Brown Jr. eingeladen, in eine kleine Gruppe einzutreten, die so unterrichtet wird, wie es einst von Stalking Wolf geschult wurde. Die spirituelle Seite hinter allen Dingen ist bei den Schulungen von Brown immer sehr präsent und wird mit in die praktischen Übungen integriert und in der Natur getestet.
Greiner selbst gründete, hierauf aufbauend, 2010 die Kojote-Akademie, eine „Lebens“-Schule für ein Leben im Einklang mit der Natur. Survival-Training wird nicht als Kampf verstanden, sondern als die Fähigkeit, sich allen Lebenslagen optimal anzupassen. In natur- und praxisnahen Kursen werden alle Fähigkeiten und das Wissen vermittelt, die bzw. das man dafür benötigt: die Elemente des Survival, die Kunst des Fährtenlesens, Tier- und Pflanzenwissen, Wahrnehmungsschulung, Naturhandwerk, Entschleunigung, Besinnung auf das Wesentliche und die Entwicklung geistiger (spiritueller) Fähigkeiten sind in den Kursen von zentraler Bedeutung – Wissen, das in unserer Kultur in Vergessenheit geraten ist …
>> Weitere Infos auch unter www.kojote-akademie.de
Kulturwerkstatt-Preis 2016 an Pfarrer und Autor Hans Stolp

Die in Lörrach ansässige Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. vergibt (in der Regel) jährlich den „Kulturwerkstatt-Preis“. Der gemeinnützige Verein ist Träger eines unabhängigen, informativen Veranstaltungsforums für unterschiedliche Ansätze auf dem Gebiet des Spirituellen, wobei auf Seriosität und Authentizität wert gelegt wird. Angestrebt wird dabei ein vorurteilsfreier Austausch unter Vertretern durchaus unterschiedlicher Richtungen, der auch Grundlagen für ein mögliches Zusammenwirken schaffen kann.
So soll der symbolisch gemeinte Preis Persönlichkeiten und Institutionen auszeichnen, auf die mindestens eines der an dieser Zielsetzung orientierten Vergabekriterien zutrifft. Er stellt eine Anerkennung für Menschen dar, die bei einer grundsätzlich toleranten und freilassenden Haltung 1) auf dem Gebiet der geistigen Forschung bzw. ganzheitlichen Wissenschaft wesentliche Erkenntnisse erarbeitet und/oder daraus praktische Anwendungsmöglichkeiten entwickelt haben; 2) sich als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen weltanschaulichen Strömungen und Kulturen verdient gemacht haben; 3) deren gesellschaftliches oder künstlerisches Wirken einen Bezug zu einem tieferen Welt- und Menschenbild erkennen lässt, als es dem einseitig materialistischen Paradigma entspricht. Ein Bezug zur Kulturwerkstatt Dreiländereck ist wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Die Auszeichnung soll dabei nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Verein sich inhaltlich in allen Punkten mit der ausgezeichneten Person oder Institution identifiziert, sondern ihren grundlegenden Ansatz würdigt und als Bereicherung versteht.
Der Kulturwerkstatt-Preis 2016 geht laut einstimmigem Beschluss der Generalversammlung vom 26. November 2016 an den 1942 geborenen Pfarrer und Autor Hans Stolp (Bilthoven/Holland) für sein öffentliches Wirken im Sinne eines esoterisch vertieften Christentums.
Stolps bemerkenswerter Lebensweg lässt sich seiner Autobiographie „Waar haal je het vandaan?“ (= „Woher weißt du das?“) entnehmen, worin er Zeugnis über seine geistigen Hintergründe ablegt. Sein Wirken zeichnet, wie oben formuliert, aus, dass er das Bestreben nach einer Vertiefung des Christentums im Sinne der esoterischen Tradition mit dem Anliegen der größtmöglichen Verbreitung verbindet, um grundsätzlich allen Menschen den Zugang zu diesen Erkenntnissen und Lebenshilfe zu bieten. Stolp wählt eine allgemeinverständliche Sprache und vermag, wie immer wieder zu erleben ist, seine Leser, Zuhörer und Gesprächspartner auf der Herzensebene zu erreichen. Er kann dabei auf einen reichen, ihn berührenden und prägenden Erfahrungsschatz zurückgreifen, so etwa auf seine Begleitung schwerkranker und sterbender Kinder. Von 1987 bis 1994 arbeitete Stolp als Pfarrer beim Niederländischen Rundfunk und Fernsehen, wodurch er große Menschenkreise erreichte. Für seine zahlreichen Bücher zu christlich-spirituellen Themen, zum Zeitgeschehen und zu aktuellen Fragen (wie Demenz und Organspende), von denen einige inzwischen auch in deutscher Sprache erhältlich sind, gilt Entsprechendes. Stolp ist zudem ein gefragter Referent. Am 10. Juli 2015 war er auch in der Kulturwerkstatt zu Gast und sprach über „Die bleibende Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen“. Zu erwähnen ist außerdem, dass Stolp die Impulse zur Stiftung „Heraut“ (= „Herold“) und zur Zeitschrift „Verwachting“ (= „Erwartung“) gab – beide dienen der Verbreitung des christlich-esoterischen Wissens, im Glauben daran, dass in jedem Menschen (und damit in allen Religionen) das Streben nach Wahrheit lebt sowie das Potenzial liegt, sich zu entwickeln. Stolp überwindet gedankliche Gräben zwischen den heutigen Vertretern der Bekenntnisse, indem er beispielsweise ausführt, dass Reinkarnation und Karma keineswegs in Widerspruch zum Christentum stehen, und bringt damit zum Ausdruck, was für viele eine Erfahrungstatsache geworden ist. Anzuerkennen ist nicht zuletzt Stolps Mut, über eigene spirituelle Erfahrungen mit Verstorbenen und geistigen Wesen zu sprechen.
In seiner Reaktion auf diese „große Überraschung“ bedankte sich der Preisträger für das in ihn gesetzte Vertrauen. Eben erst habe er einen Preis bekommen für sein Buch über Demenz. Der Kulturwerkstatt-Preis sei ihm nun eine Anregung, „mit voller Kraft weiterzumachen“ – und das werde er auch. Er bezeichnete sich, da er in diesem Sinne wirken darf, als einen „sehr glücklichen Menschen“.
Über sein Wirken informiert die mehrsprachige Internetseite www.hansstolp.nl
Die bisherigen Preisträger waren: 2010, Willi Seiß aus Taisersdorf, für sein Lebenswerk; 2011, Galsan Tschinag aus Ulan Bator, für sein Wirken als Brückenbauer; 2013, Wolf Dieter Storl als Botschafter der Pflanzen; 2014 Ana und Marko Pogačnik für ihren Neuentwurf der Geomantie als umfassende Kommunikation; 2015: Ute Craemer für ihren Impuls zur Entwicklungszusammenarbeit.
Samstag, 26. November 2016: Generalversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.
Ein Freiraum für spirituelle Themen
Lörrach. Ende November fand die Generalversammlung des gemeinnützigen Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. statt. Der aus einer freien Initiative hervorgegangene Verein besteht inzwischen seit über zwölf Jahren und hat seitdem in der Kulturwerksatt in der Riesstraße 4 ein speziell ausgerichtetes Veranstaltungsprogramm etabliert. Zu diesem haben bereits Nobelpreisträger wie Professor Werner Arber (Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften) und international erfolgreiche Autoren wie Robert Schneider Beiträge in Form von Vorträgen oder Lesungen geleistet haben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet des Spirituellen und – damit verbunden – dem Kennenlernen unterschiedlicher Ansätze und Strömungen. So hofft man eine Vertiefung und Verbreitung von entsprechenden Erkenntnissen zu fördern sowie einen vorurteilsfreien Austausch zu ermöglichen.
„Es gibt, wie wir immer wieder feststellen, durchaus viele Menschen, die sogenannte spirituelle Erfahrungen oder Interessen haben, nur fehlt es allgemein an Möglichkeiten, darüber in ein offenes Gespräch zu kommen – darum braucht es Freiräume dieser Art“, bemerkt Vorstand Björn Steiert. Man legt Wert auf Authentizität, eine grundsätzlich tolerante Haltung und Seriosität, was eine kritische (Selbst-)Reflexion immer miteinschließt.
Mit dem Veranstaltungsjahr 2016 zeigte der Vorstand sich sehr zufrieden. Man habe inhaltlich hochwertige Vorträge bieten können, wie etwa seitens Udo Wieczoreks und Manfred Bomms. Wieczorek berichtete in seinem 2015 erschienenen Buch „Seelenvermächtnis“ davon, wie er durch Träume und spontan auftretende Erinnerungen zu der Erkenntnis gelangt sei, in einem vorigen als Soldat im Ersten Weltkrieg gestorben zu sein. Auch die „Stuttgarter Zeitung“ widmete seinem Fall einen Artikel. Wieczorek stieß im Lauf seiner Spurensuche, später durch Bomm unterstützt, auf viele konkrete Dokumente und Fundstücke, die seine mutmaßlichen Erinnerungen als Indizien stützen. 2016 hatte außer den regulären Vorträgen noch ein mehrtätiges, praktisches Seminar zum Thema „Guo Lin Qi Gong“ stattgefunden, geleitet von Frau Wang Li, die diese speziell der Krebstherapie dienende Form des Qi Gong noch bei dessen Begründerin in Peking gelernt hatte.
Nach dem Rückblick widmete man sich organisatorischen Angelegenheiten. Der Verein hat hauptsächlich die Aufgabe, durch die Mitgliedsbeiträge die Zahlung der laufenden Kosten für die Durchführung des Progamms zu gewährleisten. Die Mitgliedschaft, die auch eine kostenlose Nutzung der Vereinsbibliothek mit Publikationen der Referenten sowie Medien zu deren Themen beinhaltet, ist ab einem Beitrag von 5 Euro monatlich möglich. Die Versammlung hat beschlossen, trotz allgemein gestiegener Kosten diesen seit 2004 geltenden Betrag in unveränderter Höhe beizubehalten. Man hofft aber, um auch langfristig ein tragfähiges Fundament zu haben, auf den Eintritt neuer Förderer. Für den Besuch der öffentlichen Vortragsveranstaltungen gilt aus sozialen Gründen weiterhin ein Eintritt in freiwilliger Höhe.
Bei den Wahlen wurde der gesamte, einstimmig entlastete Vorstand in seinem Amt bestätigt. Damit ist der promovierte Germanist und Autor Björn Steiert seit der Vereinsgründung kontinuierlich für das Programm und dessen Vertretung in der Öffentlichkeit zuständig. Claus Steiert kümmert sich um die rechtlichen und Knud Johannsen um die wirtschaftlichen Belange.
Bei der Versammlung wurde auch darüber befunden, an wen der diesjährige Kulturwerkstatt-Preis gehen soll. Mit dieser symbolischen Anerkennung ehrt der Verein Persönlichkeiten und Institutionen, die auf einem ähnlichen Gebiet tätig sind. Über den diesjährigen Preisträger soll eine gesonderte Mitteilung erfolgen.
Der nächste Termin im Veranstaltungskalender steht am Samstag, den 10. Dezember, 20 Uhr, ins Haus. Ralf Greiner, Gründer Kojote-Akademie in Häg-Ehrsberg und Schüler von Tom Brown Jr., wird darüber sprechen, wie sich die Kraft der Gedanken mittels Visualisierung nutzen lässt.
Kontakt: kulturwerkstatt@gmx.de, Infos: www.kulturwerkstatt-dreilaendereck.de
Spenden: GLS-Bank, BIC: GENODEM1GLS, IBAN: DE02 4306 0967 7900 5823 00
Freitag, 07. Oktober 2016, 20 Uhr, Vortrag + Lesung:
Seelenvermächtnis. Ein konkreter Fall von Reinkarnation?
Referenten: Udo Wieczorek und Manfred Bomm


Bericht:
Man kann auf abstrakter Ebene über das Für und Wider der Reinkarnation „trefflich streiten“. Aber wie verhält es sich, wenn man selbst etwas in sich trägt, das man als Erinnerungen an frühere Leben deutet, oder wenn man einem Menschen gegenübertritt, der dies von sich behauptet? Ja, wenn dieser seine mutmaßlichen Erinnerungen sogar durch entsprechende Funden bestätigt sehen kann? Die Erfahrung, dass eine solche Begegnung unmittelbar berührt und bewegt, konnte das Publikum in der Kulturwerkstatt bei dem Vortrag von den aus dem Ulmer Raum stammenden Autoren Udo Wiezcorek und Manfred Bomm machen. Denn Wieczorek hat seit seiner Kindheit Erlebnisse gehabt, die ihn schließlich auf die Spur seiner, wie er heute überzeugt ist, früheren Existenz gebracht haben. Eigentlich hat er selbst dies nie in dieser Form publik machen wollen. Die persönliche Aufarbeitung in Form seines Romans „Flieg, mein roter Adler“ hätte ihm genügt. Doch Manfred Bomm, ehemaliger Journalist, hatte nach der Lektüre des Buches vermutet, dass „mehr“ hinter dieser Geschichte steckt, und den zurückhaltenden Wieczorek, der das Wort „sensationell“ gar nicht mag, schließlich dazu bewegen können, gemeinsam mit ihm die Fakten in Form eines erzählenden Tatsachenberichts darzustellen. Nicht um zu überzeugen – jedem Leser bleibt zuletzt selbst das Urteil überlassen, was genau vorliegt. Denn denkbar wäre theoretisch zum Beispiel auch das Modell einer Art „Informationsübertragung“, die das Auftreten dieser „Erinnerungen“ erklären würde. Beide Autoren legen hingegen Wert darauf, nicht in die „esoterische Ecke“ gestellt zu werden, weshalb sie auch froh darüber sind, dass ihr Buch von einem „normalen“ Verlag veröffentlicht wurde, für den dies durchaus ein Wagnis gewesen sei. Wieczorek und Bomm plädieren lediglich für Unbefangenheit und Offenheit, wie man sie in der aktuellen Wissenschaft und Medienwelt jedoch nur selten finde. Die „Stuttgarter Zeitung“ sei diesbezüglich eine Ausnahme gewesen, insofern sie das – inzwischen durchaus erfolgreiche Buch – vorgestellt habe.
Zu Beginn seines Vortrags, nach den einleitenden Worten von Bomm, bat Wieczorek zunächst um Respekt. Denn was er mitteile, berühre seine intimsten Erfahrungen und Erlebnisse. Daraufhin berichtet er, unterstützt durch Bilder einer Powerpoint-Präsentation, wie ihn als Kind Nacht für Nacht Alpträume plagten, die in einem Kriegsszenario spielten, das ihm aus dem jetzigen Leben völlig unbekannt war. Als Jugendlicher hätten sich diese Träume, die immer mit dem Gesicht eines bestimmten Soldaten endeten, dann fortgesetzt.Gewisse Sinneseindrücke seien in ihnen stets ausgeschaltet oder – wie der Gehörsinn – nur eingeschränkt beteiligt gewesen, aber nach und nach habe sich eine Geschichte entfaltet, der er später auch in der äußeren Wirklichkeit mit Hilfe seiner Frau nachzuspüren begann. Diese Suche führte ihn nach Tirol, wo er eigenartigerweise viele Orte wiederkannte und spontan wusste, wie sie hießen. Ja, er verfiel gelegentlich sogar unwillkürlich in den dortigen, ihm eigentlich unbekannten Dialekt. Eine Landkarte habe er in dieser Region nicht gebraucht. Er habe sich noch die alten Wege erinnert … Auf diese Weise gewann er schlussendlich Klarheit darüber, als 20-jähriger Soldat seinen auf der anderen Seite kämpfenden, just im Überlaufen begriffenen besten Freund erschossen zu haben – er hatte ihn schlicht nicht erkannt. Dies sei 1915 in Tirol geschehen. Wenige Zeit darauf sei er selbst im Kampfgebiet in einem Schützengraben gestorben. Das Bemerkenswerte: Wieczorek war es nun möglich, aufgrund seiner Erinnerungen einen Brief, den dieser Soldat namens Vinz unmittelbar vor seinem Tod geschrieben hatte, wiederzufinden – aufbewahrt in einem Versteck, wo er die Zeit überdauert hatte. Dieser Brief belegt, dass Vinz seine Schuld, von der niemand wusste, bis zuletzt schwer belastete. Er hoffte, dass jemand, seine letzten Worte eines Tages findet und sie für ihn sühnen wird …
Diese Hoffnung durfte Wieczorek nun erfüllen. Professor Dr. Ing. Lothar Göttsching, der seinerzeit mit seinem Team die sogenannten Hitler-Tagebücher als Fälschung erkannt hatte, konnte 2012 eine ungefähre zeitliche Datierung des Briefes durchführen. Wieczoreks hatte bei seiner Suche außerdem noch handschriftliche Zeilen von Vinz‘ Freund, Josele genannt, und weitere Fundstücke, die seine Erinnerungen bestätigten, entdeckt. Hinzu kamen Belege in Form von Dokumenten und Fotos, auf denen er Vinz wiederkannte. Und schließlich ist es ihm und Bomm auch gelungen, Verwandte von Vinz damaliger Familie zu finden. Da sei es dann beim Treffen im Jahr 2013 zu dem merkwürdigen Phänomen gekommen, dass er plötzlich Dinge über ihm auf Bildern gezeigten Vorfahren wusste, die er auf keinem äußerlichen Weg hätte erfahren können. „Du bist einer von uns“, wurde ihm gesagt. Und heute habe er sozusagen zwei Familien …
Die Suche Wieczoreks nach der Ursache seiner Erlebnisse hatte sich – beginnend mit der ersten Reise in die fragliche Gegend im Jahr 1994 – über viele Jahre hingezogen, und sich auch nach Finden des Briefes 1997 fortgesetzt. Noch immer ist die Identität Joseles nicht geklärt, aber vieles hat sich nach und nach gefügt. Dabei habe es oft äußerst belastende, ja bedrohliche Situationen für ihn gegeben, sagt Wieczorek. „Erzwingen“ habe er aber nichts können. Es sei, als habe sich alles für ihn genau zur rechten Zeit ergeben, wie von außen geführt. Und auch von manchen seltsam-eindrücklichen Erlebnissen berichtet er: Wie dem Stehen am eigenen Grab oder dem In-den-Händen-Halten des Hobels, mit dem er damals Schreinerarbeiten ausgeführt habe …
Der Vortrag gestaltete sich insgesamt als Mischung von gelesenen Passagen und von frei vorgetragenen, anschaulichen Abschnitten, wobei letztere überwogen. Wieczoreks Frau Daniela war ebenfalls vor Ort präsent und unterstützte ihren Mann, indem sie sich an der Lesung eines im Buch wiedergegebenen Dialogs zwischen ihr und Wieczorek beteiligte. Die Besucher zeigten sich während des gesamten Abends als sehr aufmerksame Zuhörer und gewannen vom Referenten den Eindruck eines bodenständigen, durchaus auch humorvollen Menschen . Sie stellten in der anschließenden Diskussion viele Fragen. Die Autoren waren bereit, alle zu beantworten, so dass die Veranstaltung erst spät endete. Welchen Glauben er denn habe, fragt jemand aus dem Publikum. Er und seine Frau seien Christen, erklärt Wieczorek, heute, nach allem Erlebten, mehr denn je. Im Übrigen sei man mit diesem Thema in katholischen Kreisen durchaus auf erstaunliche Hilfsbereitschaft und Offenheit, die sich teils auf eigenen, verwandten Erlebnissen gründete, gestoßen. Ein anderer Besucher der Veranstaltung brachte als Buddhist das Geschilderte mit den Inhalten seines eigenen Glaubens in Verbindung.
Sowohl Wiecrozek als auch Bomm sind nebenbei Krimiautoren. Und so ist es durchaus auch eine Stärke ihres gemeinsamen Buches, des es sich ungemein „spannend“ liest. Dies ändert jedoch nichts an ihrer Gewissenhaftigkeit und Akribie, die man daran erkennt, dass versucht wurde, jedes Detail, soweit möglich, äußerlich und mit den Mitteln der Wissenschaft zu überprüfen. Auch in seinem jetzigen Beruf ist Wieczorek als Finanzbeamter eine derart gewissenhafte Vorgehensweise vertraut, wie er bemerkt, als eine Frau im Publikum meint, er müsse wirklich ein sehr gewissenhafter Mensch sein – im Grunde hätten wir ja wohl alle schlimme Taten in vergangenen Leben begangen, doch kaum jemanden beschäftige dies wohl so nachhaltig wie ihn …
Zuletzt verbindet sich mit diesem Buch die Hoffnung, dass es anderen Menschen, die Ähnliches erlebt haben (wenn vielleicht auch nicht in dieser Konkretheit), Mut macht, sich zu öffnen und über ihre Erlebnisse zu sprechen. Denn es scheint einleuchtend, dass ein Psychologe nur bedingt weiterhelfen kann in solcherlei Fällen. Sie übersteigen mit ihren Dimensionen die Zuständigkeitsbereiche dieser Wissenschaft in mancherlei Hinsicht – und letztlich dürfte es doch vor allen Dingen um die Ergründung der (letztlich befreienden) Wahrheit gehen. So, wie Wieczorek als passionierter Höhlenforscher auch die Unterwelten erkundet, drang er gleichsam in die tieferen Schichten seiner Seele vor. Erst die für ihn gültige Klärung seiner Vergangenheit und die Sühne seiner damaligen Tat brachte ihm den inneren Frieden, den er suchte und den er heute auch ausstrahlt. Alpträume hat er längst nicht mehr. Und Frieden ist schlussendlich auch die versöhnliche Botschaft seines Buches, indem es anschaulich vor Augen führt, welches Leid und welche Verwirrungen der Krieg über Menschen bringt – womöglich über die Grenzen des jeweiligen Lebens hinaus nachwirkend …
„Es war ein sehr schöner Abend“, schrieb Bomm den Veranstaltern ins Gästebuch, und Wieczorek dankte für alles. Beide sind froh, Freiräume zu finden, in denen es möglich ist, ihre ungewöhnliche Geschichte vorzustellen. Möglicherweise gibt es im Frühjahr 2017 in der Nordwestschweiz die nächste Gelegenheit, beide zu erleben.
Informationen:
Seelenvermächtnis – ein konkreter Fall von Reinkarnation? Vortrag und Lesung von Udo Wieczorek und Manfred Bomm
Am Freitag, den 7. Oktober 2016, 20 Uhr, findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4) ein Vortrag mit Lesung über das Thema „Seelenvermächtnis – ein konkreter Fall von Reinkarnation?“ statt. Referenten sind die Autoren Udo Wieczorek und Manfred Bomm. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
„Quälende Albträume vom Gebirgskrieg – eine hoffnungslose Suche nach dem Ursprung – dann ein bestätigender Fund an der ehemaligen Front. Hat der Autor Udo Wieczorek als Soldat zu Zeiten des Ersten Weltkriegs schon einmal gelebt? Oder ist alles nur ein großer Zufall?
Nach akribischer Recherche steht die Erkenntnis: Die Albträume haben sich tatsächlich ereignet – in Sexten/Südtirol, im August 1915. Aber wie kann das sein?
Udo Wieczorek und Manfred Bomm berichten eindrucksvoll und hautnah von ihren Erlebnissen vor und während der Recherche an den Originalschauplätzen.
Weitere Infos:
https://www.youtube.com/watch?v=FGJjqBB9lDQ (You tube – Film)
http://www.gmeiner-verlag.de/frauen/titel/1203-seelenvermaechtnis.html (Verlagsinfo)
Samstag, 11. Juni 2016, 19 Uhr, Vortrag:
„Macht und Kraft der Symbole“
Referent: Michael Till

Bericht:
„Auch wenn unser Bewusstsein die Sprache der Symbole nicht versteht – unser Unterbewusstsein versteht sie“, erklärte Michael Till bei seinem Vortrag über die „Macht und Kraft“ der Symbole im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.. Damit fasste er zugleich eine seiner Kernaussagen zusammen. Um eine – Übergänge zulassende – Unterscheidung zum Begriff des „Zeichens“ herzustellen, bestimmte er ersteres als etwas, dessen Bedeutung man nicht ohne Weiteres wissen könne, während man die eines Symbols durchaus verstehe, zumindest im Sinne des obigen Zitats. So erkenne jeder, dass ein stilisiertes Herz für die Liebe stehe – wobei dessen Form mit dem tatsächlichen Organ wenig Ähnlichkeiten zeige. Es gebe Theorien, die Till nicht beurteilen wollte, dass diese seinen Ursprung in den Efeublättern habe, die sich oft auf mittelalterlichen Minnedarstellungen fänden. Jedoch: Symbole werden kulturen- und sprachenübegreifend verstanden. Und wer wisse, wie Symbole wirken, könne von diesen auch nicht manipuliert werden, sondern diese sogar für sich nutzen. So verwendete Till selbst das Bild eines Eisbergs, um zu demonstrieren, was in den Tiefen des (psychologisch gesprochen) „Unbewussten“ – respektive des Unterbewusstseins – vor sich gehe.
In der Psychologie sei Carl Gustav Jung der erste gewesen, der dieses Gebiet in großem Umfang erforscht habe, namentlich auch auf der Ebene des Traumes. Er stellte dabei kollektive Gemeinsamkeiten feststellte, die er auf genetische Vererbung zurückführte – eine Erklärung, die heute so jedoch nicht mehr haltbar sei. Jung sei „wach“ genug gewesen, um auch erkennen, wenn einem ein Symbol sowohl im Traum auch als im Leben begegne (der bekannte „Skarabäus-Fall“, der sich im Beisein einer Klientin ereignete). Jedoch dürfe man nun nicht überall nur Symbole erkennen wollen. Beide Formen des Welterlebens und Verstehens – sowohl die bildhafte als auch die logisch-begriffliche des Denkens – seien wichtig. So ist es Till grundsätzlich wichtig zu vermitteln, dass der Verstand und das spirituelle Erleben beziehungsweise die spirituellen Erkenntnisse einander nicht widersprechen, sondern sich – wie beispielsweise im „Jnana Yoga“ – durchaus verbinden lassen, was das Buch „Jnana Yoga“. Ein Kurs im Yoga des Wissens“ von Yogi Ramacharaka/William Walker Atkinson dazulegen sucht. Till empfahl allgemein, nicht so sehr auf die – oft wirre – Handlung des Traumes zu achten, sondern zu versuchen, dessen Bildsprache zu deuten. Und diese habe – neben dem kollektiven – auch einen individuell-subjektiven Anteil, weshalb Traumdeutungsbücher mit fixierten Aussagen nicht sehr empfehlenswert seien. Je mehr man sich darin vertiefe, desto mehr dringe man dann auch zu den allgemeineren Bedeutungsebenen eines Symbols vor und desto mehr sage es einem.
Till wandte sich anschließend dem Bereich der Märchen, Sagen, Legenden und Mythen zu, in denen man ebenfalls Ausdrucksweisen des bildlichen Denkens finde. Er ging davon aus, dass die alten Geschichten von Wissenden bewusst gestaltet wurden, um über deren Bilder den Hörern bestimmte (spirituelle) Inhalte zu vermitteln. Diese Wirkung sei bei den späteren Kunstmärchen nur in eingeschränkterem Rahmen der Fall. Sie hätten sich schon weiter von diesen Ursprüngen entfernt, schöpften allerdings auch aus der Bildsprache des Unterbewusstseins. Till verwies auf die Publikation „Der Heros in tausend Gestalten“ (Joseph Campbell), worin nachgewiesen wird, dass sich der 12-stufige mythische Weg des Helden in den großen Überlieferungen der Welt weitgehend entspreche; auch die moderne Literatur, der „Herr der Ringe“ etwa, orientiere sich an diesem Muster. Ja, auch in die Filmindustrie – siehe die ersten Teile von „Star Wars“ – habe sich von mythischen Konzepten stark beeinflussen lassen. Interessanterweise sei eine Kultur meist geneigt, ihre eigenen Mythen für wahr zu halten, die anderer Kulturen jedoch nicht – obwohl diese allesamt große Ähnlichkeiten zeigen. Im Kontext des Traumthemas beschrieb Till den Traum als „persönlichen Mythos“. Wovon aber die Mythen und Überlieferungen der Religionen erzählten, sei auch Teil der eigenen Seele. So könne man von einer Christuskraft im Menschen sprechen, die sich über das 12-blättrige Herz-Chakra äußere.
Der Referent warf daraufhin einige Lichter auf die Entwicklung von Schriftzeichen aus Bildzeichen und verglich die der Ägypter, Maya, Chinesen und (die schon sehr abstrakte, auf Konsonsanten beschränkte) der Hebräer. Die Erkenntnisse R.A. Schwallers de Lubicz über den in „The Temple of Man“ beschriebenen Tempel in Luxor, über dessen Grundriss und Symbole man die Besucher zum Erkennen von spirituellen Wahrheiten habe bringen wollen, kamen ebenfalls zur Sprache. Till machte zudem große Ähnlichkeiten zwischen den Konzepten des Yoga und der Alchemie aus (im Hinblick auf die Kräfte Sonne, Mond und Kundalini …) und führte kurz in die Symbolik der Arcana des Tarot ein. Das Bild des Wagens etwa deutete er als Selbst, das vom Wagenlenker – dem Höheren Selbst – gesteuert werde. Angeregt durch Fragen aus dem Publikum verknüpfte er diese Ausführungen mit seinen kabbalistischen Kenntnissen über die Sephiroth.
Ein gesonderter Punkt war der manipüulative Gebrauch von Symbolen. So sei das Pentagramm eigentlich ein positives Symbol, denn es zeige, mit der Spitze nach oben weisend, das Bewusstsein/den schöpferischen Geist an, welche über die vier Elemente herrschen. Stelle man es jedoch auf den Kopf, erhalte es eine negative Aussage: Die Materie (oder die Umstände) herrschen dann über den machtlos ausgelieferten Geist. Manipulativ seien auch auf der Sprachebene zu findende euphemistische, bildhafte Umdeutungen, etwa wenn man anstatt von Atomkraft – „ökologischer“ klingend – von „Kern“-Kraft spreche. Till betonte nochmals, dass ein Bewusstsein von diesen Dingen ausreiche, um sich nicht manipulieren zu lassen.
Tills Vortrag war insgesamt getragen von der Freude, die er darüber empfand, über ihm am Herzen liegende Themen vor anderen Menschen sprechen und die hierzu vorliegenden Erkenntnisse zu teilen oder auch gemeinsam Fragen aufzuwerfen und diesen nachzugehen.
Informationen:
Wir leben in einer Welt voller Symbole. Einige sind offensichtlich, während andere hingegen sehr subtil auftreten. Bei manchen sind wir uns sicher, die Bedeutung zu kennen, aber andere stellen uns vor Rätsel. Warum umgibt sich der Mensch seit Urzeiten mit Symbolen? Was bedeuten sie? Und was können sie bewirken?
In diesem Vortrag geht es um das Wesen der Symbole, was sie von einfachen Zeichen unterscheidet, in welcher Verbindung sie mit dem Bewusstsein des Menschen stehen und warum es sie gibt. Es wird aufgezeigt, wo und in welcher Form Symbole auftreten und welche Wechselwirkungen es zwischen ihnen und dem Menschen gibt. Es werden verschiedene alte und aktuelle Symbolsysteme vorgestellt, worauf sie basieren und welchem Zweck sie dienen. Und es werden außerdem praktische Hinweise und Anregungen für den Umgang und die Verwendung von Symbolen angeboten
>> Infos unter www.symboledeslebens.de (mit weiteren Themen des Referenten)
Samstag, 30. April 2016, 19 Uhr, Vortrag:
„Lichtbild-Vortrag: Elektrosmog, Risiko & Lösungen – Was ist Elektrosmog, und wie kann man sich davor schützen?“
Referent: Guntram Stoehr

Bericht:
Am 30. April referierte der Architekt, Baubiologe und Vastu-Experte Guntram Stoehr auf Einladung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema „Elektrosmog“. Stoehr war bereits vor rund zwei Jahren in der Kulturwerkstatt zu Gast gewesen, wo er den Inhalt seines Buches „Das Wesen der Bäume“ in Form eines Vortrags präsentierte. Darin hatte er bestimmte Baumwuchsphänomene mit geomantischen Gegebenheiten eines Ortes in Beziehung gesetzt.
Grundsätzlich ging Stoehr von dem logisch fundierten Gedanken aus, dass es für den Menschen desto besser sei, je näher die Lebensbedingungen seines Umfeldes an der Natur liegen. Denn an diese habe sich der Organismus über eine Jahrmillionen währende Evolution angepasst. Die elektrischen und magnetischen Felder, denen sich der Mensch heute ausgesetzt sehe, seien jedoch um ein Vielfaches stärker, als sie es unter natürlichen Umständen wären. Diejenigen, die hierfür ein Gespür hätten, solle man von daher nicht lächerlich machen. Denn man könne annehmen, dass der Organismus eines jeden den Auswirkungen dieser Einflüsse unterlägen, auch wenn diese meist unterhalb der Wahrnehmungsschwelle lägen und direkte Zusammenhänge oft nicht hergestellt würden. Man könne die Perspektive auch umdrehen: Diejenigen, die dergleichen nicht wahrnehmen, seien vielleicht schon abgestumpft. Was aber an den Auswirkungen nichts ändere und auch nicht für die Harmlosigkeit der Elektrizität spreche. Schon einleitend hatte der Veranstalter darauf hingewiesen, dass man ansonsten auch die Radioaktivität für harmlos erklären könne, denn auch diese liege unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Stoehr selbst zog auch einen Vergleich zum Baustoff Asbest. Diesen habe man zunächst ebenfalls bedenkenlos eingesetzt, bis man herausgefunden habe, dass er krebserregend sei. Gegenwärtig nehme das kritische Bewusstsein für die Problematik des Elektrosmogs zwar nur langsam zu, aber man müsse auch berücksichtigen, dass wir im Grunde erst seit wenigen Jahren mit den massivsten Entwicklungen auf diesem Gebiet zu tun hätten (W-LAN, Smartphones …) und die Folgen sich vielleicht nicht unmittelbar zeigen. Der Referent selbst sprach seine Überzeugung aus, dass wir über kurz oder lang gewiss mit diesen zu tun bekommen würden.
In seinen Darstellungen erörterte Stoehr zunächst den Strom im niederfrequenten Bereich, wie er bei Hochspannungsleitungen in den Bereichen von 110 KV (= 1 Transformator), 220 KV (2 Transformatoren) und 380 KV (= 3 Transformatoren) liegt. Grundsätzlich sei es gut, einen Mindestabstand von 400 Metern mit seiner Wohnung von diesen zu haben. Ähnlich äußerte er sich zu Bahnschienen, wobei man bedenken müsse, dass die Schiene selbst einen Rückpol darstelle. Zudem suche der Strom sich den kürzesten Weg – etwa, wenn die Schiene eine Kurve beschreibe, so dass auch das dazwischenliegende Gebiet betroffen sei.
Im Zusammenhang mit dem niederfrequenten Strom kam Stoehr auch auf Umspannungskästen, Leitungen von Dachstuhl zu Dachstuhl, Straßenlaternen und der Kabelführung im Haus zu sprechen. Er empfahl, in den eigenen vier Wänden Bereiche ganz frei von verlegten Kabeln zu lassen und sich bestenfalls in einem Meter Abstand aufzuhalten. Beim Kauf von Zwischensteckern mit Schaltern solle man darauf achten, dass diese 2-polig seien, sonst könne auch im ausgeschalteten Zustand stärkere elektrische Spannung nachgewiesen werden. Gute Lösungen seien unter anderem Netzfreischalter (Kostenpunkt circa 150 Euro) oder auch Netzabkoppler. Wenn man etwas investiere, könne man so sicherstellen, dass nur dann wirklich Strom fließe, wenn ein entsprechendes Gerät eingeschaltet wird. Stoehr wies außerdem darauf hin, dass sich auch Kunststoffflächen (Fußboden, Küche) elektrisch aufladen können. Ein für den menschlichen Zellstoffwechsel besseres Ionenverhältnis in der Luft sei zu erreichen, wenn man einen Kamin aus Metall habe.
Wenig Vertrauen habe er in offizielle Richtwerte im Hinblick auf gesundheitliche Unbedenklichkeit. Diese würden (siehe Fukushima) bedarfsweise angepasst. Es lägen z.B. zwischen den Aussagen der Ärzterkammer und DIN-Normen starke Differenzen vor. Mit seinen eigenen Erfahrungen in den meisten Punkten deckten sich die Empfehlungen der IBN http://www.maes.de/3%20STANDARD/maes.de%20STANDARD-2015%20RICHTWERTE.PDF
Nach dem Phänomen des niederfrequenten Stroms mit magnetischen und elektrischen Wechselfeldern behandelte Stoehr den Bereich des hochfrequenten Stroms, der uns zum Beispiel die (freilich extrem praktische) Nutzung von Smartphones und Tablets ermögliche und immer weitere Bereiche des Alltags erfasse, so dass man jetzt auch Züge standardmäßig mit WLAN ausstatte, ja auch Fernbusse (besonders nachteilig für die Fahrer, da dies im vorderen Bereich des Fahrzeugs installiert werde). Je weiter die Entfernung zum Funkmast, zum Beispiel auf dem Land, desto stärker müsse dieser pulsen, da die Intensität der Leistung im Quadrat verfalle. Dies wirke noch erheblich stärker auf den Organismus. Eine gute Methode, die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder auf ihn zu überprüfen sei die Messung des Ohmschen Widerstands. Auf der Seite der Bundesnetzagentur könne man prüfen, wo sich im eigenen Umkreis Funkmasten befinden: http://emf3.bundesnetzagentur.de/karte/Default.aspx Generell zeige man bei öffentlich zugänglichem Material oft nicht gerne große Ausschnitte eines Stadtplans, da sonst deutlich werde, wie dicht die Funkmasten bereits stünden. In der Schweiz bekomme man dies noch eher zu sehen.
Ein weiterer Aspekt war der Radar. Menschen, die beruflich viel mit diesem zu tun hätten, würden nachweislich früher sterben –Fluglotsen würden im Schnitt 45 Jahre alt. Noch im Odenwald habe er selbst das Radarsignal des Frankfurter Flughafens gemessen.
Eine Methode, sich zu schützen – wenigstens bei Nacht – könne ein mit silberbedampfter Baldachin über dem Bett sein, wie es etwa biologa vertreibe. Abschirmende Kleidung habe dagegen nur einen sehr geringen Effekt, da sie nicht den ganzen Körper bedecken könne. Graphitfarbe würde er aus allgemeinen Erwägungen eher nicht verwenden, gut einsetzbar seien aber zum Beispiel Holzmetallfenster (Metall besitzt eine abschirmende Wirkung), manche würden die Fenster außerdem noch mit entsprechenden Folien versehen, diese seien aber ohnehin oft schon metallbedampft. Stoehr gab noch eine Reihe weiterer Tips, zum Beispiel den, bloß Babyfunk verwenden, der nur funkt, wenn es auch tatsächlich Geräusche gibt. Er führte den Anwesenden auch verschiedene Experimente vor. So brachte er zum Beispiel eine Neonröhre zum Glühen, indem er sie lediglich in die Nähe einer bestimmte Lichteffekte produzierenden Lampe hielt. Die Anwesenden brachten viele Fragen mit ein. So wollte jemand wissen, weshalb es sein könne, dass er schlechter schlafe, wenn er nachts die Sicherung ausschalte. Stoehr erklärte, dass es sein könne, dass er das elektromagnetische Feld aus der Nachbarwohnung dann vielleicht umso stärker würde. Denn gegebenenfalls können sich die Wirkungen zweier Felder aufheben.
Vor dem Vortrag hatte erstmals die Vereinsbibliothek der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. geöffnet. Interessierte – auch Nichtvereinsmitglieder – konnten sich Medien entleihen. Der Schwerpunkt der Bibliothek liegt auf spiritueller Literatur und Publikationen der eingeladenen Referenten.
Informationen:
Am Samstag, 30. April 2016, 19 Uhr, hält Guntram Stoehr in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4 (im Hof) einen Lichtbild-Vortrag über das Thema: „Elektrosmog, Risiko & Lösungen – Was ist Elektrosmog, und wie kann man sich davor schützen?“ Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben. Veranstalter ist die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.
Auf Grund der vielen technischen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte haben die Einflüsse elektrischer Strahlungen auf den menschlichen Körper stark zugenommen. Stromleitungen, Mobilfunk und W-Lan etc. haben in unseren Alltag Einzug erhalten und sind kaum noch wegzudenken.
Dabei erzeugen sie Felder, die als „Elektrosmog“ bezeichnet werden. Doch was ist Elektrosmog und wo genau kommt er vor? Müssen wir jetzt auf alle technischen Geräte verzichten? Und wie kann man sich vor Elektrosmog schützen? Diesen Fragen ist der Vortrag gewidmet.
Dabei werden die wichtigsten Verursacher von Elektrosmog dargestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, um sich im Haus und in der Wohnung davor zu schützen.
Doch nicht nur im Außen sichtbare Anlagen wie beispielsweise Radar oder Hochspannungsleitungen erzeugen Elektrosmog, sondern auch Apparate innerhalb des Hauses wie z.B. Babyphone, Computer, Heizdecken, Handys, schnurlose Telefone und andere elektrische Geräte.
An Hand von praktischen Beispielen werden einfach umzusetzende Methoden und Schutzlösungen vorgestellt um Elektrosmog im eigenen Haus und Arbeitsplatz so gering wie möglich zu halten. Ziel ist es die Elektrosmogbelastungen durch einfache Maßnahmen deutlich zu reduzieren und einen gesunden Umgang mit technischen Geräten zu erreichen.
Zur Person: Guntram Stoehr, Dipl.-Ing. Architekt, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Nach mehrjähriger Architektentätigkeit in der Schweiz arbeitet er heute als Freier Architekt in Freiburg i. Br. In seinen Projekten verbindet er moderne Architektur mit Baubiologie, Geomantie sowie dem traditionellen Bauwissen des indischen Vastu. Er hält Vorträge und Seminare, leitet geomantische Reisen und bietet eine Ausbildung in Geomantie und Vastu an, www.architektur-geomantie.com In der Kulturwerkstatt stellte er bereits sein Buch „Vom Wesen der Bäume. Geomantische Landschaftsphänomene und Baumwuchsformen“ vor.
Samstag, 30. April 2016, 17:30 bis 19 Uhr
Öffnung der Vereinsbibliothek Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.

Am Samstag, den 30. April, können Interessierte in der Kulturwerkstatt, Riesstraße 4 (im Hof), zwischen 17:30 Uhr und 19 Uhr die BIFA genannte Vereinsbibliothek der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. kennenlernen. Auch Nichtvereinsmitglieder haben die Möglichkeit, gegen Vorlage des Personalausweises und Unterschrift, Medien jeweils zur Gebühr von 1 Euro pro Medium zu entleihen. Entliehene Medien können auch in der Buchhandlung Metzler (Hauptstraße 34, 79540 Lörrach-Stetten) zu deren Öffnungszeiten zurückgegeben werden.
Die BIFA ist eine unabhängige, öffentliche und weltanschaulich offene Bibliothek. Ihr Bestand ist auf spirituelle Themen ausgerichtet. Der Begriff „Alternativen“ soll keine Haltung der Opposition zu etwas Bestehendem – also keine umgekehrt einseitige Positionierung – ausdrücken, sondern darauf hinweisen, dass es viele mögliche, eben alternative Perspektiven gibt, Welt und Mensch zu betrachten. Die Organisatoren erklären: „Erst zusammen gesehen werden diese der Wirklichkeit in ihrer Vielschichtigkeit und in ihrem Facettenreichtum gerecht. Jede ist für sich genommen wertvoll. Manche Sichtweisen sind heute gegenüber stärker repräsentierten Meinungen allerdings vernachlässigt, wenn nicht gar verdrängt oder unterdrückt. Sie verdienen aus unserer Sicht darum desto größere Beachtung, jenseits aller Polemik. So hoffen wir, einem wachsenden Bedürfnis entgegenkommend, durch unseren Bestand Möglichkeiten zur spirituellen Vertiefung anzubieten und den unvoreingenommenen Austausch über diese Inhalte anzuregen.“
Schwerpunkte des Bestands liegen a) auf Publikationen der Referenten/innen und Künstler/innen, die mit ihren Beiträgen das Programm der Kulturwerkstatt bereichert haben, sowie der Preisträger/innen des Kulturwerkstatt-Preises b) auf Publikationen, deren Inhalte einen Bezug zum Programm bzw. zur Ausrichtung der Kulturwerkstatt aufweisen c) auf der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe d) auf Publikationen des Achamoth-Verlages
Im Anschluss an die Öffnung der Bibliothek findet im selben Raum um 19 Uhr ein Vortrag von Guntram Stoehr zum Thema „Elektrosmog“ statt.
Infos unter „Downloads“
Freitag 22. bis Sonntag, 24 April 2016, Kurs:
„Guo Lin Qi Gong Basiskurs“
Leiterin: Wang Li
Bitte beachten Sie den „Guo Lin Qi Gong“-Folgekurs im November 2016 an anderem Ort in Lörrach: http://guolin-qigong-loerrach.com/guo_iin_qigong_wang_li.html Im März 2017 wird Frau Wang Li auch wieder in der Kulturwerkstatt zu einem Hui Chun Gong Kurs zu Gast sein: http://guolin-qigong-loerrach.com/hui_chun_gong_wang_li.html

Bericht:
Am Samstag, 23.04.16 und Sonntag, 24.04.16 veranstaltete die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. in Zusammenarbeit mit Qigong Lehrer Rainer Nestmann ein Seminar, für das die chinesische Qigong Meisterin Frau Wang Li aus Bad Münstereifel gewonnen werden konnte. Das Thema war Guo Lin Qigong als begleitende Massnahme für Menschen mit Krebsleiden sowie anderen chronischen Erkrankungen. In einem einleitenden, öffentlichen Vortrag am Freitagabend führte die Kursleiterein zunächst theoretisch in das Gebiet ein.
22 Teilnehmer/innen auch aus benachbarten Bundesländern sowie der angrenzenden Schweiz erlernten anschließend Übungen, die sie begleitend zur onkologischen Behandlung wie Chemotherapie und/oder Bestrahlung sowie zur Operationsvorbereitung einsetzen können. Diese leicht zu erlernenden Übungen sind eine wirkungsvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung, sie werden inzwischen in verschiedenen Reha-Einrichtungen angewandt. Positiv spürbar ist der Ausgleich der Emotionen, die Teilnehmer berichten von größerer innerer Ruhe und Ausgeglichenheit.
Desweiteren kann Guo Lin Qigong begleitend bei Bluthochdruck, Herzkrankheiten sowie Diabetes angewandt werden.
Die Begründerin Frau Guo Lin selbst war an Gebärmutterkrebs erkrankt und hatte bereits Blasenmetastasen. Nachdem sie 6x operiert worden war und kaum Aussichten auf Heilung bestand, suchte sie traditionelle Qigong Lehrer in China auf. Aus den erlernten Übungen entwickelte sie sodann eine neue Qigong-Form, das jetzige Guo Lin Qigong.
Die 71-jährige Frau Wang Li, direkte Schülerin von Frau Guo Lin, erlernte diese Übungen In Peking und gibt sie inzwischen in Deutschland weiter.
Herr Nestmann, Guo Lin Qigong-Lehrer in Lörrach, plant für November 2016 einen weiteren Guo Lin Qigong Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene unter der Leitung von Meisterin Wang Li. Interessierte können Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. kontaktieren: kulturwerkstatt@gmx.de
Informationen:
Vom 22. bis 24. April 2016 (Freitag bis Sonntag) findet in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, 79539 Lörrach) ein Guo Lin Qi Gong Basiskurs statt, der von Meisterin Wang Li geleitet wird. Der Eröffnungsvortrag am Freitagabend kann (zu einem Eintritt in freiwilliger Höhe) unabhängig vom Seminar besucht werden.
Guo Lin Qi Gong ist Teil des Medizinischen Qi Gong, wirkt unterstützend bei allen onkologischen Erkrankungen, bei Erkrankungen des Immunsystems, Bluthochdruck, Erkrankungen des Nervensystems, Diabetes, Rheuma und Asthma. Das regelmäßige Üben des Guo Lin Qi Gong kann dazu beitragen, dass Bestrahlung, Chemotherapie und Operationsfolgen besser toleriert werden.
Guo Lin Qi Gong wurde nach der Begründerin Frau Guo Lin, einer chinesischen Malerin benannt, die an Krebs erkrankt war und durch die Anwendung dieser Übungen wieder gesundete. Nach ihrer Genesung begann Frau Guo Lin in den 70-er Jahren diese Übungen in einem Park in Peking zu unterrichten. Während dieser Zeit kam Meisterin Wang Li als Patientin zu Frau Guo Lin und lernte von ihr diese Methode, die sie selbst nun seit fast 40 Jahren praktiziert. Als Medizinisches Qi Gong ist das Guo Lin Qi Gong Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Das Ziel der Übung ist es, die Selbstheilungskräfte zu stärken. Bekannt ist Guo Lin Qi Gong durch die an die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen angepassten Gehübungen, die meist im Freien praktiziert werden.
Der Kurs ist offen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Informationen über die Referentin und die Besonderheiten des Guo Lin Qi Gong finden Sie unter: http://www.guolin-neuqigong.de/
Freitag, Vortrag: 19.00 (öffentlich, Eintritt in freiwilliger Höhe)
Samstag, Seminar: 10.00–18.00 (inkl. Mittagspause)
Sonntag, Fortsetzung: 10.00–16.00 ( inkl. Mittagspause)
Kursgebühr:.€ 190
>> Fragen zum Seminar beantwortet Ihnen gerne Rainer Nestmann (dipl. Qi Gong-Lehrer) unter 07628-803638 >> Bitte melden Sie sich aus organisatorischen Gründen an unter: kulturwerkstatt@gmx.de
Samstag, 27. Februar 2016,19 Uhr, Vortrag:
„Clearings von Fremdenergien und astralen Besetzungen“
Referent: Benjamin Maier


Bericht:
Der aus dem Freiburger Raum kommende Schamane Benjamin Maier referierte auf Einladung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema „Clearings von Fremdenergien und astralen Besetzungen“. Gleich zu Beginn erklärte er, dass man sich von diesen etwas unheimlich klingenden Begriffen nicht irritieren oder abschrecken zu lassen brauche. Denn den Phänomenen, die man hiermit beschreibe, könne man durchaus beikommen.
Zunächst beschrieb er, was sich unter dem Begriff „Besetzung“ zusammenfassen lasse. Dabei war es ihm wichtig festzuhalten, dass es aus seiner Sicht fragwürdig sei, zwischen negativen und positiven Energien zu unterscheiden. Vielmehr sei es ja so, dass man von einer Energie – beispielsweise dem Strom – guten oder schlechten Gebrauch machen könne. Und so seien auch Besetzungen zu verstehen: Etwas, das zur falschen Zeit am falschen Ort wirke.
Ein häufig vorkommendes Phänomen sei beispielsweise, wenn man den Impuls zu einer Tätigkeit öfters unterdrücke. Die nicht ausgelebte Energie bleibe dann in einem bestehen, wirke fort und staue sich auf. Dies könne einen dann daran hindern, einen entsprechenden Impuls später in die Tat umzusetzen. Ein anderes Phänomen liege vor, wenn man sich zum Beispiel in der Öffentlichkeit aufhalte und dann das Auftreten von Gefühlen in sich bemerke, die gar nicht einem selbst entstammten. Er selbst habe dies etwa, in der Schlange stehend, an einem Postschalter erlebt. Es sei ihm eigentlich gut gegangen und er habe sich nicht geärgert, aber plötzlich wahrgenommen, wie sein Herz schneller zu schlagen begann. Da habe er bemerkt, dass die hinter ihm stehende Frau sich außerordentlich aufgeregt und sich ihre Wut auf ihn übertragen habe. Dain der Öffentlichkeit oft viele unterschiedliche Emotionen auf einen einstürmten, könne man sich nach einem Gang durch die Stadt völlig ermattet fühlen, obwohl man sich objektiv gesehen gar nicht angestrengt habe. Das Wichtigste sei in solchen Fällen, sich klar zu machen, dass es sich hier um fremde Emotionen handle, denn bereits durch diese Erkenntnis werde eine Distanz geschaffen.
Ähnliche Erfahrungen könne man machen, wenn man den Energien bestimmter Orte ausgesetzt sei. Psychologisch interessant sei das Phänomen der Schatten und Masken. Unterdrücke man als Kind einen bestimmten Impuls – zum Beispiel bei Tisch Fröhlichkeit zu zeigen –, weil dies nicht erwünscht sei, verbleibe dieser doch in einem als etwas Ungelebtes, während man sich zugleich eine „Maske“ anlege, das heißt, sich gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensweisen aneigne. Dies sei bis zu einem gewissen Grad notwendig und nützlich. Wenn es aber dann zum Beispiel geschehe, dass man einer Person begegne, die sich traue, sich so zu benehmen, wie man es selbst sich nicht gestatte, konfrontiere einen dies mit dem eigenen „Schatten“, was Kraft raubend sei könne. Daraus resultiere dann oft eine negative Bewertung der anderen Person und eine Auseinandersetzung mit den unausgelebten Energien.
Gerade letztere brächten einen nicht selten in Resonanz mit den Seelen Verstorbener, die auch unauslebbare Impulse in sich trügen. Aus seiner praktischen Tätigkeit wisse er von vielen Fällen, in denen in Menschen zu ihrer eigenen Überraschung plötzlich ganz fremde Neigungen auftraten. Da könne dann durchaus eine Besetzung von einem oder mehreren Verstorbenen vorliegen, die sich an die entsprechende Person geheftet hätten. Heute wüssten viele Verstorbene zunächst oft gar nicht, dass sie tot seien. Ihr Zustand bereite ihnen Verwirrung und sie würden es nicht wagen, sich in die ihnen eigentlich bestimmten Dimensionen der geistigen Welt zu begeben, und sich entsprechender Hilfe verweigern.
Im Schamansimus spreche man davon, dass Menschen auch Teile ihrer Seele verlieren könnten, und gerade an diese „leeren“ oder unpassend mit ersatzweisem Inhalt ausgefüllten Teile der psychischen Organisation (= des Astralkörpers) und die damit verbundenen Teile des physischen Körpers könnten sich dann die Einflüsse Verstorbener bemerkbar machen. Man dürfe sich deren Impulse nicht zueignen machen, sondern müsse ihnen – ggf. in Kooperation mit höheren „Spirits“ – den Weg „ins Licht“ zeigen, wo sie dann zwar fortbestünden, aber in einem Bewusstsein der Verbundenheit mit den anderen Wesen, nicht mehr festgelegt auf das ehemalige persönliche Erscheinungsbild.
Ein letzter Punkt den Maier ansprach, war die schwarze Magie. Auch dieses Phänomen – einschließlich von Flüchen – gebe es. Kleine „schwarzmagische“ Handlungen würden ansatzweise eigentlich schon vorliegen, wenn man sich in einem gewohnheitsmäßigen Ritual selbst den besten Parkplatz wünsche, wofür ihn dann jemand nicht erhalte, der ihn eigentlich dringender bedurft hätte. Dies aber wirke auf das Karma zurück. Und auch, wenn zum Beispiel eine Mutter ihrer Tochter immer vermittle, sie könne nichts und sei eine Versagerin, sei das schon der Beginn einer Verfluchung.
Anschließend wurde für diejenigen, die daran teilnehmen wollten, ein Clearing durchgeführt. Maier bat hierbei, wie er erklärte, iM Stillen die mit ihm arbeitetenden Spiritis um Hilfe. Die Wirkung wurde von einzelnen Anwesenden als starke Wärme beziehungsweise Hitze erlebt – dies sei Zeichen der wieder fließenden Lebensenergie. Auch der plötzlich bei einigen auftretende stärkere Hustenreiz sei ein Zeichen der Reinigung. Die Wahrnehmungen könnten aber, je nach individueller Situation, unterschiedlich sein. Und für schwerwiegendere Probleme riet Maier, die Hilfe eines Experten aufzusuchen, hierbei aber besonders auf Seriösität und etwaige überzogene finanzielle Forderungen zu achten.
Maier gab den Zuhörern noch eine ganze Reihe kleinerer Tipps für den Alltag mit auf den Weg. Etwa das Aufsuchen und im Weitergehen wechselweise Überschreiten von im Wald fließenden Bächlein, den Kontakt zu Bäumen oder die Verwendung von Edelsteinen wie dem Aragonit; lege man sich je einen in die rechte und in die linke Hand, helfe dies, sich besser abzuschirmen.
Im Anschluss an den Vortrag gab es Raum zur Beantwortung vieler Fragen. Und in Gesprächen am Rande gab es Gelegenheit, Weiteres über das Thema Krafttiere zu erfahren, über das Maier im vergangenen November in der Kulturwerkstatt referiert hatte. Nun wusste er zu sagen, dass es ein „Krafttier Mensch“ zwar einmal gegeben habe, dieses aber so nicht mehr bestehe, seitdem die Individualisierung des Menschen begonnen habe. (Am aktuellen Vortragsabend, so hatte Maier zuvor erklärt, wolle das Krafttier Nashorn hilfreich anwesend sein.)
Informationen:
Am Samstag, den 27. Februar, 19 Uhr, hält Benjamin Maier auf Einladung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. einen Vortrag über das Thema „Clearings von Fremdenergien und astralen Besetzungen.“ Veranstaltungsort ist die Kulturwerkstatt in der Riesstraße 4. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
In diesem Erlebnis-Vortrag geht es um Themen, die im magisch-schamanischen Bereich oft eher unentdeckt und unbeliebt sind, da es hier große Ängste gibt. Benjamin Maier geht davon aus, dass diese Angst ein Schutz davor ist, sich etwas Unbekanntem zu öffnen – wobei manche außersinnlichen Phänomene tatsächlich große Probleme hervorrufen und uns im Bereich unserer Gefühle und Gedanken, aber auch bis auf die körperliche Ebene beeinflussen können.
Konkret behandelt werden die Themen: Was sind negative Energien? Was sind Fremdenergien? Flüche? Schwarze Magie? Besetzungen? Und wie steht es mit den Einflüssen von Verstorbenen? Auf diese Fragen möchte der Referent aus seiner langjährigen, praktischen Erfahrung mit schamanischen Clearings bzw. Reinigungs-Ritualen Antworten geben.
Über dieses sehr große Gebiet kann nur grober Überblick vermittelt werden. Kennt man jedoch schon mal die wichtigen Zusammenhänge hinter diesen Begriffen und weiß man, was sich dahinter verbirgt, muss man, wie Maier erläutern wird, zunächst einmal weniger Angst davor haben – und wenn man dann noch weiß, was man tun kann, um einen konstruktiven Umgang damit zu finden, ist das umso besser.
„Es braucht natürlich ein jahrelanges Training und viel Ausbildung, um diese Phänomene professionell handeln zu können“, erklärt Maier, „im Vortrag gibt es hie und da kleine Tipps, was man machen kann, wenn man denkt, dass das ein oder andere dieser Phänomene sich im Alltag bemerkbar macht. Die wirklich problematischen Fälle gehören jedoch weiterhin in die Hand eines Profis.“
Im Anschluss an den theoretischen Teil folgt eine Vorführung von schamanischen Clearings, so dass jeder Teilnehmer sie erfahren kann. Die Mitwirkung an diesem praktischen Teil ist selbstverständlich freiwillig! Unter Clearing ist hier eine Befreiung von Dingen zu verstehen, die wir mit uns herum tragen und die uns am Erkennen unserer Urnatur und unserer natürlichen Bedürfnisse und Begabungen hindern. Was für Dinge das sein können, wird im Vortrag erklärt.
Zum Referenten: Benjamin Maier arbeitet als schamanischer Wegbegleiter seit 2008 in Freiburg. In Einzelsitzungen, Seminaren und mehrjährigen Ausbildungen vermittelt er magisch-schamanische Praktiken und hilft Interessierten dabei sich mit ihrer eigenen Urnatur wieder zu verbinden. Spezialisiert hat er sich dabei auf das Entfernen von negativ wirkenden magischen Einflüssen, Astralreisen und die Kommunikation mit Spirits, wie z.B. mit Krafttieren, über die er in der Kulturwerkstatt bereits einen Vortrag hielt. Infos: www.schamanischer-heiler.de
Samstag, 09. Januar 2016, 19 Uhr, Vortrag:
Veranstaltungsbericht. Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar
Referentin: Katharina Heyer

Bericht:
Der gemeinnützige Verein Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. veranstaltete kürzlich einen Vortrag über „Wale und Delfine“.mit Katharina Heyer. Der Schwerpunkt lag auf der Region der Meerenge beziehungsweise „Straße“ von Gibraltar. Kulturwerkstatt-Vorstand Björn Steiert berichtete zu Beginn, wie er vor rund vier Monaten immer wieder auf dieses Thema gestoßen sei , nachdem er zuvor das Buches das „Lächeln des Delphins“ kennengelernt hatte, das tatsachengemäß beschreibt, wie jemand durch den Kontakt zu einem wildlebenden Delfin sein durch einen Unfall als Kind verlorenes Gehör wiederfindet.
Seit einem berührenden Erlebnis mit Walen und Delfinen im Jahr 1997 in Tarifa (Gibraltar) engagiert sich die zuvor erfolgreich als Modedesignerin erfolgreich gewesene Referentin unermüdlich für den Schutz dieser für viele Menschen so faszinierenden Tiere. Ihr Wirken umfasst auch wissenschaftlich fundierte Forschung und Aufklärung im Rahmen der von ihr unter anfangs nicht unerheblichen Schwierigkeiten begründeten Organisation firmm. „firmm“ steht für „foundation for information and research on marine mammals“ (Stiftung zum Schutz und zur Erforschung von Meeressäugern).Sie ist aktuell an drei Orten in Tarifa vertreten, verfügt über seit 18 Jahren gesammelte Daten und organisiert Begegnungsfahrten zu den Walen und Delfinen , die, wie Heyer betont, einen respektvollen Charakter haben sollen. Denn wir würden nur schützen, was wir schätzen und lieben.Und so gehe es auch darum, eine entsprechende Beziehung zu schaffen und die Einwohner vor Ort ebenfalls aufzuklären. Dabei könne man auch umgekehrt sagen, dass die Tiere bei diesen Fahrten gewissermaßen die Menschen beobachteten – denn sie zeigen durchaus Neugier für deren Treiben.
Heyer hält sich nur rund drei Monate im Jahr in der Schweiz auf. Den Rest des Jahres ist sie in Spanien präsent, vertritt die Anliegen ihrer Stiftung aber auch hierzulande . Zunächst stellte sie dar, wie sie durch Ara Hatzakorzian darauf hingewiesen worden sei, dass es in der Straße von Gibraltar viele Tiere dieser Art gebe und hier eine mögliche Aufgabe für sie liegen könne. Der tatsächliche Artenreichtum vor Ort sei zu dieser Zeit allerdings noch gar nicht bekannt beziehungsweise dokumentiert gewesen. Tatsächlich aber habe sich dies bewahrheitet. Durch die besonderen geographischen Gegebenheiten ist die – täglich von 300 Frachtern befahrene – Meerenge so beschaffen, dass sie – durch den Wasseraustausch zwischen Atlantk und Mittelmeer und dem Rückstau an einem zum Atlantik hin gelegenen, unterseeischen Gebirge – besonders nahrungsreich ist.
Heyer stellte zunächst die teils das ganze Jahr über anzutreffenden Meeressäuger-Arten vor und zeigte anhand von Projektionen stets den Größenvergleich zum Menschen: angefangen vom kleinen Gemeinen Delfin über den Blau-Weißen-Delfin, Großen Tümmler, Gewöhnlichen Grindwal, Schwertwal und Pottwal bis hin zum Finnwal, gegenüberdem ein Schwimmer sich geradezu winzig ausnimmt. In der Begegnung bemerke man deutlich, dass es sich bei dem Schwertwal (Orca) um ein Raubtier handle, weshalb der Eindruck ein durchaus anderer als etwa bei Delphin, Grind- oder Pottwal sei. Unser Delfin-Bild sei wohl am meisten durch den Großen Tümmler geprägt.
Klar Position bezog Heyer gegen Delfinarien. Den wenigsten sei bewusst, dass für 5 in Delfinarien lebende Tiere 95 andere sterben müssten, sei es beim Fang, beim Transport oder in den ersten drei Monaten im Delfinarium, wo sie unter dem Chlor im Wasser leiden und ihnen Antiobiotika verabreichert würden. Der Delfin könne bewusst das Atmen einstellen und so würden viele ihr Leben dort selbst beenden. Ebenfalls kritisch äußerte sie sich zu den Methoden, wie man sie seitens der Japaner beim Fang des Roten Thunfischs eingsetze. Man verwende hierfür schwangere Tiere.
Die Anwesenden konnten anhand von mitgebrachten Aufnahmen auch Eindrücke einer Pottwal-Paarung erhalten, wozu immer drei oder vier Wale benötigt würden, da das Männchen und Weibchen im Wasser gestützt werden müssten. Dieser Vorgang hatte auch rund 80 neugierige Grindwale angelockt.
Heyer schilderte, teils auf Publikumsnachfrage, außerdem lustige und besondere Erlebnisse, die sie mit Delfinen und Walen gehabt hatte, und bezog Aussagen anderer, die sich auf eine vertiefende Art mit diesen Tieren beschäftigt haben, mit ein. Ein Erlebnis dieser Art bestand darin, dass eine Gruppe von Grindwalen sie in die Trauer um ein totes Baby einbezogen hätte. Die Mutter habe es ihr – wie zuvor die abgerissene Nabelschnur – gezeigt. Wenn Wale beziehungsweise Delfine dem Betrachter ihre Unterseite zuwenden, sei dies im Übrigen ein besonderer Vertrauensbeweis, denn dann seien die Tiere schutzlos. Ein Anwesender brachte die Ansicht, dass die Delfine und Wale möglicherweise über eine höhere oder komplexere Intelligenz als der Mensch verfügen würden, ins Spiel, worauf etwa die Hirnstrukturen der Delfine hindeuteten. Zu letzterem Punkt konnte Heyer auf eine eingehende Doktorarbeit verweisen. Als sie selbst verblüffende Anekdote schilderte sie außerdem, wie ihr einmal eine Tierkommunikatorin aus Berlin geschrieben und ihr – auch später – erstaunlich zutreffende Angaben zu einem bestimmten Pottwal und zu dessen Schwangerschaft gemacht habe. Dieser Wal („Mondrino“) hätte dann auch ein bemerkenswertes Verhalten gezeigt, indem er die Boote anderer Touristen von seinen Jungtieren weggelockt, diese bei Heyers Boot gelassen und sich dann wieder vor diesem beziehungsweise der just anwesenden Dame gezeigt habe. Tauche man mit den Walen, hätte man tatsächlich den Eindruck einer großen Weisheit, wenn man ihnen ins Auge blicke, beschrieb sie eine von vielen geteilte Erfahrung.
Eindrückliche Aufnahmen von Tarifa sind auch in dem Film „Last Giants“ zu sehen. Die Stiftung firmm bietet Fotos und Bewegungsbeispiele aller vor Ort anzutreffenden Wal- und Delfinarten zudem auf einem USB-Stick an. Es ist auch möglich Patenschaften für einzelne Tiere zu übernehmen. Schon am 20. Februar findet in Aarau das 18. firmm-Treffen statt. Infos: www.firmm.org:
Informationen:
Der Mensch scheint schon immer eine besondere Faszination für Delfine und Wale empfunden zu haben, wie etwa die Sage vom Sänger Arion oder die Erzählungen der Aborigines nahelegen. Nahezu jeder kennt „Flipper“, den Delfin aus dem Fernsehen, hat vielleicht schon von der „Delfin-Therapie gehört, und auch in spirituell interessierten Kreisen beschäftigt sich man sich heute vielfach mit diesen Tieren
Ein eindrückliches Erlebnis mit Delfinen im Jahr 1997 bewegte die bis dahin erfolgreich als Modedesignerin arbeitende Katharina Heyer, ihre Karriere an den Nagel zu hängen und mit der Erforschung der bis dahin nahezu unbekannten Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar zu beginnen. So gründete die Schweizerin die Stiftung firmm (foundation for information and research on marine mammals) in Tarifa ( Andalusien ) um sich dem Schutz der Meeressäuger zu widmen. Wichtig ist der Stiftung wertvolle Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten, damit immer mehr Personen umdenken und ihren Beitrag zur Erhaltung der Umwelt leisten.
In ihrem Vortrag mit dem Titel „Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar“ wird sie uns über die Anfänge der Stiftung, die geografischen Besonderheiten dieses Ortes und viel zu den dort lebenden sieben Arten von Walen und Delfinen erzählen. Mit viel Gefühl und Begeisterung wird sie uns die Welt der Meeressäuger näherbringen und durch persönliche Anekdoten und Geschichten das Wunderbare und Erfüllende an dieser Arbeit erläutern. Infos. www.firmm.org
Samstag, 19. Dezember 2015, 20 Uhr, Vortrag:
„Das Horoskop als Entwurf der Seele. Das Karma bewusst leben“
Referentin: Lianella Livaldi Laun

Bericht:
Lörrach. Passend zur Weihnachtszeit – beziehungsweise dem Stern von Bethlehem, der den „Heiligen Drei Könige“ oder Weisen aus dem Morgendland den Weg zur Krippe wies – veranstaltete die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. einen astrologischen Vortrag zum Thema „Das Horoskop als Entwurf der Seele. Das Karma bewusst leben“. Referentin war die Astrologin Lianella Livaldi Laun, die als Autorin und Vortragende auch über Deutschland hinaus Anerkennung findet, wie der Preis für „besondere Verdienste um die Astrologie“ belegt, den sie 1995 beim internationalen Kongress der Astrologie in Venedig erhielt. Sie war bereits 2008 in der Kulturwerkstatt zu Gast und sprach damals über das Thema „Berufung im Horoskop“. So konnte der zweite Vortrag als Vertiefung des ersten verstanden werden.
Unter den vielen Arten Astrologie zu betreiben ist das, was man – in ganz allgemeiner, oberflächlicher Form aus den Tageshoroskopen kennt – zwar die populärste. Jedoch handelt es sich hierbei nur um eine Perspektive, die rasch veränderliche Aspekte erfasst. Dagegen geht es in der karmischen Astrologie, wie sie die Referentin vorstellte, um das Dauerhafte – gewissermaßen die zentralen Lebensmotive, die sich im Geburtshoroskop ausdrücken und wie ein roter Faden durch die Biographie ziehen. Neben dieser Form der Astrologie existieren weitere, etwa die psychologische, die medizinische oder die Stundenastrologie.
Die Referentin, die in den 70er Jahren nach Deutschland gekommen war, lernte durch die Horizonte, die ihr die karmische Astrologie erschloss, erst eigentlich verstehen, auf welchen Grundlagen ihre Arbeit aufbaue. Mit diesen Gedanken zuerst in Berührung gekommen war sie durch Begegnungen, die sie auf die Arbeit einer Gruppe aufmerksam machten, die sich auf in Trance empfangene Mitteilungen einer „Entität“ berief, die sich als Andreas bezeichnete. Laun lernte so die – nach rund 50 Jahren zuletzt 5200 Stunden umfassenden – Aufnahmen dieses Menschenkreises kennen. (Über das Thema „Mediale Botschaften“ und deren Bewertung beziehungsweise Roberto Setti als Medium der Gruppe „Firenze 77“ veröffentlichte sie in der Nummer 125 der Zeitschrift „Astrologie heute“ auch einen Artikel.)
Aus Sicht der karmischen Astrologie verhält es sich so, dass der Geist des Menschen auf Erden in mehreren Leben Erfahrungen sammelt; als Mittler zum Körper dient ihm hierbei die Seele. Die Taten der Vergangenheit würden seinen weiteren Entwicklungsweg beeinflussen, was man mit dem oft missverstandenen Begriff des Karma meine. Im Horoskop, das den Stand der Gestirne zur Geburtszeit wiederspiegelt, finde man einen Ausdruck der Veranlagungen und Zukunftsziele, die sich hieraus ableiten ließen – interessanterweise treffe dies auch auf per Kaiserschnitt vollzogene Geburten zu. Es sei wichtig zu verstehen, dass Erfahrungen nicht bis in jedes Detail vorherbestimmt sind. Vielmehr könne man es so auffassen, dass man sich bestimmte Themen oder Tätigkeitsfelder wähle, mit denen man sich in dem jeweiligen Leben auseinandersetzen wolle. So könne man sich mit dem Bereich „Medizin“ auf ganz unterschiedliche Weise befassen – sei es als Arzt, Apotheker, Heilpraktiker oder in einem pflegenden Beruf. Was sich realisieren ließe, hänge immer auch von den Umständen ab, auf die man flexibel reagieren müsse, und es gebe durchaus auch Zufälle. Dies bringe mit sich, dass sich das für ein Leben Vorgenommene nicht immer in idealer Weise realisieren lasse. Jedoch könne man auch ein Leben unter einengenden Bedingungen dazu nutzen, wertvolle Erfahrungen in der materiellen Welt zu machen. Die Reihe der vielen Leben sei mit einer Perlenkette zu vergleichen, bei der jedes Leben einer Perle entspreche.
Lianella Livaldi Laun stellte anhand ihres eigenen Horoskopes einzelne Aspekte ihres Themas anschaulich dar und ging auch auf Fragen der Anwesenden ein.
Informationen:
Karma ist, wie die Referentin darstellen will. nicht als Strafe für die Verfehlungen der vergangenen Leben zu werten, sondern hat den Sinn eines Projektes für die Entwicklung eines neuen Lebens. Demnach entsteht es aus dem Programm, das der Geist festgelegt hat, bevor er den Inkarnationszyklus beginnt. Das erklärt, warum es in unserem Leben Geschehnisse gibt, die schicksalhaft erscheinen.
Das Geburtshoroskop ist aus Sicht von nichts anderes als die symbolische Darstellung des Charakters, der Persönlichkeit und der möglichen Erfahrungen bezüglich dieser aktuellen Existenz. In ihm ist das angelegt, was im Leben verwirklicht werden soll. Deswegen gibt es für jede einzelne Reinkarnation ein spezielles Horoskop, das die neue Individualität erfasst. Der Charakter, der im Horoskop als Idealfall widergespiegelt wird, sollte aus den Erfahrungen, den Erinnerungen und den zwischenmenschlichen Begegnungen entstehen und den Geist bereichern.
Unsere problematischen Erfahrungen sind, wie der Vortrag vermitteln soll, dabei nicht weniger wichtig als die positiven und aufbauenden. Wir sind aufgefordert, das Horoskop bewusst zu leben, denn die konkreten Erfahrungen sind nicht vorherbestimmt. Aber das Leben hat – wie es auch im Buch der Referentin („Den eigenen Lebensplan bewusst gestalten: Das Horoskop als Entwurf der Seele“) zum Ausdruck kommt – nur einen Sinn, wenn der Betreffende den im Horoskop angelegten Plan umsetzt. Astrologische Vorkenntnisse sind zum Verständnis des Vortrags nicht nötig.
Die Referentin ist seit 1987 geprüfte Astrologin DAV mit eigener Praxis. / Korrespondentin und Mitarbeiterin des italienischen Astrologen-Verbandes CIDA. 1988 hat sie das Zertifikat für personenzentriertes Kommunikations- und Konflikttraining nach Gordon bei der AKP in Heidelberg erworben. 1995 erhielt sie bei dem internationalen Kongress der Astrologie in Venedig den italienischen „Preis für besondere Verdienste um die Astrologie“. Seit 2000 Ausbildung als Traumberaterin bei Hellmut Hark. Sie nimmt regelmäßig an internationalen Kongressen teil und hält Vorträge und Seminare in verschiedenen Astrologie-Zentren in Deutschland, Schweiz und Österreich. Seit 2006 ist sie Gast-Dozentin bei der Astrologie-Schule der CIDA in Bologna und Referentin bei verschiedenen Cida-regionalen Kontakt-Stellen in Italien . >> Infos: www.lianella.de.
Kulturwerkstatt-Preis 2015 an Ute Craemer für ihren Impuls zur Entwicklungszusamenarbeit
Lörrach. Die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. (Lörrach) vergibt jährlich einen „Kulturwerkstatt-Preis“. Der gemeinnützige Verein ist Träger eines unabhängigen und informativen Veranstaltungsforums für unterschiedliche Ansätze auf dem Gebiet des Spirituellen, wobei auf Seriosität und Authentizität wert gelegt wird. Angestrebt wird dabei ein vorurteilsfreier Austausch unter Vertretern durchaus unterschiedlicher Richtungen, der auch Grundlagen für ein mögliches Zusammenwirken schaffen kann. So soll der symbolisch gemeinte Preis Persönlichkeiten und Institutionen auszeichnen, auf die mindestens eines der an dieser Zielsetzung orientierten Vergabekriterien zutrifft. Er stellt eine Anerkennung für Menschen dar, die bei einer grundsätzlich toleranten und freilassenden Haltung 1) auf dem Gebiet der geistigen Forschung bzw. ganzheitlichen Wissenschaft wesentliche Erkenntnisse erarbeitet und/oder daraus praktische Anwendungsmöglichkeiten entwickelt haben; 2) sich als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen weltanschaulichen Strömungen und Kulturen verdient gemacht haben; 3) deren gesellschaftliches oder künstlerisches Wirken einen Bezug zu einem tieferen Welt- und Menschenbild erkennen lässt, als es dem einseitig materialistischen Paradigma entspricht. Ein Bezug zur Kulturwerkstatt Dreiländereck ist wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Die Auszeichnung soll dabei nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Verein sich inhaltlich in allen Punkten mit der ausgezeichneten Person oder Institution identifiziert, sondern ihren grundlegenden Ansatzwürdigt und als Bereicherung versteht.
Der Kulturwerkstatt-Preis 2015 geht laut einstimmigem Beschluss der Mitgliederversammlung vom 29. November 2015 an die 1938 in Weimar geborene Ute Craemer aus Monte Azul für ihren „Impuls zur Entwicklungszusammenarbeit“. Ihr Wirken zeichnet aus, jeden Menschen als Individuum zu würdigen, dem zuallererst Vertrauen in sein zu förderndes Entfaltungspotenzial entgegenzubringen ist. So hat sie 1979 mit Menschen vor Ort, das heißt am südlichen Rand der Industriemetropole São Paulo, die Associação Comunitária Monte Azul (Brasilien) ins Leben gerufen. Hierüber geben in ihren eigenen Worten die Bücher „Favela Monte Azul“ und „Favela-Kinder“ Auskunft. Unter dem Begriff „Favela“ versteht man in brasilianischen Städten so viel wie Slums oder Armenviertel. In São Paulo selbst leben 3 Millionen Menschen unter prekärsten Umständen und sind – ohne Perspektiven – oft Opfer von Krankheit, Drogen, Kriminalität und Gewalt. So gilt es, wie die Initiative erklärt, mit ihnen „unabhängig von Nationalität, Rasse, Religion, politischer Überzeugung oder sozialen und körperlichen Bedingungen“ bessere Lebensbedingungen im Hinblick auf Erziehung, Gesundheitsfürsorge, Kultur und Umweltschutz zu schaffen.
Konkret bedeutete ihr Engagement, für die dortigen Kinder – anfangs in ihrem eigenen Haus – ein Bildungsprojekt zu initiieren, das auch künstlerische Tätigkeiten und Spiel umfasste. Hieraus ging dann die zuvor genannte Initiative zur Verbesserung der Lebensverhältnisse hervor, die explizit Wert legt auf „flache Hierarchien, Mitbestimmung, Demokratie und partizipative Entscheidungsfindung“. In diesem Sinne spricht Craemer auch nicht von Entwicklungshilfe, sondern Zusammenarbeit, was ein Verhältnis auf Augenhöhe voraussetzt. Im erweiterten Sinne ist der Kulturwerkstatt-Preis damit auch all jenen gewidmet, mit denen sie gemeinsam auf diesem Feld aktiv war und ist. Inzwischen kommen die Früchte des Engagements der Nichtregierungsorganisation drei Favelas zugute.
Auch nachdem Craemer sich 2001 aus der aktiven Geschäftsführung zurückgezogen hat, begleitet sie Monte Azul weiterhin. Als Referentin und Beraterin ist sie heute weltweit sehr gefragt und engagiert sich für Kinderrechte als Initiatorin des brasilianischen Zweiges der Alliance for Childhood. Seit 2008 gibt es auch in Deutschland den Förderverein Monte Azul International e.V., den man aktiv oder durch Spenden unterstützen kann. Er dient dazu, durch den Einsatz freiwilliger Helferinnen und Helfer Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen zu bauen.
Craemer wurde bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet (1986) und ist Ehrenbürgerin der Stadt São Paulo. Mit der Verleihung des Kulturwerkstatt-Preises 2015, über den sie sich sehr freut, soll besonders gewürdigt werden, dass ihr Handeln letztlich aus einer spirituellen Auffassung und Wahrnehmung des Menschen motiviert ist und hieraus seine Kraft bezieht. Dies umfasst auch die Erkenntnis, dass „Entwicklung“ auch durchaus so zu verstehen ist, dass man Umstände gestaltet, unter denen das jeweilige Individuum sich auch geistig entwickeln kann; ihre Initiative integriert damit einen entscheidenden, aber oft vernachlässigten Aspekt.
Daran lässt sich erkennen, wie geistige Impulse im Sozialen fruchtbar werden. Anders gesagt: eine „moralische Intuition“ zu einem konkreten Handeln ist hier durch die entsprechende „moralische Fantasie“ und „moralische Technik“ zur Verwirklichung gelangt, um in den Begriffen von Rudolf Steiners „Philosophie der Freiheit“ zu sprechen, dessen Werk Craemer verbunden ist; so hat sie eine Ausbildung zur Waldorf-Lehrerin am Seminar in Stuttgart absolviert und eine Klasse an der Escola Waldorf Rudolf Steiner in São Paulo geleitet.
Über ihr Leben und Wirken ist 2014 auch das Buch „Die Brückenbauerin“ im Scoventa Verlag Bad Vilbel erschienen. (http://www.scoventa.de/buecher/die-brueckenbauerin /) Wie Ute Craemer die Favela Monte Azul verwandelte“ erschienen. Verfasst von Dunja Batarilo, gibt es Einblicke in Denken und Motivation Craemers und ermutigt dazu, auf dieselbe, jedoch ganz individuelle Weise moralische Intuitionen zu verwirklichen.
Die Begründung für die Verleihung des Kulturwerkstatt-Preises spiegle, wie seitens der Associacao Comunitária Monte Azul erklärt wurde, aus Craemers Sicht die Inhalte der Initiative hervorragend wieder.
Die bisherigen Preisträger waren: 2010, Willi Seiß aus Taisersdorf, für sein Lebenswerk; 2011, Galsan Tschinag aus Ulan Bator, für sein Wirken als Brückenbauer; 2013, Wolf Dieter Storl als Botschafter der Pflanzen; 2015 Ana und Marko Pogačnik für ihren Neuentwurf der Geomantie als umfassende Kommunikation
(Zukunftsstiftung Entwicklung, GLS Bank Bochum, IBAN: DE 05 430 609 67 0012 330 010, BIC: GENODEM1GLS. Verwendungszweck Monte Azul F308 Spenden sind auch Online möglich, siehe http://www.monteazul.de/monte-azul-brasilien/spenden.html)
Mitgliederversammlung, Sonntag, 29 November 2015, 15 Uhr:
Spiritualität mitten im Leben / Jahresversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.
Seit 2003 besteht die Initiative, die sich ab Sommer 2004 als gemeinnütziger Verein unter dem Namen „Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V.“ organisierte. Sie bietet seitdem in der Kulturwerkstatt in der Riesstraße 4 ein Programm an, das schwerpunktmäßig auf spirituelle Themen ausgerichtet ist, wobei Wert auf Seriosität und Authentizität gelegt wird. „Uns geht es darum, einen Freiraum für Erfahrungen und Forschungen auf diesem Gebiet zu schaffen, die auch inspirierend auf viele andere Bereiche der Gesellschaft – wie zum Beispiel die Kunst oder das Soziale – wirken können“, erklärt Vorstand Björn Steiert und ergänzt, dass man dabei auch ein Kennenlernen und einen Austausch durchaus unterschiedlicher Ansätze anstrebt. „Wir möchten diese Themen mitten im Leben der Gegenwart platzieren – wo sie hingehören –, nicht in irgendwelche isolierten Nischen, die ‚esoterischen Reservaten‘ oder ‚esoterischen Biotopen‘ ähneln.“
Stünden sich die Anhänger der Glaubensbekenntnisse oft ablehnend oder feindlich gegenüber, so könne man doch sehr schnell eine gemeinsame Basis zum Dialog und zum Zusammenwirken finden, wenn man von solchen inneren Erlebnissen ausgehe, die Menschen aller Kulturen machen. Vom christlichen Hermetisten Willi Seiß, über den Schamanen-Dichter Galsan Tschinag und den Weltbestseller-Autor Robert Schneider bis hin zum Nobelpreisträger und Präsidenten der päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Werner Arber, waren in diesem Sinne schon sehr unterschiedliche Persönlichkeiten Teil des Programms.
Am 29. November fand die diesjährige Mitgliederversammlung statt.
Zunächst blickte man zurück auf das Programm 2014. Hier war unter anderem der Begründer der modernen Geomantie und Schöpfer des slowenischen Staatswappens, Marco Pogacnik, als Referent zu Gast. Er nahm hierbei den ihm und seiner Tochter Ana verliehenen Kulturwerkstatt-Preis 2014 entgegen. Auch Hans Stolp, ein durch Fernsehen und Radio in den Niederlanden sehr bekannt gewordener Pfarrer, kam nach Lörrach, um über die lebendige Verbindung mit den Verstorbenen und das esoterische Christentum zu sprechen. Gedacht wurde in Dankbarkeit auch des im Alter von 90 Jahren verstorbenen Vereinsmitglieds Gerhard Böhrig.
Diesen Sommer hat der Verein eine neue Ecke im Raum für seine Bibliothek eingerichtet. Hier finden sich unter anderem signierte Bücher der Referenten und Referentinnen, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind, und ein großer Teil der Rudolf Steiner-Gesamtausgabe. Die Medien sollen nun, soweit noch nicht geschehen, zu Beginn des neuen Jahres erfasst und damit recherchierbar gemacht werden. Es werden dann auch öffentliche Ausleihzeiten eingerichtet. Ausgeliehen werden können die Titel schon jetzt bei Veranstaltungen des Vereins, für Mitglieder kostenlos. „Wir freuen uns immer, wenn neue Menschen in den Verein eintreten, und so – auch als passive Mitglieder – den Bestand und Ausbau unserer Initiative fördern“, bemerkt Björn Steiert, „wir stellen fest, dass es einen Bedarf an einer Einrichtung wie der unseren gibt und rechnen damit, dass dieser immer größer werden wird. Noch gibt es viel zu wenig Initiativen dieser Art.“ Deshalb hat der Verein auch den besagten Kulturwerkstatt-Preis ins Leben gerufen, der Persönlichkeiten ehrt, die auf ähnlichem Gebiet wirken. Die Versammelten haben sich bei der Versammlung einstimmig auf eine Trägerin geeinigt, worüber noch eine gesonderte Berichterstattung erfolgt.
2016 sind unter anderem Vorträge und Seminare zu den Themen Wale und Delfine, Befreiung von Fremdenergien, luzides Träumen, Umgang mit Elektrosmog und Guo Lin Qi Gong geplant. Der nächste Termin ist ein astrologischer Vortrag von Lianella Livaldi Laun am 19. Dezember, 20 Uhr. Aus sozialen Erwägungen finden Vorträge stets zu einem Eintritt in freiwilliger Höhe statt.
Informationen über die Mitgliedschaft und das Programm finden sich im Internet auf der Seite www.kulturwerkstatt-dreilaendereck.de oder können unter kulturwerkstatt@gmx.de erfragt werden.
Samstag, 21. November 2015, 19 Uhr, Erlebnisvortrag mit geführter schamanischer Reise zu einem Krafttier“:
„Krafttiere – magische Wesen und kraftvolle Helfer“
Referent: Benjamin Maier

Bericht:
Der praktizierende Schamane Benjamin Maier referierte in der Kulturwerkstatt auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema „Krafttiere – magische Wesen und kraftvolle Helfer“. Hintergrund seines Vortrags war, dass man in der gegenwärtigen Zeit Tiere oft nur unter dem Aspekt des Nutzwerts (zum Beispiel in der Massentierhaltung) behandelt. Frühere oder gegenwärtig noch ursprünglicher lebende Kulturen brachten dem Tier hingegen eine ehrfürchtige Wertschätzung und das Gefühl der Verbundenheit entgegen, wie es auch im Schamanismus zum Ausdruck kommt. Und diese Form der Beziehung könne sowohl für die Tiere als auch die Menschen segensreich sein.
Zunächst versuchte Maier zu Beginn den Begriff der Magie zu klären. Dieser betreffe das Verhältnis von Innen- und Außenwelt. Eine Veränderung im eigenen Inneren bewirke – im Sinne der Magie – eine feststellbare Veränderung im Äußeren. Auf diese Weise könne sich auch die Verbindung mit einem Krafttier auswirken. Zwar gebe es auch Kraftpflanzen und Kraftsteine, jedoch seien Krafttiere wesentlich „populärer“, da es wohl leichter falle, zu den dem Menschen näher stehenden Tieren eine Beziehung aufzubauen.
Maier skizzierte im Anschluss verschiedene Bedeutungsdimensionen des vielschichtigen Begriffes „Krafttier“ : Zunächst könne man darunter den „Ahnengeist“ der Tiere verstehen. Anders gesagt: die aus Erfahrung gespeiste Lebensweisheit und Kraft aller Tiere, die jemals gelebt haben. Die zweite Ebene bestehe darin, im Krafttier ein spirituelles Wesen zu sehen, welches dem jeweils individuellen Tier seine besondere, zum Beispiel heilende, Ausstrahlung, gebe. Als drittes sprach Maier von der Gruppenseele oder dem höheren Selbst einer Tierart. Erfahrungen, die zum Beispiel ein Biber in Kanada verinnerlichte habe, könnten auf diesem Umweg auch auf einen Biber in China übergehen, etwa als Fähigkeit oder Verhaltensweise. Und wenn ein Tier sterbe, kehre es gleichsam zu der Gruppenseele, aus der es stamme, zurück. Alle drei angesprochenen Ebenen könne man als „Großen Geist des Krafttieres“ zusammenfassen.
Darüber hinaus gebe es aber noch zwei weitere Dimensionen. Zunächst die Symbolkraft der Tiere. Nahezu jedes Tier repräsentiere mit seinen Eigenschaften etwas ganz Bestimmtes in unserer Kultur. Diese Assoziationen speisten sich aus dem, was wir an seinem Verhalten beobachtet und vielleicht als nachahmenswert empfunden haben. Unsere Fabeln würden dies wiederspiegeln. Betrachte man ein Tier auf diese Weise, könne man von ihm lernen, etwa in dem man sich fragt: Wie verhält sich ein Bär, wenn er sich abgrenzen will? Als fünftes könne man – ausgehend von der Anschauung, dass alles, was existiere, auch seine Entsprechung in der eigenen Seele habe – ein Tier als Archetyp in sich wachrufen.
Das Tier, so Maier, sei verbunden mit seiner Gruppenseele, der Mensch von dieser abgekoppelt, so dass Individualität möglich ist. Die Beziehung zu Tieren beziehungsweise Krafttieren helfe aber, sich an die verlorene Verbindung zu dem großen Gruppengeist zu erinnern. In der schamanischen Praxis gebe es nun unterschiedliche Möglichkeiten, mit Krafttieren zu arbeiten. So reise man etwa mithilfe eines Krafttiere im Geist in der „Oberwelt“ und „Unterwelt“. Denn als zugleich physisch existentes Geschöpf existiere das Tier in allen drei Welten und verbinde sie so. Man könne sich von einem Krafttier Kraft ausliehen für Vorhaben. Auch gebe es Krafttier-Tänze, in denen man das Tier in sich wirken lassen könne, was zum Lösen von emotionalen Blockaden führe und einem so neue Freiheit verschaffe. Das sogenannte Channeling sei eine weitere Methode. Schließlich könne man auch – die Märchen erzählen davon – durch die Augen eines Tieres blicken, um vom Tier zu lernen.
Alle Tiere zusammen seien der „Große Geist der Tierwelt“ – beziehungsweise mit dem Geist der Pflanzenwelt, der Steinreiche und der Elemente und der Lebenskraft zusammen der Geist der Mutter Erde. Auch der Mensch selbst könne als ein „Krafttier“ aufgefasst werden, erklärte Maier. Dies habe er erst kürzlich erkannt und es sei interessant dem weiter nachzuforschen. Die Krafttiere hätten durchaus ein Interesse und den Wunsch der Zusammenarbeit mit dem Menschen. Denn dieser könne gestalten in der Welt wirken, was den Tieren nicht möglich sei.
Im Anschluss an den theoretischen Teil unternahm Maier mit den dazu bereiten Anwesenden eine geführte astrale Reise zur meditativen Begegnung mit einem Krafttier, wozu er sich auf einer indianischen Flöte begleitete. Er beantwortete auch die Fragen der Teilnehmer, etwa woran man erkennen könne, dass einem die eigene Phantasie nur etwas vorspiele oder dass man ein echtes geistiges Erlebnis gehabt habe. Die Raumqualität ändere sich beispielsweise bei einer echten Erfahrung. Interessant dürfte für viele auch die Feststellung gewesen sein, dass ein Krafttier nicht unbedingt etwas „Großes“ sein müsse. Auch ein Regenwurm könne eines sein, übernehme er doch wichtige Aufgaben im Bereich der Erde. Dagegen verschlafe ein Bär einen Großteil seines Lebens – was ihm allerdings andererseits auch wieder als besondere Fähigkeit der zugutekomme. So müsse man immer alles vielschichtig betrachten.
Informationen:
Zum Vortrag: Wie der Referent schildern wird, erinnern uns sogenannte „Krafttiere“ daran, dass wir Menschen auch einmal verbunden waren mit einem großen Geist, der uns lenkte und der uns Geborgenheit und Sicherheit schenkte. Doch als der Mensch seinen Intellekt erhielt, um seine Individualität selbst zu erforschen, und damit begann, sich auf die Suche nach seinem Sinn zu machen, verlor er diese Verbindung. Krafttiere präsentieren uns die Magie der Tiere, ihre Symbolkraft, die wir auf unseren Alltag übertragen können. Schamanen verbinden sich seit jeher mit diesen Tiergeistern, um von ihnen zu lernen und um sich ihre Kraft für Rituale zu borgen.Für die, die dies möchten, besteht im Anschluss an den Vortrag die Möglichkeit, an einer geführten, meditativen Reise zu einem Krafttier teilzunehmen.
Zum Referenten: Benjamin Maier arbeitet als schamanischer Wegbegleiter seit 2008 in Freiburg. In Einzelsitzungen, Seminaren und mehrjährigen Ausbildungen vermittelt er magisch-schamanische Praktiken und hilft Interessierten dabei sich mit ihrer eigenen Urnatur wieder zu verbinden. Spezialisiert hat er sich dabei auf das Entfernen von negativ wirkenden magischen Einflüssen, Astralreisen und die Kommunikation mit Spirits, wie z.B. mit Krafttieren. Infos: www.schamanischer-heiler.de
Samstag, 17. Oktober 2015, 20 Uhr, Vortrag:
„Ruhe in der Bewegung – chinesische Philosophie und Bewegungskunst“
Referentin: Prof. Dr. Gudula Linck

Bericht:
Die Sinologin Gudula Linck referierte auf Einladung des Kulturwerkstatt-Vereins über das Thema ihres Buches: „Ruhe in der Bewegung. Chinesische Philosophie und Bewegungskunst“. In der chinesischen Philosophie, so Linck, stehe nicht die Frage der „Erkenntnis, was die Welt im Innersten zusammenhält“ im Mittelpunkt, sondern – pragmatisch – die Weisheit, das heißt das Problem des guten Lebens und der richtigen Lebensführung. Sie habe auch nicht ein logisches System mit fest umrissenen Begriffen im westlichen Sinne aufgebaut, sondern vielmehr beweglich-lebendige Begriffe geschaffen, mit denen sich die Phäonmene des Lebens beschreiben lassen. Diese seien immer eng an die leiblich-sinnliche Erfahrung gebunden. So lässt sich scheinbar Widersprüchliches in enger Verbindung und Durchdringung erleben: die Ruhe in der Bewegung und die Bewegung in der Ruhe. Die Gegensätze bedingen sich. Linck entwickelte zu Beginn die Bedeutungsdimensionen solch zentraler Begriffe vor den Anwesenden, nämlich des „Dào“, des „Qì“, des „Yīn“ und „Yáng“ und der fünf Wandlungsphasen „Wŭxíng“. Wir übersetzen diese in der Regel populär mit „Weg“ (= das namentlich im Daoismus beschriebene Grundprinzip des Dào, dem – im Idealfall – alles folgt), „Lebenskraft“ (Qì), „das Weibliche und Männliche“ (Yīn und Yyáng) und „die fünf Elemente“ (wŭxíng), erfassen damit aber nur einen Teil dessen, was in ihnen mitschwingt. Qì etwa führt auf die bipolare Erfahrung des Atmens zurück. In diesem Zusammenhang erwähnte Linck auch kurz philosophische Ansätze, die eine Ethik aus der Tatsache zu entwickeln suchen, dass wir als Lebewesen von Anfang analle dieselbe Atemluft teilen. Mit diesen Begriffen lassen sich nun alle Dinge der Erlebniswelt in einem flexiblen Zuordnungssystem erfassen, das zu der – jenseits eines schroffen Dualismus – liegenden Erfahrung führt: Mensch, Himmel und Erde (beziehungsweise Natur ) sind Eins. Dies drückt sich aus in dem Begriff „Tiān Di Rén“. Der Mensch steht aus dieser Perspektive in der Mitte zwischen Himmel und Erde und verbindet diese.
Anhand eines anonymen Tuschebildes aus dem 15. Jahrhundert zeigte Linck später, wie sich in der Konzeption einer an sich fast „leeren“ Malerei ebenfalls den Bewegungsqualitäten nachspüren lässt, was im Betrachter eine entsprechende Resonanz auslöst. In der „Leere“ der nass-verwaschenen Tuschefarbe in der Bildmitte entstehe eine Qì-Dynamik. Das Gedicht „Die Farben des Wassers“ der buddhistischen Nonne Haiyin aus der Zeit um das Jahr 900 ließ ebenfalls die Bewegungsrichtungen und Erlebnisqualitäten Oben-Unten sowie Innen-Außen auf sehr subtile Weise fühlbar werden, um in einer abgeklärten, gemütssicheren Haltung auszuklingen, wie sie im Buddhismus angestrebt wird. Es sei vorgekommen, dass Zuhörer allein durch den Sprachklang des Chinesischen zu Tränen gerührt worden wären, berichtete Linck von ihren Erfahrungen mit dem Gedicht. Chinesisch sei im Übrigen, wenn es um komplex-abstrakte Dinge gehe, selbst nach Jahrzehnten nicht leicht zu verstehen, wenn man nicht wisse, um welches Thema es sich jeweils handle.
Abschließend konnten die Anwesenden durch Bewegungs- und Wahrnehmunsgübungen die beschriebenen Qualitäten anhand der zentralen Begriffe und den sie ausdrückenden chinesischen Schriftzeichen selbst erfahren. Sie sprach dabei auch über die Bewegungskunst des Qìgōng und ihre Verbindung und Unterschiede zum Yoga, etwa ihre Ästhetik und sanfteren Bewegungsformen beziehungsweise -haltungen. Gerne war Linck bereit, ihr Buch zu signieren und jedem dabei einem individuellen chinesischen Namen zu geben.
Informationen:
Ruhe zu finden in der Bewegung des Alltags, ist Gegenwart aus erster Hand, widersetzt sich Sprunghaftigkeit und jedem Kalkül. Darin liegt der Zauber ostasiatischer Philosophie und Bewegungskunst. Bewegungskunst im engeren Sinne ist im alten China jedwede Praxis der Lebenspflege: Kampfkunst, die Tierspiele, Qigong und Taijiquan. Im weiteren Sinne sind auch die Schönen Künste: Dichtung, Malerei, Kalligraphie, Musik und Gartenkunst, ja die Handwerkskunst gekonnter Umgang mit der Lebenskraft! Gudula Linck, die auch Yoga- und Qigong unterrichtet, wird die Befunde ihrer langjährigen Beschäftigung mit Philosophie und Körperleibgeschichte Chinas vorstellen und praktisch zum Selber-Spüren bringen.
Gudula LINCK, Prof. em. Dr. Studium in München, Paris, Salamanca, Mainz/Germersheim, Tübingen, München, Berkeley, Taiwan, VR China, Japan. Dipl.übersetzerin in Frz. und Span. (Mainz/Germersheim). Promotion: Sinologie, Ethnologie, Japanologie (München). Habilitation für Sinologie (Freiburg). Heisenberg-Stipendium. Professorin für Sinologie (Kiel 1990-2008). Verschiedene Ehrenämter. Qigong-Ausbildung an der Universität Oldenburg, Yoga-Ausbildung am Mahindra-Institut, Birstein.
Forschungsschwerpunkte: Gesellschaft, Familie, Altersstufen, Gender; Grenzgeschichte und Nationale Minderheiten (Othering); Visuelle Anthropologie, Philosophie und Praxis von Körper und Leib.
Seit 2008 wohnhaft in Freiburg, Lehraufträge und Seminare, vor allem zur Philosophie und Praxis der chinesischen Bewegungskünste.
Publikation der Referentin zum Thema:
Ruhe in der Bewegung: Chinesische Philosophie und Bewegungskunst. 2. Aufl. 2013
(ISBN 978-3495486030)
Samstag, 11. Juli 2015, 20 Uhr, Vortrag:
„Die bleibende Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen“
Referent: Hans Stolp

Bericht:
Der Pfarrer Hans Stolp hat durch seine seelsorgerische Tätigkeit in Fernsehen und Radio in den Niederlanden einen hohen Bekanntheitsgrad erworben. Er ist auch Mitbegründer der Zeitschrift „Verwachting“ und Mitinitiator der Stiftung De Heraut. Von seinen aus er Perspektive christlicher Spiritualität geschriebenen Büchern zu den großen Lebensfragen sowie den zeitgenössischen Problemen und Herausforderungen sind einige bereits in deutscher Sprache erschienen. Auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. sprach Stolp nun erstmals in Lörrach über ein Thema, das jeden angeht, insofern wir alle Beziehungen zu Menschen haben, die inzwischen verstorben sind und die wir seitdem vermissen. Dass es hier kein echter Trost sein kann, nur allgemeine Ratschläge zu hören, wurde im Verlauf des Vortrags deutlich: Wirklich tröstend ist demnach nur die Erkenntnis, dass die Verbindung zwischen den Lebenden und Verstorbenen sich fortsetzt und auch weiterentwickelt, ja, dass dies umso intensiver geschieht, je mehr man sich für diese Möglichkeit öffnet. Denn es fällt, so der Referent, den Verstorbenen oft schwer, uns zu erreichen, weil wir gedanklich mit so viel anderem erfüllt sind und oft nicht einmal daran glauben, dass dergleichen überhaupt denkbar sei. Dass Stolp selbst die Beziehung zu ihnen jedoch ganz real und konkret nimmt, drückte sich darin aus, dass er zu Beginn ein Gebet für sie sprach.
Seine Aussagen über die Verstorbenen beruhten nicht einfach auf Sätzen, die „geglaubt“ werden sollen, sondern auf den eigenen Lebenserfahrungen..
Zum einen gründeten sie auf Begegnungen, die ihm als Pfarrer in Krankenhäusern zuteil wurden. Hier hatte er zum einen mit Menschen zu tun, die ihm von ihren Nahtoderlebnissen berichteten. Stolp lernte sich allmählich auch für subtilere Wahrnehmungen zu öffnen. So etwa erkannte er in dem Gefühl von Ehrfurcht, das die Anwesenden im Zimmer eines Sterbenden oft zum Schweigsam-Werden veranlasst, ein Zeichen dafür, dass man unbewusst der Gegenwart eines Engels gewahrw erde. Ursprünglich ausschlaggebend für seine neuen Einsichten seinen allerdings seine Begegnungen mit kranken Kindern gewesen, die ihn weit mehr gelehrt hätten als er ihnen hätte geben können. Er habe dabei erkannt, dass diesen unbewusst sehr wohl klar sei, ob sie sterben oder weiterleben würden, was sich in den Bildern ihrer Sprache und ihren Spielen ausdrücke. „Umziehen“ etwa sei oft solch ein Begriff, der den Vorgang des Sterbens umschreibe. Nicht um den eigenen Tod würden sie sich Sorgen machen, sondern darum, wie es ihren Eltern danach wohl ergehe. Erstaunlicherweise, so Stolp, hätten sie ihm allmählich zu erzählen begonnen, wie nachts, im Gefühl des Verlassenseins in ihrem Krankenzimmer, eine lichte Gestalt bei ihnen gewesen sei und ihnen Trost vermittelt habe. Danach habe man immer eine Änderung ihrer Gemütslage feststellen können. Seine Kollegen oder die Krankenschwestern hätten solche Erzählungen zwar nie zu hören bekommen, doch führe er dies darauf zurück, dass die Kinder sehr wohl gespürt hätten, bei wem sie eine Offenheit für solche Erlebnisse vorfinden würden. So konnte der Referent vielen einzelne Begebenheiten und berührende oder nachdenklich machende Anekdoten schildern.
Zum anderen gründeten Stolps Auffassungen über die Beziehung zum Jenseits in seinen eigenen geistigen Erlebnissen und Wahrnehmungen. So berichtete er zum Beispiel, wie ihm sein Bruder nach seinem Tod drei Mal erschienen sei. Er hätte nicht sagen können, wie lange diese Begegnungen – Berührungen mit der Ewigkeit – jeweils gedauert hätten. Beim letzten Mal habe sein Bruder ihm einen Ring am Mittelfinger gezeigt – ein Symbol der „Heilung“, wie Stolp später erfuhr. Danach sei er ihm nicht mehr auf dieselbe Weise erschienen, doch er spüre noch oft seine Hilfe oder Gegenwart. Er habe seitdem oft Wahrnehmungen von Verstorbenen, die Bitten an ihn herantrügen.
Stolps eigeners geistiger Weg, beschrieben in seinem Buch „Waar haal je het vandaan?“ führte ihn von seiner Kindheit im reformierten Elternhaus und eher einengenden Glaubensauffassungen zu Begegnungen mit den Schriften der sogenannten Mystiker wie zum Beispiel Emanuel Swedenborg.Sehr wichtig seinen für ihn auch die vor kirchlicher Verfolgung und Zerstörung bewahrten Schriften aus den Frühzeiten des Christentums geworden, die man Mitte des 20. Jahrhunderts in Nag Hammadi gefunden habe. Das Thomas-Evangelium stelle einen herausragenden Bezugspunkt für ihn dar. Und schließlich sei für ihn die Begegnung mit dem Werk Rudolf Steiners wesentlich gewesen. Aber: Er sei froh gewesen, seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse gehabt zu haben, bevor er mit Steiners Ausführungen in Berührung gekommen sei. So habe er in ihnen sein eigenes Erleben bestätigt finden können.
„Das neue Christentum muss kommen!“, betonte Stolp energisch und konstatierte, dass die Kirchen sterben würden. Es bereite ihm große Sorge zu sehen, dass die heutige Jugend ohne geistige Inspiration aufwachse. Allerdings verstünde man die traditionellen Vorstellungen oft nicht mehr und müsse auch neue Begriffe verwenden oder finden, um das Leben nach dem Tod beschreibbar zu machen. In diesem Sinne griff er Rudolf Steiners Terminologie auf und unterschied physischen Körper, Ätherkörper, Astralleib und Ich. Kannte man früher gemäß Paulus nämlich noch Körper, Seele und Geist, habe man den Menschen später leider auf Körper und Seele und schließlich – siehe Nietzsche – auf den Körper reduziert. Aber um das Leben nach dem Tod zu verstehen, brauche man ein umfassendes Verständnis des Menschen: Im Schlaf würden sich der Astralleib und das Ich vom physischen Körper und Ätherleib trennen. Im Tod, wenn die sogenannte, sogar in der Bibel erwähnte „Silberschnur“ zerreiße, würden sich dann alle drei höheren Wesensglieder vom physischen Körper lösen. Der Mensch werde zunächst von seinem Engel und vorausgegangenen Verstorbenen empfangen und blicke auf sein Leben zurück. Und wer in seinem Leben eine Beziehung zur höchsten Liebe entwickelt habe, werde Christus, dem höchsten Liebeswesen, begegnen und – wie Steiner ausgeführt habe – dessen Geheimnisse verstehen. Wenn er an diese Aussicht denke, erfülle ihn eine tiefe Freude, meinte Stolp. Nach einer Phase, in welcher der Verstorbene noch einmal rückläufig sein vergangenes Leben durcharbeitete, um zu erfahren, wie seine Taten auf die Menschen in seinem Umkreis gewirkt hätten, lege er schließlich irgendwann auch den Astralleib ab und lebe im sogenannten Devachan als geistiges Wesen.
Es folgte eine Runde von teils mündlich teils schriftlich gestellten Fragen. Hierbei erkannte man seine Begabung, die innere Situation intuitiv zu erfassen. Eine Anwesende wollte wissen, wieso sie als Kind solche Angst vor dem Sterben gehabt habe, während doch – laut Stolp – Kinder eigentlich keine Angst vor dem Tod hätten. Er sprach zwei mögliche Ursachen an: dass das Kind die Angst eines Elternteils übernehme oder dass diese Angst aus einem früheren Leben herrühre. Die erstgenannte konnte die Fragestellerin in ihrem Fall sogleich spontan als richtig einordnen. Sie schilderte eine dramatische Szene, in der ihr Vater tatsächlich Todesangst um sie ausgestanden habe. Eine angehende Ärztin wiederum wollte Näheres über den Umgang mit kranken Kindern wissen. Stolp ging in seiner Antwort noch näher auf seine Aussage ein, dass das Wissen von Kindern um ihren Zustand sich in ihrer Bildersprache und in ihrem Spiel ausdrücke. Hierauf müsse man sich einlassen. Die in der Diskussion angesprochenen Möglichkeiten der heutigen Medizin, die es erlauben, den Tod nur mittels Apparaten lange hinauszuzögern, wertete Stolp kritisch. Die Engel würden sich derzeit gerade solcher Fälle annehmen. Andererseits wandte er sich gegen die überkommene Verurteilung von zu früh Gegangenen – den Selbstmördern – aus moralisch-religiöser Perspektive. Es sei nicht vorstellbar, dass das Wesen der höchsten Liebe – Christus – sie wegen der Tat, zu der sie sich überwunden hätten, bestrafe. Er selbst empfinde vielmehr Mitleid mit denen, die ihr Leben vorzeitig beendet hätten.Und nicht zuletzt solle man bedenken, dass jeder eine solche Erfahrung im Lauf seiner vielen Erdenleben machen könne. Auch Nahtoderlebnisse, außerkörperliche Erfahrungen und Pim van Lommels Buch „Endloses Bewusstsein“ waren noch Gegenstand der Fragerunde.
Dass Stolps Muttersprache nicht Deutsch ist, tat dem Fluss der Rede und dem Verständnis keinen Abbruch. Man gewann den Eindruck, dass Stolp mit großer Begeisterung und Liebe über sein Thema sprach. Hierdurch wohl gelang es ihm auch, die Anwesenden mit seinen Worten zu berühren. Er nahm wahr, dass nun „so viele Herzen offen sind“, wie er am Ende sagte, und fragte, ob man bemerkt habe, wie der Raum sich allmählich gefüllt habe. Auch bei den „unsichtbaren Gästen“ bedankte er sich deshalb zum Abschluss für ihr Erscheinen.
Man hatte in Stolps Vortrag einen weiteren Beleg dafür, dass sich tatsächlich zunehmend mehr Menschen für die Möglichkeiten der Verbindung mit Verstorbenen öffnen, während andererseits auch die Wissenschaft zu Ergebnissen kommt, die Rückschlüsse auf ein Fortleben nach dem Tod ziehen lassen – nicht zuletzt wie im Fall von im Jahr 2014 publizierten Forschungsresultate der Universität Southampton (siehe http://web.de/magazine/wissen/leben-tod-30125522 )
Informationen:
Es besteht, wie Hans Stolp sowohl theoretisch darlegt als auch durch eigene Erfahrungen begründet, eine kontinuierliche, konkrete Verbindung zwischen Verstorbenen und Lebenden, die auf vielfache Weise erfahrbar ist. Die Liebe bildet demnach die Grundlage für dieses geistige Band, das es sich bewusst zu machen gilt. Hans Stolp (1942) ist ein – unter anderem aus Radio und Fernsehen – sehr bekannter holländischer, freier Pfarrer und Schriftsteller. Er schrieb viele Bücher über esoterische Themen, zum Beispiel über die Engel, über das Leben nach dem Tode, über den Einweihungsweg, über Nah-Tod-Erfahrungen. In Deutschland sind seine Werke im Aquamarin-Verlag erschienen. In seiner bislang nur auf Holländisch veröffentlichten Autobiographie „Waar haal je het vandaan?“ schildert er eindrucksvoll eigene hellsichtige Erfahrungen und Begegnungen mit geistigen Wesen. Klar geht aus ihr hervor, welche Bedeutung die christliche Esoterik für die Gegenwart und Zukunft der Menschheit besitzt.Links: www.hansstolp.nl (auch auf Deutsch), www.stichtingdeheraut.nl
>> Bücher von Hans Stolp zum Thema:
– Begegnungen im Lichtreich – Über den bleibenden Kontakt mit jenen die bereits in eine lichte Welt vorausgegangen sind (mit Margarete van den Brink gemeinsam verfasst)
– Bleib, mein goldener Vogel: Ein sterbendes Kind erzählt
– Die ersten drei Tage im Jenseits: Was die Seele unmittelbar nach dem Ablegen des Körpers durchlebt
– Die Sterbestunde: Bewusstes Abschiednehmen
– Der Weg ins Jenseits: Ein Trostbuch, wenn ein geliebter Mensch in eine lichtere Welt weitergegangen ist
Sonntag, 12. April 2015, 20 Uhr, Vortrag:
„Der Körper der Landschaft und der menschliche Körper“
Referent: Marko Pogačnik

Bericht:
Am 12. April wurde Marko Pogačnik in der Kulturwerkstatt der Kulturwerkstatt-Preis 2014 verliehen, den er gemeinsam mit seiner Tochter Ana erhalten hat. Der aus Slowenien stammende Bildhauer und Schöpfer des Staatswappens seines Heimatlandes wurde in den 60ern und 70ern zunächst als Mitglied der Künstlergruppe OHO bekannt. Als Autor und Geomant ist er international ein gefragter Experte und Kursleiter auf seinem Gebiet. Dennoch hatte er sich die Zeit genommen, unmittelbar nach dem von ihm in Basel veranstalteten Seminar und vor seiner frühmorgendlichen Weiterfahrt Richtung Paris den Preis persönlich vom Vorstand Dr. phil. Björn Steiert entgegenzunehmen. Dieser war selbst schon vor längerer Zeit unter anderem durch ein Praktikum in der nahen Buchhandlung Hanna Poltier auf die Publikationen des Referenten aufmerksam geworden.
Der Kulturwerkstatt-Preis stellt eine Anerkennung für Menschen oder Institutionen dar, auf die wenigstens eines der Vergabekriterien zutrifft. Diese skizzieren insbesondere solche Persönlichkeiten oder Einrichtungen als geeignet, die sich bei einer grundsätzlich toleranten und freilassenden Haltung
– 1) auf dem Gebiet der geistigen Forschung beiziehungsweise ganzheitlichen Wissenschaft wesentliche Erkenntnisse erarbeitet und/oder daraus praktische Anwendungsmöglichkeiten entwickelt haben;
– 2) sich als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen weltanschaulichen Strömungen und Kulturen verdient gemacht haben;
– 3) oder deren gesellschaftliches oder künstlerisches Wirken einen Bezug zu einem tieferen Welt- und Menschenbild erkennen lässt, als es dem einseitig materialistischen Paradigma entspricht.
Marko und Ana Pogačnik erhielten den Kulturwerkstatt-Preis 2014 für ihre Neubegründung der Geomantie als umfassende Kommunikation. Das ökologische Bewusstsein bezieht hierbei auch die spirituelle Dimension der Umwelt grundsätzlich mit ein, so dass all deren Wesen und „das Wesentliche“ erfassbar wird.. In der vor dem Publikum verlesenen Begründung der Preisverleihung hieß es hunter anderem: „Neben den überlieferten Methoden, die Qualität eines Raumes zu erfassen und zu gestalten, wie man sie etwa aus dem Osten als Feng Shui kennt, ist uns durch Ana und Marko Pogačnik die Anregung zu einem eher intuitiv-kreativen Zugang gegeben geworden, die man nicht nur als Ergänzung, sondern als wesentliche Bereicherung ansehen darf.“ Beide Preisträger zeichnen sich zudem durch ihr Friedensengagement (etwa für den Nahen Osten), ihre Würdigung der besonderen Qualität des Weiblichen und die Hinterfragung gängiger Vorstellungen aus.
Seinen anschließenden Vortrag begann der mit langem Applaus bedachte Pogačnik mit der Feststellung, dass die Ehrung ihn und seine Tochter überrascht habe. Es habe beide gefreut, dass man hier wahrgenommen habe, was sie in Slowenien (und darüberhinaus) aufgebaut hätten. Er gestaltete sein Thema im Folgenden als Vorstellung seines Lebensweges und seiner Tätigkeiten. Anfang der 70er Jahre habe er in Slowenien eine Kommune mitbegründet, Ziegen und Schafe gehütet und sich immer mehr mit spirituellen Inhalten befasst. Dies sei im damals kommunistischen Jugoslawien verboten gewesen. So habe er alles, was die Erschließung eines spirituellen Verständnisses von Landschaft und Umwelt anging, aus sich selbst heraus neu entwickeln müssen. Dergestalt erschloss er sich die Grundlagen, aus denen später seine Kunst der Lithopunktur entwickelte. Demgemäß begreift er eine Landschaft als von Energielinien und höheren Organen durchzogenes System, das insofern dem menschlichen Körper mit seinen Meridianen und Chakren gleiche. Alles sei für sich genommen eine Einheit, die in jeweils besonderer Weise „alles“ umfasse – ein sogenanntes „Holon“. Auch die sogenannten Elementarwesen seien nicht allein „draußen“ zu finden, der eigene Körper werde ebenfalls durch ein solches mit aufgebaut. Aus dieser analogen Perspektive ergibt sich , dass man zur Heilung einer „kranken“ Landschaft auch jene der Akupunktur verwandte Methode verwenden könne, indem man auf markante Punkte Steinsetzungen vornehme. Diese gestalte er als Träger sogenannter „Kosmogramme“ . Hierunter versteht Pogačnik im inneren „Dialog“ mit dem Ort entstandene Bildschöpfungen, die diesen an sein eigentliches Potenzial erinnern und eine Art „kommunikativen Fluss“ mit den Wesen erreichen sollen, die nicht unsere Sprache sprechen.
Der Referent erklärte, die subtileren Eindrücke einer Landschaft nicht ständig wahrzunehmen. Dies könne nämlich auch belastend und anstrengend sein. So öffne er sich zu diesem Zweck ganz bewusst. Lasse man sich auf eine Umgebung ein, könne man dann beispielsweise die Ein- und Ausatmungspunkte von Energieströmen erspüren. Leider würden diese heute aus Unwissen oder Ignoranz häufig überbaut und zubetoniert, wodurch sich auch für den Menschen schädliche Störungen ergeben würden. Allerdings könne man versuchen, an das noch Gesunde anzuschließen und als Ausgleich kleine Inseln, etwa im eigenen Garten schaffen. In diesem Zusammenhang erwähnte er, wie er kürzlich von der Bürgermeisterin eines Ortes in Brasilien um Hilfe gebeten worden sei. Die diesen umgebenden Berge würden nämlich durch amerikanische Firmen ihres Eisens beraubt und dadurch buchstäblich zur hohlen Kulisse, was ihr große Sorgen bereite …
Vieles deutete auf das gegenwärtige Leid der Erde hin, die Pogačnik durchaus als bewusstes Lebewesen auffasst, das uns und all seinen Bewohnern gegenüber gütig und liebend eingestellt ist. Er skizzierte jedoch auch die hoffnungsvollere Aussicht, dass sich derzeit große Wandlungen vollzögen, die von den Menschen nur noch nicht erkannt, sondern eher unterbewusst wahrgenommen würden. Es handle sich hier um eine Art „Rettungsversuch“ seitens der Erde, der bedinge, das sich unser Verständnis der Wirklichkeit ändern werde – sofern wir uns darauf einlassen. Zur weiteren Vertiefung in dieses komplexe Thema konnte er an dieser Stelle auf seine von der Lotusbuchhandlung Faller ausgestellten Bücher verweisen wie den „Quantensprung der Erde“. Im September wird weiteres in einer Publikation über das „Universum des Körpers“ zu lesen sein.
Geomantie sei keine exakte Wissenschaft, aber eine Möglichkeit des umfassenderen, „künstlerisch“ geprägten Zugangs zur Wirklichkeit, fasste er zusammen, und schon in der Renaissance habe man doch das Ideal des Zusammengehens von Kunst und Wissenschaft gehabt. Im Übrigen ist er auch selbst noch auf verschiedene Weise künstlerisch tätig, etwa zusammen mit seiner Frau. Aber Kunst müsse heute wieder einen stärkeren Bezug zum Leben gewinnen, in dieses eingreifen, und dürfe sich nicht bloß in ihrem eigenen elitär-intellektuellen Zirkel vollziehen.
Der Referent verstand seinen gut besuchten Vortrag als Geschenk an die Kulturwerkstatt und verzichtete auf ein Honorar.
Informationen:
Aus Perspektive der Geomantie ist eine Landschaft immer auch Ausdruck der Seele und des Geistes eines Ortes, belebt durch sichtbare, aber auch den gewöhnlichen Sinnen unsichtbare Wesenheiten der unterschiedlichsten Art. Damit steht sie zugleich in Beziehung zu unserem Körper, der Ausdruck unserer Seele und unseres Geistes ist, und kann durch diesen intuitiv erfahren und ergründet werden. Umgekehrt lässt sich auch sagen: Je tiefer wir in eine Landschaft eintauchen, umso mehr erfahren wir zugleich über uns selbst.
Marko Pogačnik, geboren 1944, ist – zusammen mit seiner Tochter Ana – Träger des Kulturwerkstatt-Preises 2014, verliehen für ihre Neubegründung der Geomantie als umfassende Form der Kommunikation. Als Künstler sowie als Autor vieler Bücher im Geist einer zeitgemäßen, in die Zukunft weisenden Spiritualität erlangte er einen hohen Bekanntheitsgrad und darf als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Gegenwart auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Pogačnik ist weltweit in Erdheilungsprojekten engagiert, bei denen er unter anderem die von ihm entwickelte Methode der Lithopunktur anwendet. Außerdem ist er Schöpfer des Staatswappens von Slowenien.



Samstag, 11. April 2015, 20 Uhr, Vortrag:
Der für diesen Termin vorgesehene Vortrag von Hanno Wember über das Thema
„Das Shakespeare-Rätsel. Spurensuche und Indizien“
wird verschoben. Ein Ersatztermin wird mitgeteilt. Informationen zum Thema finden sich auf der Seite www.shakespeare-today.de
Samstag, 14. März 2015, 20 Uhr, Vortrag:
„Heilen mit Klang“
Referent. Frank Wikke

Bericht:
Der seit 2006 als Klangschalentherapeut tätige Referent Frank Wikke referierte in der Kulturwerkstatt auf Einladung des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. über das Thema „heilen mit Klang“. In seiner Selbstvorstellung erwähnte er, dass er sich intensiv mit Numerologie, Symbologie, Reiki, „Klaki“ (= Kombination aus Reiki und Klang), Schamanismus und anderem mehr beschäftigt habe. Er verbinde dies, wo immer es ihm sinnvoll erscheine. Und so wollte er auch die Zuhörer nicht auf eine bestimmte Form der Therapie einschwören. Allerdings könne die Anwendung von Klangschalen in vielen Fällen sehr hilfreich sein, auch die Behandlung bei einem Psychologen oder Psychater unterstützen, ja verkürzen. .
An den Beginn seines Vortrags stellte er ein Motto: „Die Welt ist Klang/Klang ist Schwingung/Schwingung ist Klang/Energie ist Klang/Leben ist Klang /Leben ist Liebe.“ Er präsentierte den Anwesenden jedoch nicht nur verbale Informationen, sondern ließ sie das Phänomen Klang gleich unmittelbar erleben, indem er in Tibet handgefertigte Klangschalen – auf Englisch „Singing Bowls“ – ertönen ließ. In diesen Klangteppich mischten sich dann auch eher „männlich“ betonte Impressionen einer Schamanentrommel sowie den Bewusstseinsraum eröffnenden Zimbelklänge.
Im Gründe, so Wikke, könne man Klang auf drei Ebenen anwenden und mit ihm „drei Türen“ öffnen. Neben dem erwähnten Einsatz bei psychischen Problemen erwähnte er den gesamten körperlichen Bereich und auch die Übergänge von Geburt und Tod. Seit 5000 Jahren sei die Praxis des Heilens mit Klang schriftlich in den indischen Veden belegt. Zur Herstellung einer Klangschale, die nicht via Laser, sondern noch von Hand gefertigt werde – heute meist in Nepal – benötige man 20 bis 30 Stunden und mehrere Menschen. Man hämmere die Form dann aus der Mitte heraus, ohne vorher zu wissen, welchen Ton die fertige Schale erzeugen werde und welcher Körperregion sie damit zuzuordnen sei. Für bestimmte Gongs benötige man gar fünf Arbeitstage.
„Wasser ist Leben“, erklärte Wikke. Und da der Mensch zu bis zu 80 Prozent aus Wasser bestehe, könne man sich leicht vorstellen, wie die Wirkung von Klang auf das Wasser sich auch auf den Menschen beziehungsweise dessen Zellwasser übertrage. Sie bringe den Menschen wieder „in Form“. Sie informiere ihn mit geordneten Strukturen – wie man an Emotos Aufnahmen von positiven Informationen ausgesetzten Wasserkristallen nachvollziehen könne. Dies sei im Übrigen auch ein Effekt bestimmter Musik. So wisse man, dass Mozart heilend wirken könne, während Heavy Metall eher krankmachendes Potenzial habe. Bei den Klangschalen nun gehe es nicht darum, wie etwa bei den Chiropraktiken, durch „Druck“ Heilung hervorzubringen. Die Klangschalentherapie mache nicht durch „Schmerz“ gesund oder beschwerfrei, sie versetze ganz ohne Gewalt – sanft, aber eindringlich – in einen Zustand der Entspannung. Und wenn der Mensch dabei in seine je indiviuell optimale Schwingung gelange, die zwischen 4 und der Schumannresonanz 7,8 Hz (dem Erdton) liege, könne Heilung geschehen. Das System heile sich selbst. Dies wirke dann auf den Stoffwechsel auf das Immunsystem. Verblüffend sei für ihn gewesen, dass manche Schalen bei bestimmten Menschen anfangs gar nicht geklungen hätten. Offenbar hätten diese erst die entsprechende, fehlende Resonanz wieder in sich aufbauen müssen.
Wikke unterschied zwei Systeme der Therapie. Nach Hess würden bis zu drei, nach Hafner 9 Schalen verwendet, die man um beziehungsweise auf dem bekleideten Organismus platziere. Im letzteren Fall lasse sich in der Anordnung die Form der Merkaba erkennen – somit dem Heagramm, das für die Durchdringung von Geist und Materie stehe. In diesem Zusammenhang kam Wikke auch auf die „Blume des Lebens“ und den „goldenen Schnitt“ zu sprechen. Bei der Therapie könnten auch innere Bilder aufsteigen. Und es sei wichtig, dass man viel gutes Wasser trinke, um den Prozess zu unterstützen. Klangschalenbehandlungen eigneten sich sehr gut bei ADS, Allergien, Bronchien- und Lungenerkrankungen, Schmerzen, Kinderlosigkeit und während der Schwangerschaft (in hinreichendem Abstand), seien aber kein Allheilmittel. Zur Stärkung und Wiederherstellung des Immunsystems ließen sie sich auch ergänzend bei Krebs einsetzen. Wikke brachte allerdings deutlich zum Ausdruck, dass er von manchen Formen der konventionellen Therapie wenig hielt. Die Zahl der Toten nehme immer mehr zu, bei Einsatz immer teurerer Mittel – da müsse man sich doch irgendwann fragen, ob da nicht grundsätzlich etwas falsch laufe, und sich der eigenen Verantwortung für die Gesundheit bewusst werden. Ihm selbst sei einst eine Diagnose gestellt worden, nach der er eigentlich nicht mehr leben dürfe (MS), doch nachdem er alles versucht habe – „Wenn es um mein Leben geht, will ich ein Wörtchen mitreden!“ -, sei er geheilt worden und seit rund 15 Jahren „sowas von gesund“ … Desweiteren seien Klangschalen geeignet zur Durchführung von Zeremonien – bei denen hätten Klangelemente schon immer eine große Rolle gespielt -, in depressiven Phasen oder zur Sterbebegleitung. Auch Tiere wprden gut auf die Behandlungen ansprechen.
Wikkes Vortrag war klar und anschaulich und in jeder Hinsicht freilassend. Er spreche über dieses Gebiet nicht missionierend – wohl aber war die Leidenschaft zu bemerken, die er für sein Thema empfand. Zudem lag ihm daran, die Anwesenden immer wieder selbst die Phänomene erleben zu lassen, etwa indem sie die Hand in eine mit Wasser gefüllte, angeschlagene Klangschale tauchen oder eine schwingende Klangschale halten durften. So hatte man sowohl in theoretischer als auch praktischer Hinsicht manches von diesem Abend mitnehmen können.
Informationen:
Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ betitelte Joachim-Ernst Berendt einst sein großes Werk über die Bedeutung und Wirkung von „Schwingung“, die auch im Hinblick auf unsere Gesundheit gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die Erfahrungen zeigen: Unser Körper reagiert auf den Klang, unabhängig von unserem bewussten Willen oder unserem Glauben daran.
Das Heilen mit Klang ist mindestens über 5000 Jahre alt und uns in Form der Klangschalentherapie aus dem asiatischen Raum bekannt, wo akustische Elemente auch als wichtige Bestandteile in Zeremonien eingeflossen sind. Jeder dürfte das Bild der mächtigen Gongs und Trommeln bei asiatischen Festen vor Augen haben. Die tibetischen Mönche verfügen noch heute über das traditionelle Wissen des Heilens mit Klängen. Der Klang, der Ton, spielt auch bei den Naturvölkern eine bedeutsame Rolle. Wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, sind es vorrangig Trommeln, Gongs, Didgeridoos oder ähnliche „Klanginstrumente“, die diesen Prozess unterstützen und begleiten. Eine Zeremonie ohne Klänge wäre für diese Menschen undenkbar.
Frank Wikke, Klangschalentherapeut seit 2006, informiert in seinem Vortrag über Klangerlebnisse, Klangmassagen und die Möglichkeiten einer Klangschalentherapie. Im Englischen spricht man von „singing bowls“, also singenden Schalen. Von deren schönen „Gesängen“ eingestimmt, erwartet die Vortragsbesucher ein interessanter Ausflug in die Welt der Klänge …
Samstag, 07. Februar 2015, 20 Uhr, Vortrag:
„Die Praxis der übersinnlichen Wahrnehmung“
Referent: Karsten Massei

Bericht:
Mit großer Vorfreude sei der Referent Karsten Massei nach Lörrach angereist, erfuhren die zahlreich erschienenen, vom Veranstalter begrüßten Zuhörer. Der in der Tat spürbar mit Freude an seinem Thema „Die Praxis der übersinnlichen Wahrnehmung“ sprechende Autor stellte seinen Vortrag unter das Motto „Das/Dein Innerstes ist das Herz der Dinge und Wesen“. Er bezog sich ganz auf die Erfahrungen und Erkenntnisse, die ihm auf diesem Weg geworden sind. Es sei letztlich illusionär, Subjekt und Objekt streng voneinander zu trennen, wie dies die Wissenschaft heute versuche. Auf diese Weise gehe einem sogar ein wichtiger Zugang zu tieferen Erkenntnissen verloren. Denn da man selbst Teil der Welt sei, könne man in sich auch etwas über diese erfahren und umgekehrt. Es komme darauf an, allem was einem begegne, mit der Offenheit des „inneren Kindes“ kennenzulernen und nicht künstliche Grenzen aufzurichten.
Wenn man sich nun heute an die Erde wende und erfrage, was sie sich von dem Menschen wünsche, so ergebe sich, dass es vor allem darauf ankomme, ihr Treue entgegenzubringen. Um der Bedeutung dieser Aussage nachzuspüren, spannte Massei einen weiten Bogen. Er beschrieb, dass jeder Mensch vor seiner Geburt eine Art Vorausschau auf sein Leben habe, so wie er umgekehrt nach seinem Tod eine Rückschau erlebe. Nun sei diese Vorschau oft auch mit einem Erkennen der gegenwärtigen Not der Erde verbunden, wobei die sich zur Geburt Begebenden auch von den Erfahrungen der Verstorbenen lernen würden. Letztere „belehren“, so Massei, gleichsam die sich inkarnierenden Seelen darüber, was der Erde Not tue. Dies sei einer von mehreren Gründen, warum die heutigen Ausbildungsinstitutionen nicht den Erfordernissen und Bedürfnissen der jungen Generationen angepasst seien. Diese bringen schon Veranlagungen mit, denen die hiesigen Gegebenheiteneinfach nicht mehr adäquat sind. Sie seien gewissermaßen bereitrs „über all das hinaus“.
Wolle man sich nun näher mit den Wesen der Erde befassen – worunter der Referent sowohl Pflanzen, Tiere als auch Naturgeister verstand – so sei es sinnvoll mit der Frage „Was wünscht Du Dir von mir?“ an diese heranzutreten. Denn ein zudringliches, direktes Erforschenwollen sei oft gar nicht das, was einem den Zugang zu ihnen eröffnen könne. Vielleicht würde zum Beispiel eine Pflanze es lieber haben, dass man einmal um sie herumgehe oder ihr den Rücken zuwende? Die Wesen selbst seien es, die einem die Methode vermitteln würden, die zu ihrem Verständnis führe. Und dabei nehme man auch etwas von dem an, das man zu erkennen suche beziehungsweise finde es in Form einer „Resonanz“ in sich wieder. So berichtete er als Anekdote, wie er sich einmal auf ein bestimmtes Pferd konzentriert habe, nach desse Problemen ihn ein Anrufer gefragt habe. Da sei seine gerade aufgewachte Tochter ins Zimmer gekommen und habe gerufen: „Papa, du hast ja einen Pferdekopf!“ … Ein Pferd strahle durchaus eine ganze Qualität aus als etwa eine Kuh oder ein Schwein. Massei las auch einige Sätze vor, die einem etwas vom Grundcharakter eines bestimmten Baumes vermittelten. Von Baum zu Baum betrete man gleichsam eine andere Welt. Es könne im Übrigen sein, dass zur Erkenntnis der unterschiedlichen Wesen von uns Fähigkeiten verlangt würden, die wir noch nicht oder erst im Ansatz entwickelt hätten. Die von den Bienen hervorgebrachten Substanzen könne man beispielsweise leicht untersuchen und qualitativ erspüren, indem man sie in die Hand nehme. Um sich einer einzelnen Biene anzunähern, sei dieser Weg aber nicht geeignet. Und um gar ein ganzes Bienenvolk zu „begreifen“, in all seinen unterschiedlichen Entwicklungsphasen, bedürfe es eines überschauenden Blickes.
Die einem mit prüfendem und neugierigen Blick begegnenden Naturgeister würden eine bejahende Haltung, ein bewusstsein im Hier und Jetzt schätzen und hätten gar nichts übrig für den „Jammergesang“, mit dem man belastet von Alltagssorgen oft an sie herantrete. Interessant sei, wie sie einem Fragen stellen. „Über welche Erden bist du gegangen“, würden zum Beispiel die Erdgeister wissen wollen. Die Erfahrung sinnlicher Qualitäten spiele überhaupt eine wichtige Rolle als Brücke zum Wahrnehmen des sich im Sichtbar-Manifesten ausdrückenden Übersinnlichen. Eine weitere wichtige Haltung in der Annäherung an das sogenannte Übersinnliche sei die eines gewisssen Grundvertrauens. Massei zitierte einen Aussschnitt aus dem Buch „Die Symphonie der Wale“ von Alexandra Morton, einer Forscherin, die in Kanada das eindrückliche Erlebnis hatte, in einem Boot mit anderen nach aufgekommenen Nebel und Verlust der Orientierung von den großen Meeresäugertieren wieder sicher an Land geleitet worden zu sein. Woher sie augenblicklich gewusst habe, dass sie ihnen beziehungsweise der ihr dies sagenden inneren Stimme vertrauen könne, wisse sie bis heute nicht.
Der Referent wob in seine Darstellungen immer wieder kurze, aber bezeichnende Schilderungen von Begebenheiten ein, in denen ihm übersinnliche Erfahrungen zuteil geworden seien, so etwa in einem Kaufhaus, wo ihn ein dort anwesender Geist – womöglich der Hausgeist – darauf aufmerksam gemacht habe, wie viele Menschen mit den hier angebotenen Produkten weltweit verbunden seien. Massei sprach allerdings als wichtigen Punkt an, dass Menschen, die entsprechende Fähigkeiten besitzen oder entwickeln, eines schützenden sozialen Rahmens und einer grundsätzlichen Wertschätzung bedürften, sonst würde es ihnen schwerfallen, mit ihren Gaben zurechtzukommen.
In der anschließenden Fragerunde nach der Rolle der inneren Stimme gefragt, sagte er, dass es manchmal durchaus Zeit brauchen könne, bis sie sich in Entscheidungsfragen deutlich ausspreche. Übrigens könne es sein, dass der Kopf etwas ganz anderes zu einer Entscheidung sage als der mittlere Mensch oder die Gliedmaßen. Je tiefer man gehe, desto „geerdeter“ seinen gleichsam die Antworten. Auch über das sich Einfühlen in das Wesen und das Schicksal anderer ergänzte Massei noch manches.
Insgesamt gewann man den Eindruck, dass es Massei nicht darum ging, einen schnellen Weg zu spektakulären Erfahrungen aufzuzeigen, sondern einen weit sicherenen, der über ein immer bewussteres Wahrnehmen und Sich-Verbinden mit der Umwelt führt. So konnte man sich auch in den kurzen Pausen, die der Vortragende zwischendurch immer wieder unwillkürlich einlegte, auch auf das Gehörte besinnen und die Worte in sich nachklingen lassen. Inhaltlich schloss der Vortrag vor allem an Masseis Buch „Zwiegespräche“ an, dass die Anwesenden an einem von der Buchhandlung Metzler angebotenenen Büchertisch mit anderen Titeln erwerben konnten.
Informationen:
Ausgehend von den Sinneswahrnehmungen ist es, wie der Referent in seinem Vortrag darlegen wird, möglich, seine Aufmerksamkeit so zu schärfen, so dass man zu eigenständigen Erkenntnissen über die Wesen des eigenen Lebensumkreises kommt. Damit sind vor allem die Wesen der Pflanzen und Tiere, aber auch die Wesen der elementaren Welt gemeint. Sie offenbaren sich einerseits der ruhigen ausdauernden Beobachtung. Andererseits trägt die Seele in sich eine Weisheitsnatur, die es ihr ermöglicht, zu tieferen Einsichten und Wesensberührungen zu kommen. In dem Vortrag werden Schritte gezeigt, die zu eigenen geistigen Erfahrungen führen können.
Zu seiner Biografie sagt Karsten Massei: „1963 wurde ich in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte ich zwei Jahre an der Freien Universität. 1986 lernte ich in Irland die anthroposophische Heilpädagogik kennen und begann in der Schweiz die Ausbildung zum Heilpädagogen, die ich 1992 abschloss. Seitdem arbeite ich an einer heilpädagogischen Tagesschule in Zürich. Ich bin verheiratet und habe drei erwachsene Kinder. Ein großer Teil meiner Aufmerksamkeit gilt den geistigen Zusammenhängen, die zwischen den sichtbaren und unsichtbaren Wesen der Erde und dem Menschen bestehen. Ich biete Seminare zur Praxis der übersinnlichen Wahrnehmung an. Ebenfalls befasse ich mich mit dem Wesen der Kinder der heutigen Zeit. Ich biete Biografie- und Lebensberatung an und unterstütze Therapeuten beratend bei ihrer Arbeit.“
Publikationen:
„Schule der Elementarwesen“ (2011);
„Botschaften der Elementarwesen“ (2013);
„Die Gaben der Bienen“ (2014)
„Zwiegespräche mit der Erde. Ein innerer Erfahrungweg“ (2014)
Samstag, 22. November 2014, 20 Uhr, Vortrag:
„Homöopathie. Neue Methoden der Heilmittelfindung“
Referent: Markus Kuntosch

Bericht:
In der Kulturwerkstatt referierte Markus Kuntosch, homöopathischer Arzt aus Kandern, über „Homöopathie. Neue Methoden der Heilmittelfindung“. Die Homöopathie ist zwar eine sehr beliebte Heilmethode – wie auch die häufige Thematisierung in den Medien belegt. Man behandelt in ihr – wie der aus dem Altgriechischen stammende Begriff „Homöopathie“ schon sagt – Ähnliches mit Ähnlichem. Das heißt: Zur Heilung werden Stoffe eingesetzt, die unmittelbar eingenommen, (zumindest bei feinfühligeren Menschen) die Symptome der zu behandelnden Krankheit hervorrufen würden. In außerordentlich hohen Verdünnungen (Potenzen) wirken diese aber wie eine Reiztherapie. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings, dass jeder Mensch in der Homöopathie als Individuum behandelt wird – seine gesamte Disposition (Vorlieben, Abneigungen, Verhaltensweisen …) muss berücksichtigt werden, um das auf ihn zugeschnittene Mittel zur allgemeinen Stärkung seiner Konstitution und indirekten Behandlung des Symptoms zu finden. Es gehe darum, so Kuntosch, den richtigen Schlüssel zu entdecken, der im besten Fall alles öffnet. Komplexere Krankheiten oder Situationen seien komplizierteren Schlössern vergleichbar. Die Schulmedizin „bekämpft“ im Unterschied zur Homöopathie die Symptome mit unmittelbaren Gegenmaßnahmen. So ergänzen sich beide Therapierichtungen.
Jedoch ist allgemein weniger bekannt, welche Weiterentwicklung in Diagnose und Therapie es auf dem Gebiet der Homöopathie in den 200 Jahren seit ihrer Begründung durch Samuel Hahnemann gegeben hat.
Hierzu zählen die Berücksichtigung Farbvorliebe , die Analyse der Handschrift und der Bezug zum Periodensystem der Elemente. Kuntosch stellte zunächst die Bedeutung der Farben für die Wahl des homöopathischen Mittels vor. Man greift hierbei auf Farbtafeln mit 120 Farbfeldern zurück, die in einem aufwendigen Verfahren in 24 definierten Reinfarben gedruckt sind. Die Entdeckung dieses Forschungsfeldes begann vor rund 30 Jahren mit dem Kölner Arzt Hugbald Müller. Seitdem wurde bei über 10 000 Patienten die Farbvorliebe über Jahre systematisch überprüft. Hierbei ergab es sich, dass bei Patienten, die die gleiche Farbvorliebe aufwiesen, auch die gleichen Mittel eine Heilung herbeigeführt hatten. Somit handelt es sich um eine aus der Praxis gewonnene Erkenntnis, die nun auch hilfreich sei, wenn man nach der Anamnese nicht sicher sei, welches Therapeutikum aus der engeren Wahl das beste wäre. Oft liefere die Farbvorliebe auch wichtige Hinweise auf die sogenannten „kleineren“ Mittel, die weniger häufig beziehungsweise nur im Fall einer spezielleren Symptomatik eingesetzt würden. Im eingesetzten Repertorium sind circa 1100 Mittel einer bestimmten Farbe zugeordnet. Probleme hierbei könnten sich daraus ergeben, dass manche Patienten Farben aufgrund modischer Trends nicht persönlicher Vorlieben wählen oder nicht in der Lage seien, sich zu entscheiden. Letzteres wäre allerdings auch oft schon ein Hinweis. Im besten Fall solle man die Entscheidung ganz unbefangen treffen – ohne das eigene psychologische Vorwissen anzuwenden. Die aussagekräftige Angabe seiner Lieblingsfarbe könne ein Mensch etwa ab dem Alter von drei oder vier Jahren treffen. Als Beispiel kam Kuntosch unter anderem auf die Farbe „Gelb“ zu sprechen. Negativ ausgedrückt hätten diese Menschen oft eine Tendenz, nicht richtig mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen.
Ein interessanter Punkt – im späteren Hinblick auf das Periodensystem – war noch der Aspekt, auf welche Elemente beispielsweise das (blaue) Blut bei Schnecken aufgebaut ist, oder die das Pflanzengrün hervorbringende Photosynthese. Auch hieraus ergäben sich Aufschlüsse.
In ähnlicher Weise gebe auch die Handschrift Aufschluss über die Wahl eines passenden Mittels. Bislang wurden über 2000 Handschriften mit den zugehörigen Anamnesen ausgewertet. Die Ähnlichkeiten der Handschriften von Patienten, bei denen dasselbe Mittel zur Heilung eingesetzt wurde, seien oft so groß, dass man glauben könne, sie stamme von ein und derselben Person. Auch andere signifikante Eigenarten – etwa häufiges dickes Durchstreichen oder Korrigieren einzelner Buchstaben – seien zu beachten. Man könne davon ausgehen, dass sich eine charakteristische Handschrift im Alter von circa elf oder zwölf Jahren herausgebildet habe. Kuntosch zeigte anonymisierte Beispiele. Besonders typisch sei eine Handschrift, die sich in ähnlichen Ausprägungen überdurchschnittlich häufig bei jungen Frauen finde. Sie weise hin auf die Überforderungssituation, die familiären und beruflichen Lebensziele in Einklang zu bringen. Wieder andere Schriften könnten Indizien darstellen auf die Problematik der Abkapselung bestimmter schockhafter Erlebnisse. Kuntosch betonte indes, dass es bei der Handschriftenanalyse weniger um Charakterkunde oder Psychologie gehe, sondern die Wahl des zutreffenden Mittels anhand bestimmter Charakteristika. Im Zweifelsfall sei die Farbwahl maßgeblicher.
Zuletzt stellte Kuntosch vor, wie sich im Periodensystems der Elemente, wie es jeder aus dem Physikunterricht kennt, charakteristische Grunderfahrungen der Biographie wiederspiegeln. Die sieben waagrechten Reihen repräsentierten die jeweiligen Lebensphasen (die Kernzahl jeweils grob das Lebensalter), die senkrechten die Entwicklungsstadien einer Situation, die sich mit dem Weg zu einem Gipfel (dem jeweiligen Ziel) und dem darauf folgenden Abstieg in Verbindung bringen ließen. So könne man das anhand des Periodensystems in Bezug zur Konfliktlage aufgefundene Element zur Therapie einsetzen. Diese Erkenntnis – eine Pionierleistung – geht auf Jan Scholten zurück, der nun in ähnlicher Weise auch weiteres über pflanzliche und tierliche Therapeutika erarbeite.
Die zuunterst stehenden, eigentlich schon nicht mehr natürlich vorkommenden, radioaktiven Elemente des Periodensystems tendierten zur Schwere. Sie hätten auch einen Bezug zu den meist schwerer werdenden Erkrankungen der letzten Lebensphase. Allerdings sei auffällig, dass heute schon viele Kinder Tumore hätten. Es sei sehr eigentümlich, mit diesen Kindern zu arbeiten. Oft habe man den Eindruck, von ihnen wie mit einem Röntgenblick durchdrungen zu werden …
In jedem Fall solle man das Periodensystem nicht einfach nur schematisch interpretieren, denn es sei durchaus möglich, dass für einen älteren Patienten auch ein Element aus den Reihen der jüngeren Lebensphasen das richtige Therapeutikum darstelle. Viele unaufgearbeitete Konflikte würden fortwirken.
In der Fragebeantwortung konnte Kuntosch auf langjährige, reiche Erfahrungen seiner Tätigkeit als Arzt zurückgreifen, die er als ungemein spannend erlebt. Auch an sich selbst hat er die Wirkung unterschiedlicher Präparate erprobt. Einige Zuhörer hatten noch allgemeine Fragen zur Homöopathie, etwa ob etwa Kaffee wirklich einen negativen Effekt auf den Erfolg des Einsatzes homöopathischer Mittel habe, was Kuntosch nicht bestätigen konnte.
Zu allen drei schwerpunktmäßig behandelten Themen hat Kuntosch‘ Kollege Ulrich Welte grundlegende Werke mit Fallskizzen im Narayana-Verlag publiziert – das jüngste stellt die Relevanz des Periodensystems in den Mittelpunkt und befasst sich exemplarisch mit der Silberserie. Kuntosch, Welte und Herbert Sigwart praktizieren gemeinsam in Kandern. Die Praxis ist mit dem Narayana-Verlag – einem der größten Homöopathie-Verlage in Europa – verbunden .
Infos: www.homeo.de www.narayana-verlag.de
Informationen:
Die homöopathische Heilkunst hat sich in den 200 Jahren ihrer Ausübung stetig weiter entwickelt. Aufbauend auf der Erfahrung der „alten Meister“ haben führende Homöopathen weltweit Methoden eingeführt, die die Heilmittelfindung bei den immer komplexer werdenden Krankheitsphänomenen unserer Zeit enorm bereichert haben. Bahnbrechend waren hier vor allem die Beiträge von Dr. Hugbald Volker Müller aus Köln oder von Jan Scholten aus Holland. Müller führte die Fallanalyse mithilfe von Lieblingsfarbe und Handschrift in die Homöopathie ein. Er fand heraus, dass viele seiner Patienten, bei denen dieselbe homöopathische Arznei hilfreich war, häufig nicht nur die gleiche Lieblingsfarbe teilten, sondern auch oft verblüffend ähnliche Handschriften aufwiesen. „Diesen Ansatz haben wir in unserer Praxis konsequent weiter geführt“, erklärt der Referent, „und mein Kollege Dr. Ulrich Welte hat sie durch die Herausgabe der Farbtafeln und des Handschriftenbuches allgemein zugänglich gemacht. Jan Scholten verdanken wir die homöopathische Entschlüsselung des Periodensystems, in dem sich die menschliche Entwicklung von der Kindheit über die Jugend, das Arbeitsleben bis hin zum Alter widerspiegelt. Jede waagrechte Serie steht hier für eine bestimmte Entwicklungsphase im Leben und die senkrechten Spalten für die Stadien in denen diese Entwicklung durchlaufen werden, vom Beginn, dem Streben bis zu einem Höhepunkt, dem Loslassen und Aufgeben. Auf jeder Entwicklungsstufe kann man ins Stocken oder gar Straucheln geraten. Über die Stellung der Elemente im Periodensystem und den dazugehörigen Lebensthemen lassen sich somit gezielt mineralische Heilmittel für Patienten finden.“ Im Vortrag werden wir anhand konkreter Beispiele einen Streifzug durch das Periodensystem und in die Welt der Farben und Handschriften unternehmen.
Markus Kuntosch, geboren 1968, Arzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren, ist In hausärztlicher Gemeinschaftspraxis mit Dr. Ulrich Welte und Dr. Herbert Sigwart in Kandern im Südschwarzwald tätig. Er absolvierte eine klinische Ausbildung in Chirurgie, Innere Medizin, Onkologie, Geriatrie, Pädiatrie und Psychosomatik. Kuntosch hält Homöopathievorträge in Deutschland, Schweiz, Polen und der Slowakei. Er ist Autor von Fachartikeln für „Spektrum der Homöopathie“, „Homöopathie Zeitschrift“, „Interhomeopathy“ und arbeitete an den Büchern von Dr. Ulrich Welte mit: „Farben in der Homöopathie“, „Handschrift und Homöopathie“ und „Das Periodensystem in der Homöopathie: Die Silberserie“ http://www.homeo.de
Samstag, 25. Oktober 2014
„Magisch – mystisch – megalithisch. Die rätselhafte vorchristliche Vergangenheit von Süd- und Hochschwarzwald“
Referent: Dr. Roland Weis

Bericht:
Schon öfters war in der Kulturwerkstatt von Orten zu hören, die aus den unterschiedlichsten Gründen als „besonders“ bezeichnet werden können. Beispielsweise sprach Marcus Schneider über den sagenumwobenen Kontinent Atlantis und Pilgerwege, Edith Schweizer-Völker über mythische Orte am Oberrhein und Roland Kroell über Orte der Kraft im Schwarzwald und den Vogesen. Nun hielt auch der promovierte Historiker und Leiter der Unternehmenskommunikation Badenova einen Vortrag, in dem er zugleich sein im Rombach-Verlag 2013 erschienenes Buch „Magisch-mystisch-megalithisch“ vorstellte. Darin behandelt er – illustriert durch Fotos von Ramesh Amruth – die rätselhafte vorchristliche Vergangenheit des Südschwarzwalds und der Vogesen.
Eine der Kernaussagen des Buches besteht darin, dass die Relikte die man in der Umgebung vielerorts findet – Mauern, Steinkreise, Felskammern, aufgeschichtete Hügel, Wälle und bearbeitete Monolithen – älter sind, als gemeinhin angenommen. Die kontinuierliche Besiedlung des Schwarzwalds habe nicht erst mit der Verbreitung des Christentums begonnen, sondern reiche – entgegen der früheren Auffassung der Ärchäologie – viel weiter zurück. Schon, dass vor Jahrtausenden im Schwarzwald ideale klimatische Bedingungen geherrscht hätten, lasse dies vermuten. Da ähnliche geschichtliche Perspektiven auch für die Nationalsozialisten interessant gewesen seien, habe man nach dem Zweiten Weltkrieg lange die Auseinandersetzung hiermit gemieden. Man könne es jedoch schon indirekt aus historischen Aufzeichnungen schließen, und es werde inzwischen auch teilweise anerkannt, nur blieben viele Umstände dieser Besiedelung nach wie vor rätselhaft. Im Zuge der Christianisierung sei es allerdings dazu gekommen, dass viele alte heilige Orte umgedeutet wurden oder – wo dies nicht gelang – verteufelt. An manchen mutmaßlichen Relikten der vormals heidnischen Kultur, die Analogien zu anderen, leichter einzuordnenden Funden in Europa aufwiesen, fänden sich noch dokumentierbare Spuren einer versuchten Zerstörung, wie etwa an den sogenannten Schalensteinen. Für diese gebe es mehrere Indizien, dass sie nicht natürlichen, sondern menschengemachten Ursprungs seien.
Weis’ eigene Beschäftigung mit der Thematik wurde durch einen Kontakt mit dem Hobbyforscher Helmuth Frings veranlasst. Zu Beginn seines faktenreichen, frei gehaltenen Vortrags kam der Referent darauf zu sprechen, dass es im Hochschwarzwald über 5000 Einzelgräber gebe, die man vor die Zeit der Kelten datieren müsse. Allerdings seien diese wohl in den meisten Fällen „fundleer“, was auf die saueren Böden des Hochschwarzwalds zurückzuführen sei. Anschließend kam Weis auf die Steinkreise von Blasiwald zu sprechen, bei denen es absurd sei, die Eingrenzung einer mittelalterlichen Viehweide zu vermuten. Zu klein sei die Fläche, zu groß der Aufwand – davon abgesehen habe man das Vieh damals in die Wälder getrieben. Anhand solcher Beispiele konnte Weis verdeutlichen, dass allzu schnell formulierte, praxisferne Theorien zur Stützung der lange Zeit herrschenden Auffassung über den Verlauf der Geschichte herbeigezogen wurden. In denselben Bereich „wissenschaftlicher Legenden“ wurde in anderem Kontext die wenig plausibel anmutende Theorie der „Hofzufahrten“ oder die „Mühlstein“-Hypothese verwiesen, worüber Näheres in seinem Buch zu lesen ist.
Weitere Orte, auf die Weis zu sprechen kam, waren der Kuckucksweiher, das Krumpenschloss, die Steinkammern bei Schönenbach, die „Bootsgräber“ bei Dachsberg und das System der mit genau einem Prozent Gefälle angelegten Wuhren. Ein zentraler Punkt seines Vortrags bestand in seinen Ausführungen über einen mutmaßlichen Weg, der von der Furt bei Bad Säckingen einen Aufstieg in den Südschwarzwald beschrieb. Eindrucksvoll war, dass Weis dies nicht nur gestützt auf die entlang diese angenommenen Route aufzufindenden Bauwerke, sondern auch an den Ortsbezeichnungen aufzeigen konnte. Viele Namensbestandteile (Kreuz, Hünen, Eck, Horn, Stein, Rot …) ließen sich aufgrund sprachwissenschaftlicher Forschungen bis in die Zeit einer hypothetisch rekonstruierten steinzeitlichen Sprache (Nostratic) zurückverfolgen, wobei es dann später freilich manche Verwechslungen gegeben habe. „Rot“ weise etwa – wie noch das englische Wort „road“ – auf den alten Begriff für „Straße/Weg“ hin. Den Bestandteil „Hünen“ habe man dagegen später irrtümlich auf die „Hühner“ zurückgeführt.
In der Fragebeantwortung ging der Referent auch auf die Anliegen mancher Zuhörer ein, die ein religionsgeschichtliches oder spirituelles Interesse an den geschilderten Orten zeigten. Weis zeigte sich diskussionsoffen, wahrte aber eine kritische Distanz. Allerdings merkte er an, dass es für ihn durchaus vorstellbar sei, dass Menschen, die auf das engste mit der Natur verbunden gelebt hätten, ein ausgeprägteres Gespür für besondere Ortsqualitäten besessen hätten. Im Übrigen sei es auch wahrscheinlich anzunehmen, dass sie ihre Heiligtümer oft an per se markanten Plätzen in der Natur errichtet hätten. In Island oder Skandinavien sei der Glaube an die Naturgeister teils immer noch lebendig. Er schilderte eigene Erfahrungen, die er mit anderen an solchen Orten gemacht hatte.
Die Zuhörer nahmen die Anregung mit, selbst mit offenen Augen durch die Landschaft zu gehen. Leider sei und werde vieles von dem, was noch vorhanden sei, zerstört durch Bebauung, Straßenbau und Forstwirtschaft. Als umso wichtiger müsse man es ansehen, dass der Wert dieser Hinterlassenschaften von der Archäologie anerkannt werde. Es dürfte, zumal angesichts der zusammengetragenen Fakten, Grund zur Hoffnung bestehen, dass von offizieller Seite die vorgestellten Thesen aufgegriffen und weiterverfolgt werden. Es tut sich ein lohnendes Forschungsfeld auf – gleichsam Neuland inmitten des Vertrauten. Auch der vielseitige Autor Weis hätte inzwischen wohl bald genug Material für einen Folgeband. „Das hat Spaß gemacht, mit einem sehr aufmerksamen und sachkundigen Publikum und einem tollen Gastgeber ‚Kulturwerkstatt‘, dem ich weiter viel Erfolg und gute Veranstaltungen wünsch“, schrieb der Referent im Gästebuch.“
Informationen:
In unseren heimischen Wäldern verbergen sich viele steinerne Rätsel: Mauern, Steinkreise, Felskammern, aufgeschichtete Hügel, Wälle und bearbeitete Monolithen – Bauwerke, deren Sinn und Zweck niemand mehr kennt und deren Erbauer unbekannt sind. In ihrer Häufigkeit und Ähnlichkeit provozieren sie Fragen und Schlussfolgerungen, die weit über unser vorherrschendes Geschichtsbild hinausreichen. Das vergangenes Jahr im Rombach Verlag erschienene Buch des Referenten führt – mit atmosphärisch dichten Aufnahmen des Fotografen Ramesh Amruth – zu einigen der rätselhaftesten und eindrucksvollsten Fundstellen und folgt akribisch den Spuren bis in die tiefste vorchristliche Vergangenheit unserer Region. Dabei eröffnen sich ungeahnte Perspektiven. Es entsteht ein bisher unbekanntes Bild vom Süd- und Hochschwarzwald: magisch – mystisch – megalithisch.
Roland Weis, geb. 1958 in St. Georgen/Schwarzwald, ist promovierter Historiker und gelernter Redakteur. Er leitet die Unternehmenskommunikation beim Energie- und Umweltdienstleister badenova und schreibt in seiner Freizeit Schwarzwaldkrimis und Sachbücher zur Geschichte des Schwarzwaldes. Infos: www.roland-weis.de
Samstag, 27. September 2014
„Anhaftungen und Besetzungen durch Fremdenergien. Ursachen und Wirkungen, karmische Bezüge“
Referent: Hermann Messerschmidt

Bericht:
Der aus Kandern stammende Hermann Messerschmidt, Radiästhet und anerkannter Heiler im Dachverband Geistiges Heilen, sprach in der Kulturwerkstatt über Belastungen durch Fremdenergien. Über viele Jahre selbst Besucher der Veranstaltungen des Vereins Kulturwerkstatt Dreiländereck und als Referent von anderen Stammgästen empfohlen, wandte er sich einem schwierigen, komplexen Thema zu. Dieses sei, wie in der Vorstellung seitens des Veranstalters bemerkt wurde, geeignet, ein Vorurteil gegenüber der Esoterik zu widerlegen. Denn es sei oft zu hören, dass Esoterik eine Art Weltflucht darstelle, ein Sich-Zurückziehen in eine illusionäre, von Harmonie geprägte Vorstellungswelt. An diesem Vorwurf könne zwar in vielen Fällen durchaus etwas dran sein, jedoch zeige die Aufgabe, die sich der Referent stelle, eine Auseinandersetzung mit Problemen, die im Alltag oft verdrängt würden. Der „psychologisierende“ Vorwurf wäre somit umgekehrt an eine rein materialistische Weltsicht zu richten, die keine die Ursachen angehende Hilfestellung bieten könne, wenn Phänomene dieser Art auftreten.
Konkret ging es in dem Vortrag um die Belastung durch die Seelen Verstorbener, die sich nach ihrem Tod nicht lösen können beziehungsweise die hiesigen Verhältnisse auf bestimmte Weise beeinflussen wollen und sich deshalb an lebende Menschen „anheften“ würden. Hierbei wurden die unterschiedlichster Formen von Verstrickungen negativer Art ins Auge gefasst. Dass es daneben auch durchaus positive Beziehungen zwischen Verstorbenen und Lebenden oder vorübergehende „Besetzungen“ im Sinne eines Schutzes gebe, wurde erwähnt, der Schwerpunkt lag jedoch auf den problematischen, die verschiedensten gesundheitlichen und psychischen Beschwerden verursachenden Formen. Gebe man hier Psychopharmka, sei zudem zu beachten, dass diese – wie in den Nebenwirkungen beschrieben – oft eine Neigung zum Suizid hervorrufen könnten.
Der Referent erklärte zu Beginn, dass er nicht für irgendeine Konfession, Sekte oder sonstige Vereinigung gleich welcher Art spreche. Ihm gehe es allein darum, aus seinem eigenen Erleben und Erfahrungen die Verhältnisse darzustellen. Und hier wusste er aus seiner 86 Jahre umfassenden Lebenserfahrung und beratenden Tätigkeit viele anonymisierte Beispiele zu berichten, bei denen es ihm seinen Worten nach gelang, die Ursache der sogenannten Besetzung herauszufinden und oft sogar eine signifikante Besserung zu erzielen. Meist seien es gerade die sensiblen Menschen, die durch ihre Offenheit eine Anfälligkeit mit sich brächten. Er stelle dann immer zunächst die Frage, ob im Bekannten- oder Verwandtenkreis ein plötzlicher beziehungsweise gewaltsamer Tod stattgefunden habe und wende sich dem entlang der Wirbelsäule verlaufenden „Lebenskalenders“ zu, in dem traumatische Erfahrungen abgespechert seien. Beim Lebenskalender handle es sich um ein vom Heiler Horst Krohne entdeckter und beschriebener Bereich im Energiekörper des Menschen. Eine besondere Problematik könne zum Beispiel auch im Fall von Abtreibungen vorliegen. Messerschmidt führte eine Reihe von weiteren Kriterien an, die auf eine Besetzung hindeuten könnten, darunter ein sich plötzlich auf unerklärliche Weise verändert zeigendes Verhalten. Außerdem widme er sich im Verlauf der Beratung dem Schlafplatz des jeweiligen Ratsuchenden, um herauszufinden, welche Störungen eventuell durch diesen verursacht seien, die den Menschen konstitutionell schwächten und so anfälliger machten. Diese würden dann behoben. Ebenso sei die Kopfregion auf Blockaden zu betrachten sowie das Meridian- und Chakrensystem. Ein wesentliches Mittel, um eine Besetzung aufzuheben, sei schließlich das persönliche – nicht formelhaft, ohne innere Anteilnahme – gesprochene Gebet. Im Übrigen würden oft auch karmische Verflechtungen eine Rolle spielen. Der Referent betonte, dass hier es hier nicht um den Glauben an die Reinkarnation gehe – diese sei vielmehr eine sich durch die Erfahrung bestätigende Tatsache.
Das anschließende Gespräch mit den Anwesenden drehte sich unter anderem um die Frage der Löschung von negativen Informationen, radiästhetische Messverfahren sowie die Links- oder Rechtspolarisierung von Materie und die Belastung von bestimmten Orten (zum Beispiel Schlachtfeldern). Im Kontext negativ belasteter Plätze wusste Messerschmidt auch zu berichten, dass er eine Beziehung des im Dreiländermuseums ausgestellten Richtschwerts von Rötteln mit einem bestimmten Anwesen herausgefunden habe. Zuletzt sprach er die Empfehlung aus, sich bei allen Prozessen, wie er sie im Rahmen seines Vortrags beschrieben hatte, selbst gut zu schützen. Auch im Alltag könne man diesen Schutz morgens und abends aufbauen und bei Bedarf über den Tag erneuern, etwa indem man die Formel „Nichts und niemand hat Macht über mich – außer der Weltengeist und seine Helfer“ (beziehungsweise „Nichts und niemand hat Macht über mich – außer Gott und seine Engel“) verwende.
Informationen
Am Samstag, 27. September 2014, 20 Uhr (Vortrag), hält Hermann Messerschmidt (Diplom Ingenieur FH, Radiästhet, Heiler) in der Kulturwerkstatt (Ruesstraße 4, im Hof) einen Vortrag zum Thema „Anhaftungen und Besetzungen durch Fremdenergien. Ursachen und Wirkungen, karmische Bezüge.“ Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Wenn jemand durch einen raschen, unnatürlichen Tod sein Leben beenden muss, besteht nach den Erfahrungen des Referenten die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit, dass eine vertraute Person als Wirt diese verirrte, unerlöste Seele (oder Seelenteil) beherbergen muss oder darf, mit der Aufgabe, dieser erdgebundenen Seele Hilfe zu gewähren, damit sie sich mit dem plötzlichen Tod zurechtfindet und ihr der Weg ins Licht gewiesen wird.
Mit diesen Problemen finden sich betroffene Klienten in der Praxis ein, ohne sich über die Hintergründe klar zu sein, warum bestimmte psychische und auch körperliche Belastungen oft schon lange einen undefinierbaren Leidensdruck erzeugen.
In einer Vielzahl typischer Beispiele zeigt uns der Referent, ein erfahrener Heiler, wie die einschlägigen Merkmale aufgedeckt, erkannt und therapeutisch angegangen werden können. Die Ursachen für die ausgetesteten Besetzungen sind nach seinen Erkenntnissen bei Unfallopfern, Kriegstoten, Mord und Selbsttötungen zu finden, auch Drogentote zählen dazu. Die verborgenen Gründe, die oft viele Jahre zurückliegen, können demnach auch karmisch bedingt sein – werden diese Zusammenhänge ins Bewusstsein gehoben, ist eine Bearbeitung der Belastungen bei den Betroffenen erst möglich.
Durch diesen Vortrag sind besonders therapeutisch Arbeitende verschiedener Fachrichtungen angesprochen und eingeladen; ebenso Radiästheten und Menschen mit unklaren Diagnosen.
Sehr aufmerksame, nach zwei Stunden Vortrag jedoch etwas müde Zuhörerin: Katze Emma.

Samstag, 14. Juni 2014
Der für den 14. Juni vorgesehene Vortrag des Referenten Herbert Vetter zum Thema „Meditation – Wege zum neuen Hellsehen“ musste entfallen, da der Referent am 27.03.2014 unerwartet verstarb. Wir durften ihn in seinen Beiträgen, durch die er unser Programm bereichert hat, als Persönlichkeit kennenlernen, die sich auf eine sehr eigenständig-originelle Weise mit geistigen Inhalten befasst hat – stets mit Bezug zum Praktisch-Künstlerischen. Unser Publikum hat seine humorvollen, lebendigen Vorträge sehr geschätzt. www.herbert-vetter.de
Samstag, 17. Mai 2014
„Vom Wesen der Bäume – Geomantische Landschaftsphänomene und Baumwuchsformen“
Referent: Guntram Stoehr, Dipl.-Ing

Bericht
In seinem Vortrag stellte der Autor und Geomant Guntram Stoehr anhand von Lichtbildern unterschiedliche geomantische Landschaftsphänomene vor. An sogenannten Orten der Kraft waren ihm immer wieder bestimmte Wuchsformen der dort anzutreffenden Bäume aufgefallen. Dies führte ihn dazu, diese Wuchsformen selbst als Indizien anzusehen, die über die Qualität eines Ortes Aufschluss geben.
Der Referent lehnte seine Ausführungen an sein 2012 erschienenes, mit reichem Bildmaterial versehenes Buch „Vom Wesen der Bäume“ an. Zur Veranschaulichung hatte er auch allerlei „Gewachsenes“ mitgebracht.
Stoehr kam ausführlich auf die sogenannten Strömungskräfte in der Landschaft zu sprechen, womit der Fluss der aufbauenden und abbauenden Energien gemeint ist. So beschrieb er unter anderem die „Strömungspunkte von Vitalkraft- und Astralkraft“ sowie „kosmische Strömungspunkte mit Mentalkraft und Kausalkraft“, wobei er zum bessern Verständnis auch Analogien zum Meridian- und Chakrensystem des Menschen herstellte. In seine Darstellungen bezog er ebenfalls die sogenannten „Strahlungskräfte (Wasseradern und Erdstrahlung)“ mit ein. Als für ihn selbst frappierend stellte er eine einmal durch einfühlende Wahrnehmung gewonnene Erkenntnis dar. So habe er in einem konkreten Fall beobachten können, wie ein Baum für die weit umliegende Landschaft eine transformatorische Funktion ausgeübt habe: Er habe gleichsam negative Astralität („Gefühlsabfälle“) angezogen und diese in die Erde geleitet. Man dürfe es im Übrigen nicht unterschätzen, dass die Erlebnisse und Erfahrungen von Menschen, etwa Ereignisse wie kriegerische Auseinandersetzungen, bestimmte Orte nachhaltig prägten.
Leider würde aus Unkenntnis mancherlei falsch gemacht. So führte Stoehr den nicht lange zurückliegenden Brand in der Weimarer Bibliothek indirekt auf Maßnahmen in der Stadt zurück, die die energetischen Qualitäten der Örtlichkeiten missachteten und das Element „Feuer“ zu stark werden ließen, auch wenn rein äußerlich kein Zusammenhang erkannt werden könne. Umgekehrt könne man allerdings auch mit dem Wissen um die Bedeutung von Ortsqualitäten viel Positives bewirken. „Wer einen Baum pflanzt“, zitierte der Referent im Gästebuch Konfuzius, „wird den Himmel gewinnen.“
Informationen
Bäume wachsen nicht überall gleich, und manchmal bilden sie besondere Wuchsformen aus. Diese Wuchsformen können laut Stoehr Auskunft geben über die geomantische Qualität eines Ortes.
Demnach lassen sich Kraftorte wie auch feinstofflich schwache Orte erkennen und deuten. Die Kennzeichen der Bäume werden zu einem Wegweiser, um Orte mit förderlichen Eigenschaften beispielsweise für tiefgreifende Erfahrungen ausfindig zu machen oder auch um die Qualität der persönlichen Wohnumgebung einzuschätzen.
Der Vortrag ist zugleich eine Einführung in die Grundlagen der Geomantie, bietet einen guten Überblick über die wichtigsten geomantischen Strukturen in der Landschaft und berichtet über die Geheimnisse des Wesens der Bäume.
Guntram Stoehr Dipl. Ing., Architekt, studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar. Nach mehrjähriger Architektentätigkeit in der Schweiz arbeitet er heute als Freier Architekt in Freiburg im Breisgau.
In seinen Projekten verbindet er moderne Architektur mit Baubiologie, Geomantie sowie dem traditionellen Bauwissen des indischen Vastu. Er hält Vorträge und Seminare, leitet geomantische Reisen und bietet eine Ausbildung in Geomantie an. Er ist Verfasser des im AT-Verlag erschienen Buches „Vom Wesen der Bäume“.
Infos: www.architektur-geomantie.com
Samstag, 22. März 2014. 20 Uhr
„Die Hara-Kraft“ (in Anlehnung an Karlfried Graf Dürckheim)
Referentin: Monika Pfäfflin

Bericht:
Heilpraktikerin Monika Pfäfflin, seit 30 Jahren Mitarbeiterin der von Maria Hippius und Karlfried Graf Dürckheim gegründeten „Existential-psychologische Bildungs- und
Begegnungsstätte/Schule für Initiatische Therapie“ in Todtmoos-Rütte referierte in der Kulturwerkstatt über die Bedeutung der sogenannten Hara-Kraft und hatte; hierzu hatte sie teils farbige, teils in schwarz ausgeführte Zeichnungen, entstanden während der therapeutischen Arbeit, mitgebracht – darunter auch mit geschlossenen Augen ausgeführte, sogenannte Zweihand-Zeichnungen .
Pfäfflin begann mit einer im Sitzen ausgeführten meditativen Übung, die dazu dienen sollte, die der Qualität der Hara-Kraft zu erspüren. Der aus dem japanischen stammende Begriff Hara bedeutet wörtlich übersetzt „Bauch“ und meint in diesem Zusammenhang die Verfasstheit des in seiner Mitte ruhenden Menschen. Der westlich-europäische Mensch lebe mit seinem Bewusstsein mehr in der oberen Körperregion von Kopf bis Brust, was sich auch in seiner Haltung ausdrücke. Es scheine, als habe er die Beziehung zu den tragenden, unteren Bereichen – die Verwurzelung im Sein – verloren. Bei Asiaten könne man dagegen beobachten, dass diese oft noch eine andere, zentrierter wirkende Körperhaltung einnehmen. Wir alle hätten nun im Lauf unseres Lebens und der Entwicklung unseres Welt-Ichs (= dem von der Welt geprägten und sich in ihr behauptenden Ich) eine bestimmte Art gefunden, mit unserem Leib zurechtzukommen. Die dabei entstandenen Einseitigkeiten und Gewohnheiten – die Formen des Ichs – könnten Aufschluss geben über mögliche Probleme, auch solche des Energieflusses im Körper oder die Hinderung, mit unserem eigentlichen Wesen in Verbindung zu treten und uns zu dessen Ausdruck zu machen. Um die Hinorientierung auf dieses Wesen – und den Wesensgrund allen Daseins schlechthin – geht es Dürckheim in seiner initiatischen Meditation, zu der auch das sich Einlassen auf die Hara-Kraft gehört. Interessant war die übereinstimmende Erfahrung mancher Teilnehmer, dass dieses „Ungewohnte“ zunächst einmal unangenehm erscheinen könne. So wurde von einem Zittern in den Muskeln der Oberschenkel berichtet.
Anschließend stellte Pfäfflin das Leben Dürckheims (1896-1988) vor. Dürckheim (und auch sie selbst) hatten die Erfahrung gemacht, dass man eigentlich nur durch Leid zur Entwicklung veranlasst werde, den Weg zu den Tiefen des Daseins – die Einweihung oder Initiation – zu suchen. Und als die drei Ursachen des Leidens sollte Dürckhheim die Angst vor Vernichtung, die Verzweiflung am Widersinn und die Trostlosogkeit der Einsamkeit beschreiben. Dürckheim erlebte die Härten des 1. Weltkriegs als junger Soldat, was ihn sehr erschütterte. Er schlug eine akademische Laufbahn bis zur Habilitation ein. Sein Forschungsgebiet waren Psychologie und Philosophie. Er unterrichtete zunächst am Bauhaus in Dessau Psychologie (1930-1932), dann als Professor an der Pädagogischen Akademie Breslau (1931) und ab 1932 der Hochschule für Lehrerbildung in Kiel. Dürckhheim kam mit einigen Künstlern und Intellektuellen seiner Zeit (zum Beispiel Klages und Rilke) in Kontakt.
Für seine geistige Entwicklung entscheidend sei es jedoch, dass er als 23-jähriger beim Lesen von Lao-Tse zugeschriebenen Versen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. eine nachhaltig verwandelnde Berührung mit dem Seinsgrund erfahren habe. Dessen Versen nach mache das Wesentliche eines Rades oder eines Gefäßes nicht deren Substanz, sondern deren „Leere“ (etwa der Raum zwischen den Speichen) aus. Die „Leere“ sei somit die eigentliche Fülle. Wörtlich heißt es:
Dreißig Speichen treffen die Nabe /
Die Leere dazwischen macht das Rad.
Lehm formt der Töpfer zu Gefäßen /
Die Leere darinnen macht das Gefäß.
Fenster und Türen bricht man in Mauern /
Die Leere damitten macht die Behausung.
Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes.
Das Nicht-Sichtbare macht seinen Wert aus.
(Lao-Tse: Tao-Te-King. Das Buch vom Weltgesetz und seinem Wirken
Verlag Otto Wilhelm Barth, Erstauflage 1928. Übertragung aus dem Chinesischen ins Deutsche von Walter Jerven )
Nach den Nürnberger Gesetzen als „Viertel-Jude“ geltend und somit nicht mehr „berechtigt“, einen Lehrstuhl innezuhaben, war es Dürckheims Glück, dass er noch in Friedenszeiten (1938) in diplomatischer Mission nach Japan geschickt wurde, wo er zehn Jahre blieb. Diese Zeit konnte er intensiv nutzen, um die Zen-Meditation, aber auch meditativ verstandenes Bogenschießen und Kalligraphie zu erlernen. In diesem Sinne wurde er nach seiner Rückkehr zum Brückenbauer zwischen Ost und West. Die Referentin betonte indes, dass Dürckheim kein Buddhist gewesen und seine Form der Meditation durchaus als eine christliche verstanden werden könne.
Die Bilder des Gäste der Schule für Initiatische Therapie illustrierten anschaulich die „Fehlformen“ des Ichs, wie sie sich spontan ausdrücken können, aber auch positive Entwicklungen . Das Anliegen der Referentin – und Dürkchheims Anliegen – war es, die Menschen zur Begegnung mit ihrem eigentlichen Wesen und zur Wiederverbindung mit dem Wesen der Welt anzuregen. Nur wer sich von dem Mittelpunkt im Hara getragen wisse, könne auch seine „menschliche“ Mitte, sein Herz von einem im Alltag oft flattrigen „Angstherzen“ zu einem weiten und großen „Mutherzen“ entwickeln.
Infos unter: www.duerckheim-ruette.de
Informationen
„Im Hara erfährt der Mensch seinen Schwerpunkt, seine Mitte, seine Erd- und Gottverbundenheit“, heißt es in der Beschreibung von Karlfried Graf Dürckheims grundlegendem Buch „ Hara – die Erdmitte des Menschen“, „ ‚Hara‘ [japanisch] wörtlich übersetzt ‚Bauch‘ – meint eine Verfassung des ganzen Menschen, in der er gelassen in seiner Leibesmitte ruht und frei ist von jener Misstrauenshaltung seines Ichs, die ihn in Angst und Sorge festhält. Hara ist gleichsam das Verbindungsstück zwischen dem religiösen ‚Erlebnis‘ der ursprünglichen Einheit des Lebens und ihrer alltäglichen Erfahrung. Die zahlreichen praktischen Meditationsübungen, zu denen Dürckheim einfühlsam und präzise anleitet, sind der ideale Weg, die heilsame Verbindung zum Transzendenten herzustellen, die eigene ‚Mitte‘ zu finden und dadurch die individuelle Lebenskraft zu stärken.“
Die Referentin wird über die Bedeutung der Hara-Kraft in Anlehnung an Dürckheim sprechen. Dürckheim lebte von 1896-1988 war Psychologe, Meditationslehrer und spiritueller Lehrer. Von 1937-1947 befasste er sich in Japan intensiv mit den meditativen Praktiken des Zen, die er für den westlichen Menschen erschloss. Er entwickelte auf dieser Basis die Initiatische Therapie, deren Zentrum bis heute Todtmoos-Rütte ist.
Infos: www.duerckheim-ruette.de
Monika Pfäfflin Schülerin von Dr. Maria Hippius-Gräfin Dürckheim und Prof. Dr. Karlfried Graf Dürckheim. Seit 30 Jahren Mitarbeiterin der Existential-Psychologischen Bildungs- und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte, Schule für Initiatische Therapie.
Wegbegleitung und Schulung in Einzelarbeit und in Seminaren mit den Medien der Initiatischen Therapie: Geführtes Zeichnen, Arbeit mit Farbe, Collage, Tonerde, Traumarbeit, Leibübung und Gespräch. Psychotherapeutische Heilpraktikerin, verheiratet, drei Kinder.
>> Veröffentlichungen:
„Die Collage“ in Gestern-Heute-Morgen Heft 3/1990
„Urformen im Individuationsprozeß“ in Gestern-Heute-Morgen Heft 5/1991
„Weltinnenraum – Der Mensch als Grenzgänger“ in Studien aus der Existential-psychologischen Bildungs- und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte Band 8/2001
„Alchemie und Individuationsprozess“ und „Immanente Transzendenz als Erfahrung“ in „Platonische Akademie, eine Hommage an Dr. Maria Hippius-Gräfin Dürckheim“, Studienreihe zur Analytischen Psychologie, Band 3
Samstag, 12. April 2014
„Innere Arbeit und Christus-Begegnung“
Leitung: Dr. Sebastian Niklaus
Das für Samstag, den 12. April, angekündigte Seminar „Innere Arbeit und Christus-Begegnung“ von Sebastian Niklaus wurde verschoben.
Samstag, 01. März 2014, 20 Uhr
„Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Ernährungslehre“
Referentin: Dr. med. Jin Wenglorz

Bericht:
Während China inzwischen vieles vom Westen übernommen hat und eine rasante ökonomisch-technologische Entwicklung aufweist, kann man umgekehrt beobachten, dass im Westen ein großes Interesse an chinesischer Philosophie und Heilwissen besteht. Insofern beide Kulturkreise voneinander lernen, lässt sich hoffen, dass hierdurch auch etwaige Einseitigkeiten ausgeglichen werden. So gesehen lässt sich ebenfalls von einer sinnvollen Ergänzung „unserer“ Schulmedizin durch die Traditionelle Chinesische Medizin sprechen. Letztere baut auf einem über Jahrtausende entwickelten und in der Praxis erprobten Erfahrungswissen auf. Um den Hintergrund und die Arbeitsweise der TCM zu vermitteln, bot die Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. am 3. März eine fachlich fundierte Informationsveranstaltung an, die auch das Gebiet der Ernährungslehre umfasste.
Referentin war die in Peking geborene Dr. Jin Wenglorz. Sie wirkt in Lörrach als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Team der Praxis Dr. Bruder mit und ist außerdem Leiterin des im Aufbau befindlichen Zentrums für Komplementärmedizin am Kreiskrankenhaus . Sie beschrieb zu Beginn den ganzheitlichen Ansatz der TCM, worunter sie ein ideales medizinisches Konzept verstand, das auf die Persönlichkeit des Einzelnen abgestimmt ist, dessen Lebensweise und aktuelle Situation in Gesprächen erfasst wird. Die TCM begreife den Körper als komplexes System und besitze in vielfacher Hinsicht einen präventiven Charakter. Der Referentin lag daran herauszustreichen, dass deren Konzept keinen „verschwommen-mystischen“ Charakter besitzt, sondern nach klaren Kriterien in der Diagnose und Therapie arbeitet. Zwar könne nicht alles in den Kategorien der westlichen akademischen Medizin erklärt werden, aber die Wirksamkeit erweise sich in der Praxis. Und letztlich, so Wenglorz, vertrete sie generell, auch gegenüber anderen, von den Anwesenden in die Diskussion eingebrachten Formen der Behandlung, die Auffassung „Wer heilt, hat Recht.“
Wenglorz wählte einleitend zum Vergleich das Fallbeispiel eines europäischen und eines chinesischen Paares, dessen Kinderwunsch sich noch nicht erfüllt hat. Daran konnte sie die „sanftere“ Vorgehensweise der TCM anschaulich machen, aber auch beschreiben, wie sich die jeweils angewandten Methoden kombinieren ließen. Hierauf aufbauend skizzierte sie die unterschiedlichen Behandlungsmethoden, die in der TCM hauptsächlich angewendet werden. Dazu zählen die Anwendung von Naturheilmitteln, in der Regel Kräutermischungen, die der Patient sich selbst als Tee zubereiten könne und die über einen längeren Zeitraum ihre Wirkung entfalten. In China verwende man hierfür rund 500 verschiedene Pflanzen. Die Referentin zeigte in ihrer Power-Point-Präsentation das Bild einer typische chinesische Apotheke, in der man diese Zutaten mischt. In Europa stünden aktuell leider nur 300 Pflanzen zur Verfügung, was das Erstellen des individuell „richtigen“ Heilmittels oft erschwere. Hintergrund sei, dass man hierzulande die Schadstoffbelastung chinesischer Pflanzen fürchte und deshalb nur auf in unseren Gegenden gewachsene zurückgreife. Allerdings, so Wenglorz, hätten groß angelegte Untersuchungen in China keinen Hinweis auf eine durch Schadstoffe verursachte schädliche Auswirkung der Phytotherapeutika auf die Leber ergeben. Vielleicht müsse man in der Diskussion darüber auch bedenken, dass es nicht im Interesse der Pharmaindustrie liegen könne, wenn Menschen die Möglichkeit zur Verfügung stehe, sich durch Pflanzen auf einfache und gesunde Art zu heilen. Gegenwärtig prüfe man, ob sich auch Granulate anwenden ließen. Außer Pflanzen, würden in der TCM in geringerer Zahl noch tierische und mineralische Substanzen verwendet.
Eine weitere Behandlungsmethode der TCM sei die Akupunktur, also das Setzen von Nadeln auf bestimmten Punkten der Meridiane (Energiebahnen) des Körpers, wodurch positiv auf die Funktionsfähigkeit der jeweiligen Organe eingewirkt werden könne. Ein besonderes Gebiet sei hierbei die Ohrakpunktur, in der das Ohr als in Entsprechung zum menschlichen Körper stehend betrachtet wird – es gleiche einem umgekehrten Embryo. Als eine mildere Form gegenüber dem Setzen von Nadeln beschrieb sie das Aufkleben von Samen auf die jeweiligen Punkte am Ohr. Verwandt mit diesen Methoden sei auch die Moxibustion (= das Erwärmen von Akupunkturpunkten und Meridianen mit getrockneten Heilkräuterblättern), die es im vierten Stock des Kreiskrankenhauses oft charakteristisch duften lasse, und die Akupressur. Außerdem stünden den Therapeuten die Tuina-Massage und Heilgymnastikübungen (QiGong und Tajiquan) zur Verfügung, die das ungehinderte Fließen der Lebensenergie (Qi) fördern, sowie das Schröpfen als Ausleiten der Verspannungen verursachenden Kälte.
Der präventive Charakter der chinesischen Medizin wurde vor allem in der Ernährungslehre angesprochen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass den Nahrungsmitteln die Qualitäten „warm“ und „kalt“ zugeordnet werden, so dass man durch die alltäglichen Lebensmittel auf ein im Körper möglicherweise bestehendes, diesbezügliches Ungleichgewicht einwirken könne. Da gegenwärtig schon der Frühling vor der Tür steht, zeigte Wenglorz auf, welche Ernährung und Verhaltensweisen gemäß der TCM in dieser Jahreszeit allgemein besonders zu empfehlen seien. Hierbei bezog sie die chinesische 5-Elementen-Lehre mit ein, wonach den Elementen (Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde) bestimmte Organe und (Tages-)Zeiten zugeordnet sind, woraus sich die Vorstellung einer Organuhr ableitet. Sie konzentrierte sich in diesem Kontext besonders auf die Leber und sprach speziell auch Heildiäten an. Anders als das im Vergleich hierzu „radikale“ und nur unter gewissen Bedingungen zu erfüllende Fasten, gehe man in der TCM sanfter vor und orientiere sich zunächst an den Essgewohnheiten des Patienten, die man dann schrittweise zu modifizieren suche.
Die Anwesenden bekamen einen Eindruck davon, über welch großes Wissen ein in der TCM ausgebildeter Arzt verfügen muss, das einem Patienten in wenigen Worten oft nicht zu vermitteln ist. Leider, so Wenglorz, werde die TCM von den gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen, allerdings seien die Kosten nicht übermäßig teuer. 10 komplette Sitzungen würden sich auf ca. 490,– EUR belaufen. Es steht zu hoffen, dass sich hieran – auch durch das Bekannterwerden der TCM – etwas ändert. Der Referentin selbst verstand ihren Vortrag in diesem Sinne als Aufgabe, die zu ihrem Arztberuf gehört und als eine Erweiterung des Dienstes am Patienten.
Infos: www.tcm-gesundheit.de
Informationen
Wir leben heute in der erfreulichen Situation, dass wir die Errungenschaften unserer westlichen Schulmedizin mit dem jahrtausendealten Wissen der traditionellen östlichen Medizin verbinden können. In China, wo das Gesundheitsbewusstsein stark ausgeprägt ist, legt man besonderen Wert auf Prävention und setzt beispielsweise auch bei der Ernährung an. In dem Vortrag wird es darum gehen, inwieweit sich die Kenntnisse und Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin im Alltag ganz praktisch anwenden lassen.
Dr. med. Jin Wenglorz ist Leiterin des Zentrums für Komplementärmedizin am Kreiskrankenhaus Lörrach, wirkt als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Team der Praxis Dr. Bruder mit und verfügt über das Akupunkturdiplom.
Infos: http://www.klinloe.de/medizinische-fachbereiche/traditionelle-chinesische-medizin.html
Dienstag, 25. Februar 2014, 20 Uhr
„Zwischenwelten – Erlebnisse mit Verstorbenen und geistigen Wesen“
Referent: Anton Styger

Bericht:
Auf starkes Interesse stieß ein Vortrag des Schweizers Autors Anton Styger am 25. Februar in der Kulturwerkstatt. Am Nachmittag in Lörrach angekommen, hatte er schon einige „Einzeltermine“ hinter sich, als er am Abend vor vollem Haus im Rahmen der rund dreistündigen Veranstaltung über seine Erfahrungen mit den sogenannten Zwischenwelten sprach, was er auf ebenso einfühlsame wie kernig-bodenständige Weise tat. Der Begriff „Zwischenwelten“ will darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur die materielle Welt gibt (wie es das größtenteils noch vorherrschenden Paradigma postuliert), sondern viele sich durchdringende Wirklichkeitsebenen – vereinfacht gesagt eine physische, eine seelische und eine geistige Ebene. So gesehen sollte man auch nicht von einem strikt vom „Diesseits“ getrennten „Jenseits“ sprechen, da es die unterschiedlichsten Formen der Interaktion und Kommunikation zwischen diesen ineinanderwirkenden Bereichen gibt.
Für Styger, der sich als von Kindheit an Hellsichtigen beschreibt, sind spirituelle Phänomene kein Gegenstand der Diskussion, sondern alltäglich und allnächtlich erlebte Tatsache. Und offenbar sind sie auch weit verbreiteter als es den Anschein hat – man traue sich schlichtweg oft nicht, darüber zu sprechen. Um die tausend Ratsuchende würden manchmal pro Tag versuchen, ihn zu kontaktieren, etwa aufgrund von Problemen mit angeblich belasteten Häusern. Hierbei könne er allein aus Zeitgründen nur auf einen Teil der Anfragen eingehen.
Vor diesem Hintergrund schöpfte Styger aus einer Fülle an anonymisiert wiedergegebenen Fallbeispielen, um den Zuhörern zu beschreiben, wie unterschiedlich die Arten des Sterbens sein können, je nachdem in welcher Haltung jemand in den Tod gehe. Man brauche keine Angst zu haben, vor dem, was einen erwarte. Doch viele Verstorbene würden gar nicht begreifen, dass sie tot seien und entsprechend Orientierung benötigen. Oft blieben sie mit ihrem alten Lebensumfeld verbunden. Bei vielen Hausbesuchen habe er noch die Seelen der Verschiedenen angetroffen, etwa noch an den alte Betten haftend, in denen der Tod erfolgt sei, oder „mechanisch“ früheren Tätigkeiten nachgehend. Die Änderung ihres Zustands sei ihnen völlig entgangen oder unbegreiflich. Hier sei die direkte Ansprache mit Nennung der aktuellen Jahreszahl oft hilfreich. Man solle die Verstorbenen dann nicht einfach verbal „ins Licht“ schicken, denn unter einem solchen abstrakten Begriff könne man sich nichts Rechtes vorstellen, sondern eher vom schönsten denkbaren Ort sprechen. Ein Sonderfall, den man vielfach nicht berücksichtige, sei, dass auch die Seelen verstorbener Tiere (etwa in der Nähe eines Schlachthauses) „unerlöst“ zurückblieben. Kinder würden diese oft noch am ehesten wahrnehmen. Gleiches gelte für die Gegenwart der Verstorbenen, die ihrerseits deren Nähe suchten, oder geistige Wesen. Hieraus resultierten vielmals die Ängste im Dunkeln vor dem Einschlafen.
Unerklärliche Verhaltensweisen bei Erwachsenen und Kindern, aber auch das Auftreten von Krankheiten könne seine Ursache im Geistigen oder in einem früheren Leben haben. Häufig seien Menschen beeinflusst oder „besetzt“ von Geistwesen beziehungsweise Verstorbenen, ohne es zu bemerken. Psychologen wüssten dann meist nicht weiter. Aus seiner Erfahrung konnte Styger beschreiben, auf welch einfache Art in solchen Fällen eine Heilung erfolgen könne durch Sprechen eines Gebetes beziehungsweise Ausführen eines Rituals, in welchem er die höchste Kraft anrufe, den Heiland Jesus Christus; in seinem Vortrag bezog sich Styger denn auch wiederholt auf Aussprüche Christi, wie sie sich in dem durch das „innere Wort“ vermittelten Aufzeichnungen Jakob Lorbers finden . Im Umgang mit negativ wirkenden Wesen sei eine klare, eindeutige Willenshaltung nötig. Krankheiten wiederum hingen, so der Referent, häufig mit einem früheren Leben zusammen, in dem man – in entsprechendem Alter – an den entsprechenden Symptomen gelitten, die Ursache aber nicht habe auflösen können. Auch Phobien ließen sich durch Erfahrungen in vergangenen Erdenleben deuten. Hier habe man einen konkreten Ansatz, um sie zu überwinden. Styger gehe dann so vor, dass er die Menschen in Situationen führe, in denen er sie mit ihrer Angst konfrontiere und dann wiederum durch ein Gebet oder Ritual davon befreie. Zum Punkt der Reinkarnation flocht Styger Erzählungen selbst erlebter Beispiele ein, in denen Kinder sich an ihre früheren Leben erinnerten, und erwähnte ein Filmprojekt, das ähnliche Fälle dokumentiere.
Styger präsentierte den Anwesenden zum Abschluss des ersten Teils seines Vortrags Fotos, die aus seiner Sicht Erscheinungen aus dem seelisch-geistigen Bereich zeigten. Offensichtlich sei es unter bestimmten Umständen möglich, dass diese sich für einen Sekundenbruchteil manifestieren. Eine Kamera könne diesen Augenblick wohl festhalten, während er der Aufmerksamkeit des menschlichen Bewusstseins oft entgehe. So fand er in einzelnen Aufnahmen elementarische beziehungsweise geistige Wesen unterschiedlicher Qualität, Ungeborene oder Verstorbene wieder. Das entsprechende Bildmaterial konnten die Anwesenden in der Pause näher begutachten.
Im zweiten Teil lag es dem Referenten vor allen Dingen daran, einen aufbauenden Appell an die Menschen zu richten, der im Wesentlichen zum Inhalt hatte, sich nicht an äußeren Autoritäten oder Mehrheitsmeinungen zu orientieren. Es bedürfe keines Mittlers – keiner Institution und keines Gurus – zwischen dem eigenen Ich und der geistigen Welt. Die Verbindung könne unmittelbar hergestellt werden und bedürfe nicht einmal eines besonderen Ortes – oft seien sogar gerade Kirchen besonders belastet durch die Fülle der vielen, dort abgeladenen negativen Emotionen und Schuldgefühle. Indem Styger diese Gedanken vortrug, wurde deutlich, wie er sich von vielen in der esoterischen Szene anzutreffenden Lehrern unterschied. Ihm gehe es darum, auch von sich nicht abhängig zu machen, sondern die Menschen zum selbstständigen Beschreiten ihres Weges zu ermutigen. Jeder vermöge dasselbe zu vollbringen wie er – als Hilfestellung könne man dabei die von Styger entwickelten Rituale und Gebete anwenden. Wichtig sei es grundsätzlich, in einer Haltung der Dankbarkeit zu leben und sich gegenüber Gott nicht mit dem Bild eines um Almosen bettelnden Sünders zu identifizieren. Diese bewusst praktizierte Lebenseinstellung würde bewirken, dass sich die guten Begegnungen und Erlebnisse immer weiter mehren. Um dem Publikum auch in diesem Sinne einen Impuls mit auf den Weg zu geben, führte der Referent auf vielfache Bitte zum Abschluss ein langes Gebet mit den Anwesenden durch, bei dem er ohne Abzusetzen mit großer Intensität sprach. Beim Beten sei es wichtig, dass dies in der richtigen inneren Haltung geschehe, bemerkte Styger. Ein bloßes Herunterleiern von Worten sei kraftlos.
Nach dem Ende des Vortrags traten noch viele Einzelne mit Fragen an den Referenten heran.
Informationen:
Anton Styger lebt in der Zentralschweiz im Ägerital im Kanton Zug, wo er 1947 geboren wurde. In seiner erfolgreichen, mehrbändigen Publikation „Zwischenwelten“ berichtet er, wie die ihm von Kindheit an zueigene Hellsichtigkeit sein Leben prägte. Er schildert vielfältige Erlebnisse mit der geistigen Welt und stellt dem Leser Meditationen sowie Anleitungen für praktische Übungen und Gebete vor.
Styger, gelernter Architekt und Baubiologe, untersucht seit Jahrzehnten alle Arten von Gebäuden wie Wohnhäuser, Kliniken und Tierställe auf geomantische und elektrotechnische Störzonen. Dabei stößt er oft auf schwerwiegende Fremdenergien und Wesen, die feinfühlige Menschen, Kinder wie Erwachsene, sehr belasten können. „Ich wurde mit unzähligen rätselhaften Phänomenen und absurden Vorkommnissen konfrontiert“, bemerkt Styger.
Inzwischen kann er sich vollumfänglich der spirituellen Lebensberatung widmen. Seine Klientel besteht vielfach aus therapieresistenten, von den Ärzten bereits aufgegebenen Menschen. In Seminaren, Meditationstagen und Vorträgen für Firmen, Messen, Verbände und Privatpersonen bietet Anton Styger seine breite Erfahrung in spiritueller Heilung zum Anfassen an.
Infos:
www.styger-verlag.ch (Bücher, CDs und Links zu You-Tube-Videos)
Samstag, 30. November 2013, 20 Uhr
Orte der Kraft und die Erdtöne auf dem Buschberg
Referent: Lucius Werthmüller

Bericht:
Lucius Wertmüller, Präsident des PSI-Vereins Basel, war zum zweiten Mal in der Kulturwerkstatt zu Gast und referierte über Orte der Kraft. Zunächst entwickelte er dabei praktikable Kategorien, um diese einzuteilen.So könne man beispielsweise jene zusammenfassen, die durch ihre natürlichen Gegebenheiten als solche anzusehen seien und als Energiepunkte oder -zentren auf den Meridianen der Landschaft betrachtet werden könnten, analog dem Modell der Akupunktur und in Übereinstimmung mit einem Weltbild, das die Erde als Lebewesen begreift. Viele sakrale Bauten seien an solchen Plätzen errichtet worden, an denen eine größere Durchlässigkeit zu den seelisch-geistigen Erfahrungsbereichen gegeben sei. Als weitere Fälle behandelte Werthmüller von Menschen geschaffene Kraftorte und solche Stätten, die durch das Wirken Heiliger ihre Bedeutung erlangten. Als Beispiel für einen Ort der Kraft behandelte er ausführlicher die nach der Künstlerin und Heilpraktikerin Emma Kunz benannte Grotte in Würenlos bei Zürich (siehe www.emma-kunz.com) und Glastonbury in England, das mit der Grals- und Artussage eng verküpft ist und er persönlich als sehr starken Kraftort erlebt habe. Auch auf für ganze religiöse Strömungen bedeutsame, heilige Orte, wie den Berg Kailash in Asien oder Lourdes in Frankreich kam er zu sprechen. Ihm erscheine die Herangehensweise des Geomanten Marco Pogacnik richtig, der auch als Schöpfers der slowenischen Flagge bekannt wurde. Dieser nähere sich den Orten sehr intuitiv und habe im Übrigen als Landschaftsheiler und durch die von ihm geschaffene Lithopunktur nachweisliche Erfolge vorzuweisen (so etwa die Heilung des Schlossparks Türnich). Demgegenüber erlebe er die Methode, die Qualität von Kraftorten in Bovis-Einheiten zu messen als weniger geeignet. Sie quantifiziere und führe so im schlimmsten Fall zu einem Wettbewerb nach dem Motto „Mein Kraftort ist stärker als Deiner.“ Dagegen gehe es darum, sich innerlich auf einen Ort einzulassen. Er könne so auch eine ganz individuell persönliche Bedeutung für den einzelnen Menschen gewinnen, sei es etwa als ein Plätzchen im eigenen Garten oder der eigenen Wohnung. Als erfreulich sehe er es an , dass man heute der Geomantie unbefangen begegnen könne. Früher sei dies schwieriger gewesen, da sich auch die Nationalsozialisten mit diesem Thema befasst und versucht hätten, es für ihre Zwecke zu missbrauchen. Dies habe noch der Geomant Jens-Marin Möller so erfahren.
Ein besonderes akustisches Phänomen, das sich an einem Kraftort zutrug, wurde den Anwesenden mittels der sogenannten Naturschallakustik hörbar gemacht (Infos: http://www.ohland-medizintechnik.de/Naturschall-Akustik-System-T.809.0.html) Der englische Heiler Geoff Boltwood, von dessen Fähigkeiten Werthmüller sich überzeugen konnte, führte eine Gruppe von Menschen an einen Ort in der Schweiz, an dem sich bei einer gemeinsamen Meditation vier hochfrequente Töne manifestierten und aufgezeichnet wurden. Laut Geoff, der sich hier auf seine ihn schon seit langer Zeit führende innere Stimme berief, seien „an mehreren Stellen auf unserem Planeten vor langer Zeit Energien und Informationen eingeschlossen und versiegelt worden sein. Diese sollen jetzt wieder freigesetzt werden und ein kraftvolles Netzwerk zur Unterstützung der Evolution des menschlichen Bewusstseins bilden.“ (http://www.bpv.ch/content/texte/diverse-buschberg.html) In Glastonbury sei dies schon im Mai 1993 geschehen. Damals hätten sich acht ebenfalls hochfrequente Töne gezeigt, die allerdings unter schlechteren Bedingungen aufgenommen wurden. Am Buschberg sei das Ereignis am 21. November 1994 unter Zeugen eingetreten und schließlich durch die Schweizer Medien bekannt geworden. Werthmüller selbst habe die Töne als außerordentlich intensiv in ihrer Wirkung und Nachwirkung auf ihn erlebt, bis ins Physische hinein. Allerdings sei er sich nicht sicher, ob in den Tönen selbst das Wesentliche liege ode rob diese nicht nur ein Nebenprodukt gewesen seien. Man empfinde sie, wie die Erfahrungen zeigten, oft keineswegs als angenehm (es sei denn, wenn man sie hinuntertransponiere, wordurch sie einen sphärischen Charakter annehmen würden, was Wertmüller auch demonstrierte). Möglicherweise liege dies daran, dass durch die durch sie ausgelösten Energieströme gerade die Stellen im Körper, an denen Energieblockaden vorliegen, bewusst würden. Laut dem Musikprofessor Wolfgang Stroh müsse festgehalten werden, dass „die Töne aus akustischer Perspektive sehr ungewöhnlich sind und ich noch nicht sagen kann, ob derartige Töne überhaupt ‚natürlich’ erzeugt werden können. ‚Unnatürlich’ gibt es solche Klänge in elektronischen Effektgeräten, aber dort klingen sie anders.“ (Quelle: zitierte Homepage) Und der Psychologe und Physiker Günter Haffelder stellte mittels der von ihm entwickelten EEG-Spektralanalyse fest, dass die Wirkungen der Klänge bei allen Versuchspersonen Hirnstrommuster hervorbrachten, die auf einen veränderten Bewusstseinszustand schliessen lassen. Weiterer spekulativer Deutungen wollte Wertmüller sich weitgehend enthalten, verwies aber noch auf einige interessante Aspekte, so die Ähnlichkeit des dritten Klanges mit einem tibetischen Horn. Positiv schilderte er die Neugier und Aufgeschlossenheit, die ihm in diesem Zusammenhang auch vor Ort unter den Menschen begegnet sei. Inzwischen sei die dort vormals stark punktuell konzentrierte Energie in einem größeren Radius zu spüren. Auch von weiteren, versiegelten Orten dieser Art sprach Wertmüller.
Einer der Anwesenden äußerte zum Ende, er habe nun die Empfindung, es sei angemessen, nach diesem akustischen Erlebnis, den Referenten mit einem „stillen“ Applaus zu bedenken.
Am 17. Mai 2014 wird Guntram Stoehr über das verwandte Thema „Geomantische Landschaftsphänomene und Baumwuchsformen“ sprechen.
Informationen:
Einleitend führt der Referent in die alte Wissenschaft der Geomantie ein. Diese erforscht die Energieströme und -zentren der Erde und das Wesen der Naturkräfte. Er erzählt die Geschichte der «Öffnung» des Erdenergiezentrums auf dem Buschberg. Dort manifestierten sich bei der gemeinsamen Meditation einer Gruppe vier hochfrequente Töne, die von Lucius Werthmüller aufgezeichnet wurden. Diese wurden von einem Musikprofessor analysiert und als «äusserst ungewöhnlich» bezeichnet. Diese Töne haben eine tiefgreifende Wirkung und können als Hilfsmittel zur Erweiterung des Bewusstseins eingesetzt werden. Der Physiker Dr. Günther Haffelder hat festgestellt, dass sich die Gehirnstrommuster von Personen während des Anhörens der Töne stark verändern. In einer längeren geführten Meditation verwendet Werthmüller die Klänge als Hilfsmittel.
Lucius Werthmüller, geboren 1958, setzt sich seit über 25 Jahren intensiv mit allen Grenzgebieten auseinander. Zu seinen bevorzugten Themen gehören die Erforschung biologischer Energien, des Geistigen Heilens und veränderter Bewusstseinszustände. Er ist seit 1991 Präsident des «Basler Psi-Vereins». Im Jahr 1994 stiess er als Programmgestalter zum Team der «Basler Psi-Tage» und war von 1999 bis 2007 deren Projektleiter. Im Jahre 2000 erhielt er den Preis der «Schweizerischen Stiftung für Parapsychologie». Er ist Stiftungsrat der Gaia Media Stiftung und war Projektleiter des internationalen Symposiums «LSD – Sorgenkind und Wunderdroge», das 2006 anlässlich des 100. Geburtstags von Dr. Albert Hofmann in Basel stattfand sowie des Welt Psychedelik Forums 2008. Zusammen mit Dieter Hagenbach veröffentlichte er 2011 Albert Hofmann und sein LSD, eine Biografie des LSD-Entdeckers Albert Hofmann – verwoben mit der Geschichte seiner bekanntesten Entdeckung. Neben anderen Aktivitäten betreibt er ein spezialisiertes Buchantiquariat. Lucius Werthmüller ist Vater dreier erwachsener Söhne und lebt mit seiner Partnerin Sabin Sütterlin in Basel.
Generalversammlung 24.11.2013
Generalversammlung Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. (Lörrach) / Veranstaltungen zu spirituellen Themen
Lörrach. Bei der diesjährigen Generalsversammlung der Kulturwerkstatt Dreiländereck e.V. bot Vorstand Björn Steiert zunächst einen Überblick über das Veranstaltungsjahr 2013.
Es referierten: Daniela Salg (Lebensharmonie für Mensch & Tier – Energiearbeit unter Anwendung von Farben und Tierkommunikation), Dr. Michael Nahm (Terminale Geistesklarheit und andere ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe), Gerhard Klügl (Aurachirurgie – ein Weg des medialen Heilens), Prof. Dietrich Murswieck („Euro-Rettung“ – ohne demokratische Legitimation?), Catharina Barker (Hieronymus Boschs „Der Garten der himmlischen Freuden“. Eine rosenkreuzerische Darstellung der geistigen Welt), Dr. med. Daphne von Boch (Was kann man heute noch essen?), Sam Hess (Naturwesen in unserer Zeit – Natur, die andere Begegnung) sowie Lucius Werthmüller (Orte der Kraft und die Erdtöne auf dem Buschberg)
Bevor man im Programm fortfuhr, wurde Gisela Seiß‘ gedacht, die – geboren am 26. März 1925 – am 25. Oktober diesen Jahres verstarb. Sie war am 03. Oktober 2005 in den Verein eingetreten und somit langjährige Unterstützerin. Gisela Seiß wirkte als Krankenschwester, Heilpraktikerin und leistete einen maßgeblichen Beitrag für den Aufbau der heilpädagogischen Bewegung namens Camphill in Deutschland . Diejenigen, die sie kannten, haben ihr herzliches Wesen in bester Erinnerung.
Der Vorstand wurde anschließend einstimmig entlastet und in seinen Ämtern bestätigt. Damit ist die Zuständigkeit unverändert: Kultur-Vorstand: Björn Steiert (Stellvertr. Cornelia Steiert), Rechts-Vorstand: Claus Steiert (Stellvertr. Isolde Krauss), Wirtschafts-Vorstand: Knud Johannsen (Stellvertr. Karin Suyter). Neu besetzt wurde – nach ebenfalls einstimmiger Wahl – das Amt der Mediatorin mit der Sozialpädagogin Friederike Krauss.
Die Mitgliedsbeitragshöhe liegt weiterhin bei 5 Euro monatlich. Es wurde betont, wie wichtig es perspektivisch sei, neue Mitglieder zu gewinnen, da deren Beiträge die Basis für die kontinuierliche Arbeit darstellen. So gelte es, diejenigen gezielt anzusprechen, denen die Existenz und die Weiterentwicklung eines Forums für authentische und seriöse Spiritualität am Herzen liegen – zumal vor dem Hintergrund, dass unser Zeit eines solchen Freiraums bedürfe, in dem man Themen pflegen könne, die sonst oft an den Rand gedrängt würden, obwohl sie eine entscheidende Relevanz für das Leben und Handeln in der Welt besitzen.
Die Versammlung wurde mit einem Ausblick auf die Termine für 2014 beschlossen. So wird unter anderem der in der Schweiz bekannt gewordene Autor Anton Styger („Zwischenwelten“) über seine konkreten geistigen Erfahrungen mit Verstorbenen und spirituellen Wesen sprechen (25. Februar).
Samstag, 12.10.2013, 20 Uhr
Vortrag: Naturwesen in unserer Zeit – Natur, die andere Begegnung
Referent: Sam Hess

Bericht:
Sam Hess, der aus dem Fernsehen bekannte Schweizer Jenseitsforscher, sprach in der Kulturwerkstatt über das Thema „Naturwesen in unserer Zeit – Natur die andere Begegnung“. Es ging ihm darum, darzulegen, dass die Welt, die sich im Märchen in Gestalten wie etwa den Zwergen, Nixen oder Feen ausdrückt, nur bedingt eine der Phantasie ist. Denn hinter diesen Bildern stehen seiner Auffassung nach durchaus reale Wesenheiten, die ihren Sinn im Ganzen der Natur besitzen, aber den körperlichen Sinnen nicht wahrnehmbar sind. Jedoch gebe es Wege, von deren Existenz zu erfahren, die dem Bewusstsein der modernen Zivilisationsmenschen leider entschwunden sei und ihm sogar befremdlich erscheine. Im Verlauf des Vortrags wurde deutlich, dass auch diese Bereiche gemäß eines umfassenderen ökologischen Denkens berücksichtigt werden müssten.
Hess erklärte den Anwesenden, es sei ihm gleich, ob sie ihm glauben würden oder nicht. Er wolle einfach authentisch von dem sprechen, was er – unter anderem in seiner Tätigkeit als Förster – selbst erlebt habe. So habe er schon lange vor der Wissenschaft erkannt, dass die Bäume untereinander über ihre Wurzeln kommunizieren. Erst heute sei dies auch der Kenntnisstand der akademischen Forscher. Dieses Beispiel sollte vermitteln, dass man sich in seinen Auffassungen nicht von dem – oft sehr veränderlichen – Aussagen der Wissenschaft abhängig machen, sondern durchaus auch der eigenen Erfahrung und darüber hinaus dem über Jahrtausende überlieferten Wissen vertrauen dürfe.
Der Referent charakterisierte die Welt der Naturgeister skizzenhaft, indem er sie als eine von Leben erfüllte beschrieb. Es herrsche dort kein lineares Zeitbewusstsein, vielmehr eine Art des „endlosen Zeiterlebens“, wovon auch der Mensch berührt werden könne, wenn er sich darauf einlasse, was dann mitunter Phänomene wie einen unerklärlichen „Verlust“ von Stunden nach sich ziehe. Die Naturgeister seien gegliedert in hierarchische Gruppen mit klarer Aufgabenbestimmung, wobei sie allerdings durchaus „lebendig“ ineinander wirkten. Ihre Tätigkeit sei von großer Demut gegenüber dem, was da ist – der Schöpfung – erfüllt. Um zur Verbindung mit diesen Bereichen zu gelangen, benötige man Offenheit, Liebe und Aufmerksamkeit. Musik, etwa Flötenspiel, würden die Naturgeister sehr lieben.
Hess orientierte sich an der Überlieferung, indem er Feuer-, Luft-, Wasser- und Erdwesen unterschied. Weiter differenzierte er zwischen Elementarwesen (zum Beispiel als Geister eines Ortes, etwa eines Sees) sowie den Feen und Elfen. In der mit anderen Sehern übereinstimmenden Definition von Hess haben die sehr individuell beschaffenen Feen in ihrer imaginativen Erscheinung keine Flügel, im Unterschied zu den Elfen. Zu den Zwergen und Kobolden wusste er zu berichten, dass sie durchaus Humor besitzen und Schabernack mit dem Menschen treiben würden – was zugleich eine Form des Auf-sich-aufmerksam-Machens beziehungsweise eine Aufforderung der Zusammenarbeit sein könne. Zwar würden sie keine Gegenstände entwenden, wie es in Märchen heiße, wohl aber sei es ihnen möglich, den Sehsinn des Menschen zu manipulieren, so dass etwas, was eigentlich vorhanden ist, verschwunden zu sein scheine. Es sei gut, durchaus konkret mit diesen Wesen umzugehen, dann sei es möglich, sich gut mit ihnen zu verständigen. So bräuchten etwa die Menschen, die sich in dunklen Räumen fürchten, vor den dort unter Umständen anzutreffenden Dunkelwesen keine Angst zu haben und könnten eine Veränderung der Atmosphäre bei direkter Ansprache bemerken. Naturgeister würden dem Menschen nicht schaden – es sei denn, er füge den von ihnen behüteten Orten oder Geschöpfen aus Boshaftigkeit oder Achtlosigkeit Übles zu.
Auch die Baumgeister – die ältesten Naturwesen – und Pflanzendevas, wie sie etwa der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl in seinen beliebten Büchern beschreibt , fanden Erwähnung. Um mit einem Baumgeist Kontakt aufzunehmen, benötige es lange Zeit, oft viele Monate, um sich auf diesen einzustimmen und entsprechende diesem innerlich ruhig zu werden. Man werde allerdings mit einem wunderbaren Erlebnis belohnt und könne dabei heilende Kräfte erfahren. Am Beispiel eines im Raum stehenden Straußes gelber Rosen erläuterte Hess, dass Naturgeister den Bereich der irdischen Welt nicht verlassen. Verfalle etwa die Pflanze, um die sie sich gekümmert haben, würden sie in eine andere übergehen. Sie seien, so gesehen, also immer da und würden deshalb auch über eine große Weisheit verfügen, was man erfahren könne, wenn man mit ihnen spreche. So habe er von Pflanzendevas konkrete Aussagen zum Klimawandel bekommen, die allerdings schwer zu vermitteln seien. Im Rahmen einer thematischen Exkursion erläuterte Hess, dass es besser sei, sich von Lebendigem (sprich Pflanzen) zu ernähren als von Totem, das heißt Fleisch. Nicht was der Mensch esse, sondern woher es stamme – das heiße hier: ob vom Toten oder Lebendigen – sei die wichtigere Frage. Allerdings wolle er nicht für den Vegetarismus agitieren. Als weiteren Gesichtspunkt ergänzte er, dass Pflanzen sich – im Unterschied zu Menschen – niemals vollständig inkarnieren würden.
Der Referent gab den Anwesenden ein paar praktische Hinweise, welche Erlebnisse möglicherweise als erste Formen des Kontakts zu Naturwesen, etwa als eine Art Begrüßung, zu deuten seien; so das das an angeflogene Spinnweben erinnernde Gefühl von Berührungen an Gesicht und Haaren, wenn man durch den Wald gehe, unerklärliche akustisch-musikalische Eindrücke in der Natur, die Wahrnehmung eines merkwürdigen Flimmerns über einem Feld oder Bewegungen von Blättern und auf dem Wasser ohne erkennbare äußere Ursache (zum Beispiel bei Windstille). In alledem könne sich die Präsenz eines Naturwesens anzeigen. Die Wahrnehmungsgegebenheiten seien je nach Tages- und Jahreszeit anders. Beispielsweise sei sie nach dem Regen in der gereinigten Atmosphäre günstig.
In der anschließenden Diskussion wurden weitere Fragen erörtert oder bereits angesprochene vertieft; etwa ob man individuelle Beziehungen zu einzelnen Wesen aufbauen könne oder wieweit der Mensch in die Kreislaufe der Natur eingreifen solle, zum Beispiel beim Bewuchs eines Baumes mit Efeu. Sam Hess nahm hier grundsätzlich den Standpunkt ein, es sei gut, die natürlichen Prozesse möglichst ungestört ablaufen zu lassen und verwies auf die Rolle des Efeus für Vögel und Bienen. Der Mensch nehme sich oft zu viel heraus. In diesem Sinne war der gesamte Vortrag ein Appell, alle Mitgeschöpfe zu berücksichtigen.
Informationen:
Jedes Volk, jeder Ort kannte oder kennt seine eigenen Naturgeister.Viele Menschen, die sich heute darum bemühen, die alte Verbindung zu den Geistern und Geistwesen der Natur wiederaufzunehmen, sind daher verwirrt von der kaum überschaubaren Vielfalt der Namen und Beschreibungen. Die ganze Natur ist belebt – und die Elementargeister sind die ursprünglichsten Formen des Lebens in der Natur. Diese Wesen können mikroskopisch klein sein und einen Feuerfunken oder einen Wassertropfen beleben, aber auch gewaltige Wesenheiten sein, die einem Stern oder einem Meer seine Individualität verleihen. Sam Hess wird in seinen Darstellungen und Ausführungen die Geheimnisse dieser „unsichtbaren“ verborgenen Welt Interessierten näher bringen.
Als Kind einer Försterfamilie wuchs Sam Hess (geb. 1951) in einem Schweizer Bergdorf auf, wo er gemäß seinen Schilderungen während seiner Kindheit zahlreiche Begegnungen mit Totengeistern erlebte. Er hatte das Glück, verständnisvolle Menschen zu finden, die ihm halfen, mit seiner besonderen Veranlagung umzugehen. In einem gemeinsam mit Pier Hänni vorgelegten Buch Wandern in zwei Welten (AT Verlag) stellt er dar, wie er auf natürliche Weise in der Tradition eines Sehers und Heilers aufwuchs und so lebt, wie diese im Alpenraum seit Menschengedenken gewirkt haben. Auch über das Schweizer Fernsehen (Aeschbacher), Presse und Radio wurde er bekannt.
Seine Erlebnisse mit Totengeistern und ihren Zwischenwelten sowie seine Gedanken zu Diesseits und Jenseits, Leben und Tod zeigen Wege auf, wie wir diese oft verdrängten Bereiche des Lebens ohne Ängste annehmen können. Seine außergewöhnlichen Erlebnisse mit Geistwesen und ihren Zwischenwelten vermitteln beispielhaft, was Geistwesen sind, weshalb sie sich bemerkbar machen und was wir von ihnen lernen können.
Er ist seit 35 Jahren als Förster tätig und setzt seine Hellsichtigkeit vorwiegend für die Heilung von Menschen sowie zur Reinigung von Häusern und Wohnungen von unerwünschten Geistwesen ein. Er gibt Kurse und Seminare zur Numerologie, zur Mystik des Waldes, der Heilkraft der Bäume und über Naturgeister.
In der Kulturwerkstatt ist der Referent nach einer erfolgreichen Veranstaltung 2012 zum zweiten Mal zu Gast. Sein neues Buch „Verbindung in die jenseitige Welt. Der Weg der Selle zur universellen Einheit“ (ISBN: 978-3-03800-726-5) berührt teils auch die im Vortrag behandelte Thematik.
Infos: www.kulturwerkstatt-dreilaendereck.de, www.waldmystik.ch
Samstag, 07.09.2013, 20 Uhr
Vortrag:Was kann man heute noch essen?
Referentin: Dr. med. Daphne von Boch

Bericht:
Den Menschen bewegen – so sagt der Schauspieler Woody Allan – drei Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Und was essen wir heute Abend? An die Problemstellung der letztgenannten anknüpfend, referierte Dr. med. Daphne von Boch in ihrem Vortrag in der Kulturwerkstatt Lörrach über das Thema „Gesunde Ernährung“, in dem sie wiederholt auf das von ihr neu herausgegebene Buch „Was essen wir eigentlich?“ ihres Lehrers Dr med. Otto
Wolf Bezug nahm.
„Warum essen wir überhaupt“?, wollte von Boch von den Anwesenden wissen, die sie oft ansprach, um sie aktiv einzubeziehen. Neben dem eher sekundären Aspekt des sinnlichen Erlebnisses („Genussmittel“) wurde meist geantwortet, dass es nötig sei zu essen, um zu leben. Das Stichwort „Leben“ griff die Referentin auf, um hieran ihre Gedanken zu entwickeln. Zunächst machte sie auf den Umstand aufmerksam, dass dieses Gebiet im heutigen Medizinstudium eine viel zu geringe Aufmerksamkeit erfahre. Hinzu komme, dass sich die Folgen einer guten Ernährung erst nach längerer Zeit manifestieren würden, so dass man sie mit den gängigen kurzfristig angelegten Studien nicht erfassen könne. So habe man heute ein breites Angebot der unterschiedlichsten Diäten und Empfehlungen vorliegen. Generell tue sich die naturwissenschaftlich geprägte Forschung schwer damit, überhaupt zu verstehen, worauf es ankomme. Und dies hänge mit dem Problem des Lebens bzw. des Lebendigen zusammen. Um ein „Lebensmittel“ im wahrsten Sinne des Wortes könne es sich nur handeln, wenn es auch „Leben“ enthalte. Man betrachte die Nahrung oft nur äußerlich – gleichsam nach Maß, Zahl und Gewicht – und betrachte dabei die Rolle der Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Eine Einteilung, die – so von Boch – das Wesentliche noch gar nicht berühre, ebenso wenig wie der Aspekt der zum Beispiel durch „toten“ Zucker kurzfristig zur Verfügung gestellten „Energie“ (ein bezeichnender Weise der Technik entlehnter Begriff), die nicht mit dem hier gemeinten Leben gleichzusetzen sei. Benzin enthalte beispielsweise enorm viel Energie, sei aber keineswegs ein Lebensmittel … Vielmehr gehe es um die in der Materie wirkenden Kräfte, von denen die Alchemisten früher noch gewusst hätten und die in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft berücksichtigt würden. Experimente hätten gezeigt, dass die auf diese Weise erzeugten Lebensmittel einige Vorzüge auch gegenüber „nur“ biologisch angebauten Produkten erzielten; die Referentin hatte auch ein paar Kostproben von Obst der nach Demeter-Kriterien arbeitenden Gärtnerei Berg (Binzen) mitgebracht. Betrachte man die Nahrungskette, so sehe man im Allgemeinen, dass sich der Mensch von Tieren und Pflanzen und die Tiere von Tieren und Pflanzen ernähren würden, um sich am Leben zu erhalten. Bei den Pflanzen wiederum sei der Vorgang der Photosynthese entscheidend, bei denen sie aus dem Licht ihre Lebenskraft bezögen. Man habe es also immer mit einer Aufnahme von Lebendigem zu tun beziehungsweise einem Prozess, in dem es nicht in erster Linie auf die Aufnahme toter Stoffe (Mineralien) ankomme. Aus dieser Perspektive gewann die Referentin eine „Faustregel“, durch die sich die Anwesenden selbst gut würden zurechtfinden können. Je näher ein Produkt dem Leben sei beziehungsweise je mehr „Leben“ es enthalte, um so gesünder sei es. Hierbei freilich gebe es auch besonders zu berücksichtigende Faktoren. Rohkost könne zwar unter bestimmten Gesichtspunkten eine therapeutische Bedeutung haben, jedoch müsse der Körper zu ihrer Aufschließung mehr Kräfte aufwenden, die ihm dann für anderes fehlen würden, weshalb der Vorgang des Kochens an sich durchaus sinnvoll sei. Es komme eben auf das richtige Maß und Verhältnis an.
Für diejenigen, die die Wirkung einer an Leben gehaltvollen Nahrung selbst ausprobieren wollten, empfahl sie als einfache Maßnahme, über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen hinweg frisch feingeschrottes Korn mit Sauerrahm und Banane zu sich zu nehmen. Es würde eine allgemeine Kräftigung bewirken, am Abend 3 EL frisch fein geschrotetetes Getreide mit ungekochtem, kaltem Leitungswasser zu einem Brei zu verrühren und dann die Nacht über stehenzulassen. Dieses könne dann am Morgen mit Sauerrahm und Obst (zum Beispiel Banane) vermischt zu sich genommen werden.
Die Fragen der Anwesenden führten zu einer vertieften Behandlung einzelner Aspekte, bei denen sich zeigte, dass die Referentin sehr beweglich und detailliert auf die Anliegen eingehen konnte, indem sie konkretes Faktenmaterial (Studien, Experimente, Geschichtliches) und anthroposophische Gesichtspunkte einbezog. Sie wusste auch Sonderfälle – vermeintliche Abweichungen von den von ihr entwickelten Regeln – zu erklären und gab diverse Ratschläge („Butter ist besser als Magarine“, „Sauerrahm ist gesund“, „Rapsöl ist bedenklich“ …). Kritisch äußerte sie sich zu Vitaminprodukten wie den derzeit zunehmend konsumierten Vitamin-D-Präparaten, sofern sie in Kombination mit Kalzium propagiert werden. Man berücksichtige dabei oft nicht das Gesamtzusammenspiel im Organismus. Im Hinblick auf die spirituelle Entwicklung meinte sie, dass diese natürlich nicht durch die Ernährung herbeigeführt werden könne. Ihr liege ein Willensentschluss und ein aktives Streben zugrunde. Sehr wohl aber könne eine falsche Ernährung diese Entwicklung erschweren, denn Körper, Seele und Geist bilden letztlich eine Einheit. Die Grundtendenz ihres Vortrags brachte sie in von Angelus Silesius im 17. Jahrhundert verfassten Versen zum Ausdruck:
Das Brot ernährt dich nicht:
Was dich im Brote speist;
Ist Gottes ew´ges Wort,
Ist Leben und ist Geist.
Informationen:
Auf keinem Gebiet der Wissenschaft gibt es so viele Widersprüche wie auf dem der Ernährung. Soll man „100 g Fleisch pro Tag“ essen, oder ist vegetarisch gesünder?
Soll man alles roh essen, denn „kein Tier kocht seine Nahrung“, oder soll man Gekochtes essen, weil rohe Nahrung den Stoffwechsel belastet. Ist Butter schlecht oder Margarine? „Das sicherste Nahrungsmittel ist Wasser-„, sagte der Humorist Mark Twain, “ in mäßigen Mengen genossen.“ Dies Kann man heute nicht mehr sagen …
Wie kann man beurteilen, ob ein Nahrungsmittel gesund ist oder nicht?. Ein Anfang wird im Vortrag gemacht, so dass die Teilnehmer selbst lernen, worauf es ankommt bei der Nahrung und selber beurteilen können, ob ein Nahrungsmittelgesund ist oder nicht.
Zuletzt ist auch zu bedenken, dass die Nahrung nicht nur für unseren Körper eine Bedeutung hat, sondern auch mit unserm Seelisch-Geistigen in Beziehung steht.
Dr. Daphne von Boch ist Anthroposophische Ärztin, Allgemeinärztin und Psychologin. Sie hat eine Praxis in Schopfheim, bearbeitet die Werke von Dr. Otto Wolff (unter anderem das Standard-Werk für Anthroposophische Ärzte „Das Bild des Menschen als Grundlage der Heilkunst“ und ist tätig als Dozentin für Anthroposophische Medizin im Osten und in Süd-Amerika im Rahmen der Medizinischen Sektion am Goetheanum sowie als Vorstandsmitglied des Klinisch-Therapeutischen Instituts in Arlesheim.
„Nun hängt die Ernährung zusammen mit unserer physischen Existenz, sie hängt zusammen mit der Art und Weise, wie unser Körper auch der Träger des Seelisch-Geistigen sein kann, und wir werden sehen […], daß diese physisch-geistige Beziehung zwischen den beiden etwas außerordentlich Grundlegendes für beide Seiten, die materielle und die spirituelle, darstellt.“ Ehrenfried Pfeiffer
Samstag, 08.06.2013, 20 Uhr
Vortrag: „Hieronymus Boschs ‚Der Garten der himmlischen Freuden‘. Eine rosenkreuzerische Darstellung der geistigen Welt.“
Referentin: Catharina Barker

Bericht
Hieronymus Bosch – ein „schauender Mensch“. Der Kreis der Religionen
Lörrach. Am 8. Juni referierte Catharina Barker in der Kulturwerkstatt über das Triptychon „Der Garten der Erkenntnis“ des holländischen Malers Hieronymus Bosch. Barker führt gegenwärtig die von Willi Seiß begründete Freie Hermetische-christliche Studenstätte am Bodensee (FHaB) sowie den Achamoth-Verlag fort, in dem bislang zwei von ihr verfasste Bücher zu diesem Thema erschienen sind. Ihr Hauptansatzpunkt besteht darin, die gemäß ihrer Anschauung rosenkreuzerischen Inhalte des Bildes zu erforschen und daran Elemente der christlichen Esoterik zu entwickeln. Ihre Methode lässt sich als meditative Betrachtung umschreiben. So gelingt es ihr, völlig neue Sichtweisen auf Bosch einzunehmen, die in Teilen auf Clément Antoine Wertheim Aymès‘ Arbeiten aus den 50er und 60er Jahren sowie auf Willi Seiß‘ in zahlreichen Seminaren vermittelten Erkenntnissen basieren.
Bezugnehmend auf einem Artikel „Jeder zweite Westdeutsche“ glaubt an Wunder in der „Welt“ vom 16.05., verwies der Veranstalter zunächst auf die „beispiellos veränderten Weltbilder“. Demnach sei jeder vierte Deutsche inzwischen aufgeschlossen gegenüber Wunder- und Geistheilern. Rund 40 Prozent der Bevölkerung hielten etwas von Astrologie oder New Age. Mehr als die Hälfte äußerten Sympathie für Anthroposophie und Theosophie. Jeder zweite Westdeutsche glaube an Wunder, ungefähr jeder Vierte an die Wiedergeburt … Diese Zahlen würden zeigen, dass eine zunehmende Offenheit für esoterische Themen festzustellen sei. Dies sei zu begrüßen. Jedoch handle es sich oft um eine oberflächliche oder simpel konsumierbare „Wellness-Esoterik“. Dagegen erfordere es eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie, um tiefer erlebend in diese Bereiche einzutreten. Und dies habe Barker anhand des behandelten Bildes geleistet.
Die derart gewürdigte Referentin ging zunächst auf die historische Situation zu Boschs Zeit ein. Der Maler sei „ein schauender Mensch“ gewesen. Wie andere im Norden angesiedelte Maler habe er auch das Böse in seinen Werken zur Darstellung gebracht. Die Auseinandersetzung und die Verwandlung desselben wurden als christliche Motive evident. Um der Inquisition zu entgehen, habe Bosch sein Wissen in Bilder hineingeheimnist – mit der Ironie, dass sogar ein Hauptbetreiber der Inquisition, Philipp II von Spanien, ihn unterstützt habe. Er stehe am Ausklang einer Zeit, in der die Gelehrten meist noch Kenntnis vom hermetischen Geheimwissen und dessen Lehre über den „Sonnengott“ (Christus), der sich mit der Erde verbunden habe, gehabt hätten. Barker differenzierte weitere zwischen unterschiedlichen hermetischen Strömungen und zeigte Kontinuitäten zwischen Gralschristentum und der Templerweisheit auf. Im Rosenkreuzertum habe schließlich dieses Wissen auch eine Form gefunden, die der Verstand – nicht nur das Gemüt – aufnehmen könne. In dieser Schwellensituation habe Bosch gestanden.
Als Indiz dafür, dass es sich um „geschaute“ Bildinhalte handelte, machte die Referentin auf eine rechts unten in der Mitteltafel in einer Art Grotte befindliche Figur aufmerksam, an deren Haltung, verbunden mit entsprechender Symbolik, deutlich werde, dass sie das im eigenen Inneren erschaute Geschehen überblicke. Barker interpretierte sie als Repräsentanten von Bosch, der in seinem Schaffen von den beiden großen Meistern des Abendlandes – Christian Rosnekreutz und Meister Jesus – inspiriert gewesen sei.
Als nächstes bot sie einen Überblick über die einzelnen Darstellungsbereiche des Triptychons im Groben. Ist in der linken Tafel die Erschaffung des Menschen dargestellt sowie der Bereich der Sonnen- und Mondsphäre, findet man in der rechten eine Person, die Rückschau auf ihr eigenes, mit Fehlern behaftetes Leben hält und – da Bosch dies wohl keinem anderen habe „zumuten“ wollen – Züge seines eigenen Gesichts trägt, wie manche meinen. In der Mitteltafel, die in Teilen mit einem ausgleichenden Grün unterlegt ist, erkennt Barker Anspielungen auf die Buchstaben Alpha, Omega und Jota, wobei letzterer für Johannes den Wassermann ( = Johannes der Täufer) stehe. Dieser sei eine geheimnisvolle Gestalt, die man gemäß der christlichen Esoterik als eine frühere Inkarnation von Christian Rosenkreuz bezeichnen könne. Mehr hierüber zu sagen sei in der Kürze der Zeit nicht möglich. Barker behandelte auch eine weitere geheimnisvolle, in diesem Fall weibliche Gestalt, die sie als wesenhafte Weisheit (= Sophia) deutete, die mit ihren Armen – den „Flügeln des Herzens“ – die Menschen inspiriere. Im oberen Bereich der Mitteltafel fand Barker die Planetensphären dargestellt, welche die Seele nach dem Tod und vor der Geburt durchlaufe.
Im Mittelpunkt ihrer Darstellungen – und damit dem „Irdischen“ am nächsten – stand der Reiterkreis in der Mitte des Triptychons. In den unterschiedlichen Tier- und Reitergruppen sah Barker Darstellungen der wichtigsten religiösen Strömungen, darunter auch die der idealen Kirche der Zukunft, repräsentiert durch Johannes den Evangelisten, Paulus und Augustinus (Bernhard von Clairvaux) bzw. Denken, Fühlen und Wollen. An Paulus hob sie hervor, dass er durchaus den „Stachel“ gekannt habe, das heißt die Auseinandersetzung mit dem Bösen (Triebhaften) in seinem eigenen Inneren, worauf der in Richtung des Erdinneren verlängerte Schweif seines Reittieres weise.
Insgesamt würden sich demnach in ihren wesentlichsten Aspekten die folgenden Religionen und Strömungen abgebildet finden: Rosenkreuzertum, (Abraham), Judentum, Islam, Christentum, Arabismus, Tibet-Ferner Osten, Hinduismus-Yogis, Jainismus, Buddhismus, Türken-Mamelucken. Es sei ein Irrtum zu glauben, diese seien „alle gleich“. Man könne nicht alle Religionen in einen Topf werfen, vielmehr komme es auf deren Besonderheiten an. Diese wiederum würden sich in den Qualitäten der Tierkreiszeichen widerspiegeln. Zudem lasse sich je eine Achse erkennen, die zwischen lebensbejahenden und ichverneinenden bzw. stärker auf das männliche und stärker auf das weibliche Element ausgerichteten Religionen differenziere. Nicht die Reittiere seien es jedoch, die sich bewegten, sondern eigentlich die Menschen, die von Leben zu Leben in unterschiedlichen Kulturkreisen die für sie idealen Bedingungen und Ausgleiche suchten und somit mal in dieser, mal in jener Strömung Platz nähmen. Aus dieser Perspektive ergebe sich eine Sichtweise, in der jeder Religion ihre Berechtigung und ihr Sinn zukomme. Allerdings wurde auch deutlich, dass dem Christentum eine besondere Bedeutung zuzumessen ist. Heute indes könne man die Religionen nicht mehr einfach wie früher bestimmten Völkern oder Kulturkreisen zuweisen. Vieles mische sich heute oder erscheine in ganz anderer Form wieder. In der materialistischen Wissenschaft etwa erkannte Barker gewisse Formen einer Auffassung wieder, die nur den eigenen Standpunkt gelten lassen und allgemeinverbindlich machen will.
Abschließend meinte Barker, dass Bosch weit mehr zu sagen habe, als das, was man gewöhnlich in ihn hineindeute. Schon gar nicht sei sein Werk „erotisch“ zu interpretieren. Die Menschen würden unbewusst spüren, dass dies nicht stimmen könne, und dass die Faszination an Bosch von etwas anderem herrühre. Dabei zeige er in seinen Werken durchaus auch einen gewissen „Schalk“. Bei dem „Garten der Erkenntnis“ handelt es sich aufgrund der Fülle der Inhalte und der Meisterschaft der Ausführung aus Sicht von Barker eine reife Arbeit von Bosch.
Ein dritter Band über den „Garten der Erkenntnis“ von Catharina Barker ist in Vorbereitung. Dieser wird Aufschlussreiches über die auf dem Bild dargestellten hohen Individualitäten enthalten.
Inhaltlich verwandt zu der Veranstaltung sind zwei Vorträge, die demnächst in der Buchhandlung Metzler in Lörrach-Stetten stattfinden werden. Dr. phil Sebastian Niklaus, Mitarbeiter der FHaB und des Achamoth-Verlags, wird unter dem Überbegriff „Leben in der Weisheit des Grals“ jeweils um 19:30 Uhr über die Themen „Das bewusste Einbeziehen der Passionsstufen in den rosenkreuzerischen Übungsweg“ (22.06.) und „Die Seligpreisungen als Stufen der Verwandlung der Persönlichkeit und des Erlebens der Substanz Christi“ (20.07.) sprechen. Niklaus wird mit der Referentin außerdem an einer Seminarreihe beteiligt sein, die im September 2013 in der FHaB die „Schritte der spirituellen Persönlichkeitsentwicklung auf dem christlich-rosenkreuzerischen Schulungsweg“ behandelt. (Infos: www.fhab.de, www.achamoth.de)
Informationen
Vortrag über rosenkreuzerische Esoterik im Werk Hieronymus Boschs
Lörrach. Am Samstag, den 08.06., 20 Uhr, referiert Catharina Barker in der Kulturwerkstatt (Riesstraße 4, Lörrach) über das Thema „Hieronymus Boschs ‚Der Garten der himmlischen Freuden‘. Eine rosenkreuzerische Darstellung der geistigen Welt“. Es wird ein Eintritt in freiwilliger Höhe erhoben.
Seit über anderthalb Jahren arbeitet Catharina Barker an der meditativen Aufschlüsselung des Bildes, das Hieronymus Boschs (um 1450–1516) profunde Kenntnisse über das esoterische Christentum und das Wirken des Eingeweihten Christian Rosenkreutz bezeugt, der von ihr als reale Person verstanden wird. Das ganze Triptychon zeigt in Bildern Tatsachen und Episoden aus dem Werdegang der Menschheit auf dem Weg zur Freiheit, so wie diese sich ihrer Deutung gemäß dem inneren Schauen von Bosch gezeigt haben. Unterschiedliche Weltanschauungen und religiöse Strömungen werden in ihrem eigentlichen Wesen und ihrer Intention verständlich, worauf der Schwerpunkt des Vortrags liegt. Insgesamt wird deutlich, dass der Betrachter von Boschs Werken einen tiefen Einblick in die geistigen Welten bekommt – einschließlich der untersinnlichen Sphären des Bösen, worin eine Besonderheit dieses Malers besteht. Inhalte, die rund 500 Jahre später durch das Werk von Rudolf Steiner begrifflich dargestellt wurden, tauchen hier bereits in bildhafter Form auf. Die Referentin legt Ergebnisse ihrer Forschungen auch in einer auf drei Bände konzipierten Studie im Achamoth Verlag vor. Zum 2012 erschienenen ersten Band bemerkt der Herausgeber im Nachwort: „Wären die Inhalte, wie in der vorliegenden Arbeit von Catharina Barker, nicht erforscht worden, würde im Geistgebiet eine Welt unerschlossen bleiben, die den gegenwärtigen und zukünftigen Generationen Mut gegenüber der Realität seelischer und geistiger Zusammenhänge geben kann. […] Durch dieses Werk gibt Catharina Barker zu erkennen, dass sie in ihrem Wesen der geistigen Strömung, aus welcher Bosch schöpft, zugehörig ist. In dem Werk von Hieronymus Bosch leben die Ziele wie auch die Aufgaben der Rosenkreuzer. Wer sie erkennen will, muss deren Wege gehen.“ (Willi Seiß) Der zweite Band erschien unlängst (http://www.achamoth.de/catharina-barker_garten-der-himmlischen-freuden-von-hieronymus-bosch-2)
Catharina Barker, geboren in Rotterdam, Niederlande, studierte an der Universität in Groningen und Utrecht Indo-Iranische Sprachen und Kulturen (Sanskrit). Nach Abschluss des Studiums entschloss sie sich für die Kunst und studierte Eurythmie, zunächst in Den Haag, NL, dann in Dornach, CH. Dort war die Autorin anschließend 14 Jahre lang als Mitglied der Eurythmie-Bühne am Goetheanum tätig. Daneben erteilte sie Unterricht in vielen Kursen, Seminaren und in der Eurythmie-Ausbildung. Ihre Arbeit führte sie durch Mittel- und West-Europa, in die U.S.A. und nach Russland. Als sie 1991 an den Bodensee übersiedelte, arbeitete sie zunächst mit heilpädagogisch betreuten Kindern, bis 1992 ihr Sohn zur Welt kam. Seit vielen Jahren ist Catharina Barker im Achamoth Verlag und der Freien Hermetisch-christlichen Studienstätte am Bodensee aktiv tätig und war mitbeteiligt an der Herausgabe der Werke unter anderem von Valentin Tomberg. Ihr Interesse galt ab dem 20. Lebensjahr der Geisteswissenschaft und dem Schulungsweg, wie diese von Rudolf Steiner gelehrt wurden. Heute hat sie sich in Zusammenhang damit dem Studium der Hermetik und dem esoterischen Christentum in umfassendem Sinne zugewendet.
>> Infos: www.kulturwerkstatt-dreilaendereck.de, www.fhab.de
Samstag, 11.05.2013, 20 Uhr
Vortrag: „Euro-Rettung“ – ohne demokratische Legitimation?
Referent: Prof. Dietrich Murswiek

Bericht:
Lörrach. Am 11. Mai sprach Professor Dietrich Murswiek, Leiter des Instituts für öffentliches Recht an der Universität Freiburg, in der Kulturwerkstatt über das Thema „‚Euro-Rettung‘ – ohne demokratische Legitimation?“. Murswiek erlangte in Zusammenhang mit dieser Problemstellung Bekanntheit, da er den Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler beim Prozess gegen den ESM in Karlsruhe vertritt. So bezeichnete ihn die „Badische Zeitung“ am 18. April als „profilierte Euro-Kritiker“.
In der Begrüßung durch den Veranstalter wurde zum Ausdruck gebracht, dass man oft den Eindruck habe, die Ereignisse in Zusammenhang mit der Euro-Krise würden wie Naturkatastrophen hereinbrechen, gegen die man sich nicht wehren könne. Jedoch habe man es hier mit einer von Menschen gemachten Krise zu tun. Und anders als Naturgesetze würden hier die ebenfalls von Menschen geschaffenen Gesetze des demokratischen Rechtsstaats gelten. Diese müsse man beachten –und wenn man sie ändern wolle, könne dies nur durch demokratisch legitimierte Prozesse geschehen.
Zu Anfang ging der Referent darauf ein, dass bei Einführung des Euro erklärt wurde, er würde Vorteile für alle mit sich bringen und sei so stabil wie die D-Mark. Ebenso wurde vertraglich festgelegt, dass in keinem Fall ein Land für ein anderes hafte. Jedes sei sich selbst verantwortlich. (siehe die Bailout-Regel im AEUV) Nun seien aber gerade die gegenwärtigen Probleme mit durch die Einführung des Euro bedingt. Denn hierdurch seien die Zinssätze bei der Kapitalbeschaffung für die Problemstaaten gesunken, so dass diese sich billig Geld verschaffen konnten. Es sei auch die Lage beschönigend, wenn gesagt werde, wir hätten heute doch eine ähnlich niedrige Inflationsrate wie zu DM-Zeiten, denn auf Sparguthaben gebe es zur Zeit so wenig Zinsen, dass man de facto von einer „kalten Enteignung der Sparer“ sprechen müsse.
Detailliert durch Daten und Fakten belegt, zeichnete der Referent die Entwicklung der Euro-Krise seit dem Frühjahr 2010 nach. Er beschrieb, wie (beginnend mit einer Deckungssumme von 110 Milliarden Euro) immer höhere Rettungspakete vereinbart wurden, die man zunächst als „einmalig“ titulierte. Dies habe der Bundestag sogar bei einer Resolution erklärt, die schon zwei Tage später durch die neue Faktenlage nach einer Sitzung des Rats der EU entkräftet wurde. Teilweise grotesk nahmen sich die weiteren Erhöhungsschritte aus. In einem Fall begründete man sie mit der durch einen Börsen-Crash in New York gegebenen Drucksituation. Dessen Ursache, wie sich später herausstellte, habe jedoch nichts mit dem Euro zu tun gehabt, sondern sei in einem Computerfehler gelegen. Charakteristisch sei zudem, dass den Bundestagsabgeordneten die äußerst umfangreichen Gesetzestexte und relevanten Dokumente vor Abstimmungen oft nur äußerst kurzfristig vorgelegen seien, und dies teils nicht in einmal in deutscher Sprache – so im Fall des EFSM, wo man einen 1000-seitigen englischen Text erst am Abend zuvor bekommen habe, während man ansonsten für die Einführung eines Gesetzes oft bis zu einem halben Jahr veranschlagen müsse.
Mitte 2012 sei nun – zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen – ein endgültiger Rettungsschirm vereinbart worden, mit einer abrufbaren Summe von 780 Milliarden Euro, für die Deutschland mit 27 Prozent geradestehe. 22 Milliarden seinen bereits eingezahlt worden. Die EZB habe zudem begonnen, Staatsanleihen von Problemstaaten aufzukaufen. Im Endeffekt bedeute dies, dass der Steuerzahler dafür hafte. Insgesamt würden sich sämtliche Risiken allein für Deutschland schätzungsweise auf rund 1 Billion Euro belaufen. Zum Vergleich: Pro Jahr nehme der Staat in Deutschland 250 Milliarden Euro an Steuern ein, über die alle „lebenswichtigen“ Ausgaben – (Infrastruktur, Bildung etc.) – getätigt werden.
Murswiek meinte nun, dass in Zusammenhang mit der Rettung ärmerer Länder, die zudem gar nicht systemrelevant seien (wie Zypern), der Begriff der Solidarität missbraucht würde. Denn das Geld komme gar nicht bei den Menschen an. De facto würden Banken, Millionäre und Milliardäre „gerettet“, während die einfachen Leute unter den restriktiven Maßnahmen der Euro-Rettungspolitik zu leiden hätten.
Ein Kernstück des Vortrags bestand in der Frage der Legitimation der Rettungsmaßnahmen. Murswiek stellte fest, dass hier erhebliche Defizite und Unklarheiten vorlägen. Bislang habe man beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erreichen können, dass keine dauerhaften Mechanismen installiert würden, sondern dass die Haftungsübernahmen jeweils durch das gewählte Parlament, den Bundestag, gebilligt werden müssten – was angesichts des parteiübergreifend ähnlichen Stimmverhaltens in dieser Frage in der Konsequenz vielleicht wenig ändere, aber strukturell ein entscheidender Unterschied sei. Auch seien Eurobonds als nicht verfassungsrechtlich kompatibel bewertet worden. Zudem hätten die übrigen beteiligten EU-Staaten eine Erklärung unterzeichnen müssen, wonach nicht, wie ursprünglich geplant, ein anderer Staat automatisch den Anteil eines anderen am ESM zu übernehme habe, wenn dieser die Summe nicht aufbringen könne. Allerdings gingen die Bewertungen darüber, ob diese Erklärung völkerrechtlich verbindlich sei, auseinander.
Heikel sei allemal, dass im ESM festgelegt wurde, dass eine bestimmte Kapitalsumme jederzeit innerhalb kurzer Frist abrufbar sei. Könne Deutschland diese nicht aufbringen, würde Deutschland sein Stimmrecht verlieren, was demokratisch nicht vertretbar sei. Hier habe Karlsruhe nur entschieden, dass eben sicherzustellen sei, dass die Summe jederzeit aufgebracht werden könne. Wie bleibe fraglich. Ebenfalls nicht mit dem Demokratieprinzip zu vereinbaren sei, dass die Entscheidungen des ESMs geheim bleiben sollten. Der Vertreter Deutschlands müsse dem Parlament nämlich Rede und Antwort stehen könne. Zu bedauern wäre auch, dass Karlsruhe keine am Bundeshaushalt gemessene Obergrenze der von Deutschland zu übernehmenden Haftungssumme festlegen wollte. Man hoffe eben, dass die Forderungen jeweils zu bewältigen seien. Ein weiterer Kritikpunkt Murswieks bestand in der mittelbaren Staatsfinanzierung, die die Europäische Zentralbank (= EZB) durch Staatsanleihenkäufe betreibe. Damit betätige sie sich indirekt politisch, sei aber weder gewählt noch müsse sie sich vor Wählern verantworten. Auch habe jeder Mitgliedstaat in deren Rat dasselbe Stimmrecht, gleich wie groß seine Bevölkerung sei, womit man wiederum das Demokratieprinzip ausgehebelt habe.
Murswieks Fazit lautete. Im Großen und Ganzen habe das Bundesverfassungsgericht, das keine wirtschaftspolitischen Entscheidungen treffen könne und wolle, dem bisherigen Kurs der Euro-Rettung stattgegeben, allerdings mit nicht unwichtigen Randkorrekturen. Wie es endgültig ausgehe, könne man nicht vorhersagen. Positiv sei Murswiek bekannt, dass viele Parlamentarier eigentlich wüssten, dass der insbesondere von Finanzminister Wolfgang Schäuble vorangetriebene Kurs falsch und schädlich sei, aber aus wohl unterschiedlichsten Gründen dennoch anders abstimmen, als es ihrer Erkenntnis entsprechen würde.
Es folgte eine Diskussion, bei welcher der massive Vertrauensverlust in die Politik und Demokratie angesprochen wurde, der mit den immer wieder gebrochenen Gesetzen und Erklärungen sowie der mangelnden demokratischen Legitimation einhergehe. Es wurde eine Parallele zur Situation Weimarer Republik gezogen, in welcher die Demokratie am Ende ebenfalls zu wenig Vertrauen besessen habe, was unheilvolle Entwicklungen nach sich zog. Austreten aus dem Euro könne Deutschland wohl, meinte Murswiek, da man auch gewissen EU-Ländern trotz Erfüllung der Eintrittskriterien zugestanden habe, sich nicht am Euro zu beteiligen. Die Frage sei allerdings, ob Deutschland es sich noch werde leisten können … Gefragt, was man tun könne, außer den Rechtsweg zu beschreiten, verwies Murswiek, ohne Parteipolitik machen zu wollen, auf das Programm der AfD (www.alternativefuer.de) , das eine Alternative zu den Positionen der im Bundestag vertretenen Parteien darstelle. Eine Zuhörerin verwies zudem auf die Bedeutung, sich für direkte Demokratie zu engagieren, um auch auf diese Weise Einfluss zu nehmen, was Murswiek gerne aufgriff.
Im Gästebuch vermerkte der Referent: „Schön, daß die Kulturwerkstatt auch ein so politisches Thema aufgreift. Ein sehr interessiertes Publikum und eine lebendige Diskussion – gut, daß es das gibt in Lörrach.“ Murswiek hat auch an der Universität Freiburg einen Vortrag zum Thema gehalten, der als Video im Internet steht http://podcasts.uni-freiburg.de/podcast_content?id_content=168 oder http://www.youtube.com/watch?v=asYMvoo5yS4
Am Rand der Veranstaltung konnte der Lörracher Musik Ulrich Lacher noch auf sein „DM-Lied“ hinweisen – aufgenommen mit der Formation „Neue Deutsche Welle“ –, wodurch das ernste Thema auch etwas Humoristisch-(Selbst-)Ironisches gewinnt. Infos: Ulrich Lacher, Gustav-Hugo-Str. 5, 79540 Lörrach, Tel. 0762113993.
Informationen
Zur „Euro-Rettung“ hat die Politik „Rettungsschirme“ mit einem Volumen von über einer Billion Euro aufgespannt und die EZB kauft Staatsanleihen von Problemstaaten in unbegrenztem Umfang. Die hieraus resultierenden Risiken für die deutschen Steuerzahler haben längst die Größe eines ganzen Bundeshaushalts überschritten. Ist das alles mit dem Grundgesetz vereinbar? Das Bundesverfassungsgericht hat sich in mehreren Entscheidungen mit der Rettungspolitik befasst, eine weitere steht noch aus. Der Vortrag berichtet über diese Rechtsprechung und nimmt kritisch zu ihr Stellung. Sein Fazit: Der „Euro-Rettung“ fehlt weitgehend die demokratische Legitimation. –
Prof. Dr. Dietrich Murswiek ist Direktor des Instituts für Öffentliches Recht der Universität Freiburg und Prozessvertreter des Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler in dem verfassungsgerichtlichen Verfahren gegen den ESM.
Freitag, 23.03.2013, 20 Uhr
Vortrag: Aurachirurgie – ein Weg des medialen Heilens
Referent: Gerhard Klügl

Bericht
Am 23. März brachte Gerhard Klügl dem Publikum der Lörracher Kulturwerkstatt näher, was es mit der sogenannten „Aurachirurgie“ auf sich hat, in der sich bereits begrifflich zwei Bereiche begegnen, die meist getrennt voneinander gedacht werden: der des Seelisch-Geistigen und des Materiellen . In der Aurachirurgie wird versucht, durch Eingriffe auf der seelisch-geistigen Ebene Heilwirkungen auf körperlicher Ebene zu erzielen, wofür die Voraussetzung ist, dass eine gewisse empathische Resonanz zwischen Heiler und Patient entsteht. So vermag ein Aurachirurg zwar – wie jeder seriöse Mediziner – kein Heilungsversprechen abzugeben, sehr wohl aber eine Behandlungsmöglichkeit für diejenigen anzubieten, die diesen Weg beschreiten wollen. Geeignet sei die Aurachirurgie oft für solche Krankheiten, die sich auch real ursächlich chirurgisch behandeln ließen – also nicht für Depressionen, Alzheimer, Parkinson oder dem meist auf komplexere Ursachen zurückzuführenden Krebs, jedoch für sehr viele andere Beschwerden.
Der Referent hat seit 1998 mit dieser Methode weltweit über 13000 Patienten behandelt und vermittelt sein praktisches Wissen zunehmend an Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten. Inzwischen stößt seine Arbeit auf immer größeres Interesse. So wurde er beispielsweise in die NRD-Talkshow „3nach9“ eingeladen, wo er seine Vorgehensweise an der hierfür offenen ehemaligen Grünen-Politikerin Barbara Rütting demonstrierte, und in einer sehr sachlichen Fernsehdokumentation mit dem Titel „Ich bin ein Weltenmensch“ auf 3SAT vorgestellt: http://www.youtube.com/watch?v=nKzsVmFalUA. Zudem ist er Verfasser des Buches „Quantenland. Ein Leben als Aurachirurg“.
Klügl begann seinen von einer Powerpoint-Präsentation begleiteten Vortrag mit einer Schilderung seines eigenen Zugangs zur Aurachirurgie, zu der ihn als Beamter des Münchner Patentamtes zunächst nichts zu prädestinieren schien. Allerdings vermittelte er gerade durch seinen bodenständigen Hintergrund und sein unprätentiöses Auftreten auf viele Anwesenden einen glaubwürdigen Eindruck, wie mehrfach geäußert wurde. Durch ein wachsendes persönliches Interesse, Begegnungen (u.a. mit dem Geistheiler Tom Johanson und dem Aurachirurgen Stephen Turoff) und erste praktische Erfahrungen gelangte er schließlich zu einer immer tieferen Auseinandersetzung mit dem Bereich der Esoterik im Allgemeinen sowie der Aurachirurgie im Besonderen.
Im Anschluss an das Biographische skizzierte Klügl einige Grundgedanken eines hypothetischen Modells, mit welchem sich die Wirkung der Aurachirurgie erklären ließe, wobei er wiederholt auf Analogien zu quantenphysikalischen Vorstellungsmodellen zu sprechen kam, die auf einen Zusammenhang von Allem mit Allem hindeuten. Diese Auffassung steht vielen älteren Philosophien und religiösen Weltbildern sehr nahe. Manche Aspekte konnten in der Kürze der Zeit nur angedeutet bzw. im Sinne eines Denkanstoßes vermittelt werden. Hierzu dienten auch die eingestreuten Zitate von Wissenschaftlern und überraschenden Bezüge zu aktuellen Themen (etwa die Problematik des Euro, auf dessen unklug gewählte Symbolik und Benennung Klügl am Rande einging).
Nach der Pause wurden die praktischen Aspekte vertieft und Einzelnes auch demonstriert, wobei der Referent keine aurachirurgische Behandlung im eigentlichen Sinne vorführen wollte. Verantwortungsvoll sei dies nur in ausreichendem Zeitrahmen möglich, da man nie im Vorhinein wisse, welche Maßnahmen und Schritte nötig seien. Deutlich wurde, welch vielfältige Analysen und Herangehensweisen nötig sind, um die Ursache eines Symptoms beziehungsweise Krankheitsbildes zu erfassen. Ein Aspekt ist die intuitive Herangehensweise, bei der Klügl die für ihn unsichtbare Aura – also das energetisch-seelische Umfeld des Patienten – gleichsam mit seinen Händen abtastet. Ein weiterer besteht im Einsatz von Instrumenten, die aus der Chirurgie bekannt sind (z.B. Skalpellen und Spritzen), an bildhaften Modellen des Körpers bzw. von Organen. Dies diene der Induzierung bzw. der Veranschaulichung des Vorgangs der Informationsübertragung oder Informationslöschung in der Aura. Passend zu unserem technisch-elektronischen Zeitalter kommt auch dem Computer in der Aurachirurgie eine sowohl praktische als auch symbolisierende Bedeutung zu. Mithilfe eines auf nichtlinearer Systemanalyse basierenden Programms namens „Etascan“ führt Klügl üblicherweise unterstützende Analysen durch und setzt es ebenfalls zur Veranschaulichung am Bildschirm mittels Organ- und Körperbildern ein. Speziell dieser Bereich dürfte für Laien ohne weitere Informationen womöglich die größten Probleme der Nachvollziehbarkeit aufgeworfen und so zur eigenen Beschäftigung im Anschluss an den Vortrag veranlasst haben.
Oft bezieht Klügl sich auf das Modell der Reinkarnation. Insofern davon ausgegangen wird, dass unser als ewig zu denkendes Seelisch-Geistiges den (sterblichen) Körper prägt, wird plausibel, dass sich traumatische Erlebnisse (auch aus früheren Leben) in bestimmten Organen oder Gehirnregionen niederschlagen. Allerdings betont der Referent, dass er hier nicht von absoluten Wahrheiten spricht. Bilder, die auf grausame Erlebnisse hindeuten – wie ein Strick auf den Tod durch Erhängen – müssten demnach nicht zwangsläufig auf einen entsprechenden realen Hintergrund hindeuten. Sehr wohl könne sich in ihnen aber ein tatsächliches Problem des Patienten ausdrücken, das sich – indem man mit diesen Bildern operiert – oft lösen lässt. Sehr oft spielten auch einmal geleistete „ewige“ Gelübde eine Rolle und würden damit unterbewusst in der Seele und damit im Körper des Patienten nachwirken – einem Phänomen, welchem Klügl unter Mitwirkung einer Dame aus dem Publikum und unter Einbezug kinesiologischer Test nachging. Er schilderte zudem einige gehäuft aufgetretene Fälle (Prostataleiden, Unfruchtbarkeit), ohne aus diesen aber allgemeingültige Regeln abzuleiten, denn: Jeder sei ein selbstverantwortliches Individuum. Und genau so solle eine Krankheit auch individuell verstanden und behandelt werden, und zwar nach der jeweils für den jeweiligen Menschen geeigneten und von diesem gewählten Methode.
Hieran wie auch an anderen Aussagen wurde deutlich, dass Klügl sich keineswegs als Gegner der Schulmedizin begreift, sondern jeder Behandlungsweise ihre volle Berechtigung und Notwendigkeit zuerkennt. Auch wenn er von seinem Berufsweg her selbst über keinen entsprechenden Hintergrund verfügt (wohl aber über eine jahrelange Erfahrung durch seine Arbeit in Kooperation mit Ärzten), macht er eine fundierte heilpraktische, physiotherapeutische oder medizinische Ausbildung als Voraussetzung um Besuch seiner Seminare, in denen er die Methode der Aurachirurgie anderen lehrt. Denn es sei ihm wichtig, eine Verständigungsgrundlage zu haben. Dass Klügl aktiv den Dialog und die Kooperation mit der akademischen Wissenschaft sucht, zeigt sich daran, dass er sich nicht scheut, die Wirkung seiner Behandlungen durch objektive Messmethoden nachzuweisen. So berichtete er, dass in der 2012 erfolgten Zusammenarbeit mit Dr. Klaus Volkamer Versuche durchgeführt wurden, bei denen mit einer Präzisionswaage erstaunliche Gewichtsveränderungen bei Klügls Patienten sowie bei mit diesen verbundenen Gegenständen festgestellt wurden. Auch die elektrischen Phänomene, die mittels der Kirlianfotografie im Umkreis von Körpern sichtbar gemacht werden können und oft als Aura bezeichnet werden, zeigen signifikante Reaktionen auf aurachirurgische Eingriffe. Beides beweist also, dass bei einer Aurachirurgie objektiv etwas vor sich geht, wenn auch die Frage was damit noch nicht beantwortet ist. Klügl wollte hierfür keine vorschnelle Erklärung anbieten, sondern deutete darauf hin, dass hier ein Gebiet vorliegt, das weiterer – unbefangener – Forschung bedarf.
Überhaupt trat Klügl nicht als Welterklärer, sondern als den Phänomenen offen und mit Neugier gegenüberstehender Zeitgenosse auf, dem es allerdings wichtig ist, neue Sichtweisen zu gewinnen und zu vermitteln. Insbesondere ist es ihm ein Anliegen, das über Jahrtausende ausgeprägte Schulddenken zu ersetzen, indem der Begriff der Schuld durch den der Verantwortung ersetzt wird. Der „Befreiung“ dienten auch seine nicht nur zur Auflockerung gedachten eingestreuten Witze und Cartoons mit medizinischem Bezug. Im Sinne des Sprichworts „Lachen ist die beste Medizin“ scheint gerade das ernste Thema Krankheit einer solchen Perspektive zu bedürfen.
Dass finanzielle Aspekte für Klügl nicht das Entscheidende sind, zeigte sich an dem mit 120 Euro moderaten Preis für eine einstündige Sitzung, von der laut seiner Aussage meist ohnehin eine einzige genüge. Auch könne er ohnehin nur eine begrenzte Anzahl von Patienten behandeln. Die Nachfrage sei freilich sehr groß.
Die Anwesenden bedachten den Referenten mit lang anhaltendem, warmem Applaus und stellten viele interessierte Fragen, vereinzelt kritische nach den notwendigen Ausbildungsvoraussetzungen. Im Ganzen wurde die Auffassung vertreten, die auch der Referent aussprach: So ungewöhnlich manches an der Aurachirurgie oder anderen alternativen Behandlungsmethoden scheinen mag – wer heilt, hat Recht.
Informationen
Die Aurachirurgie ist eine Behandlung des feinstofflichen Körpers, der sogenannten Aura. Mit Hilfe von üblichen chirurgischen Instrumenten (Skalpellen, Klammern, Sonden usw.) können Störfelder in der Aura behandelt werden, die sich wiederum auf energetischem Weg, auf die Organe des Körpers auswirken.
Das erste Mal konnte im Institut von Prof. Gary Schwartz in Tucson (Arizona) im Juli 2001 jeder Schritt der Aurachirurgiebehandlung mittels Kirlianfotografie nachgewiesen werden. Auch mit sog. nichtlinearer Systemanalyse kann die Wirkung der Aurachirurgie dargestellt werden. 2012 erfolgten in Zusammenarbeit mit Dr. Klaus Volkamer Versuche mit Präzisionswaagen, wo nach jedem Schritt der Behandlung die Personen gewogen wurden und sich dabei Gewichtsveränderungen innerhalb von wenigen Minuten bis zu 8 Kilogramm ergaben.
Seit 1998 hat Gerhard Klügl weltweit über 13000 Patienten behandelt. Er praktiziert seit 2009 in seinem Institut in Gais (Schweiz) und leitet auch inzwischen Seminare für Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten im In- und Ausland, in denen er sein Wissen und seine Erfahrungen weitervermittelt. Im Juni 2009 wurde über seine Art der Aurachirurgie der Film „Ich bin ein Weltenmensch“ bei 3Sat gesendet (zu sehen auch auf Youtube). 2012 erschien sein Buch „Quantenland“, in dem Gerhard Klügl neben Fallbeispielen auch versucht, den wissenschaftlichen und philosophischen Hintergrund der Aurachirurgie zu vermitteln.
So ist es für Gerhard Klügl zum Anliegen geworden, diese Art der Aurachirurgie mit den Methoden der Alternativmedizin zu verbinden, um so einen neuen Weg des Heilwerdens zu beschreiten.
Die Wirkungsweise der Aurachirurgie wird Gerhard Klügl während seines Vortrags auch an einigen Beispielen demonstrieren.
Gerhard Klügl sieht sich nicht als Heiler, sondern mehr als Mittler, der eine Heilinformation weitergibt.
Samstag, 16.03.2013, 20 Uhr
Vortrag: Terminale Geistesklarheit und andere ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe
Referent: Dr. Michael Nahm

Bericht
Michael Nahm stellte in der Kulturwerkstatt die Ergebnisse seiner Auseinandersetzung mit dem noch wenig beachteten Phänomen der „terminalen Geistesklarheit“ vor, die er in seinem Buch „Wenn die Dunkelheit ein Ende findet“, das eine Pionierleistung auf diesem Gebiet darstellt, veröffentlichte. Hierunter ist zu verstehen, dass sich der Mensch in der seinem Tod unmittelbar vorausgehenden Zeit plötzlich hellwach zeigt, auch wenn er vorher durch körperliche oder psychische Krankheit hierzu für lange Zeit oder dauerhaft unfähig war. Nahm gliederte seinen Vortrag in die Themenbereiche „psychotisch-neurologische Erkrankungen“, „Erklärungsmodelle“ und „verwandte Themenbereiche“. Anderen Phänomenen in Todesnähe, wie visionären Erscheinungen oder Nahtoderlebnissen, schenkte er dabei ebenfalls Aufmerksamkeit.
Nahm schilderte viele Beispiele aus der Literatur. Auffällig hierbei sei gewesen, dass noch vor zweihundert Jahren auch in medizinischen Publikationen öfters über terminale Geistesklarheit berichtet wurde. Im 20. Jahrhundert folgte dann eine Zeit, in der fast nichts mehr an nämlicher Stelle veröffentlicht wurde – wohl aus Angst, die Reputation zu verlieren –, erst in jüngerer Vergangenheit befasse man sich wieder zunehmend mit dieser Thematik. Er führte die Aussage eines berühmten Alzheimerforschers der Gegenwart an, der bestätigte, dass das Phänomen der Rückkehr der Persönlichkeit und des Gedächtnisses im Vorfeld des Todes bekannt sei, dass man aber keine Erklärung dafür habe. Gerade die angeblich relevanten Hirnpartien, so Nahm, seien ja oft weitgehend zerstört. Entsprechende Vorgänge in Todesnähe wurden – allgemein auf das Sterben von Menschen bezogen – durch Äußerungen eines im Publikum anwesenden Hospizmitarbeiters sowie einer Ärztin bekräftigt. Sie seien sogar die Regel. Die Menschen würden vor dem Tod zuweilen regelrecht vital und munter.
Der Referent wandte sich in einer tabellarischen Übersicht den von ihm aufgefundenen oder ihm geschilderten Beispielfällen zu Krankheiten wie der Affektiven Störung, Schizophrenie, Menningitis, Geschwulsten, Tumoren, Alzheimer und Schlaganfällen zu und berichtete berührende Einzelschicksale, darunter jenes von einer ihr Leben lang geistig behinderten, des sprachlichen Ausdrucks unfähigen Frau, die vor ihrem Tod ein religiöses Lied gesungen habe. Nahm sprach das Problem an, dass bislang noch keine wissenschaftlichen Studien zu dem Phänomen der terminalen Geistesklarheit vorlägen. Er hoffe aber, dass man diese Thematik künftig vertiefend erforsche und berichtete von Schritten in diese Richtung.
Im anschließenden Teil hinterfragte Nahm gängige Modelle der Hirnforschung, etwa des Gehirns als eines sich (etwa nach einem Unfall) selbst organisierenden Gebildes (Stichwort: neuronale Plastizität). Er führte Beispiele aus verwandten Themenbereichen an – wie etwa dem der Hypnose –, die zeigten, dass der Geist bzw. ein aktiver Willensentschluss Veranlassung für strukturelle Veränderungen auf körperliche Ebene seien. Dabei besprach er am Rande auch solch erstaunliche Besonderheiten wie jene, dass es bei multiplen Persönlichkeiten der Fall sein könne, dass nur einzelne der in ein- und demselben Körper vorhandenen Persönlichkeiten an bestimmten Allergien litten.
Zuletzt erklärte Nahm, dass aus seiner Sicht gerade die Kenntnisnahme und Erforschung von Anomalien uns in unserer Erkenntnis weiterbringen würden. Er legte keine fertigen oder detaillierten Theorien vor. Jedoch, so Nahm, begreife er Geist und Gehirn als nicht in einem 1:1 Verhältnis zueinander stehend, vielmehr gehe er davon aus, dass es eine Art intakten Wesenskern gebe, der unabhängig vom Körper existiere und sich wieder zeigen könne, wenn er von den Einschränkungen der materiellen Gegebenheiten frei werde. Eventuell sei er in der Lage, auch defekte Gehirnmaterie wieder zu überschreiben. Diesen Wesenskern bezeichnete Nahm als „Mensch hinter den Kulissen“. So gesehen sei das Gehirn nicht Produzent unseres Geistes, sondern eher ein Transmitter an der Schnittstelle zwischen der sinnlichen Welt und unserem Geist. Eine Schnittstelle, an der sich innere Vorgänge und Sinneswahrnehmungen widerspiegelten. Vielleicht würden sich in der Erforschung der terminalen Geistesklarheit unter diesem Gesichtspunkt auch neue Ansätze von Therapien für die Behandlung Kranker ergeben.
Informationen
Seit alten Zeiten ist bekannt, dass Symptome von geistiger Erkrankung in Todesnähe deutliche Verbesserungen erfahren können. Allerdings wurde dieses Phänomen bis zum heutigen Tag von Ärzten und Psychiatern, aber auch von Sterbeforschern und Parapsychologen kaum zur Kenntnis genommen. In diesem Vortrag werden die erstaunlichsten Fallbeispiele dargestellt, die Nahm im Zuge einer Literaturstudie gefunden hat und die ihm persönlich mitgeteilt worden sind. Dazu gehören Fälle, bei denen das Gehirn im Vorfeld des Wiedererwachens der Geistesklarheit deutlich geschädigt worden ist, beispielsweise durch Tumore, Schlaganfälle oder die Alzheimer’sche Erkrankung. Doch es existieren auch bemerkenswerte Fallberichte, wobei das Gehirn im Vorfeld keine nennenswerten organischen Schädigungen erfahren hat. Dazu zählen Fälle von Patienten, die vor der Rückkehr ihrer Geisteskräfte jahrzehntelang ununterbrochenen in Zuständen schwerer Schizophrenie gelebt haben. Selbst Menschen mit geistigen Behinderungen sollen kurz vor ihrem Tod zu einer nie zuvor beobachteten geistigen Klarheit erwacht sein.
Derartige Befunde stellen die schulwissenschaftliche Annahme in Frage, wonach unser menschliches Selbsterleben ausschließlich ein Produkt der Biochemie des Gehirns ist. Zudem könnten sich hier neuartige Therapieansätze eröffnen.
Terminale Geistesklarheit scheint überdies Bezüge zu Todesnähe-Visionen und Nahtod-Erfahrungen zu besitzen, aber auch zu anderen rätselhaften Aspekten des menschlichen Geisteslabens. Auch diesbezügliche Beispiele wird Nahm in seinem Vortrag vorstellen.
Insgesamt deutet Vieles darauf hin, dass das menschliche Geistesleben sich nicht in dem Erfahren unseres normalen Wachzustandes und der Biochemie unseres Gehirns erschöpft – ein Befund mit weitreichenden Konsequenzen für unser Selbstverständnis als Mensch.
Michael Nahm studierte Zoologie, Botanik, Genetik und Paläontologie und beschloss das Biologiestudium mit einer Arbeit über Zugvögel. Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Lehrer für F.M. Alexander-Technik und promovierte im Bereich Pflanzenphysiologie. Ungelöste Evolutionsprobleme, Rätsel des menschlichen Geisteslebens sowie ungewöhnliche Erfahrungen in Todesnähe bilden seit vielen Jahren Schwerpunkte seiner Interessen. Nahm ist Autor zweier Bücher und zahlreicher begutachteter Publikationen zu den genannten Themen.
Aktuelle Buchpublikation 2012: Michael Nahm: „Wenn die Dunkelheit ein Ende findet: Terminale Geistesklarheit und andere ungewöhnliche Phänomene in Todesnähe.“ Crotona Verlag, 17.95 Euro (ISBN: 3861910241).
Samstag, 02.02.2013, 20 Uhr
Vortrag: Lebensharmonie für Mensch & Tier – Energiearbeit unter Anwendung von Farben und Tierkommunikation
Referentin: Daniela Salg

Bericht:
Am 2. Februar sprach die Tiertherapeutin Daniela Salg aus Gersbach in der Kulturwerkstatt Lörrach über das Thema „Lebensharmonie für Mensch und Tier. Energiearbeit unter Anwendung von Farben und Tierkommunikation“. Salg kam in Begleitung zweier Hunde – eines Australian Shepard namens Pocket und einer auf das Aufspüren von Schimmel spezialisierten Schäferhündin namens Aviani –, um den Anwesenden einige Praktiken demonstrieren zu können.
Der Vortrag war so aufgebaut, dass er zunächst das Gebiet der Tierkommunikation behandelte. Die Referentin schilderte hier einige erstaunliche Erlebnisse, die indirekt die intuitiven Mitteilungen bestätigten, die sie gemäß ihren Darstellungen von Tieren empfangen hatte. So habe sie in dem einen Fall ein „Streitobjekt“ richtig gezeigt bekommen, worauf das Tier nach Auflösung des Konflikts wieder ein friedliches Verhalten an den Tag gelegt habe. In dem anderen Fall sei ihr von einem Hund erklärt worden, dass er einen anderen Namen trage, als ihr von der Besitzerin gesagt worden sei – was sich dann auch als zutreffend erwiesen habe. Grundsätzlich sei es wichtig, dass die Kommunikation über die Herzebene erfolge, was – basierend auf Angaben, wie Name, Alter, Rasse – auch auf die Ferne möglich sei. Die Stimme des Besitzers ermögliche zudem eine Art „Verbindung“ bzw. einen das Zustandekommen eines Flusses der Information. Vieles werde über Bilder mitgeteilt. Salg besprach aber auch ethische Fragen und schilderte, in welchen Fällen sie aus guten Gründen Abstand von einem Kommunikationsversuch nehme bzw. was sie nicht vertreten könne.
Als nächstes behandelte sie die Arbeit mit Farben und wusste auch hier über Erfolge zu berichten, die unter bestimmten Bedingungen möglich gewesen seien. Angesprochen wurden unter anderem Fälle von Schlaganfall und Arthrose. Zu ermitteln sei, ob ein „Zuviel“ oder ein „Zuwenig“ einer betreffenden Farbe vorliege. Die intuitive Wahl des Tieres sei zu beachten. Sie führte kurz vor, wie eine solche Farbbehandlung üblicherweise ablaufe. Anschließend beschrieb sie die Arbeit mit sogenannten Seelenbildern, welche den inneren Zustand eines Tieres einfangen und so manches verdeutlichen können. Es zeichnete ihren Vortrag aus, dass er an der Praxis orientiert war, wobei sie grundsätzlich die Methode der „Positiv-Verstärkung“, z.B. durch das Clicker-Training, vertrat. Entsprechend praxisorientiert waren auch die Fragen der Zuhörer ausgerichtet. Salg konnte hier aus einem reichen Fundus an Erfahrungen schöpfen. So ist sie Gründerin eines Gnadenhofes für Pferde und Hunde sowie Rettungshundeführerin bei der Rettungshundestaffel Malteser-Wiesental. Informationen über ihre Tätigkeiten finden sich unter: www.tierharmonie.eu
Am Rande der Veranstaltung machte der Vorstand der Kulturwerkstatt noch die Mitteilung, dass Willi Seiß, seit 2003 geschätzter Referent der Kulturwerkstatt, am 25.01.2013 im Alter von 90 Jahren verstarb. (Mitteilung: In Erinnerung an Willi Seiß, 12.11.1922 – 25.01.2013 >> Download). Es wurden seine Verdienste auf dem Gebiet der geistigen Forschung hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass man der von ihm vertretenen Richtung des christlichen Hermetismus auch weiterhin in der Programmplanung berücksichtigen wolle.
Informationen:
In dem Vortrag geht es um das Zusammenleben mit Tieren: Es wird anschaulich gemacht, wie energetische Reinigung, Farbtherapieund Seelenbilder in der Tierkommunikation hilfreich sein können – und zwar auf allen Ebenen: körperlich, geistig, emotional. DieseMethoden wirken entspannend, harmonisierend und wohltuendauf Tier und Tierhalter. Daniela Salg zeigt auf, wie über positive Verstärkung sowie mit Hilfe einer gewaltfreien, liebevollen und dennoch konsequenten Erziehung ein harmonischesZusammenspiel zwischen Tier und Tierhalter entsteht. Dies wird beispielhaft verdeutlicht an der sogenannten „gewaltlosen Arbeit“mit Hunden.
Daniela Salg ist Tiertherapeutin (AETS), sie gründete das Zentrum „Lebensharmonie für Mensch und Tier“ sowie einen „Gnadenhof“ für Pferde und Hunde und ist Rettungshundeführerin bei derRettungshundestaffel Malteser- Wiesental. Informationen unter: www.tierharmonie.eu“

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